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Lila Haare. Also doch.

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Shit, ich bin böse erkältet. Danke, Marie, dass du nur bei offenem Fenster schlafen wolltest, obwohl ich dir genau signalisiert habe, dass mir das von ganzem Herzen zuwider ist.

Und: Ich bin aufs Übelste gespannt, was da herauskommt, wenn ich mir gleich das Handtuch von meinem krankheits- und handtuchbedingt tonnenschweren Kopf runternehme – ich hab‘ mir vorhin in Bastis Beisein die Haare halb lila gefärbt. (Also „halb lila“ nicht im Sinne von „rosa“, sondern im Sinne von „die halbe Länge der Haare“.) Und ich kann nur hoffen, dass es was geworden ist, denn die Farbe, die ich geschenkt bekam, ist vollständig verbraucht.

Es war recht entspannt heute in der Arbeit; ich habe meine zwanzig Touren relativ zügig abgearbeitet (und dabei noch die erste Bildschirmaufzeichnung meines Lebens vollzogen, um mir mal zu dokumentieren, wie es aussieht, wenn ich meinen ewigen Copy-Paste-Tätigkeiten nachgehe. Die letzten beiden Stunden habe ich eigentlich nichts mehr gemacht, sondern hauptsächlich bei Facebook gehangen und mit Kepa gequatscht sowie irgendwelche Nachrichten von vor dreihundert Jahren beantwortet, deren Konfrontation ich bis dato prokrastiniert hatte.

So, nun habe ich das Handtuch schonmal abgenommen. Ich bin von der Farbe begeistert, jetzt muss ich sie nur noch föhnen und hoffen, dass auch die Übergänge was geworden sind.

Ouh Fuck, meine Haare sind lila. Ich weiß nicht, ob ich schockiert sein oder es genial finden soll. Nachdem meine Jugendzeit von Entgleisungen dieser Art dank der rigorosen Ablehnung meiner Mutter gegen alles, was andere Eltern kommentarlos unter Jugendsünden verzeichnen würden, eigentlich keine zu Gesicht bekommen hat, muss die liebe Aspi ihre Experimentierfreudigkeit und das Bedürfnis nach Individualität eben in ihren Zwanzigern ausleben. Ich muss meiner Mutter allerdings Recht geben; sie sagte damals, als ich mir von Nicole lila Haarfarbe zum Geburtstag hatte schenken lassen, zu mir, ich sei schon merkwürdig genug und solle bloß nicht auf die Idee kommen, mich noch mehr abzugrenzen. Damals wäre ich einfach das „weird kid“ mit lila Haaren gewesen, das am Rande der Gesellschaft vor sich hinvegetiert und froh ist, wenn Kontakt mit den Anderen vermieden werden kann, denen es sich sowieso um Welten unterlegen fühlt. Es ist tatsächlich weitaus angenehmer, als starke Persönlichkeit aus einer gefestigten Position heraus Jugendsünden zu begehen, auch wenn es meiner Mutter vermutlich bis heute lieber wäre, ich würde es einfach ganz sein lassen.

Wie auch immer es nun eigentlich aussieht, irgendwo sind diese lila Haare für mich ein Triumph.

Vielleicht sollte ich R schreiben und ihn vorwarnen. Ich glaube, er ist von lilanen Haaren latent traumatisiert; es wäre vermutlich gar keine schlechte Idee, ihn den Tatsachen nicht völlig unvorbereitet gegenüberzustellen. Außerdem habe ich Hunger wie nichts Gutes; wäre ich nicht vorhin so elendig zusammengeklappt (again, danke, Erkältung), hätte ich schon Essen gemacht, so baue ich auf R’s baldiges Erscheinen. Er hat, wenn alles nach Plan lief, bis vor acht Minuten gearbeitet und könnte demnächst herkommen.

Ach Welt, warum bist du nur so, wie du bist. Es ist ein ewiges Rätsel.

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Paniklos at work, wheeey.

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Uni und Arbeit heute unfassbar gut überstanden. Dadurch, dass ich schnell arbeite, kann ich mir zwischendurch immer ein bisschen Facebook erlauben. Das hat sehr geholfen. Kepa ist mit seiner gesamten juristischen Ausbildung jetzt fertig und macht sich innerhalb der nächsten Tage auf in Richtung Euskadi. Bis zum ersten Juli hat er Zeit und will bis dahin eine halbe Weltreise unternehmen. Direkt fahren wäre ja öde. Und das Autoli (welches schon bessere Tage gesehen hat) wird nach der großen Reise dann wohl verschrottet.

Ronny hat mir geschrieben. Wohl der dümmste Mensch, mit dem ich freiwillig bei Facebook befreundet bin. Ich mochte ihn nie sonderlich, aber rechne ihm trotzdem an, dass er einer der Wenigen war, die im CRLP damals überhaupt mit mir geredet haben. Ich hatte wirklich nicht viel Auswahl.

Jetzt holt mich die Müdigkeit ein, rapide at that. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut ich heute Früh aus dem Bett kam. Ich bin mitten in der Nacht unter dem strömendsten Regen ever von Basti nach Hause gefahren; ich hatte mit ihm zusammen gegessen und Monopoly gespielt, während R anderweitig beschäftigt war. Der kam dafür dann um halb vier morgens an und klopfte an mein Fenster, weil er nicht in der Lage gewesen war zu bemerken, dass ich ihm vorne an der Haustür den Schlüssel rausgelegt hatte. Also aufstehen und aufwachen. Er fiel ins Bett und war weg; ich lag ewig und drei Tage herum und konnte nicht mehr einschlafen. Optimal gelaufen. Dafür half mir seine noch immer anhaltende Komatosität vier Stunden später beim Aufstehen. Um meine Disziplin ist es nicht sonderlich gut bestellt (oh welch eine Feststellung, denkst du dir jetzt), und es fällt mir wesentlich leichter, aus dem Bett zu kommen, wenn anstelle eines Lebendkuscheltieres eine reglose Katerleiche da liegt.

In der Uni war ich heute insofern ungemein und ungewohnt erfolgreich, als ich gefühlt zum allerersten Mal in meiner nunmehr bald achtsemestrigen Laufbahn etwas wirklich Nützliches zu einer Vorlesung beigetragen habe (Vorlesung, wohlgemerkt, kein Seminar, nein, eine Vorlesung), was umso erstaunlicher ist, wenn man bedenkt, dass es Neurolinguistik war und ich nicht den leisesten Schimmer habe, was der Mensch von uns eigentlich will, aber aus irgendeinem Grund beschloss mein Leben, dass heute der Tag gekommen war, an dem ich mich in einer Vorlesung zu Wort melde und sage: „Ich habe mir überlegt, dass man Nullderivate untersuchen könnte. Dann fällt dieser Unterschied in der Wortlänge und so weiter schonmal weg.“

Alter, wie er reagiert hat. „Nullderivate, ja, das ist clever. Damit kann man ordentlich was machen, das seh‘ ich.“ Und dann in die Runde: „Was Nullderivate sind, wissen alle? Ja? Ja? Nein? Ja… Ja. Hat noch jemand was? Okay, ich würde auch sagen, wir bleiben bei den Nullderivaten.“

Oh. Mein. Gowai. Das erste Mal in meinem Leben habe ich mit Fachterminologie kommuniziert und den Verdacht erweckt, irgendjemand unter den Kommilitonen könnte eventuell nicht wissen, was damit gemeint ist. Ja, sicher, Neuro ist ein Seminar aus einem niedrigen Modul, das für gewöhnlich von Zweit- bis Viertsemestlern besucht wird, aber hey, ich bitte um galantes Ignorieren dieser Tatsache. Irgendwo muss man doch anfangen. Vor allem bleibt zu bedenken, dass ich die ersten sieben Semester eher gestorben wäre, als in einer Vorlesung in einem Hörsaal aus freiem Willen meinen Senf dazuzugeben. Das habe ich heute gefeiert und fand Neuro für den Rest der VL gleich viel erträglicher.

Arbeit, wie gesagt, lief sehr gut. Paniklos heute. Keine Ahnung, wieso nun genau, aber mir ging’s besser als sonst. Zwischendrin habe ich noch versucht, für Laura bei dem Therapeuten anzurufen – ich habe mir extra von R nochmal ihren Terminplan durchgeben lassen, den ich mir zu Hause auf einem Zettel notiert hatte, nur um festzustellen, dass der Mensch bis zum 3. Juli nicht zu erreichen ist. Dafür habe ich den neuen Auftrag bekommen, morgen mit seiner Vertretung zu reden. Ich bin’s ihr schuldig, immerhin habe ich jetzt einen Termin zum EKG und Routinelabor. Bei welchem Arzt, muss ich zwar noch herausfinden, da ich versäumt hatte, Laura zu erklären, dass sie den Termin bei meiner Hausärztin machen sollte, aber das wird schon. Sprechstundenhilfe wird es mir schon sagen. Oh je.

Nach der Arbeit habe ich mit Basti hier zu Hause gehangen, beim Pilzehäuten Ugly Americans geguckt und danach bei einer Folge Fringe ein paar Brötchen und Chips gegessen. Herrliches Leben. R ist wahrscheinlich gerade erst mit der Arbeit fertig und trifft sich jetzt erstmal noch mit einem Kumpel, den es von Suizidgedanken abzuhalten gilt. So leid es mir tut, ich schlaf‘ jetzt. Ich falle langsam, aber sicher zusammen. Man darf auch nicht die Anstrengung unterschätzen, die das Containern von unseren Grillzutaten für Donnerstag dargestellt hat; etliche Kilo Gemüse durch die Gegend zu karren und wieder zurück (wenn der Spot nunmal auf dem Weg zur Arbeit liegt..) schlaucht irgendwie.

Ade.

No Exception Pt. 2

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Ich bin ja immer mehr am Verzweifeln, weil mir die Motivation fehlt, meine Songs gescheit aufzunehmen.
Natürlich fehlt mir außer der Motivation auch das nötige Know-How, aber dank meiner mittlerweile wieder gesenkten Ansprüche an mich selbst ist das nicht das primäre Problem.

Offenbar gehe ich jetzt deshalb dazu über, Aufnahmen zu Youtube zu laden, die mehr zufällig entstanden sind als irgendwas sonst, roh, verstimmt, live, rauschend, spontan.. ohne großartige Qualitätsansprüche. Aber trotzdem gut, irgendwie. Gerade habe ich das Textvideo für No Exception fertiggestellt, das ging schnell und hat Spaß gemacht, und das Ganze mit einer Aufnahme unterlegt, die ich neulich gemacht habe, in einem seltenen Anfall von Gut-singen-können und Motivation, Dinge aufzunehmen.

Mir ist ja mittlerweile aufgefallen, dass ich einige meiner Lieder wirklich gut finde. Destinations zum Beispiel, Summer, Reality Can Wait. Und noch etliche, die du nicht kennen kannst, weil sie bisher nur in meiner eigenen Welt existieren. Our 100%, Book of Life, Mango Trees, Traveler, Strawberry Picker, Sometimes it’s Hard to Open your Hand.. Ziemlich viele sogar. Ich bin nicht übel eigentlich im Schreiben, wirklich nicht. Ich muss nur an der Umsetzung arbeiten.

Gerade stelle ich fest, dass ich erstaunlich viele der oben genannten Lieder dem Ukumensch zu verdanken habe. Ukumensch, ach, Ukumensch. Es tut mir leid; ich war völlig zerstört und musste einfach nur flüchten. Es kam mir nicht in den Sinn, du könntest dir vorkommen, als würdest du fallengelassen werden. Aus meiner Perspektive hattest du es dir so vollkommen selbst zuzuschreiben; du hast es so sehr drauf ankommen lassen, das ich mir nicht einmal vorgestellt habe, es könnte dir trotzdem nicht gefallen. Aber ich bin mir recht sicher, dass, being yourself, du meine Flucht ganz gut verkraftet hast. Und immerhin bleibt dir das Wissen, mal wieder jemanden fürs Leben geprägt zu haben. Das kannst du gut.

Pendel und Presswürste

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Also.. ich will wirklich nicht behaupten, ich hätte über die Zeit verteilt nicht eine ganze Sammlung merk- und denkwürdiger Unterhaltungen mit Kepa geführt, aber sie scheinen nur noch besser zu werden, seitdem er mich abgesägt hat. Ich hatte eigentlich nie die Chance, ihn wirklich gut kennenzulernen – ich habe ihn ja überhaupt erst kennengelernt, als wir (von kurzen Unterbrechungen mal abgesehen) zum ersten Mal überhaupt, seit ich vier war, nicht mehr am gleichen Ort lebten.

Das muss man sich eigentlich erstmal vorstellen. Wie so ein Riesenpendel, das sich langsam einschwingt – jedes Mal ein bisschen weniger versetzt.

Dass er in Oldesloe geboren wurde und eine halbe Stunde von dort entfernt aufgewachsen ist, ist jetzt an sich nicht das riesenspektakuläre Drama; zumindest über seinen Vater weiß ich, dass er schon ewig in der Gegend gelebt hat. Meine Eltern dagegen sind nichtmal ansatzweise norddeutsch, alle beide nicht. Ich kam von Berlin aus nach Oldesloe, als ich gerade vier Jahre alt war, mein Vater in Hamburg eine neue Arbeit antrat und zusammen mit meiner Mutter das Haus gekauft hatte, das erst seit ein paar Tagen niemand von uns mehr bewohnt. Ich solle in einer ländlicheren Gegend aufwachsen, hatten die beiden befunden, und das damals noch etwas idyllischer und weniger heruntergekommen anmutende Kleinstädchen in praktischer Pendlerlage zwischen Hamburg und Lübeck wurde ihren Ansprüchen dafür genau gerecht. Derweil hing der achtjährige Peter (dass er mal zu einem Kepa werden würde, konnte damals ja noch niemand ahnen) in einem Haus direkt am See bei seiner Familie rum und wurde vermutlich damals schon von seinem Vater mit der Lebensweisheit indoktriniert, ein Mensch sei nur dann ein Mensch, wenn er unternehmerisch denken könne.

Dann gehen wir studieren, einmal quer durchs Land an die gleiche Uni.

Dann landen wir bei Enara. Er in ihrem ersten Lehrjahr, ich im zweiten. Er wollte ja unbedingt Baskisch lernen, nachdem ihm irgendwann mal dieser merkwürdige Fußballverein aufgefallen war, Athletic Bilbao, bei dem – ganz konsequent – ausschließlich Basken spielen dürfen. Also fuhr er spontan mal hin, um das Treiben da unten genauer ins Visier zu nehmen, und verliebte sich in das Land. So kann’s kommen. Ich hatte keine Ahnung von nichts, als ich den Kurs bei Enara anfing; ich hatte einfach nur in meinen Linguistik-Vorlesungen ein paar Bemerkungen über den einzigartigen Status des Baskischen gehört und dachte mir, hey, schau dir das doch mal an. Dann lernte ich Ilargia kennen. Und ab da war es nicht mehr weit, bis ich Enara – hyper bis zum Gehtnichtmehr – die Nachricht überbrachte, dass ich meinen Erasmus-Platz in Vitoria bekommen hatte.

Und dann ist Exkursion nach Vitoria mit insgesamt 20 Teilnehmern aus Enaras verschiedenen Kursen, und ich lerne Kepa kennen. Im Baskenland, wo auch sonst. Faszinierend, wenn man sich das alles in einem rasend schnellen Wirbel vorstellt und in dem Moment auf Stop drückt, in dem ich Kepa verkünde, dass ich das Buch, welches ich eben im Elkar gekauft habe (das erste, das mir in die Finger kam, dessen Titel ich ganz verstanden habe), irgendwann vorhabe lesen zu können.
Egia esan. Ebendieses Buch liegt gerade neben meinem Laptop und ich betrachte es halb ungläubig aus dem Augenwinkel. Ich sollte wieder mal reinschauen; es ist schon viel zu lange her.
Vor allem amüsiert mich, wie ich damals den Titel eigentlich nicht wirklich verstanden habe. Sicher, egia esan heißt die Wahrheit sagen, genau wie ich dachte. Aber viel mehr als das bedeutet es eigentlich „um ehrlich zu sein“, „um es mal so zu sagen“. Ich hätte dieses Buch eigentlich gar nicht haben dürfen. Wer weiß, welches an seiner Stelle rechtmäßig hier neben mir liegen sollte. Wer weiß.

Naja. Darum geht es ja eigentlich gar nicht. Überhaupt war doch eigentlich alles, was ich sagen wollte, dass ich unheimlich gute Gespräche mit Kepa hatte, seitdem er mich abgesägt hat. Zwei Stück an der Zahl nun bereits in ja doch recht kurzer Zeit. Das erste war direkt dabei, bzw dann danach. In diesen paar Stunden habe ich mehr Einblicke in sein Innenleben bekommen als in den anderthalb Jahren davor zusammen. Überhaupt in ihn. Überhaupt in sein Leben.
Und heute wieder. Über Stunden haben wir geschrieben, wie schon lange nicht mehr. Über alles Mögliche. Über alles Mögliche Wichtige. Zwischen dem ganzen Unsinn, der unseren Umgang miteinander ausmacht. Ich fühle mich privilegiert, ihn wieder ein Stück besser kennengelernt zu haben.

Irgendwo war es unglaublich gut, dass er mich abgesägt hat. Es hat so viel Transparenz mit sich gebracht. Ich höre zwar deshalb nicht auf, mich furchtbar in ihn zu verlieben, aber das macht überhaupt nichts. Es ist alles so einfach, wenn die Verhältnisse geklärt sind.

Bleibt zu erwähnen, dass sich wieder mal die Haut von meinen Händen ablöst, ich soeben einen beachtlichen Teil meines linken Daumens verdrückt habe und irgendwie befürchte zu wissen, warum mein rechter Zeigefinger seit Tagen wehtut, den Eindruck macht, als wolle er seinen Nagel aus dem Bett sprengen, und sich wie eine Presswurst anfühlt. Er ist eine Presswurst. Eine viel zu hohe Anzahl meiner Finger sind Presswürste, eingequetscht in einer Hautschicht, die längst kein Teil von ihnen mehr ist. Wie eklig.

Schlafengehensunfähig

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Das wird heute nichts mehr mit meinem LSD, ich seh’s doch kommen. Ich müsste es um 10 Uhr morgens nehmen, und so, wie ich es mal wieder schaffe, ins Bett zu gehen, wache ich vor 12 schonmal definitiv nicht auf. 11, allerfrühestens.

Vielleicht sollte ich es doch nochmal mit New Year’s resolutions probieren (die ich an sich seit Jahren boykottiere). Es gibt so viel, an dem ich arbeiten muss, und meine Motivation ist über große Teile der Zeit so wenig präsent. Zum Beispiel sollte ich dringendst etwas an meiner Egal-Haltung feilen. Auf der einen Seite ist die nämlich so ausgeprägt, dass sie mir mittlerweile schon wirklich Sorgen bereitet; im Bezug auf andere Dinge wiederum könnte ich wirklich ein Stückchen mehr Egal im Leben gebrauchen. Gerechte Verteilung ist alles. Die Frage ist, wie man es anstellt, dass einem Sachen mit einem Mal entweder mehr oder eben weniger egal sind.

Ich reviewe in letzter Zeit verstärkt meine Vergangenheit. Sicher, das mache ich immer mal wieder ganz gerne, stückchenweise, aber momentan noch mehr als üblich. Was da an Sachen zu Tage kommt. Wie gut, dass sich meine nostalgische Ader dank der medi-induzierten Egal-Haltung langsam, aber sicher in den Hintergrund hat verdrängen lassen. Momentan zumindest macht sie mir keine großen Schwierigkeiten.

Und jetzt werde ich langsam richtig müde.

Muffins und Arbeit

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Sofies Mutter hat mich eben angerufen und mir stellvertretend für Sofie für heute abgesagt – sie bleibt heute in der Schule und beobachtet ihre Küken beim Schlüpfen; dass da keine Zeit für Klavierunterricht bleibt, ist ja verständlich. Ich hab‘ mich außerdem sehr gefreut, weil mich dies dazu befähigt hat, ein weiteres Halbstündchen sinnlos herumzugammeln und mir Videos von der RNs-Muffinaktion 2011 anzusehen. Wenn ich schon endlich wieder ohne Probleme RN-Videos ansehen kann. (Oh herrliches Leben, oh wunderbares Leben. Für das, was ich der Zeit und dem Leben dafür entgegenbringe, ist Dankbarkeit noch untertrieben.) (Naja, oder fast ohne Probleme; der Player hängt sich andauernd auf, was das Ansehen doch irgendwie schwieriger macht, als es sein könnte. Aber das liegt ja nunmal an Linux, nicht an irgendwelchen Deppen in den Videos und schon gar nicht an mir.)

Ich werde dann heute hoffentlich mit Gians Auftrag fertig; gestern habe ich es tatsächlich geschafft, mich zum Anfangen zu bewegen, und so viel ist es eigentlich gar nicht. Würde man denn einfach daran arbeiten.

Weißt du was, ich geh‘ arbeiten.

Feuerwerk (aber irgendwie mehr Autounfall).

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[Fast hätte ich es vergessen. Trotz der relativen Sicherheit, dass dieser Absatz überflüssig ist wie ein Kropf, besser Vorsicht als Nachsicht – Kepatto, ich würd‘ dich bitten, diesen Eintrag zu überspringen. Ich bin zu übermüdet für die Welt und werde jetzt von dem mir deinerseits eingeräumten Recht Gebrauch machen, über dich zu lästern. Oder so.]

Ich hab‘ vorhin also Folgendes erfahren: Ich bin ein Feuerwerk. Und ein Autounfall. Und irgendwann in einer fernen Vergangenheit ist jemand regelmäßig im Angesicht meiner Art zu sein und zu leben erstarrt. Und er hat aber akzeptiert, dass ich ihn „wegwerfe“. Die Person, von der verlassen zu werden er nicht einfach akzeptiert, die wird er lieben.

Wie genau Caro auf einmal dazu kam, den Blog des Ukumenschen zu stalken, habe ich schon jetzt wieder verdrängt. Aber dass sie es getan hat, hat mir zu Wissen verholfen, das ich vermutlich sonst im Leben nicht bekommen hätte.

Ich bin wirklich sehr anders als sie. Ich hätte es nicht in dreitausend Jahren ausgehalten, seinen Blog weiterzulesen. Ich hab‘ nach dem 15. Dezember nicht ein Mal mehr draufgeguckt, nicht ein Mal. Doch, ein Mal. Irgendwann später, zufällig. Es ging, soweit ich mich erinnere, um jemanden, von der verlassen zu werden er augenscheinlich schon ohne das tatsächliche Eintreten besagten Szenarios weniger kampflos akzeptiert hätte.

Es ist eigentlich ganz lustig, weil es genau das war, was ich unbewusst wohl verstanden habe damals. Weshalb es so furchtbar war, dass er es einfach akzeptiert hat. „Mit fallengelassenen Waffen“, und irgendwas von einer roten Linie labernd, die ich überschritten hätte. Ich hätte so gern gehabt, dass er es nicht einfach akzeptiert. Ich scheine aber eben wohl doch mehr Autounfall gewesen zu sein als Feuerwerk. Was wohl nicht gereicht hat – ich bin bis heute ratlos. Und ich war es immer, immer, wenn ich anfing, darüber nachzudenken, wie man jemanden so faszinieren und ihm gleichzeitig nicht den leisesten Anflug von Gegenwehr wertsein kann, wenn man ihn wegwirft. Oder in meinem Fall, mit einem Hechtsprung der verzweifelten Sorte sich selbst aus der Schusslinie wirft, aus seiner nämlich.

Gut gemacht, wirklich. Weil es noch nicht reicht, dass mir jemand, der sich selbst nichtmal ein Zehntel des ukumenschlichen Zerstörungspotenzials auch nur zutraut (und mir einst sagte, er sei ukulelisch gesehen ein Vollspaten), die widersprüchlichsten aller Signale gibt und sich dabei als so vollkommen unerwartet fähig erweist, einen im Saft der eigenen Spekulationen schmoren zu lassen.. muss sich natürlich auch noch die sorgfältig verdrängte Enttäuschung über das kampflose Aufgeben dieses unergründlichen Menschen wieder melden. Warum hätte er nicht vorschlagen können, dran zu arbeiten. Warum war ich das schon wieder nicht wert. So viel Arbeit, wie ich jede Sekunde meines wachen Lebens aufbringe, so wenig davon scheine ich dem Rest der Welt wert zu sein. So ein Feuerwerk bin ich dann nämlich doch nicht. Vielleicht bin ich einfach zu unspektakulär. An ein Feuerwerk stellt man ja schon wieder ganz andere Ansprüche als an so ein kleines Leuchtchen. Ich wäre zufriedener damit gewesen, ein kleines Leuchtchen zu sein, so wie ich es annahm. So versage ich schon wieder dabei, irgendwelchen unrealistischen Erwartungen und Ansprüchen nachzukommen, von denen ich nicht einmal eine Idee habe, wie sie überhaupt entstanden sind.

Das ist nun bei Weitem das Nächste, das ich an übermäßig selbstmitleidige Attacken bzw. dementsprechende Einträge seit gefühlten Ewigkeiten herankomme – wen wundert’s, es ist der Ukumensch involviert; offenbar hat er seine so charakteristische Wirkung bis heute nicht verloren.

Ukumensch, was hätte ich denn anders machen können.

Kepa, willst du mir nicht vielleicht einfach mal mitteilen, ob ich mit dir auf das nächste Disaster der gleichen Art zusteuere, ob sich am Ende rausstellt, ja nee, du bist schon ganz in Ordnung, aber so in Ordnung dann doch wieder nicht – ich brauch‘ deine Zuneigung nicht, auch wenn ich ab und an so tue, als brächte ich dir selbst welche entgegen. Um alles in der Welt, dann lass es doch einfach gut sein. Was ist daran denn besser als vorher, als wenigstens niemandes Seelenheil auf dem Spiel stand. Ich hab‘ so eine Angst. Wenn er kein Problem damit hatte, es mit Sarah abzuziehen, wird es.. Hör auf. Was ist denn in dich gefahren. Jammern kannst du, wenn es soweit ist. Himmels Willen.

Meine Güte, ist das furchtbar.

Monster Man

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Do you know the monster man, the monster man, the monster man
Do you know the monster man who lives down mem’ry lane?

Yes, I know the monster man, the monster man, the monster man
Yes, I know the monster man who lives down mem’ry lane.

We all know the monster man, the monster man, the monster man
We all know the monster man who lives down mem’ry lane.

Yes, we know the monster man, the monstrous frightening monster man
We all know the monster man, but we go there anyway.

Rolling Home.

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Rowling home to mijn ol‘ Hamborg! Naja. „Rolling“ trifft es eher. Ich bin trotz allem immer wieder glücklich, den hohen Norden mal wieder zu besuchen. Elfeinhalb Stunden Busfahrt. Und mein Computer weigert sich, sich mit dem WLAN zu verbinden.

11.13am.
Es ist aktuell eine knappe Dreiviertelstunde der Fahrt vorbei. Ich habe mich auf meinen zwei Sitzen häuslich eingerichtet, bin heilfroh, dass der Bus nicht so voll ist und ich, wenn schon nicht die hintere Sitzreihe (die von mehreren Leuten belagert wird, unter Anderem jemandem, der auch bis nach Hamburg hochmuss –- also keine Chance auf Umsiedeln), zumindest zwei nebeneinander für mich habe, starte alle paar Minuten mal wieder einen fruchtlosen Versuch, die Internetverbindung herzustellen, und habe mit Mama telefoniert, die unsere Tickets nach Kopenhagen gebucht hat und wissen wollte, ob Sarah und ich dann vorher oder hinterher noch ein bisschen bei ihnen in Oldesloe sein werden. Natürlich ist die Person vor mir jemand, die ihren Sitz zurückstellt. Ich erwische immer, immer, immer so jemanden. Wirklich. Die ganze Busbevölkerung ist zivilisiert und lässt ihre Rückenlehnen gerade, nur meine Vorderfrau nicht. Dementsprechend quetscht sich Bernadette hier auf meinem Schoß zwischen mich und den Sitz vor mir und macht es mir nicht einfach, auf ihr zu tippen. Ich kann immer noch beim besten Willen nicht tippen, ohne hinzusehen, und überlebe das hier gerade nur, weil ich festgestellt habe, dass ich es aushalte, nach unten zu gucken, wenn ich dabei Musik höre. Nur Sinnvolles kann ich nicht erledigen in dem Zustand, wie zum Beispiel die Morfología-Hausaufgabe, die morgen due ist und die ich eigentlich dringendst komplettieren müsste. Aber ich kann mit Musik nicht arbeiten. Und ohne wird mir schlecht und ich bekomme die übelsten Kopfschmerzen.

Es ist etwas Umwerfendes passiert, als ich heute Nacht am Packen war: Ich habe meine Häkelnadeln wiedergefunden. Die hatte ich seit über einer Woche vermisst und war schon fast überzeugt gewesen, sie in der Uni vergessen zu haben.Ich habe bis relativ spät mit Caro geredet, dabei ein wenig Ordnung in mein Zimmer gebracht und ein wenig zu packen angefangen, dann gegen zwei-drei Uhr zu Ende gepackt und bin ins Bett gegangen, konnte nicht einschlafen, weil ich einfach nicht nachvollziehen konnte, wo die verdammten Häkelnadeln nur sein könnten, machte das Licht wieder an, ging zum Schreibtisch, hob random ein paar Stoffreste auf und fand darunter meine Häkelnadeln. Whey.

Mir fällt gerade auf (dadurch, dass ich No One to You zu ersten Mal seit Langem höre) – jetzt hat er einfach komplett aufgehört zu atmen. Ich müsste den letzten Chorus umschreiben – „So now I’m air to you, and you’ve stopped breathing altogether“.

Caro hat mir wieder Sachen erzählt, die mich erschreckt hätten, hätte ich vorher noch angenommen, irgendwie zu wissen, wer dieser Mensch eigentlich ist, der so riesige Teile meines Lebens so maßgeblich beeinflusst hat. Er muss sich unfassbar negativ entwickelt haben. Caro sagt, dass er sich unfassbar verändert hat. Ich denke (und sagte ihr gestern), dass es nicht so ist. Ich habe damals schon aus erster Hand erlebt, was sich Jahre später wiederholt hat. Mich wundert nicht, dass es wenig mehr brauchte als ein wenig Geld und zweifelhaften Umgang, um die Seiten von ihm endgültig hervorzulocken.
Wie wichtig ihm seine Familie immer war, sagte sie gestern. Und dass sie sie besucht hat jetzt, seine Familie, die ja irgendwo auch ihre einzige Familie ist, und sie ihr gesagt haben, er hätte sie in den letzten drei Monaten genau zwei Mal besucht. Ein Mal zum Anlass des Todestags seiner Oma, das zweite Mal, weil ein Kumpel von ihm Geburtstag hatte. Und dass er anruft, wenn er mal was braucht. Das ist doch überhaupt nicht er, sagte sie. Ich fürchte schon. Langsam bin sogar ich soweit, es einzusehen. Irgendwie hilft das. Natürlich habe ich diese Erkenntnis schon einmal gehabt, dass nämlich jemand (und gerade er) sehr wohl in der Lage ist, über Jahre einem das Gefühl zu vermitteln, ihn eigentlich doch ganz gut zu kennen, nur um einem dann doch das Gegenteil zu beweisen. Aber dadurch, dass er sich gerade systematisch daran zu machen scheint, alle möglichen Leute aus dem Fenster zu schmeißen.. ich weiß nicht. Ich dachte wahrscheinlich immer noch die ganze Zeit, es hätte eigentlich an mir gelegen. Aber nein. „Natürlich lag es nicht an dir“, sagte Caro dazu. „Es lag nur an ihm!“ Erst seine beste Freundin, dann seine Beziehungsfreundin, und jetzt ist die ganze Familie dran. Zu der Einsicht kamen wir gestern und fühlten uns, glaube ich, beide ein bisschen besser dadurch.

Sie hat es ja tatsächlich geschafft, sich zu verlieben. Nachdem sie Şahin wohl seit geraumer Zeit ohne es zu merken nicht mehr geliebt hat, selbst als sie noch zusammen waren, hat sie die Trennung blendend verkraftet und sich gleich in neue Probleme gestürzt. Ich bin sehr gespannt, was das gibt, und sollte wahrscheinlich aufhören, zu fürchten, dass sie so endet wie ich -– sie wird niemals enden wie ich, she’d have to be me, und das schafft so schnell keiner.

Was für ein Luxus, dass dieser Bus direkt fährt.
Und dass ich meine Haare wieder häkeln kann. Mir wächst ja schon bald ein komplettes Set an frischen Haaren zwischen den Dreads durch. Die müssen schleunigst in die Spinnenbeine inkorporiert werden.

11.52. Ich mache mal Schreibpause. Nicht dass ich am Ende noch feststellen muss, dass es doch eine Zeichenbegrenzung gint, wenn ich das Monstrum hier irgendwann auf dem Blog poste.

13.14. INTERNET!

Naja, nicht wirklich. Es reicht, um bei Skype ein paar Worte mit Robert zu wechseln, aber Seiten laden lässt es mich nicht. Aber was soll’s, eigentlich ist Skype auch das Einzige, was ich brauche.

21.05. Eine Stunde noch. Ich höre American Idiot. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten. Es ist unbeschreiblich. Soeben sind wir an Dorfmark vorbeigefahren. Die Geschichte zu diesem Kaff willst du nicht wissen. Es kann gut sein, dass ich sie dir trotzdem irgendwann detailreich erzähle, aber vorerst wirst du verschont. Ich werde so unbeschreiblich gelaunt, wenn ich dieses Album höre. Mein Lebensanfangsalbum. Irgendwo der Kern von mindestens drei Vierteln meiner gesamten Identität.
Die Ausfahrten nach Dorfmark sind alle gesperrt. Was da wohl los ist.

Ich vollführe merkwürdige Trommelbewegungen in der Luft mit meinen Häkelnadeln zu den letzten Teilen von Jesus of Suburbia. Es wird Zeit, dass wir ankommen.

21.22. Die Lüneburger Heide. Wir nähern uns. Are We The Waiting. Ich frage mich, ob der Moment, in dem mich die Musik aus diesen Zeiten nicht mehr aus der Fassung bringt, je Realität sein wird. (Als hätte ich eine Fassung, denke ich da gerade. Aber alles ist realitv. Ich habe eine relative Fassung, und aus dieser bringt mich Green Day.) An dem Ort, wo ich jetzt bin im Leben, interessiert sich niemand mehr für meine Wurzeln. Wir interessieren uns alle nicht für das, was uns geformt hat. Wir sind so weit schon evolutioniert, auf eine Art, dass es überflüssig erscheint, in unseren Geschichten so weit zurückzublicken.

21.28. Give Me Novacaine. Das Gefühl. Ich denke in genau dem Moment über das Gefühl nach, von dem Gefühl überwältigt zu werden, als das Lied mir sagt, dass das Gefühl überwältigend ist. Drain the pressure from the swelling. This sensation’s overwhelming. Thanks for that.
Das ist doch zu viel. Manchmal frage ich mich, wie ich diese Menge an Gefühl verarbeiten soll. Beziehungsweise habe Zweifel, ob ich es überhaupt verarbeiten kann, kann nicht mehr atmen, versuche mein ganzes Bewusstsein auszuweiten, damit mehr Raum ist für das ganze Gefühl.
She’s A Rebel. Die ganzen Erinnerungen. Das ganze Album. HILFE.

Es tut gut, die bekannten Namen auf den Schildern zu sehen. Ich komme so gern an vertraute Orte zurück.

Und ich fahre gern durch Deutschland. Ich bin begeistert von Deutschland. Der ganze Wald überall. Daran denkt man gar nicht normalerweise -– wenn man nicht gerade das ganze Land durchquert und daran erinnert wird, was für ein angenehm großer Anteil unserer Fläche von Waldbeständen bewachsen ist. Sicher, es könnte mehr sein. Aber im Vergleich zu anderen Ländern (hrm, Costa Rica, hrm) hat hier zumindest niemand den Fehler begangen, sie alle abzuholzen. So bleibt uns aufwändige Wiederaufforstungsarbeit erspart. Und wenn man im Ausland, sagen wir, in Vitoria-Gasteiz, an der Uni Deutsch-Übersetzungskurse besucht, ist damit zu rechnen, dass man mit dem restlichen Kurs dazu abkommandiert wird, einen deutschen Wikipedia-Artikel zum Thema Waldsterben ins Spanische zu übertragen. (Du darfst dir unsere Arbeit gern ansehen -– mein Teil ist auch irgendwo dabei, das ist dann der, in dem, hoffentlich, nicht jedes dritte Wort sich merkwürdig anhört.)

Es sind ja nur noch zweiundzwanzig Minuten, bis diese Fahrt offiziell vorbei ist. Whoa. Gleich nochmal aufs Klo und dann kann schon fast nach den sehnsüchtig erwarteten hamburgischen Autokennzeichen Ausschau gehalten werden. Nach den Straßen und Häusern und allem, was ich kenne.

Zwischendurch habe ich noch eine Wohnung in Aussicht bekommen. Nur um das auch noch zu erwähnen. Gartenanteil. Provisionsfrei. Unfassbar wunderbare Lage. Dusche in der Küche –- Trudi ist begeistert. Aber ich werde mir das nicht entgehen lassen. Wenn sie sich weigert, dort reinzuziehen, suche ich mir einen anderen Mitbewohner. Das ist meine Wohnung. Wenn wir sie denn bekommen. Wir können sie uns nächste Woche ansehen und mit dem Vermieter sprechen. Es hat sich gefreut, dass ich im Garten etwas pflanzen möchte! Und er interessiert sich für Foodsharing. Was gibt es bessere Voraussetzungen.

21.49. Homecoming.

Oooh -– we’re coming home again.

Naja, Oder so.
Vielleicht sollte ich anfangen, die Gegend hier als Zweitzuhause zu betrachten, statt mich so sehr zu bemühen, mich komplett davon abzunabeln. Das ist doch wesentlich vernünftiger eigentlich.

Whatsername. Das Gefühl ist unmöglich in Worte zu fassen. Ein Mensch wie ich sollte nicht Whatsername hören, während er an einen Ort wie diesen zurückkehrt (und sei es nur für ein verlängertes Wochenende, und ich dramatisiere eh schon wieder alles völlig kopflos über bis zum Gehtnichtmehr.)

Remember, whatever, it seems like forever ago. So long ago.

21.59.
Gleich da! Ich pack‘ mal zusammen.

Hell on Earth, oder What happens when your Indian friend is almost done with their Masters studies and about to move out of the country.

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I dread the moment that you leave here because it will mean losing you, in a way.

Both of us are internet people, computer people, and with most of my close friends scattered all over this country, I’m perfectly used to, and happy with, internet-based friendships. Still, you, for me, are not a Skype friend. You’re a real-life friend, a here-and-now person. I won’t be satisfied talking to you with each syllable we say traversing a 4 to 5-hour time difference, cutting the realness out of it all. Being with you, to me, means more than talking. It means persuading you to take a couple of hours off your tedious studying. It means seeing the sunlight reflected in your hair, making the mysteriously shimmering red dye visible. I want to live life with you, not just tell you about mine and hear about yours. I want to cook Indian food with you, not by myself trying to figure out some recipe you sent me. It will never be the real thing with you away, not even close.

I want to open my door to you and have you walk around in the apartment knowing it like the back of your hand. I’ve missed having you as a flatmate since the day I moved out, I miss it so bad at times already. You know, I really loved living with you. The way we would both use cutlery and dishes economically so we’d have to wash less of them. The way our schedules were so perfectly complementing each other we’d never need to use the bathroom when the other one was using it. Overfeeding you with chocolate mousse until you’d be almost desperate when confronted with another bowl. Hearing you screaming through the wall when you were skyping. (You’d get so mad with yourself about it, but couldn’t stop it either.) Never having to fear to wake you up because you always stay up way late skyping or watching movies. Watching you make your giant pancakes because you’re too lazy to make several thin ones.

You won’t be able to do make-up on me and Trudi when you’re back home, which is bad. I’ll miss that. And getting drunk together, and all that. Your life lessons that are always so believable. (I recommend them to everyone, you know, even the ones who’ll probably never get to hear one for themselves.) Your stories about people, some that I know and others I don’t. Your views on things. Your ringing-Skype paranoia. The inquiring look on your face when you ask my opinion on something. The quality of your voice, undistorted. A zillion other things that will sure as hell surface early enough, in one particular situation or the other.

I’ll make sure to get my fair share of time with you until September. I’ll try to make it worthwhile, too, to be useful to you as a friend and generally as a person so that you’ll feel as loved and appreciated around here as you have always been. And I’ll try not to be too sad when that time is up. It’s unavoidable though, because, basically, there’s this undeniable issue I have with you: You are one damn missable person, dearest friend Susmita.