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A small rant about attentiveness and interest (and how much I miss them in certain people).

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Verdammt, es waren wieder Bots auf meiner Seite unterwegs. Über 3400 Seitenaufrufe durch menschliche Besucher werde ich kaum gehabt haben heute… Wie ich es hasse.

Aber ich habe viel wichtigere und zum Glück gute Nachrichten. Und zwar war ich heute in der Uni und habe mit meinem BA-Betreuer geredet – ja, richtig, ich habe es letztens dank Bastis Arschtritt tatsächlich geschafft, seine Ferien-Sprechzeiten zu googlen – und bin nunmehr wieder ein bisschen motivierter und überzeugter, das Ding tatsächlich irgendwie schaukeln zu können. Vorausgesetzt ich verliere nicht meine Rest-Disziplin völlig und versacke wieder in Verdrängung.

Wo wir schon bei Verdrängung sind: Ich bin gestern Nacht durchgedreht, wieder mal. Da wollten wir ins Bett gehen und auf einmal fragt mich R, was ich denn zu tun gedenke jetzt wegen meiner Weltuntergangs-Angst, woraufhin ich entgegen jeder Gewohnheit (und wider besseres Wissen) einmal versuchte, ihm einen Einblick in meine Innenwelt zu gewähren; leider reagierte er darauf in gewohnter Manier mit einer Antwort, die irgendwie Robin Hood, Anti-Deutsche und die politische Linke zum Inhalt hatte, vor Egozentriertheit nur so überquoll und davon zeugte, wie er einfach keinen Deut in der Lage ist, auf irgendetwas, das ich aus meiner Gefühlswelt verbalisiere, auch nur in minimalen Ansätzen einzugehen. Das wiederum war mir in dem Moment zu viel und ich machte ihn darauf aufmerksam, woraufhin er dann hart beleidigt war und mir sein Unverständnis bekundete – wiederum in Vorwürfe verpackt, die in erster Linie darauf basierten, dass ich ihm Vorwürfe gemacht hatte.

Sprich, neben den Weltuntergangsszenarien, die sich vermehrt in meinem Kopf abspielen, seitdem ich erfahren habe, dass CETA durchkommen soll, und die sein Aufgreifen des Themas natürlich wieder in den nicht verdrängbaren Bereich hervorgeholt hatte, sah ich mich gestern nochmal deutlicher, als ich es eigenglich gern gehabt hätte, mit der unabänderlichen Tatsache konfrontiert, dass ich mit einem Egozentriker zusammen bin, der es mir niemals erlauben wird, meiner Persönlichkeit in einem Maße Ausdruck zu verleihen, das mir genügt. Weil ich eben erst damit anfange, wenn mir signalisiert wird, dass es erwünscht ist und ich Reaktionen erwarten kann, die mir bestätigen, dass das von mir Vermittelte auch wirklich ankam. R als Gesprächspartner ist ungefähr dasselbe wie ein Schwarzes Loch. Ich sag was und es wird verschluckt und auf Nimmerwiedersehen eingesaugt. Da kommt nichts zurück. Mit ein bisschen Glück vielleicht eine Bemerkung, die dir sagt „Mich interessiert zwar nicht im Geringsten, was du gesagt hast, aber ich habe es durch meinen Prozessor laufen lassen und kann Folgendes damit anfangen:“ – und dann füge irgendwas Politisches ein, oder eine random Anekdote aus seiner Vergangenheit. Wesentlich wahrscheinlicher ist aber, dass du vollkommen ignoriert und stattdessen darüber informiert wirst, dass Tickerschreiben immerhin besser ist als Artikelschreiben, weil ihm das nunmal gerade im Kopf rumgeht und dann eben grad mal mitgeteilt wird; ist schließlich völlig irrelevant, dass ich mich gerade unter massiven Anstrengungen dazu gebracht habe, mich über die Kälte zu äußern, die meinen Melonen zusetzt, obwohl mir nichts mehr zuwider ist, als meine Innenwelt an schwarze Löcher zu verschwenden. So es unentwegt. Und das bekommt mir nicht, weil ich durchaus meine eigenen egozentrischen Züge an mir habe und eigentlich nur mit Menschen überhaupt klarkomme, die mir das Gefühl vermitteln, gehört zu werden.

Der Clou ist aber, dass ich das Ganze ihm nicht sagen kann, weil ich zu manisch darauf bedacht bin, ihn nicht dazu zu bewegen, Dinge gegen seinen Willen zu tun oder zu unterlassen. Überlege dir mal: Er ist ja nun ganz bestimmt niemand, der sich nicht bemüht, an Sachen zu arbeiten, wenn er erstmal merkt, dass etwas sich ändern sollte. Am Ende bekomme ich es fertig, dass er mich so ausquetscht, wie ich es brauche, nur um mir ein besseres Gefühl zu geben, ohne dass ein ehrliches Interesse an diesen ganzen bescheuerten Details, die ich momentan für mich behalte, eigentlich gegeben ist. Das ist ja gerade der Grund, aus dem ich drei-vier-fünffach sichergehe, dass jemand auch wirklich hören will, was ich zu sagen habe, bevor ich es letztendlich anbringe – was gibt es denn Schlimmeres, als jemanden mit für dich kostbaren Details zuzulabern, der sich im Grunde wünscht, du würdest endlich damit aufhören. Ich hab bis zu einem gewissen Grad auch hart an mir selbst gearbeitet, da mir ja bekannt ist, dass ich das Ganze schon ziemlich extrem sehe. Mit Erfolg, muss ich sagen, denn ich schaffe es mittlerweile sehr viel besser, dem Schwarzen Loch ab und an Dinge mitzuteilen, die mir am Herzen liegen oder mich einfach auf irgendeine Art beschäftigen. Nicht viel zwar, aber immerhin, es hat sich gesteigert.
Aber die Resonanz, mir fehlt so sehr die Resonanz.

Venting Ende. Irgendwo muss es ja mal raus, der ganze Wust. Und ich sollte eigentlich doch so fair sein, ihm meine Sicht der Lage irgendwie mitzuteilen – wie kann ich mir sonst herausnehmen, mich überhaupt zu beschweren.

Wieder einmal die geballte Ladung Negatives ohne ein Wort der Relativierung. Gut gemacht, wirklich. Authentischer kann der Eindruck, den du hier vermittelst, kaum sein.~ (Unglaublich, ich habe zum ersten Mal in meinem Leben das Snark verwendet. Bitte um zahlreichen Applaus!)

Nächstes Mal komme ich mit einer besseren Laune her, ich schwör’s.

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Venice und Drama

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Lieber Mensch, du. Ich habe mich über deine Nachricht sehr gefreut, kann dir meine Antwort allerdings aufgrund deiner offenbar randvollen Inbox momentan nicht zukommen lassen. Einen Blog hast du nicht, auf den man kommentieren könnte. Daher also nun als offene Antwort und in der Hoffnung, dass du nochmal vorbeischaust:

Hi Venice,

meinen Blog vollständig zu lesen dürfte eine echte Herausforderung darstellen, wenn man annimmt, dass der mittlerweile um die 6 Jahre alt ist und du nebenbei vermutlich noch leben und/oder arbeiten und/oder studieren und/oder sonstigen Tätigkeiten nachgehen musst. Das sei dir also ohne jeden Zweifel verziehen 😀

Aber ja, das Wichtige hast du schon richtig herausgelesen. Containern jetzt und Selbstversorger später sind zwei große Träume von mir, wobei zum Glück zumindest der erste schon Realität ist^^

..Du etwa auch?

Gruß
Aspi

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Abgesehen von dieser lustigen Korrespondenz um drei Ecken ist zu berichten, dass es mir besser geht, ich den ganzen Tag im Garten und später mit Aufräumen verbracht habe und jetzt gemütlich und alleine im Bett hänge und einfach mal wieder Zeit habe, mich allein zu betrinken und eventuell irgendwann noch über Skype irgendwelche sozialen Kontakte zu pflegen, falls sich denn die Möglichkeit dazu auftut.

Ich bin immer noch verblüfft, wie meine Toleranz gegenüber R’s ..nennen wir es „Eigenheiten“ so abrupt dahinschwinden und mich schutzlos wie sonstwas zurücklassen konnte. Damit muss ich jetzt erstmal klarkommen. Ich habe ja nicht vor, auf einmal zur nörgeligsten Person aller Zeiten zu mutieren, und möchte aber auch andererseits nicht täglich mit einer monstermäßig katastrophalen Stimmung wie zwischen gestern Nachmittag und heute Mittag zu kämpfen haben, worauf es hinauslaufen würde, würde ich ihm nicht mitteilen, dass seine Rücksichtslosigkeit mir neuerdings Probleme bereitet.

Es ist halt so, dass er sich jetzt wieder vollkommen in politischer Arbeit verliert und mir allgemein, aber vor allem auch im Zusammensein weniger Aufmerksamkeit und Zuneigung zukommenlässt; ich merke es an Kleinigkeiten und ich bin natürlich auch nicht diejenige, die für subtile Veränderungen unempfänglich ist, was die Beobachtung für mich leichter anzustellen und schwerer zu ertragen macht. Ich habe nur drauf gewartet; es ist auch unvermeidlich, wenn man bedenkt, dass das halbe Jahr jetzt auch vorbei ist und es bei den Menschen nunmal so funktioniert, dass sie nicht unentwegt für etwas die gleiche Begeisterung oder Wertschätzung aufbringen könen. Ich nehme mich da nicht aus; ich habe selbst oft genug bemerkt, wie ich Menschen als selbstverständlich ansah – ich war selbst oft genug entsetzt von mir. Am Schlimmsten trifft dieses Schicksal wohl Basti, was aber wiederum gar nicht so tragisch ist, da es sich andersherum genauso verhält – wir haben uns aneinander gewöhnt und sehen uns jetzt gegenseitig als Geschwister. So kam ich also auch in den Genuss, zu erfahren, wie es ist, einen Bruder zu haben. Und siehe da, es ist wunderbar. Und natürlich nerven wir uns manchmal. Aber das macht gar nichts aus, denn wir haben dafür die Basis.

Auf der anderen Seite wüsste ich beileibe nicht, auf was für einer Basis es gerechtfertigt wäre, wenn ich von R als selbstverständliche Konstante betrachtet werde, in deren Haus man kommt und geht, wie es einem beliebt, und der man in den schönsten Wörtern verpackt grundehrlich, aber so furchtbar flüchtig bekundet, wie wichtig sie einem ist, wenn man gut gelaunt ist.

Ich tue ihm Unrecht. Siehst du, es ist schon wieder das Gleiche. Mir fehlt die Perspektive. Um genau zu sein, fehlt mir seine. Er macht das nicht mit Absicht, was mir eigentlich schon genügen sollte, um mich wieder einzukriegen.

Jetzt rede ich mit Laura.

I’ll be damned if ignorance isn’t the purest kind of bliss.

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Allnächtliches Gespräch mit R beendet, ich geh‘ schlafen. Gestern war wunderbar, so viel Sonne und Wärme. Zwischendrin ein paar Stunden Drama-Episode mit Lisa und Daniel in der Uni, ansonsten die herrlichste Idylle überhaupt. Komplett mit Frühstück im Garten, ein bisschen Pflanzarbeit und fast schon elegantem Ignorieren der vor Dreck und abgeladenen gebrauchten Küchenutensilien bald überquellenden Arbeitsfläche meiner Küche. Aggressionen kann ich bekommen, wenn ich Trudi erstmal drauf angesprochen habe und sie und Hannes immer noch keine Anstalten machen, da für Ordnung zu sorgen, so lange bin ich eigentlich an dem Zustand noch selbst mit schuld. Überhaupt muss ich erstmal sehen, was für Überbleibsel sich von Bastis Mehlknödelaktion vom Abend noch dort finden, und diese dann selbst erstmal beseitigen.

Langsam werde ich mir gewahr über das so viel zu bald nahende Ende der Ferien.

Ich habe mit Robert geredet, bei dem die Uni heute schon anfängt. Es war überhaupt ganz wunderbar, mit ihm zu reden. So lange her.

Jetzt kam ich gar nicht mehr dazu, ihn nach Janine zu fragen, weil Basti zwischendrin reinkam und anfing, die Mehlknödel zu machen. Wir haben sie bei unserer obligatorischen Folge Fringe gegessen und danach noch eine Folge geguckt, während der er mich wieder mal als Kissen benutzte, was mir immer verkehrter vorkommt. Würde er nichts von mir wollen, wäre das kein Thema. So ist es einfach nur.. argh. Ich kann mich fast schon wieder freuen, dass R der Letzte auf dieser Welt wäre, der damit ein Problem hätte, sonst würde mir zu allem Überfluss auch noch mein Gewissen ihm gegenüber Schwierigkeiten machen. Würde er in München jeden Tag mit einer guten Freundin rumhängen, die ihren Crush auf ihn offen zugibt und ihn so hartnäckig mit Zuneigung und Zuwendung belagert, wie es in Bastis Fall mit mir aussieht, ich wäre vor Paranoia bald am Krepieren. Aber gut, ich bin auch diejenige mit der intakten Eifersuchtsdrüse. Er ist derjenige, der sein Polysein über den Gemütszustand seiner wider besseres Wissen und jede Vernunft aus zu hundert Prozent eigener Kraft und Entscheidung an Land gezogenen Mono-Freundin stellt. Wem wird da wohl was mehr wehtun, go figure.

Schlafen, back to oblivion. Die blaue Pille, bitte. Schlafen.

Darf ich dich behalten?

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Ich hab‘ dann heute einfach mal mit einem Nicken geantwortet, statt wie zuvor mit verbalen Ausflüchten à la „ich würd‘ gerne behalten werden“. Nachdem ich offenbar nach wie vor unfähig bin, eine Verbindung zwischen meiner Innenwelt und hörbar geäußerten Worten herzustellen – danke auch, zu gut funktionierende unfreiwillige Selbstschutzfunktion – gebe ich mir umso mehr Mühe, das, was ich nicht sagen kann, auf jede erdenkliche andere Art zu demonstrieren. Vielleicht haben diese Aussagen von ihm – „wie bin ich nochmal an den liebsten Mensch der Welt gekommen?“ – auch darin ihren Ursprung. Er kann reden. Wenigstens einer von uns. Wie sagt er so schön (und ich will nicht wissen, seit wie vielen Jahrzehnten zu wie vielen Menschen, aber am Ende waren es vermutlich doch weniger, als ich mir denke) – kennst du das, wenn du dein Glück berühren, aber nicht fassen kannst?

Er wäre nicht unsicher, würde er den Unterschied feststellen zwischen dem, was ich tue, und dem, was ich normalerweise inclined wäre zu tun. Er hat nicht die Spur einer Ahnung, was für eine riesige Diskrepanz besteht zwischen dem, was ich inclined bin zu tun, und dem, was mich der immense Grad an Zuneigung, die ich ihm mittlerweile entgegenbringe, letztendlich zu tun befähigt. Jeder Mensch, der mich kennt, müsste mich nur drei Minuten lang in seiner Gegenwart beobachten und könnte ihm aus vollster Überzeugung versichern, dass dieses Verhalten durch nichts erklärbar ist außer ebenjenem Zustand vollkommener geistiger Verwirrung.

Ich höre Bueltatzen auf Repeat, seit nunmehr schon fast einer Stunde.
Ich weiß, ich weiß. Aber egal, was das am Ende für Dramen mit sich bringt; wer weiß, wann sich mir das nächste Mal die Gelegenheit ergibt, jemandem Bueltatzen an den Hals zu dichten.

Das ist doch unmöglich. Jemand liebt mich, und ich glaube es auch noch. Natürlich glaube ich nicht, dass das lange so bleibt, geschweige denn ein schmerz- und zerstörungsfreies Ende nimmt, aber jemand liebt mich jetzt gerade, und ich liebe ihn zurück. Wie absurd ist das bitte. Ich hatte mit der Möglichkeit, diese Erfahrung zu machen, ehrlich gesagt in diesem Leben nicht mehr gerechnet.

Jetzt macht der Luxmensch wieder Probleme. Argh. Argh. Argh. Würde ich nicht so unbedingt wollen, dass er R’s Wohnung bekommt, wäre mir das ja alles egal, aber er MUSS es irgendwie heute hierher schaffen. Boah Mensch.. was für ein Chaos. Nebenbei erwähnt – ich habe noch nichts gepackt. Nichts. Und morgen bin ich weg. Theoretisch. Das wird ja mal lustig.

Egunero Fail of the Day: Special Night Edition.

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Laura hat es mal wieder geschafft: The fail is on.

Ich war eben pünktlich wie die Bahnhofsuhr beim Döbele und wollte sie abholen, nur um festzustellen, dass der Bus, der da ankam, eigentlich zwei Stunden Verspätung hatte und sie natürlich nicht drinsaß. Nachdem sie nicht an ihr Handy ging, habe ich ihr eine Nachricht draufgeredet und es nach einer Weile nochmal versucht. Es ging dann ein mir völlig unbekannter Mensch dran und ich war schon überzeugt, mich verwählt zu haben, bis er mich auf einmal an Lauras Bruder weitergab, welcher mir verkündete, dass die Gute ihr Handy bei ihm hatte liegenlassen. Wie auch nicht.

Nachdem ich ja zum Glück vorhin schon mit dem einen Busfahrer geredet habe, werde ich wohl dann jetzt einfach gleich wieder lostingeln, gegen drei am Döbele sein und hoffen, dass dieser Bus in absehbarer Zeit mal aufkreuzt.

Die Anderen schlafen seit Stunden schon friedlich vor sich hin. Wir hatten einen sehr schönen, gemütlichen Tag mit viel, sehr viel Schnee und leckerem Essen, Black Stories und Alkohol. Außer Janine natürlich, Janine ist weiterhin standhafte Nichttrinkerin und nicht einmal Roberts und mein Einfluss wird das jemals ändern.

Saskia kommt dann heute Abend noch an (hoffentlich pünktlich oder mit Handy) und wird unsere kleine, aber feine Runde vervollständigen.

Ich mach‘ mich super, muss ich sagen. Ich habe zwar wirres Zeug geträumt letzte Nacht, aber die Gegenwart der Anderen tut mir wahnsinnig gut. Den letzten Durchhänger hatte ich wirklich, bevor Robert, Janine und Becci ankamen. Das führte natürlich dazu, dass die Wohnung (und ich, leider) zum Zeitpunkt ihrer Ankunft nicht wirklich in dem Zustand waren, in dem ich sie (und mich) gerne gehabt hätte, aber es wurde mir großzügig verziehen (dabei hatten zwei Drittel der Eintrudler noch nichtmal von meinem pseudomärtyrerischen Abgewürgtwerden efahren).

Becci war zu betrunken vorhin und wurde deprimiert. Ihre Beziehung macht sie auch schon seit Ewigkeiten mehr unglücklich als sonstwas. Die Arme, diese Arme.

Jetzt geh‘ ich los. Auf ein Neues!

Es liegt nicht an dir, es liegt an mir. -Eine Erfahrung mehr.

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Hoi. Ich bin erfreut darüber, dir berichten zu dürfen, dass ich weniger Panik haben werde von jetzt an.

Ich schätze mal, das ist, was für normale Menschen jetzt schon an Liebeskummer grenzt.

Wie gut, dass meine Erfahrungen in diesem Bereich im Vergleich zu anderen (anderen Bereichen, nicht anderen Erfahrungen) recht ausgeprägt sind und mich diese kleine Episode jetzt hoffentlich nicht umhaut.

Zugegeben, ich komme mir ein bisschen umgehauen vor. Aber hey, das darf ich. Oder?

Wer hätte es gedacht. Kepa, der Märtyrer. Er kann sich mir nicht antun. Ja, richtig, er kann sich mir nicht antun.

Das Ironische ist, obwohl mir eine abstruse Situation wie diese in meinem Leben noch nicht untergekommen ist, verfüge ich über genügend Lebensweisheit, um mir vollends bewusst zu sein, dass er kein Problem damit hätte, sich mir anzutun, wäre ich durch irgendein mysteriöses Wunder auf einmal seine geliebte peruana.

Baina dena den, horrelakoa da bizitza. Sei ich auch umgehauen wie sonstwas, war das heute einfach nur gut. Überfällig. Ich bin wirklich froh – ich musste nichtmal damit anfangen. Vielleicht hat er ja auch eine Art Gewissen, das ihm vorschreibt, solche Geschichten nicht durch zwei verschiedene Jahre zu schleppen. Und sehr aufschlussreich. Interessant. Eine Erfahrung. Wie immer bin ich dankbar für den Erfahrungswert dieser Begebenheit.

Es ist irgendwie komisch, alles so von außen zu betrachten. Ich selbst hätte nicht übel Lust, einen Heulkrampf der harten Sorte zu schieben (wenn wir doch heute schon so gut dabeisind) und mich zusammenzurollen und zu denken, wie gemein das Leben doch ist. Da ich aber von oben draufschaue, habe ich das Gefühl halbwegs im Griff und sage mir, immerhin mache ich Fortschritte. Dieser hier scheint mich sogar wirklich zumindest ansatzweise zu mögen. Und er sieht ein, dass er Scheiße gebaut hat, und hat sich ehrlich und mehr oder minder überzeugend dafür entschuldigt. Now that’s a first.

Erschreckender ist eigentlich, was ich heute alles über seine Familie erfahren habe. Das ist ja mal ganz übel, ganz übel ist das. Dass der Krebs von seiner kleinen Schwester wiedergekommen ist, hilft auch nicht wirklich. Ich weiß nicht, wie ich das aushalten würde. Vermutlich gar nicht. Im Gegenzug durfte er sich alles über Mamas Weggehzustände anhören und wusste am Ende nicht mehr, wessen Probleme nun eigentlich die schlimmeren sind. Ich bin dafür, dass seine kleine Schwester noch bei Weitem alles topt (so schlimm, dass ich befürchte, wir würden alle sterben, ist es bei uns momentan ja nicht mehr), aber wenn er meint..

Ich habe es gut gemacht, glaube ich, in dem Sinne, dass ich es ihm nicht zu einfach gemacht habe. Während mein Instinkt natürlich gleich wieder mich dazu bringen wollte, einfach zu sagen, hey, chill, es ist alles völlig okay, mach dir keinen Kopf, wir vergessen das einfach, war ich dazu ausnahmsweise nicht selbstlos genug (und ehrlich gesagt auch nicht wirklich in der Lage). Und ich habe immer noch weniger Drama gemacht, als ich es hätte tun können. Ich habe nicht einmal das getan, worin ich so gut bin heute – es hat was mit Wasser zu tun, das aus den Augen fließt. Darüber bin ich stolz. (Darüber? Darauf? Mein Hirn hat sich abgeschaltet. Ich rede eh nur herum hier und denke einfach mal gar nichts.)

„Ich glaub auch, dass du wirklich gut ins Baserri einziehen könntest…“ (…aber ich habe trotzdem heute leider kein Foto für dich. Ich musste mich fast schon zusammenreißen, um nicht mit dieser Spontanassoziation rauszuplatzen.) „…aber ich kann es selbst nicht momentan.“

Immer diese Leute, die sich alles kaputtdenken. Woher kommt mir das bekannt vor? Oh, ich vergaß, letztes Jahr im Dezember habe ich freiwillig meinen Kontakt mit jemandem beendet, der diese Kunst bis zur Perfektion beherrscht. Was um alles in der Welt ist mit mir verkehrt? Oh, ich vergaß. So ziemlich alles, wie’s aussieht. Tja, tja. Horrelakoa da bizitza. So ist das Leben. Hart. Släbbeschart.

Ikusiko dugu.

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Basti der Luxmensch lernt gerade hochengagiert Euskera von mir. Soweit man denn von mir Euskera lernen kann; wenn er so weitermacht, kann er bald mehr als ich und ich muss ihn an Kepa übergeben. (Schaffe ich es nicht mal zur Abwechslung, einen verdammichten Eintrag zustandezubekommen, in dem nicht irgendwo Kepa steht?)

Ich muss mir angewöhnen, mein Couchsurfing regelmäßiger zu checken.

Mein Kopf macht beim Resignieren irgendwie nicht vernünftig mit. Wenn ich eine Tagesstatistik anfertigen würde mit den Momenten, in denen ich über diesen entscheidungsunfähigen Dämlack nachdenke oder mir über die Gesamtsituation oder meinen Geisteszustand Sorgen mache oder (noch ab und an) hirnamputiert anfange zu strahlen oder aber mir den Kopf zerbreche, was ich Silvester mit ihm anstellen soll, wenn der Rest der Welt sich am Feuerwerk erfreut – der einzige Mensch in meiner ganzen Bekanntschaft, der Angst vor Feuerwerk hat (Rini: „Für den ist das wie Krieg.“) – oder ein Stadion voll angetrunkener Athletic-Fans Txoria Txori singen höre (gerade eben) oder Mikel Laboa Txoria Txori singen höre (jetzt), ich weiß nicht, wie viele Minuten da noch übrigbleiben würden, oder ob überhaupt welche.

Und ich habe den Koffer mit Wintersachen von meinem Schrank geholt. (Die Strickjacke war übrigens nicht drin. Wenn ich nur wüsste, wo die sich rumtreibt – was für ein Mysterium.)

Ha – jetzt, wo ich ja nicht bei der Weihnachtsfeier unserer Büro-Vermieter bin, hätte ich doch theoretisch Zeit, noch eine Ladung Kekse zu backen. Wie wär’s mit Kürbis-Cookies? Wuhuu, die Weihnachtszeit fängt doch noch an.. Na endlich.

Daniel hat sich über seine Haselmakronen gefreut und mir außerdem schon wieder Schokolade gegeben. Er ist so ein Zartbitterschokoladenmensch. Ich ja eigentlich gar nicht, aber ich freue mich trotzdem immer.

Naja. Ich hör mir dann jetzt noch kurz an (bzw lese mir durch), was Kepa so über sein Leben in Mécico zu berichten hat (sag nichts, das ist jetzt Zufall. Eigentlich ja nicht, weil ich durch das ganze Gelaber da oben auf Txoria Txori kam und das dann bei Youtube anhören musste und mir dann diese irren grölenden Athletic-Fans entgegenkamen und ich ihm das mitteilen musste, aber normal bin ich recht strikt mit meiner heiligen Anti-Spam-Regel und lasse ihn meistens in Ruhe), und rede dann mit Robert (wenigstens einer, der das Bedürfnis verspürt, mit mir zu telefonieren) und schaue, ob ich morgen lieber backe oder doch mein LSD zu mir nehme. Oder vielleicht schaffe ich ja beides? Man wird sehen.

Nervenenden (und was sonst noch so bei mir kaputt ist)

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Es ist unglaublich, wie kaputt meine Zunge noch ist. Ich konnte jetzt über Tage eigentlich kaum was schmecken, aber alles Heiße und Scharfe war dafür dreimal so intensiv wie gewöhnlich. Zuerst dachte ich noch, der Luxmensch hätte einfach extrem viel Pikant-Würzmischung in die Nudeln gekippt, aber nein, das waren davon schon die Anfänge. Heute war es schon besser – zumindest ist jetzt der Rest der Geschmacksnerven auch wieder aktiviert, aber meine eben geöffnete Tüte Peperoni-Chips werde ich ganz bestimmt heute nicht mehr leeressen. Das ist ja die reinste Folter. Sogar meine Supirivicky-Zahnpasta war bis gestern fast unerträglich.

Aber immerhin kann ich überhaupt wieder alles Mögliche essen, ohne dass meine Zunge bald kollabiert vor Schmerzen. Das war Dienstag Abend noch anders.

Ich bin dramatisch gelaunt. Kepa sei Dank; ich denk zu viel darüber nach. Lange kann ich das nicht mitmachen so. Meine Lebensqualität leidet darunter, ganz beträchtlich sogar. Das geht doch nicht.

Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht. Was will ich mir damit schon wieder antun, mich der Unentschlossenheit von jemandem unterzuordnen, der so planlos ist, dass er zwischen „ich hab keine Ahnung“, „ich mag dich einfach“, „Wo willst du hin mit mir?“, „es ist noch nichts beschlossen“ und den Bedenken, man wäre ja doch immer weniger tolerant, als man denkt, und wenn man für immer mit jemandem zusammensein möchte, stößt man ja unweigerlich auf alles Mögliche, mit dem klarzukommen nicht einfach ist, und ich würde am Ende vielleicht nicht damit klarkommen, dass er irgendwann in der Firma seines Vaters Leute entlassen müsste und auf den Waldgrundstücken seiner Eltern Jäger herumlaufen, die die Tiere abknallen, innerhalb einer einzigen Stunde hin- und herschaltet und mir, solange er mich nicht gerade so fest drückt, dass ich „Luft“ japsend ihm Einhalt gebieten muss, sobald wir von Tageslicht bestrahlt werden oder die Entfernung wieder ihre Schatten wirft, in keinster Weise zu verstehen gibt, dass ihm irgendetwas über unsere vorherige Freundschaft Hinausgehendes an mir liegt?

Lies das nochmal gründlich durch und sag mir irgendetwas, das mir hilft. Oder zumindest dass meine Verwirrung legitim ist. Am liebsten aber hätte ich Rat. Ich brauche Rat. Ich bin mal wieder mit meinem Latein am Ende. (Nicht dass ich Latein könnte, vieleicht bin ich deshalb immer so schnell mit meinem am Ende. Ich bin allerdings mit allem Anderen auch am Ende, nicht zuletzt mit meinen armen Nerven.)

Kein Dreifel, ich hab‘ ein Kontrablem

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Musik. Mit Moritz (oh herrliche RTL-Style-Alliteration, ich werd‘ nicht mehr), den du nur an ein Instrument setzen musst, damit er sich in eine von weniger ADS beeinträchtigte und dafür mit mehr menschlichen (schon wieder!) Kompetenzen und latent stärker ausgeprägtem Talent sowie einem etwas gleichmäßiger gelockten Pferdeschwanz genau so schwarzer Haare gesegnete Version von niemand Anderem als Şahin selbst verwandelt, und mit Sarah, die ..einfach Sarah ist. Da haben wir mal jemanden, von dem wir etwas lernen können. (Und er macht trotzdem keine Anstalten, uns mit Perfektion zu erdrücken wie mich seinerzeit der Ukumensch.)

Und weil dieser Eintrag nicht komplett wäre (nachdem die anderen beiden schon abgehakt wären) ohne die Erwähnung der dritten und neuesten Chaosquelle in meinem Dasein: Ich hätte nicht mit Sarah über Kepa reden sollen. Sie hat es geschafft; Zweifel, Zweifel, Dreifel, ja, ich zögere kaum zu sagen, selbst Vierfel treiben sich wieder herum bei mir. Hat wenig mit Sarah an sich zu tun und sehr viel mit mir.

Ich muss mich wieder erinnern, denn ich hab’s fast vergessen: I am worthy of what I want. Which is security.
I only want to feel safe, is all.

Wie ich dahinkomme, ist die andere Frage.

Edit: Scheiße, ich bin so übel gelaunt, ich hänge mitten in meiner allerglanzvollsten „Mach’s kaputt, bevor es dich kaputtmacht“-Stimmung und finde sie ehrlich gesagt gerade ziemlich furchtbar und hätte gern, dass sie weggeht. Ich darf es nicht vergessen: Ich muss mir erlauben, keine Ahnung zu haben. Verwirrt zu sein, unsicher zu sein, verletzlich zu sein. Ich darf es nicht vergessen, denn in dem Moment, wo ich das vergesse, klappt sich bei mir wieder alles runter und ich mache es alles kaputt, bevor es auch nur den Versuch startet, mich kaputtzumachen. Das ist tragisch.

Aber es macht mich doch irgendwo jetzt schon kaputt. Ich kann sowas nicht gebrauchen mit meinem immerwährenden Bedürfnis nach klaren Verhältnissen. Was ist so schlimm daran, etwas einfach zu versuchen. Lieber jemanden so im Nichts hängenlassen als im Zweifel einfach einen gescheiterten (aber ganzherzigen) Versuch mehr im Logbuch zu verzeichnen? Das ist grausam. Es ist alles grausam. Seine Gelassenheit ist grausam. Sein überhaupt nicht vorhandenes Kommunikationsbedürfnis ist grausam. Lernt man das irgendwann oder kann man das einfach so?

Edit II: Vermutlich denke ich nur wieder zu viel, und zu viel Schwachsinn noch dazu. Warum nur muss ich andauernd so viel denken. Und so viel Schwachsinn noch dazu.

Leben üben / The Vulnerability Problem

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Irgendwie habe ich die abstruse Angst, dass.. Ich kann mich gar nicht entscheiden, was ich schreiben soll; ich habe so viele abstruse Ängste. So abstrus sogar, dass ich ein paar Sekunden, nachdem ich hier anfing zu schreiben, schon wieder beschlossen habe, dass man das gar nicht erst laut ausschreiben darf. Ich könnte mich glatt selbst hauen, so fürchterlich bin ich.

Das ist ein guter Satz, den schreibe ich nochmal. Ich könnte mich glatt selbst hauen, so fürchterlich bin ich. In erster Linie genau deswegen. Ich würde wirklich gern einfach mal chillen und mich nicht selbst immer so fürchterlich finden. Aber allein schon die Tatsache, dass ich mich fürchterlich finde und einfach nicht in der Lage bin, mich nicht um Kopf und Kragen zu denken, macht mich umso fürchterlicher. Es hat einfach kein Ende. Ich weiß nichtmal, ob es überhaupt einen Anfang hat. Vermutlich hat es keins von beiden.

Natürlich. Ich bin noch nicht so geübt im Leben. Leben ist ein Konzept, das sich mir während meiner ersten um die zwanzig Existenzjahre zu großen Teilen einfach nicht erschlossen hat. Ich darf nicht zu hart mit mir sein; zwanzig Jahre Vorsprung lassen sich nicht in einem Augenblick überbrücken.

Aber das kann ich eben auch nur mir selbst sagen. Ich kann mir ja kein Schild auf den Kopf kleben, auf dem steht, „bitte Rücksicht; du redest hier mit einer knapp unter Zweijährigen“. Wie ich durchdrehe manchmal, weil das keiner wissen kann und ich mir vorkomme, als müsste ich alles so souverän erledigen, als wäre es die reinste Routinearbeit. Das Zeug, das ich seit fast zwei Jahren nehme, verschafft mir die Lebensfähigkeit, nicht aber die dazugehörige Erfahrung. Die muss ich erst noch machen. Ich fühle mich, als hätte ich kein Recht darauf, orientierungslos und verwirrt zu sein, schließlich ist man orientierungslos und verwirrt mit vielleicht dreizehn Jahren, dreizehn, nicht dreiundzwanzig. Ich bilde mir ein, man müsse auf mich herabsehen, weil ich so ahnungslos bin. Weil mir so viele Erfahrungen fehlen, die einer normalen Dreizehnjährigen, die sich erlaubt, orientierungslos und verwirrt zu sein und langsam, aber sicher das Leben zu lernen. Meine Erfahrungen waren die einer orientierungslosen und verwirrten Dreizehnjährigen, die schon damals dachte, sie dürfe niemals ahnungslos wirken, nie verletzlich sein, und nichts gelernt hat, weil man zum Lernen nunmal erst zugeben muss, dass man etwas nicht weiß. Jetzt habe ich den Salat.

Wie mache ich jemandem begreiflich, dass ich verwirrt bin und keine Ahnung von nichts habe, ohne mich bloßzustellen? Irgendwie muss ich es doch schaffen, sonst vergehen noch weitere zwanzig Jahre, in denen ich aus Angst, mich zu blamieren, nichts dazulerne. Ich bin geringfügig überfordert.