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Ezintasunen gainetik

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Ich bin mit Diptis nächstem Kapitel fertig. Die erste von Mamas kroatischen Mitbringsel-Cosmeas hat zu blühen begonnen. Ich liebe Cosmeas. Meine Lupine ist explodiert und legt sich gerade so richtig ins Zeug. Ich liebe Lupinen. Die eine von den geretteten Fuchsien hat schon das zweite Prachtwunder von einer Blüte hervorgebracht. Ich liebe Fuchsien. Und ganz besonders diese gefüllten.

Mein Balkon macht mich glücklich.

Außerdem habe ich auf dem Weg zur Therapeutin Knoblauchsrauke und Akelei erspäht, welche ich nächste Woche abzuernten plane, auf dass sie nächstes Jahr mein Sammelsurium erweitern mögen.

Jana hat nichts von sich hören lassen. Ich werde mal ihr Teekännchen von meiner Küchenablage nehmen und zu ihren Sachen ins kleine Zimmer stellen.

Vielleicht ruft mich Basti heute Abend an. Ich glaub’s erst, wenn’s soweit ist, aber mal sehen. Ich bin allerdings fast überzeugt, dass wir uns demnächst sehen werden. Nachdem ich mich zwei Jahre lang geweigert hatte, habe ich vor zwei Wochen eingewilligt, mich mit ihm zu treffen, ohne dass er Alina davon erzählt. Selbst am Anfang des Gesprächs war ich noch der Überzeugung, ich würde mich unter keinen Umständen an einem Szenario beteiligen, in dem jemand seine Partnerin belügt. Dass sie ein Psycho ist, weiß ich, aber Lügen, das geht nicht. Als mir jedoch das Ausmaß des Elends bewusst wurde – das und wie absurd wichtig mir Basti ist, was ich gern mal verdränge, nachdem er als Folge exakt dieses Elends seit zwei Jahren nichts getan hat als mich ein ums andere Mal aufs Schlimmste zu enttäuschen – habe ich mir tatsächlich gedacht, scheiß aufs Prinzip, ich kann ihn nicht hängen lassen. Dann habe ich ihn gefragt, ob er mit meiner Mithilfe an dieser Situation etwas ändern könnte, das er allein nicht schafft. Er hat dies bejaht. Daraufhin habe ich ihm gesagt, okay, wir treffen uns. Ich schwöre, er hat geweint.

Ich habe ihm auch gesagt, dass es sich hierbei um die allerletzte Chance handelt. Dass, damit dieses Treffen stattfindet und so etwas wie ein Kontakt zumindest in der Theorie weiter bestehen bleibt, er es sich trotz allen Elends nicht erlauben kann, erneut unterzutauchen und mich ohne ein Wort zum x-ten Mal zu versetzen. Und dass er verstehen muss, dass ich in diesem Fall nicht anders kann, als mich zu meinem eigenen Schutz endgültig zu distanzieren.

Da ich mich so oder so für diese Freundschaft nun für meine Verhältnisse unfassbar weit aus dem Fenster gelehnt habe, tue ich nun mein Möglichstes, um dafür zu sorgen, dass es soweit nicht kommt. Ich habe für mich beschlossen, dass er das wert ist. Und wenn es das letzte Mal ist, dass ich an jemanden glaube. Er mag es in jüngerer Vergangenheit nicht verdient haben, aber er hat vorgearbeitet.

Those who can’t do it, teach it.

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Erstaunlicherweise sieht mein Balkon nicht viel katastrophaler aus als vor dem Orkan. Ich bin trotzdem froh, der unfreundlichen Aufforderung der penetranten Frau, die unter uns wohnt, nachgekommen zu sein und die Blumenkästen von der Mauer nach innen geholt zu haben. Besser Vorsicht als Nachsicht, denn die Genugtuung, mir dabei zuzugucken, wie ich Erde und Pflanzenteile auf ihrer Terrasse zusammenkratze, hätte ich ihr höchst ungern verschafft.

Ich frage mich jetzt schon, was das wohl gibt, wenn ein tonnenschwerer Baumstrunk an der Ecke steht und die Gute mit ihrer andauernden Befürchtung, ihr könnte etwas auf den Kopf fallen (weil bei mir ja alles so gefährlich steht, angebunden oder nicht, und Unwetter und Orkane einfach der Zeitpunkt sind, an dem sie sich am liebsten mit ihren Enkeln auf der Terrasse zu Kaffee und Kuchen häuslich einrichtet), darunter vor sich hinexistiert. Eins ist sicher: das Teil muss stabil befestigt werden.

Bis der Baum kommt, dauert es ja aber sowieso noch eine Weile. Beruhigend, zu wissen, dass bis dahin mein Balkon schon wieder zum Leben erwacht sein wird. Ich möchte dieses Jahr bis auf ein paar Ausnahmen eher blumen- und wildkrautlastig unterwegs sein; Essen habe ich eh genug und die Ausrichtung unseres Gebäudes verhindert lohnende Erträge von vornherein. Luffa-Gurken möchte ich pflanzen und Cardiospermum, ein paar Tomaten werden so oder so wieder irgendwo hervorkommen und der Rest soll einfach für die Insekten und fürs Auge da sein.

Meanwhile habe ich es irgendwie geschafft, zu Kepas Gartenconsultant zu werden, und bombardiere ihn mit Vorschlägen zur Anti-Schnecken-Bepflanzung im und um das Hochbeet. Das ist super, weil ich mich voll austoben kann, ohne die Möglichkeit zu haben, irgendetwas von meinen Ratschlägen selbst umzusetzen. Ich habe ihm eine Beetumrandung aus Rosmarin und Lavendel empfohlen und im Beet selbst erstmal einen Schutzwall aus Oregano, Thymian und Knoblauch. Und, damnit, war das nicht so klar: ich will dieses Beet haben.

Argh. Aber erstmal mit dem arbeiten, was da ist: ich geh‘ mir Luffagurken vorziehen.

Travels & Tomatoes

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Es wird kalt draußen. Heute Früh habe ich die Mützensaison eingeläutet, um ohne schmerzende Ohren bei der Therapeutin anzukommen. Umso froher bin ich, dem Winter erstmal noch ein wenig entfliehen zu können – wenn alles gut geht, bin ich morgen um diese Zeit in Porto und nachmittags schon im Bus auf dem Weg nach Santiago.

Becci hat mich mit Panik infiziert, dass wir den Flug verpassen, weil ich recht knapp erst am Flughafen sein werde – aber besser quäle ich mich mitten in der Nacht zum Fernbus und komme kurz vor knapp erst an als heute Nachmittag schon mein ganzes Zeug zu Marthe mitzuschleppen und von dort aus erstmal zu Becci zu fahren, um mich dann mitten in der Nacht aus dem Bett in den Zug zum Flughafen zu quälen. Zumal wir bereits online eingecheckt sind, kein Gepäck aufgeben müssen und uns immerhin vom Zeitpunkt meiner Ankunft an eine halbe Stunde bleibt, um zum Gate zu kommen.

Ich habe zu großen Teilen bereits gepackt und kümmere mich nun um die letzten Erledigungen. Ein Rundgang über meine Terrasse hat dazu geführt, dass ich eine der letzten Chancen ergreifen konnte, endlich mal Fotos von meinen Tomaten zu machen. Die ganze Zeit war ich zu dumm, daran zu denken, bevor ich sie ernte.

Es ist doch zu ironisch: jetzt, wo ich weggehe, scheinen sich meine Pflänzchen zu einem letzten Aufbäumen vor der Kälte entschlossen zu haben. Diverse Nachzügler und Spätgesäte fangen an zu blühen, sogar der Zieringwer und die Physalis, von denen ich schon dachte, dass sie dieses Jahr einfach aussetzen. Und nun bin ich weg und muss es R aufs Dringlichste einschärfen, dass er meinen blühenden Zieringwer fotografieren muss und ebenso die Wildblumen, damit ich irgendwann noch erfahre, was ich da eigentlich gesät habe. Zum Glück habe ich in Anbetracht des sich fortwährend verschlimmernden Zustandes seines Handys neulich beschlossen, seinen Geburtstag vorzuziehen, und ihm sein Geschenk (sprich, sein neues Handy) schonmal überreicht. So dürfte dem wenig im Wege stehen, von einem gewissen Motivationsmangel mal abgesehen.

Da nun so schön viele Fotos von Tomaten existieren und ich mich vor Längerem schon entschieden habe, dass es mir unmöglich ist, diese zu bestimmen, folgen nun fünf Sorten ohne genaueren Plan.

61 – 65

Tomate 1 (Solanum lycopersicum – Solanaceae)
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Tomate 2 (Solanum lycopersicum – Solanaceae)
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Tomate 3 (Solanum lycopersicum – Solanaceae)
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Tomate 4 (Solanum lycopersicum – Solanaceae)
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Tomate 5 (Solanum lycopersicum – Solanaceae)
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Leider waren es dieses Jahr nicht so viele Tomaten wie das Jahr zuvor, und irgendwie kommt alles dieses Jahr etwas spät (insbesondere was sich die Physalis gedacht hat, würd‘ ich gern wissen; als hätte sie nun noch die Gelegenheit, gescheit Früchte auszubilden), aber ich möchte und kann mich nicht beklagen. Nicht nur schätze ich mich glücklich, überhaupt die Möglichkeit zu haben, einen Balkon von diesen Ausmaßen zu besitzen. Meine Lieblingsnachbarn haben sich in der Straße gegenüber ein Grundstück gekauft, auf dem sie langfristig ein Haus zu errichten planen, und ich habe schon das OK von Marketa bekommen, den Garten mitzubenutzen, den sie so bald wie möglich anlegen wollen. Das wird sensationell. Endlich Platz für Kürbisse, Melonen, Zwiebeln, Hülsenfrüchte und vielleicht sogar Mais! Whoop!

Und on this wonderful note verlasse ich dich, um weiter meinen Urlaub vorzubereiten. Laister arte.

Be Yourself. No One Else Wants To Be You.

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Ich habe meinen Capo verlegt. Das ärgert mich gerade sehr, denn ich wollte lernen, ‚The Way I Tend to Be‘ von Frank Turner zu spielen, und das wird ohne Capo… schwierig. Überhaupt beunruhigt es mich, nicht zu wissen, wo das Teil abgeblieben ist, besonders in Anbetracht der momentan äußerst aufgeräumten Lage hier in der Wohnung. Aber irgendwo muss er ja sein.

Nun möchte ich zur Abwechslung mal wieder was für mein Balkondschungel-Bestimmungsprojekt tun. Hier sind fünf überfällige Pflänzchen:

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Wunderblume (Mirabilis jarapa – Nyctaginaceae)_DSC0092

Glockenblume (Campanula carpatica – Campanulaceae)
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Große Brennnessel (Urtica dioica – Urticaceae)_DSC0107

Physalis (Physalis peruviana – Solanaceae)
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Floh-Knöterich (Persicaria maculosa – Polygonaceae)
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So, jetzt fühle ich mich besser. Typisch, mich davon schon wieder so grandios selbst-fremdbestimmen zu lassen.

Naja, jetzt habe ich gerade noch ein paar Nachrichten beantwortet und mir somit noch einen Teil der zu erledigenden Aufgaben von den Schultern genommen. Es fehlt nur noch Sebi, dem ich eine Sprachnachricht schicken muss (Schrägstrich möchte).

Das wäre doch eine hervorragende Gelegenheit, zu berichten, dass mich Sebi vor ein paar Wochen besuchen kam, wir ein überragendes Wochenende mit Musik und Gesprächen verbracht haben und seitdem in regem Kontakt stehen. Ich find’s wahnsinnig schön, denn ich mochte ihn schon immer sehr gern und konnte aber damals – sowohl eigenverschuldet wie auch durch mangelnde Kooperation seinerseits -, obwohl wir uns durch die Badnproben regelmäßig gesehen haben, keine zwischenmenschliche Basis mit ihm finden. Aber das Gefühl ist jetzt fast das gleiche wie mit Becci damals. „Endlich, so sollte es doch immer schon sein.“

Und oh, was tut es gut, sich mit ihm zu unterhalten. Ich brauche mehr Gefühlsmenschen in meinem Umfeld. Dadurch, dass R für Emotionsgedöns so rein gar nicht empfänglich ist und ich das aber benötige wie Luft zum Atmen, ist dieser Teil von mir ein bisschen (ziemlich) ausgehungert und über jede Möglichkeit dankbar, sich mit gleich oder zumindest ähnlich Gestrickten auszutauschen. (Ich müsste mal Sebi und Becci in einem Raum versammeln. Das dürfte der reinste Overkill werden.)

Ah. Weiteres To-Do: Sebi die Aufnahmen von besagtem Wochenende schicken. Das könnte ich wirklich mal machen.

Und dann die Steuererklärung. Argh.

Zuvor möchte ich noch kurz anmerken, dass ich das Wochenende anlässlich des Geburtstags von R’s Bruder bei dessen Familie verbracht habe und wie bereits das letzte Mal mit dem Vorsatz zurückkam, in dieses Schlangennest keinen Fuß mehr zu setzen. Nun habe ich aber heute mit der Therapeutin darüber gesprochen und sie räumte ein, was ich mir selbst schon gedacht hatte – nachdem sich R nun dazu entschlossen hat, demnächst auch mal darauf zu achten, seine eigenen Werte seinen Eltern gegenüber  durchzusetzen, sollte ich ihn damit nicht allein lassen.

(Was ist denn nun schon wieder passiert? Also gut. Ich nenne es mal den Englisch-Fischstäbchen-Vorfall. Das wäre dann der Moment, in dem mich jemand dafür anblafft, dass ich mich kurz mit meinem Freund auf einer Fremdsprache unterhalte, während mir ein Teller mit Fischstäbchen vor die Nase gestellt wird, den ich als Vegetarierin dankend ablehne und an R’s Schwester weiterreiche, um dann zu beobachten, wie R, der last time I checked außerhalb unseres Containertarierhaushaltes noch konsequent vegan unterwegs war, seine Portion ohne ein Wort verdrückt, statt meine Vorlage zu nutzen und eventuell auch mal einen Ton von sich zu geben… du musst dir diese Abstrusität vorstellen, zum einen – nicht mal unberechtigt, aber oh, in welchem Ton! – Respekt meinerseits einzufordern und zeitgleich aber kein Problem damit zu haben, meine Wertvorstellungen demonstrativ mit Füßen zu treten.

Und bevor einer fragt – ja, die wissen, was wir essen und was nicht. Ich kam vor fünf Jahren als Vegetarierin/Containertarierin in diese Familie, R’s Veganismus besteht noch länger. Und während ich nicht darauf bestehe, dass jemand für mich in eine Mülltonne klettert, und mich dahingehend zwar ungern, aber selbstverständlich als Gast an die Gebräuche anderer Haushalte anpasse, ist ein Mindestmaß an Entgegenkommen meiner Ansicht nach sehr wohl angebracht. Zumal diese Begebenheit symbolisch für eine unendliche Reihe weiterer derartiger Vorfälle steht.)

Uff. So. Jetzt sollte noch der kurze Auftrag in Angriff genommen werden, den ich vorhin angenommen habe. Und dann das Steuerzeug. Aber das geht ja zur Not auch morgen noch.

Two Weeks Ago…

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[Edit: Jawoll, ich habe es tatsächlich geschafft, mich selbst von meinem eigenen Blog fernzuhalten, indem ich es vorletzten Mittwoch nicht auf die Reihe bekam, den Eintrag am gleichen Tag fertigzustellen, und dann dem schlechten Gewissen und der Vermeidungsstrategie das Feld zu überlassen. But not anymore! I can do this!]

Und schon ist Becci wieder weg. Unglaublicherweise ist sie gestern Abend dann aus ihrem Komazustand erwacht und war zu erfüllender Interaktion fähig, sodass wir verschiedene Dinge tun konnten wie unsere nächste Reise planen (von Santiago de Compostela übers Baskenland Richtung Frankreich – ich wollte dieses Jahr eigentlich ja beim besten Willen nicht mehr weg, aber was soll ich machen – ich kann nicht nein sagen, wenn mich Becci darum bittet und meine ohnehin auf wackeligen Füßchen stehenden Vorsätze durchkreuzt) und ihr einen neuen Computer bestellen (den ich bezahlt und damit allerhand über Jahre angehäufte Urlaubsschulden beglichen habe).

Nun ist es schon wieder brütend heiß draußen, sodass ich mich zum Pflanzenfotografieren im Bikini auf der Terrasse herumgetrieben habe. Langsam neigen sich die bestimmbaren und zeitgleich fotografierenswerten Exemplare dem Ende zu. Dafür werden die Tomaten immer größer – irgendwann kann also die Sortenbestimmung losgehen.

Die heutige Ansammlung:

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Salweide (Salix caprea – Salicaceae)
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Lauch (Allium ampeloprasum subsp. ampeloprasum – Amaryllidaceae)
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Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas – Dryopteridaceae)
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Bacopa (Sutera cordata var. ‚Blutopia‘ – Scrophulariaceae)
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Bunter Hohlzahn (Galeopsis speciosa – Lamiaceae)
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Kein Peil (und trotzdem am Leben)

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Das war mal wieder ein Wochenende der besonderen Sorte, nicht unwesentlich aufgemischt durch meine bodenlose Verpeiltheit. Aber letztendlich hat alles so funktioniert, wie es sollte – wenn auch anders als geplant.

Samstag war das (durch mich lethargiebedingt bis zur letzten Sekunde verdrängte) Eintagesfestival in Wiesbaden, zu dem Beccis Mutter Karten gewonnen hatte und dann nicht hinwollte, während Becci mit der Arbeit auf Freizeit war, sodass das Vergnügen mir und Cornelia zuteil wurde. Es wurde ein toller Tag mit einem wunderbaren (wenn auch mit 70 Minuten eindeutig zu kurzen) Frank-Turner-Konzert als Abschluss. Der Mensch hat eine der beeindruckendsten Ausstrahlungen, die mir je untergekommen sind, und wird noch dazu gefühlt von Tag zu Tag schöner. Das ist absolut nicht normal. (Cornelia, die in solchen Dingen immer hervorragend informiert ist, eröffnete mir, dass er wohl mittlerweile verlobt ist, was mir zugegebenermaßen so ein bisschen meinen Plan B für mein Leben zerstörte.)

Sonntag war Bürgerentscheid bei mir zu Hause, und da ich die Briefwahl zwar beantragt, aber dann leider die Unterlagen nicht aus dem Briefkasten geholt hatte, durfte ich Samstag Nacht entgegen des Plans wieder heimzockeln, um zur Wahl präsent zu sein.

Ich hatte mir – unwahrscheinlich motiviert, wie ich zur Zeit wundersamerweise bin – bereits ein Busticket gekauft, um im Anschluss wieder nach Hessen zu fahren und an Cornelias Geburtstagsfeier teilzunehmen. Leider war ich zu dumm, den richtigen Bus zu identifizieren, und wartete eine halbe Stunde lang auf den falschen (während der richtige vor meinen Augen ein- und wieder abfuhr). Das veranlasste mich dazu, erneut den Plan zu ändern und wieder nach Hause zu fahren, wo ich den mir unverhofft geschenkten Tag dazu nutzte, um die Wohnung in Ordnung zu bringen und insbesondere das Bett im kleinen Zimmer freizuräumen, damit Becci, mit der ich eigentlich ja dann von Cornelia aus hierher fahren wollte, darin würde schlafen können.

Becci kam dann auch tatsächlich, aber in einem fürchterlichen Zustand, da sie sich auf dem Weg mit ihrem relativ frisch gebackenen Sowas-wie-Freund zerstritten hatte, der eigentlich kurz mit reinkommen wollte, sodass ich ihn hätte kennenlernen können, bevor er mit Bus und Zug weiter nach Karlsruhe fuhr, dann aber stattdessen beleidigt draußen an der Bushaltestelle stand, während Becci todesfertig allein in die Wohnung kam.

Ich habe uns dann, ohne lang zu fackeln, eine Flasche Brombeerlikör vor die Nase gesetzt und mich daran gemacht, die Situation zu durchdringen. Ergebnis (abgesehen davon, dass ihr Spezialfall augenscheinlich hinsichtlich seiner Bipolarität Jekyll und Hyde in nichts nachsteht) ist, dass Becci nun verkatert neben mir auf dem Sofa hängt. Ich dagegen habe mich von dem (nicht unbeachtlichen) Betrunkenheitslevel erfolgreich durch Schlafen kurieren können und heute bereits produktiv in der Wohnung gewirkt, Wäsche gemacht, Altglas weggebracht, Kaffee gemacht, Frühstück gegessen, Pflanzen bezubbelt, Pflanzen fotografiert, Pflanzen bestimmt.

A propos. Das regnerische Intermezzo der vergangenen Woche ist lang vorüber; es ist wieder sommerlich heiß und die Sonne lässt es zu, dass ich mit der Dokumentation meiner zahlreichen Spezies fortfahre. Tue ich dies doch.

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Garten-Senfrauke (Eruca sativa – Brassicaceae)
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Türkischer Drachenkopf (Dracocephalum moldavica – Lamiaceae)
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Löwenmäulchen (Antirrhinum majus – Plantaginaceae)
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Topinambur (Helianthus tuberosus – Asteraceae)
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Himbeere (Rubus idaeus – Rosaceae)
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Getting. Stuff. Done.

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Ich kann es nicht abwarten, Scorpion mit R zu gucken. Dessen Persönlichkeit oszilliert nämlich aspektweise noch wesentlich krasser als meine zwischen normalsterblich, Genie und Wahnsinn, und im Gegensatz zu mir hat er (soweit ich weiß – wäre es aber doch der Fall, so wäre dies besorgniserregend in Anbetracht seines aktuellen Entwicklungsstandes) nie besonders hart daran gearbeitet, seinem von Natur aus unterentwickelten EQ auf die Sprünge zu helfen. Und da diese Thematik ja einen beträchtlichen Teil der Serie ausmacht, wird es unwahrscheinlich lustig werden, ihm das vorzusetzen. 

Gerade bin ich aber erstmal stolz auf mich, weil ich nach der Frühstücks-Folge die Kurve gekriegt und mich vom Sofa geschwungen habe, um ein wenig Ordnung in mein Wohnzimmer zu bringen. Ich habe mir das erste Delta-Goodrem-Album angemacht und Papierschnipsel sortiert, während die letzten Ausläufer meiner Kindheit – in der Musik konserviert, als hätte ich sie damals eingeschweißt und vakuumisiert – sich mit den Schallwellen im Raum verteilten.

Da ich gerade so gut dabei war und es mir erstmals seit (gefühlt) langer, langer Zeit völlig natürlich vorkam, mich in der Wohnung zu bewegen und im Vorbeilaufen Dinge zu tun, habe ich meinen Keller-Eimer genommen und mit Bildern von einem neulich vom Sperrmüll aufgesammelten großen Kalender von 2014 beklebt, wie ich es seit Jahren tun wollte. Es handelt sich bei dem Eimer um ein Pappbehältnis mit bunter ‚Party Chips‘-Aufschrift, den Wolfgang (inklusive Inhalt) zu meiner ersten Geburtstagsfeier in dieser Wohnung mitgebracht hatte. Seitdem verwende ich ihn, um Dinge in den sowie aus dem Keller zu transportieren, und habe bis heute auf den Moment gewartet, in dem ich motiviert genug sein würde, um ihn ästhetisch ansprechend zu gestalten. Es fühlt sich gut an, dass dieser Moment heute eintrat.

Pflanzen habe ich ebenfalls schon fotografiert. Es sieht aus, als hätte ich ein kleines Zeitproblem mit meinen täglichen Bestimmungen – ich bin nun auf der Hälfte angekommen und langsam gehen mir die Kandidaten aus, die sich gerade zum Dokumentiertwerden anbieten. Ich habe etliche schwierige Fälle, die sich unmöglich bestimmen lasen, bevor sie nicht blühen – was aber besonders im Fall der zahlreichen Mystery-Mitbringsel aus verschiedenen Teilen der Welt aller Voraussicht nach dieses Jahr (noch) gar nicht der Fall sein wird. Und dann gibt es die Tomaten, die bisher noch allesamt grün und unfertig sind, und die Paprika bzw. Chilis, die noch nicht einmal blühen. Sag du mir mal, welche Sorte Chili ich habe, ohne dass du die Frucht dazu siehst.

Naja. Man wird sehen. Ein paar Tage komme ich noch so über die Runden.

41 – 45

Ringelblume (Calendula officinalis – Asteraceae)
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Süßkirsche (Prunus avium – Rosaceae)
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Feige (Ficus carica – Moraceae)
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Kurkuma (Curcuma longa – Zingiberaceae)
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Tradeskantie (Tradescantia fluminensis)
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Plants Before Work

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Und schon kommen die nächsten fünf. Ich habe soeben trotz einschlägigem Motivationsdefizit einen Auftrag angenommen, an dem ich bis heute Abend sitzen werde, und da ich kein bisschen Lust habe, damit anzufangen, werden jetzt erstmal Pflanzen aufgelistet.

36 – 40

Ficus (Ficus benjamina – Moraceae)
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Rosmarin (Rosmarinus officinalis – Lamiaceae)
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Blaue Lampionblume (Nicandra physalodes – Solanaceae)
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Ackermelde (Chenopodium album – Amaranthaceae)
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Grüne Minze (Mentha spicata – Lamiaceae)
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mal wieder

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Es wird mal wieder Zeit. Zwar habe ich das Wochenende über meine überragenden Bestimmungskünste nicht verkommen lassen, aber um fünf Bezeichnungen zu sammeln, hat es dann doch an keinem Tag gereicht. Dafür aber jetzt wieder:

31 – 35

Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia – Brassicaceae)
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Efeu-Ehrenpreis (Veronica hederifolia – Plantaginaceae)
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Kartoffel (Solanum tuberosum – Solanaceae)
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Hornveilchen (Viola cornuta – Violaceae)
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Kleines Leinkraut (Chaenorhinum minus – Plantaginaceae)
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Das war’s auch schon wieder von meiner Seite. Motivation hält sich in Grenzen. Mal wieder.

Saving(s) – auf ein Neues

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Soeben kam ich aus der Stadt zurück, wo ich mich mit Marthe in einem zentral gelegenen Café zum Unterricht getroffen habe. Ihre Wohnung ist gerade belegt, aber sie wollte – was ich sehr löblich finde – nicht schon wieder einen Termin ausfallen lassen. Letztendlich saßen wir statt der üblichen Stunde anderthalb da, ich bekam die halbe Überstunde und meinen Kaffee bezahlt und wurde im Allgemeinen reichlich dafür kompensiert, dass ich auf dem Hinweg von Regenfällen überschüttet wurde. Oh, wenn mein Berufsleben doch nur aus Sophis, Ulrikes und Marthes bestünde. Ich könnte mir kein besseres Leben vorstellen.

Der Unterricht mit Marthe führte auch zu dem glücklichen Umstand, dass meine neulich bis auf den letzten Schein geplünderte Bargeldkasse wieder Geld enthält. Ich hatte beim letzten Schweizbesuch alles, was sich über Jahre dort angesammelt hatte, meinem Vater übergeben, damit er für mich Aktien kauft. Mein Vater kann sowas. Seitdem war ich cashmäßig pleite. Das war ein komisches Gefühl und ich bin froh, dass es vorbei ist – ich besitze nunmehr Bargeldersparnisse von 25 Euro und in meinem Portemonnaie befinden sich 4,48. (Nur falls jemand auf die Idee kommt, mich auszurauben – es lohnt sich zur Zeit ziemlich eindeutig nicht.)

R geht heute Abend nochmals mit Daniel trinken. Scheint, als täte die Tatsache, dass Daniel ihn nicht mehr mag, ihrem gemeinsamen Weggehen keinen Abbruch. Vielleicht wird das ja auch wieder. Trotzdem werde ich es nie verstehen, wie man in der Auswahl seiner Kontaktpersonen so anspruchslos sein kann, dass man jemanden zwar (und sei es nur temporär) nicht ausstehen kann, aber trotzdem mit ihm saufen geht. Oh well. Sollen sie mal.

Und nun zum chlorophylligen Teil:

26 – 30

(Ich verzweifle an den verschiedenen Salatsorten und habe ehrlich gesagt nicht die leiseste Spur einer Ahnung von Salat, daher mache ich es mir lieber einfach, statt am Ende eh alles falsch zu bestimmen. Hilfe von außen ist immer willkommen.)

Gartensalat – Sorte 2 (Lactuca sativa – Asteraceae)
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Gartensalat – Sorte 3 (Lactuca sativa – Asteraceae)
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Gartensalat – Sorte 4 (Lactuca sativa – Asteraceae)
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Schnittlauch (Allium schoenoprasum – Amaryllidaceae)
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Berg-Flockenblume (Centaurea montana – Asteraceae)
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