Schlagwort-Archive: Rettung

Der Stand.

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Ganz schnell nur:

  1. Ich bin demnächst wieder da, nur momentan eben nicht so wirklich.
  2. Beccis und JOs Besuch hat mir das Leben gerettet.
  3. Mein Wecker hat heute um 7.56 Uhr geklingelt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich meinen Wecker irgendwann nochmal freiwillig auf 7.56 Uhr stelle. Das macht Stromlosigkeit mit dir: Du gehst um halb zehn ins Bett, weil du denkst, es wäre Mitternacht. Dann stellst du deinen Wecker auf 7.56 Uhr, redest noch eine Weile mit JO über diese abstrusen Weckerstellneurosen und ästhetisch wertvolle Uhrzeiten und schläfst dann. Bis 7.56. Um halb zehn Uhr des so unheimlich früh begonnenen Tages bist du dann wiederum zum Schlafen bereit. So kann’s gehen.
  4. Ich habe soeben das schärfste Bärlauchpesto der Welt produziert. Zwei Gläser mit je anderthalb Packungen gerettetem und ein paar Zerquetschten selbstgeerntetem Bärlauch, einer Handvoll Walnüsse und ein paar Bröckchen Pinienkerne, Salz und Pfeffer, ein paar Schlückchen Olivenöl sowie einer halben Packung Frischkäse.
  5. Beim Penny an der Sonnenbühlstraße haben sie umgebaut. Es ist allerdings in Ordnung, dort angetrunken Olivenöl zu kaufen.
  6. R kommt morgen oder übermorgen schon wieder. Darauf freue ich mich.
  7. Jetzt werde ich schlafen.
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Come on, ego, you fool.

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Ja, oh ja, Donnerstag war furchtbar. Freitag war nochmal eine Klasse für sich – man könnte meinen, die frohe Kunde der Semesterferien wäre mit zweieinhalb Monaten Verspätung auch bei meinem Hirn angekommen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich nach der ganzen ewig langen, turbulenten Zeit gerade vorgestern zum ersten und hoffentlich einzigen Mal diese Ferien in den altbekannten Modus verfallen musste, der für frühere Exemplare der Gattung Vorlesungsfreie Zeit bei mir so charakteristisch wie alltäglich war. Aufwachen, Computer, schlafen. Computer, schlafen, aufwachen, schlafen, aufwachen, schlafen, schlafen, sechs Uhr abends. Aufwachen. Danke, Basti. Ohne den hätte ich den offenbar bisher wärmsten und schönsten Tag des Jahres vermutlich in Gänze verschlafen. Das war Freitag.

So gefühlstaub war ich lange nicht mehr. Ich bin zwischendurch aufgewacht, habe teilnahms- und verständnislos nach draußen in die Sonne gestarrt, mich umgedreht und weitergeschlafen. Und war erstmal einfach froh, dass die doch leicht bedenkliche Stimmung vom Tag zuvor sich in keinster Weise durch die Nacht hatte hinüberretten können. Dann verstört, weil sich mein momentaner Zustand so überaus hartnäckig weigerte, sich klassifizieren zu lassen. Taub. So richtig. Die zwei depressivsten Tage des Jahres, ausgerechnet jetzt, wo es warm und sonnig wird. Aber am Abend hat Bastis Auftauchen mir wirklich den Hals gerettet. Und dann rief mich R an (ganz im Gegensatz zu gestern/heute, wie mir soeben auffällt, aber whatever. Dann hat er offenbar nichts zu erzählen bzw. nach der Arbeit keinen Nerv mehr auf Reden gehabt) und ich habe meine Bustickets für nächste Woche gebucht und war glücklich, weil er sagte, er würde mich ziemlich hart vermissen. Das ist für Telefon-R wirklich schonmal ne Aussage. (Nicht dass ich ihm in der Hinsicht irgendetwas voraushätte, aber von mir kennt man das ja auch nicht anders. Gefühlsäußerungen, ugh. Telefonisch oder sonstwie, bis man mich soweit hat, braucht es Jahre und/oder eine grundsolide Basis in Stein gemeißelten Vertrauens. Solange es sich nicht um Heulanfälle handelt, darin bin ich natürlich Pro, das macht mir so schnell niemand nach. Während ich also die Bestätigung seiner Zuneigung mir gegenüber aus dem ziehe, das er so von sich gibt, wenn wir uns sehen, hat er als Beweis immerhin meine stets verlässliche Art, ab und an unter seinen Taktlosigkeiten zusammenzuklappen. Was will man mehr; das nenne ich mal gelungene verbale Kommunikation von Gefühlen.)

Gestern dann ein enormer Aufschwung. Ich konnte mich nach Wochen endlich dazu bringen, hierdrin aufzuräumen, habe dabei das No Use-Album gehört, das ich mir in Hamburg gekauft hatte – Keep Them Confused – und befand es für großartig. Welche Überraschung. Und ich konnte Sinn aus der Experience-Project-Gruppe I Miss Someone I Have Never Met machen, ein Mal mehr. Wirklich, Tony, warum musstest du sterben. Warum sind es immer die Guten, die sterben.

Und mit dem heutigen Tage ist schon der letzte vor dem neuen Semester angebrochen. Ich werde ins Bett gehen, um ein bisschen was davon zu haben und zu Ende in meinem Zimmer klar Schiff machen zu können. Produktiv und diszipliniert, so gehört sich das. Sogar meine Sanskrit-Mappe habe ich vorhin noch fertiggemacht. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Basti hat mir ein gerettetes Fischbrötchen aus der Arbeit mitgebracht und ich habe beschlossen, ab jetzt noch konsequenter containertarisch zu leben als vorher. Oh herrliches Leben.

Gedanken zu Apparition übrigens: Promise me you’ll still be there when the planet lets me down, when this world lets me down. All you’d have to do is be around, for as long as you don’t let me down, I’ll never feel like the whole world has.

Ohne Wurst

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Sanskrit war zu einfach. Ich bin mit den Klausuren durch. Ich habe heute Zeit. Ein bisschen zumindest. Gleich gebe ich noch schnell Sofie Unterricht, kaufe auf dem Rückweg Küchenpapier (auch wenn es mir widerstrebt, aber ich fürchte, ich bekomme R bis zu seinem Umzug nicht mehr so weit umerzogen, dass er die Überflüssigkeit und Umweltschädlichkeit von Küchenpapier als Füllmaterial noch einsieht) und lade wieder Geld auf mein Handy.

Basti zieht in R’s alte Wohnung. Bin ich grandios oder bin ich grandios? Ich habe Basti eine Wohnung gefunden und R einen Nachmieter, nachdem sein Original-Nachmieter so unerwartet abgesprungen ist. Ich liebe das Leben.

Ich bin morgen aller Voraussicht nach mit Kepa und dessen Mitbewohner bei Rini zum Weißwurstfrühstück. Danke, Kepa, für die unglaubliche Freude, die du mir damit bereitest, mich zu dieser Unternehmung bewegen zu wollen. Warum tue ich mir das an? Schmotzige Dunschtige hat man verschanzt im Haus zu verbringen, nicht bei Weißwurstfrühstücken damit, sich zuzugluggern. Das tut man nicht. Fasnet ist nicht meine Welt. Außerdem weiß ich nicht, wie R morgen arbeitet, und laufe somit Gefahr, Zeit statt mit R mit Weißwurstfrühstück, wenn auch ohne Weißwurst zu verbringen; gibt es etwas Sinnloseres? Aber es wird Alkohol dasein, weswegen auch ich dasein werde. So kriegt man mich eben doch immer, bedepperte Schnapsdrossel, ich. Außerdem ist es Kepa, der mich überredet. Kepa kann das. Und ich bin einfach nur so sehr gespannt, ob ich wieder gescheit mit ihm umgehen kann oder was da jetzt los ist. Nachdem sich R jetzt ja relativ schnell als der (zumindest temporär, machen wir uns keine Illusionen) wunderbarste Fail der Geschichte entpuppt hat, müsste das doch eigentlich halbwegs unproblematisch funktionieren. Hach, was wäre das gut. Und die Rettung für Namibia.

Mir fehlt ein Stück vom Daumen, aber sonst ist alles gut.

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Uff, was war das bitte für ein desaströser Abend.

Meine Stimmung ist wieder im Normalbereich. Das habe ich der Reihe nach Robert, JO und Caro zu verdanken, die mich etliche Stunden lang verlässlich und geduldig ertragen haben (sowie vermutlich ein klein wenig der Tatsache, dass 1) noch Kokosmakronen dawaren, die ich in mich reinstopfen konnte, und 2) sich der arme Kerl, auf den momentan mal wieder all meine Zustände irgendwie projiziert werden, am Ende doch noch gemeldet hat und ich somit beruhigt ins Bett gehen kann).
Ich habe gestern während der Autofahrt zurück nach Hause erst wieder festgestellt, dass unter meinen sprichwörtlich an einer Hand abzählbaren guten Freunden, am heutigen Tage, wenn ich wollte, mit Leichtigkeit eine Quote von bis zu 100% Redundant Nimrods bzw. RN-relateden Personen anzusiedeln wäre. (Welch abstruse Windungen das Leben doch aufweist.) Da ich aber zu privilegiert für diese Welt bin, habe ich mehr als fünf exeptionelle Freunde und erachte es für weder nötig noch sinnvoll, unter ihnen noch Hierarchien aufzustellen.

Statt das weiter auszuführen oder anderweitig zu philosophieren anzufangen, sollte ich jetzt allerdings mal schlafengehen, um die Wunder der Syntax nachher in halbwegs wachem Zustand erleben zu können.

Zalantzarik gabe

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So schlimm spamme ich normalerweise ja nicht, aber das muss ich jetzt doch noch loswerden.
Also ein schnelles
DANKE
DANKE
DANKE
DANKE
DANKE
an wen oder was auch immer,
für die Kraft, das Richtige zu tun – es hat mir Höllenqualen ohne Ende erspart und meinen Freunden die Arbeit, sich mit einem abgewrackten Nervenbündel herumzuschlagen.

Wie erleichtert ich bin!

Ich hab‘ etwas richtig gemacht – ich habe gelernt und etwas richtig gemacht! Rechtzeitig! Zumindest noch rechtzeitig genug! Bevor das wieder losgegangen wäre!

Meine Augen werden einfach nicht wieder kleiner; der ungläubige Schockausdruck ist mir ins Gesicht gefroren; ich kann kaum glauben, dass ich mich selbst gerettet habe.

Und danke an den ehemaligen DaSilva für die Erkenntnis.
Zufälle gibt’s.

Letzte Züge

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Oder auch: Last Trains. Ich sollte einen Song schreiben mit genau dem Titel. Vielleicht lieber im Singular, das kommt dramatischer. Oh, wie ich schon das Bild im Kopf habe – spät nachts; eine einsame, resignierte Gestalt mit in der Zugluft des Bahnhofs wehendem Mantel, den letzten Lichtern hinterhersehend, die noch blass erkennbar in der Ferne verschwinden.

Es ist nur noch Aushalten und Versuchen, nicht zu schlimm zu versumpfen. Aber dagegen gibt es Maßnahmen. Heute geh‘ ich aus dem Haus – einen Applaus (auch für meine Rapkünste bitte) – es gibt ein paar Sachen zu essen, die ich einkaufen muss, auch wenn ich ja mittlerweise schon dabeibin, meine angesammelten Vorräte bis zu meiner Abreise so gut es geht zu dezimieren. (Ich kenn‘ mich doch, am Ende nehme ich alles mit, was übrigbleibt, und wirke damit meinem wie üblich auftretenden Gewichtsproblem auch nicht gerade entgegen – obwohl ich meinen Eltern schon einen Trolley voller Sachen mitgeben konnte, bin ich immer noch am Verzweifeln im Angesicht der doch sehr begrenzten Kapazitäten meines eigenen.)

Und ich habe spontan die Planung für einen letzten Urlaub in Angriff genommen; wenn alles gut geht, sind Saskia und ich gegen späte Mitte/ frühes Ende des Monats für ein paar Tage in Granada und ich lerne somit eine ganz neue Stadt kennen. Mitfahrgelegenheiten sowie potenzielle Couchsurfing-Hosts – ganz tolle sogar – sind schon kontaktiert. Das wird die ultimative Rettung; ich weiß nicht, ob ich nach der letzten Klausur am 20. nochmal elf Tage untätig in diesem Zimmer überleben würde. (Doch, vermutlich schon. Die Frage ist, in welchem Zustand.)

Die Zeit vergeht so langsam. Ich bin nicht schlecht im Warten; meine natürliche Ungeduld wurde längst Opfer eines unmenschlichen Selbstverbesserungswillens und wird heutzutage meistens mit Leichtigkeit in ihre Schranken gewiesen. Aber.. aber.. in der kurzen Zeit werd‘ ich noch vollkommen verwahrlosen, ich seh’s kommen.

Und dabei ist das Einzige, was man braucht, ein bisschen Motivation. Das und die Gesellschaft lieber Menschen, die mit einem reden und einen aus der Lethargie ziehen. Immerhin lässt sich dieses Lethargiebündel hier bereitwillig ziehen. Es kann nur selbst mal wieder nichts dazu beisteuern. Diverse Nachrichten zu beantworten ist schon wieder zu anstrengend. Den ganzen Tag nur liegen, schlafen, sich zu Vokabelarbeit zwingen und die eigene Fensterbank als Kühlschrank verwenden, um so selten wie möglich in die Küche zu müssen. Ugh, das sieht so viel schrecklicher aus, als es eigentlich ist. Und vor allem war es jetzt gerade genau ein Tag – ist ja nicht, als würde ich schon wochenlang hier wieder vergammeln. Liebes, du hast jetzt ungefähr 26 Stunden zu Hause gehangen, da hast du aber schon beeindruckendere Gammelrekorde aufgestellt. Stell dich nicht an – es gibt immer irgendetwas zu tun. Mach dir To-Do lists. Geh unter Leute. Oder eben nicht, aber mache irgendwas Sinnvolles, dann wird es dir automatisch besser gehen. GEH RAUS! Du weißt doch, dass es draußen sofort besser wird. Echt mal.

Es wird jetzt ein bisschen Jane Eyre gelesen (allein die Tatsache, dass ich mit diesem Buch immer noch nicht fertigbin, beweist schon die Idiotie des ganzen Beschwerens – wenn du nichts zu tun hast, wieso zum Geier liest du nicht einfach das wunderbare Buch zuende?) und eine To-Do List erstellt und geschlafen. Dann wird aufgewacht und sich umgezogen und rausgegangen und eingekauft und gefrühstückt und alles Mögliche getan, was bis dahin halt so alles auf der Liste steht, und, wenn die Motivation dann wieder einkickt – was sie tun wird, ich weiß es – wahrscheinlich noch mehr. Sehr gut, dann wäre das ja auch geklärt.

Panikmanagement

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Es ist diese merkwürdige Mischung aus absoluter Panik und Festhaltenwollen an einem etwas vernünftigeren Geisteszustand. Wann lerne ich endlich, nicht Energy und Instant-Cappuchino hintereinander zu trinken. Es hört sich harmlos an, aber es hat bei nicht gefestigter Grundstimmung unschöne Auswirkungen. Ich habe es auch nur gemacht, um Simone effizient bei ihrer Übersetzung helfen zu können (beziehungsweise, effizient Simones Übersetzung zu machen), was dazu geführt hat, dass zusammen mit dem Rausch, den Übersetzen mir eh zu bringen tendiert, ich effizient und euphorisch am Werk war und jetzt, wo sie weg ist, Panik habe wie seit ewigen Zeiten nicht mehr. Uiuiuiiuiui.

Da ist diese Stimme, da sind diese Wörter, dieses Lied, das mich dazu bringt, mit jedem Mal lauter zu machen und meine Kopfhörer so fest auf die Ohren zu drücken, als könnte ich es geradewegs in meine Ohren hineinpressen und durch sie geradewegs in den Kopf, und durch ihn geradewegs in das körperlose Organ, das Musik zum Leben braucht und sie mit allen möglichen Sachen verflicht, wo sie wenig zu suchen hat, und dabei bestehe ich doch laut verschiedensten Menschen, die mich eigentlich besser kennen sollten, nur aus Kopf. Aber das ist es nicht, was sie meinen, ich weiß es ja.

Und jetzt kommt zu der Panik noch das American Beauty-Plastiktütensyndrom und es ist nun wirklich kaum auszuhalten. Und ich werde meine tolle Coping strategy wieder anwenden, es mir einfach alles von außen angucken, „so, du bist mal wieder panisch und hältst mal wieder die Schönheit von irgendwas nicht aus, so ist das gerade. Du wirst noch ein bisschen länger so sein und dann geht es wieder. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass irgendwas in oder über deinem Kopf zusammenbricht. Und du hast dein Lemon Curd zu lange gerührt, das muss man auch erstmal schaffen, gibt es einen zwanghafteren Rührer als dich? Was macht man mit anderthalb Gläsern Zitronenbonbonfüllung?“, und das Lied so lange hören, bis es wieder geht – es nicht ausmachen, nicht weglaufen. Orain itsasoa gara. War ich nicht eh in irgendeiner meiner Parabeln das Meer?

(Stimmt, sehr seriös sieht das nicht gerade aus. Aber immerhin ist hier auch Nichtverstell-Ort, oder zumindest Verstellminimum-Ort; natürlich werde ich hier nicht versuchen, zu tun, als ob.)

Such beauty – Pt.2

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Es ist lustig, oder eher unheimlich, dies am gleichen Tag zu finden – und nicht nur das, es auch noch anzuklicken, bei der ganzen Informationsflut, die einen fast schon zur Blindheit zwingt – an dem man morgens noch ohne (herausragend) besonderen Anlass beschlossen hatte, ein paar Zeilen über genau das Thema zu schreiben.

Menschen in meinem Computer

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Nein, mir fehlt er auch nicht. Das Gerät an sich nicht, das ganze sinnlose stundenlange Davorhängen, die nur minimal hin-und herruckenden Augen, die halben Nächte, die man mit Schlafen verbringen sollte (würde man denn können).

Wenn ich aber zurückdenke zu eben dem im (sich von anderen bis auf ein vermehrtes Auftreten von Typos erstaunlicherweise ja gar nicht so sehr unterscheidenden, wie ich vorhin feststellen konnte – bedeutet das nun, dass ich immer so schreibe, als wäre meine Denkfähigkeit in alkoholischem Nebel entschwunden, oder bin ich andersherum in dem Zustand unnormal ausdrucksfähig? Ich würde gern zu Zweiterem tendieren, mir ist letztens noch irgendwann gesagt worden, ich hätte im Suff erstaunlich klare Gedanken. Schade, dass ich von diesen zu dem Zeitpunkt immer eher wenig mitbekomme) vorigen Eintrag erwähnten Urlaub mit meinen Eltern letztes Jahr, fällt mir relativ zügig wieder ein, was es eigentlich ist, das meine Zuneigung zu meinem Computer immer aufs Neue manifestiert. (Was an sich ziemlich bitter ist, aber gerade damals noch unvermeidbar war; jetzt sieht es ja schon wieder ganz anders aus.)
September 2012, als ich ohne Handyempfang, ohne Fluchtmöglichkeit, ohne Internet an diesem vor ironischer Schönheit nur so berstenden Punkt mitten im quasi unendlichen Nichts der catalonischen Küste festsaß, depressiv, suizidal wie nichts Gutes, aggressiv, abgewrackt, hilflos, am Ende, mit den zwei wohl wichtigsten Personen meines Lebens, beide nicht im Geringsten bei Verstand und eine von ihnen in einer Verfassung, die mich bezweifeln ließ, dass sie das neue Jahr noch mit wachem Geist erblicken würde, da war ich schon der Meinung, dass für so einen Internetzugang das Wort lebenswichtig gar nicht mal so unpassend ist. (Ich denke zu viel daran lately, soll mir das irgendetwas sagen? Hauptsache es kommt nicht wieder, Hauptsache es kommt nicht wieder.)

Ich hatte auch das Alleinsein verlernt. Man ist schon abhängig von der Technik, wenn man die Gewissheit braucht, immer verbunden zu sein. Damit einem jemand helfen kann, wenn sich gerade wieder alles verzerrt. Einfach durch Dasein. Wenn ein Klicken auf einen einzigen Button einen von Höllenqualen befreien kann. Wie viele tausend Male mich wohl jemand völlig unwissenderweise aus abartigen Zuständen gerettet hat. Diejenigen können es alle nicht ahnen; wahrscheinlich denken sie immer noch, um ein Leben zu retten, müsste man Unmögliches vollbringen.

Fing an, von Computern zu reden, und landete auf einmal bei der unbeschreiblichen Dankbarkeit Menschen gegenüber. So ist es halt. Die beiden sind verknüpft, so ist es wohl heutzutage. Für mich stecken Menschen in meinem Computer.

So schnell kann’s gehen.

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Fast schon unwirklich war das heute in der Sprechstunde mit der Fachbereichsreferentin. Die Sonne scheint mir ins Gesicht, während ich langsam, aber sicher verstehe, in was für einem Schlamassel ich eigentlich stecke.

Die gute Nachricht ist, das Gröbste ließ sich noch kitten. Die Referentin ist sehr, sehr nett und gutwillig, was mir wohl den Hals gerettet hat. Sie hat mich gleich als Allererstes gefragt, ob ich krank gewesen sei, woraufhin ich wahrheitsgemäß „Nein, keinen Tag“, geantwortet habe, was sie sehr betrübt hat. Ich habe zuerst nichts von meiner psychischen Verfassung erwähnt, bis ich gemerkt habe, dass es wirklich nicht anders ging – sie hatte ganz offensichtlich ein ziemlich schlechtes Gewissen und hat alles an möglichen Begründungen abgeklappert, warum ich ein Kerngebiet zu wenig belegt haben könnte. Irgendwann sagte sie dann, „mit der Begründung, dass Sie Ihre zwei Sprachgebiete schon abgedeckt haben… und mehr Credits haben, als man nach zwei Semestern eigentlich müsste.. Sie waren ja auch sehr erfolgreich, das sind ja sehr gute Noten..“ und zog den Antragsbogen auf Verlängerung der Frist für die Orientierungsprüfung hervor.

Ich habe förmlich das Gewissen aus ihrem Tonfall triefen hören und dann angemerkt, „wenn’s irgendwie hilft..“ und ihr meinen Zustand während der drei Semester kurz erläutert. (Dabei habe ich fast angefangen zu heulen, wie damals, als ich mir bei der Ärztin eine Überweisung zur Psychotherapie hatte geben lassen. Was ist nur los mit mir.)
Ich glaube, die Depression/Panik hat mir selten so viel genützt wie heute. Die Referentin war so erleichtert und verständnisvoll und hat mich so beruhigt – dass das ja dann völlig legitim wäre und sie mich doch nach Krankheit gefragt hätte; ich meinte, dass ich es halt sehr ungern sage, worauf sie auch mit Verständnis reagierte, aber mir nochmals versicherte, dass es kein Problem wäre und mir in diesem Fall einfach nur hilft.

Somit konnte ich meine Frist verlängern, mich fürs nächste Semester zurückmelden (ich war gesperrt worden vorher, nicht dass ich davon etwas mitbekommen hätte, aber nachdem ich den Antrag oben im SSZ abgegeben hatte, wurde meine Überweisung auch akzeptiert und ich durfte offiziell zugelassen werden) und bei der Gelegenheit gleich noch die anderen kleineren Debakel abklären, die ich im Laufe meiner Studienzeit so angerichtet hatte. Für Baskisch haben sie mich auch nachträglich eingetragen im System – beim ersten Mal, wenn jemand versäumt, sich anzumelden, sind sie noch kulant, danach eher nicht mehr, habe ich heute erfahren. Also aufpassen, noch mehr und vor allem besser ab jetzt.

Bleibt das Auslandssemester. Meiner Intelligenz entsprechend habe ich nämlich auch noch die Deadline für die Erasmus-Bewerbung verpasst – sie war am 1. Februar und bis heute wusste ich nichtmal etwas davon – und muss nun morgen ganz dringend mit der Koordinatorin für diese Zwecke sprechen, was sich da noch machen lässt. Im schlimmsten Falle müsste ich im sechsten Semester weg, statt im fünften, oder ein Praktikum machen statt an die Uni. Oh Hilfe, warum nur bin ich so kolossal dumm? Für sowas würde ich Laura in Grund und Boden fertigmachen, bin aber selbst – keinen Deut besser ist da ja eigentlich noch untertrieben; immerhin hat sie mit ihrer Auslandsaufenthaltsbewerbungsfrist alles geschafft und im Gegenteil war es da noch lediglich mein Referenzbogen, der zu spät bei ihrer potenziellen Entsendeorganisation eingetroffen ist.

Ach, ich bin so überfordert. Wirklich; am einen Tag bist du eine komplett normale Studentin, die vor sich hindümpelt und ihr Leben lebt, so gut es geht, und dann auf einmal mutierst du innerhalb weniger Stunden zum verplantesten Mensch der Uni und Problemfall des Jahres.

Ich muss mir Mühe geben, wenigstens Phonetik und Phonologie zu bestehen, sonst bin ich glaube ich völlig verloren. Ich muss mal was tun, ich muss mich mal aufraffen und etwas tun – das muss ich doch können, das muss doch möglich sein.