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Schulterklopfer

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Ich bin stolz auf mich. Das hat verschiedene Gründe, die ich im Folgenden erläutern werde.

Klausuren sind vorbei, ich lebe wieder, und ich habe das Gefühl, sie halbwegs failfrei überstanden zu haben. Im Fall von Morfología hat sich mir dieses Gefühl soeben bestätigt; mein StudIS sagt 1.7 – das Beste, was ich je in einem Kerngebiet der Linguistik hatte. (Es belegt somit den ersten Platz zusammen mit Phonology I.)

Der Grund, aus dem mich das freut, ist vor allem, dass eben auf Katjas und Rajas Abschiedsparty ich noch mit Katja über ebendiesen Kurs geredet und sie mir erzählt hatte, dass sie durchgefallen ist und der Durchschnitt 3.5 beträgt. Ich war Donnerstag nicht im Kurs und hatte gar nichts davon mitbekommen; ich wusste nichtmal, dass die Noten schon fertig waren. Jedenfalls hat sie sich unglaublich aufgeregt, wir hätten zu wenig Übungen gemacht, und was weiß ich noch für ein Zeug gelabert. Nunja. Ich hab’s geschafft und bin sehr, sehr glücklich drüber.

Okay. Indirekt habe ich den zweiten Punkt auch schon angesprochen, die Party nämlich – ich war gestern Abend so KO, dass ich um ein Haar mich einfach ins Bett gehauen hätte und hiergeblieben wäre. Aber ich habe mich mit all meiner Willenskraft überredet, doch hinzugehen. Und was für eine wunderbare Entscheidung das war – es war wirklich schön! Alle möglichen Foodsharingmenschen waren da, natürlich. Elisa, Ally, Andreas, Fiona (mit der ich demnächst auf ihren Vorschlag hin mal nen Kaffee trinken gehe, das haben wir uns fest vorgenommen – sie war mir eh von unserem ersten Zusammentreffen an sympathisch), David, Ilmari.. und der Neue, Lorenz, der (was eigentlich den Anstoß gegeben hatte, doch noch hinzugehen) wie angekündigt seine Gitarre dabeihatte, womit mein Abend in jedem Fall gerettet gewesen wäre, selbst wenn es sonst die letzte Katastrophe geworden wäre. Was natürlich nicht der Fall war, aber oh, was war das mal wieder schön. Er hat natürlich auch nicht meinen Musikgeschmack (wer hat den schon – Tragödie meines Lebens), aber dafür ein umwerfendes Repertoire an portugiesischen, spanischen, französischen und italienischen Liedern, und es war einfach schön zu hören und alle haben mir gesagt, wie schön ich singen würde. Er hat auch wunderbar gesungen, weshalb ich es eigentlich ungerecht finde, dass nur ich gelobt wurde. Aber nunja. Ich habe jedenfalls auch viel gesungen – noch ein Grund, aus dem ich stolz bin, denn ich war nichtmal annähernd betrunken. Was wiederum ein neuer Grund ist, mich selbst zu loben. Ich habe es wirklich mal geschafft, mich überhaupt nicht zu betrinken. Das ist selten bei solchen Anlässen.

Und ein weiterer Grund (es hört gar nicht mehr auf, ich sag’s dir!) ist eigentlich der, aus dem ich fast nicht weggegangen wäre gestern Abend, und zwar hatte ich am Nachmittag meine Mutter anrufen wollen, um zu schauen, ob sie sich wieder eingekriegt hat (wir hatten uns vor ein paar Tagen in die Haare gekriegt, beziehungsweise, wir hatten uns unterhalten und mit einem Mal würgt sie mich ab und kommt auch zwei Tage später nicht zu unserer Rede-Verabredung; ich ruf‘ meinen Vater auf dem Handy an und frage, was los ist, und er verkündet, sie hätte keine Lust, sich fertigmachen zu lassen. Angeblich hätte ich ihr vorgeworfen, nie Liebe oder Zuneigung von ihr bekommen zu haben. Was mich (neben latent prominenter Aggression, was wohl verständlich ist) in Sorge versetzte, weil ich so etwas wirklich nicht einmal um drei Ecken herum hatte verlauten lassen und mir mittlerweile wirklich Gedanken um ihre Wahrnehmung mache. Jedenfalls hatte ich, als ich heute aus der Arbeit kam, so eine gute Laune, dass ich mir dachte, okay, ich ruf‘ mal an – ist ja nicht so, als wäre ich nicht eh immer diejenige, die am Ende wieder ankommt. Egal was man mit mir anstellt.

Dann jedenfalls habe ich wieder nur meinen Vater erreicht, mit dem ich mich daraufhin übel zerstritten habe, meine Laune war im Keller und alles an gutem Willen wie weggefegt. Und nach dem, was er mir noch erzählt hatte, wollte ich dann auch bestimmt kein klärendes Gespräch mit meiner Mutter mehr führen. Als mich diese eine halbe Stunde später allerdings selbst nochmal anrief – gnädig gestimmt, immerhin war ich ja angekrochen gekommen – habe ich es trotzdem fertiggebracht, mit ihr ruhig und diplomatisch zu reden, und damit auch meine eigene Stimmung wieder ein wenig verbessert. Außerdem habe ich mit Janine und Robert geredet, was auch geholfen hat, sehr sogar.

So viel dazu. Ich habe also nicht umsonst diesen Antrag auf nachträgliche Anmeldung zu meinen Klausuren durchgebracht – einer von fünf Kursen ist schonmal bestanden. (Ich tue jetzt einfach mal so, als wäre es noch nicht ersichtlich, dass ich Euskera auch bestanden habe; immerhin steht die Note ja noch nicht drin.) Und ich habe mich an meinen eigenen Haaren auf eine Party gezogen und dort Spaß gehabt, wirklich einige sehr nette Menschen kennengelernt und mich mit ihnen gut unterhalten, und das Ganze ohne übermäßigen Alkoholkonsum.

Und ich bin einfach so tierisch froh, dass die Klausuren vorbeisind. Heute Abend ziehe ich um, wenn alles gut geht. Und jetzt wird erstmal geschlafen; ich bin fix und alle.

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Artgenossen

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Ich komme gerade vom Foodsharing-Kennenlerntreffen, welches sehr, sehr schön war. Sogar für mich Gruppenphobikerin. Es gab vier Neulinge und zwei Interessierte aus anderen Städten, die extra zu uns gekommen waren – eine von zweieinhalb Zugstunden weg – und sie waren sich alle miteinander einig, dass es sich gelohnt hatte zu kommen. Das hört man doch gerne. Ich habe mich zusammen mit Raja mit zweien von hier aus der Stadt unterhalten. Es war so schön. Mehr Gleichgesinnte! Sie waren genauso begeistert von uns wie wir von ihnen; sieht aus, als würde unser Grüppchen demnächst expandieren.

Außerdem habe ich heute zum letzten Mal – vorerst – Felix, Carmens Schüler, unterrichtet; mit seiner Mutter verstehe ich mich aber auch ganz ausgezeichnet (und mit ihm auch, soweit es halt möglich ist, sich mit knapp 13jährigen Jungs ganz ausgezeichnet zu verstehen), und wir haben abgemacht, dass ich, wann immer Carmen mal nicht kann, als Ersatz einspringe. Und dazu kann ich mich immer, wenn ich möchte, bei ihnen melden und vorbeikommen, um auf ihrem Klavier zu spielen. Hallelujah. Das hat’s ja schon wieder gebracht, die paarmal, die ich dawar.. Ich bin froh. Sehr. Und hoffe, dass Felix nicht nächste Woche den Vokabeltest verhaut. Wenn er noch ein Mal vergisst, dass „stehen“ nicht „to stay“ heißt, ziehe ich ihm persönlich die Ohren bis nach China lang.

Morgen wird wieder mal ein ganz spezieller Tag – ich habe nichts vor. Oh, welch ein Luxus. Eigentlich wollte ich Montse umziehen helfen und danach mit ihr und den anderen Helfern in ihrem neuen Haus Paella essen, aber sie fühlt sich nicht gut und hat den Umzug abgeblasen. Susanna (eine Mitgründerin unserer lokalen FS-Gruppe) meinte vorhin, sie würde mich zu einer Couchsurferparty mitnehmen (wo ich natürich wieder enthusiastisch zugesagt habe, ohne daran zu denken, dass ich mir einen Gammeltag machen wollte) – falls sie sich noch meldet, wäre ich also am Abend schon wieder weg, aber hey, immerhin würde das meinem Rausgehrekord von mittlerweile 35 Tagen hintereinander nur guttun.

Auch wenn Trudi ja eigentlich gemeint hatte, vielleicht würden sie bei ihrem Kumpel Olli in der WG etwas machen, wo ich in jedem Fall supergerne dabeiwäre. Vielleicht zur Abwechslung ohne ihnen Anlass zu geben, die Badezimmertür auszuhängen. Olli hatte eh zu mir gesagt, ich könnte gerne mal abends vorbeikommen und mit ihnen jammen. Meine betrunken-befreiten Gesangskünste scheinen es in sich gehabt zu haben, wenn man mir so ein Disaster verzeiht und mich tatsächlich nochmal ins Haus lässt. Würde ich mich bloß ein bisschen besser dran erinnern. Aber andererseits wäre es dann wahrscheinlich nicht so gut gewesen. Ich sollte mal anfangen, zu versuchen, mit weniger Alkohol singfähig zu werden. Challenge für April, au ja. Zusammen mit..? Ich hätte ja fast gesagt, Augenkontakt, aber ich brauche eine einfachere, nicht zwei so Hammer auf einmal. Darüber denke ich irgendwann nochmal nach. Jetzt wird erstmal das Wochenende gefeiert.

Guter Kitsch

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Auch wenn Laura angesichts meiner Affinität zu dieser Art.. ich zögere zu sagen „Wunschtraum-Geschichte“ gerne mal verbal die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und mir teilweise wirkliche Zweifel hervorruft, ob es eine Berechtigung dafür gibt, was ich ihnen für Gefühle entgegenbringe.. es ist einfach nur hundertprozentig lebensqualitäterhöhend.

Way Back Into Love

Wer hätte gedacht, dass Hugh Grant singen kann. (Und dann noch so. Würde er jetzt noch ein bisschen weniger haaauchen.) Heute Abend, habe ich eben beschlossen, ist es mal wieder Zeit für den dazugehörigen Film. Aww, ich freue mich jetzt schon. So ein wunderbar-wunderbar-wunderbar schöner Film.

Mir geht es ganz wunderbar gut. Ungeachtet aller Kleberei an Tagen und Zahlen, einwandfrei herrliche Laune habe ich. Und um es nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, das Kopenhagen-Green Day-Konzert ist auf den Tag genau vier Jahre her. Und Sarah hat Geburtstag. (Und hat mein Geschenk zwei Tage zu früh aufgemacht, weil sie die Nachricht auf dem Packzettel übersehen hat, so ein Huhn! Wäre mir niemals passiert, ganz bestimmt nicht.)

Unheimlich.

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Lenas Geburtstagsraclette war schön. (Ich hatte beim Vorbereitenhelfen wie meistens mehr Spaß als nachher, als die ganzen Anderen gekommen sind und ich mich wieder zu meinem von zu vielen unbekannten Menschen umrundeten ängstlichen unsicheren Selbst transformiert hatte. Welches zugegebenermaßen schon Fortschritte gemacht hat, dank intensiver Arbeit. Ich kann inzwischen immerhin wirklich ausgezeichnet zurückreden. Das Reagieren habe ich echt schon gut drauf, nur mit dem Agieren will es nicht so klappen.)
Natürlich war ich übermüdet wegen der ungeplanten Art, meine gestrige Nacht zu verbingen. Und nachdem ich den ganzen Tag lang fast ununterbrochen mit Stressgefühl rumgelaufen bin, war es eigentlich auch kein Wunder, dass ich so fertig war. Aber jedenfalls war ich nicht in der Verfassung, irgendwelche sozialen Glanzleistungen zu vollbringen heute Abend. Dafür habe ich – schönste Zeit des Abends – mit Sebi ein bisschen Abwechslung in die routinige Geburtstagsliederreihe gebracht, indem wir schnell in ein paar Minuten dieses schöne Söngchen bei ihm im Zimmer einstudiert und dann vorgespielt haben

..was uns einen schönen Applaus einbrachte, und Dominik, Janines Freund (Janine hat früher in Lenas WG gewohnt), meinte sogar zu mir, ich könnte wirklich gut singen. („Mein Bruder ist Stimmbildner und Chorleiter! Ich muss nicht rumlabern, es ist so.“) Sebi hat sich auch gefreut, dass es so schön geworden war, und hat mich mit seinen unheimlich kalten Händen abgeklatscht. („Meine Extremitäten sind immer irgendwie ein bisschen kälter.“) Und Lena hat sich über das Plätzchenrezeptebuch und die obligatorische CD (ich habe ihr ¡DOS! geschenkt, bot sich ja an, wenn es schon am Freitag vor ihrem Geburtstag rauskam) auch gefreut. Und ich habe – wo ich schon halb am Kollabieren war vor Müdgkeit und eh niemandem durch meine bloße Anwesenheit eine große Freude bereitet hätte, ziemlich viel geholfen, zwischendrin mal abgespült, geschaut, was halt gemacht werden musste, und darauf gebaut, dass Lena – an sich ganz bestimmt keine schlechte Gastgeberin – mit ihren vielen Gästen einfach nicht auffallen würde, dass ich nicht so wirklich wusste, was ich sonst machen sollte. Ich wollte ihr heute auch nicht von meiner Riesenverwirrung erzählen, immerhin war es ihr Geburtstag und sie hatte genug zu tun. Demnächst kann ich sie ja aufklären, dann versteht sie vielleicht auch, warum ich zeitweise rumgelaufen bin wie ein Zombie.

Ja. Und dann will ich nach Hause fahren und verpasse ernsthaft meine Bushaltestelle. Ich bin geradewegs durchgefahren und habe es nichtmal bemerkt bis kurz vor der nächsten Station, so fasziniert war ich von dem in meiner immer noch auf random eingestellten Wiedergabe erschienenen All Signs Point to Lauderdale und der mit dem Song einhergehenden Erkenntnis, dass seitdem ich gestern mit Caro geschrieben habe, ich keine wirkliche Anwandlung von Şahin-Schmerzen hatte und auch ein fast schon obligatorischer Trigger wie dieser daran nichts änderte. Nichtmal ein Hauch von Verzweiflung.
Es ist unheimlich.

Und dann komme ich, nach einer abenteuerlichen nächtichen Wanderung durch unbekannte Gefilde, zu Hause an und gerade, als ich den Laptop wieder angeschmissen habe, schreibt mir Caro eine Facebook-Nachricht. Ich war ja kein bisschen denkfähig mehr und habe ihr erklärt, dass ich KO bin und ins Bett muss. (Was ich nicht erwähnt habe, ist, dass ich zwar KO bin, aber auch voll mit Red Bull und Cola, die ich mir bei Lena reingekippt hatte, um überhaupt den Abend irgendwie zu überstehen, sodass Schlafen trotz meiner enormen Müdigkeit schwierig werden könnte. Andererseits.. so fertig wie ich bin, ich könnte noch einen Red Bull trinken und trotzdem durchschlafen bis morgen um drei pm.)
Es ist unheimlich.

Tagesende

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Also. Der Ausflug zum Hörnle war see-, wetter-, umgebungstechnisch natürlich wunderbar. Wir haben alle wenig geredet, aber es war okay. Nicht zu awkward. Vielleicht bin ich da aber auch einfach nur vergleichsweise abgebrüht und halte mehr Awkwardness aus als Andere, weil ich sonst fast gar keine Chance hätte zu überleben. Danach waren wir noch kurz auf einem winzigen Privat-Grundstücksflohmarkt, wo Sarah sich eine (meiner Meinung nach an Hässlichkeit kaum zu übertreffende, aber okay, Geschmackssache) Handtasche geholt hat und ich mir ein goldenes Zierkännchen, das sich laut ehemaliger Eigentümerin auch hervorragend zum Gießen kleiner Blumen eignet.

Pünktlich um viertel nach fünf waren wir auch wieder zu Hause und ich habe mir noch schnell den letzten Rest meiner Woknudeln warmgemacht, von denen ich mich wegen Überproduktion diese Woche fast ausschließlich ernährt hatte. Dann kam Sebi und ich war natürlich damit überfordert, Tee zu machen, habe den halben Inhalt meines Küchenregals aus selbigem in Richtung Boden gefegt und mich überhaupt mal wieder ziemlich typisch benommen, aber immerhin habe ich heute kein ganz dramatisches Disaster angerichtet. (Das mir bewusst geworden wäre.) Dankenswerterweise hat er nichts mehr zu gestern verlauten lassen. Er ist ein sehr verwirrender Mensch. Oder vielleicht bin ich auch einfach nur mal wieder überdurchschnittlich verwirrt.

Gole Yakh hat am Ende schon ziemlich gut geklappt, soweit Sebis gesangliche Fähigkeiten (oder das, was er an deren Stelle hat, namely ein abartiges Selbstbewusstsein und ziemlich viel Empathie) und meine für Zweitstimme natürlich elementaren Persischkenntnisse (oder das, was ich an deren Stelle habe, namely ziemlich weit ausgebaute Persisch-Unkenntnisse) es denn zulassen. Lena kam dann irgendwann gegen sieben und machte dank ihres übermüdeten Zustandes – wie sie beteuert – einen eher weniger enthusiastischen Eindruck, als wir es ihr vorspielten. Als Sebi wegwar, haben wir uns zwei Pizzas in den Ofen geschoben und dann, als sie fertigwaren, zusammen Once geguckt. Das wollte ich immerhin seit über einem Jahr mit ihr machen und es wurde ja auch Zeit, ihn seit genausolanger Zeit mal wieder zu sehen.

So habe ich es also überlebt. Wesentlich gefasster, als ich befürchtet hatte, noch dazu. Sprich, der Totalzusammenbruch Schrägstrich SuperGAU ist ausgeblieben und ich glaube, die paarmal, die ich kurz davor war, hat man das nichtmal unbedingt so mitbekommen. Also ein Erfolg. Und ein schöner Ersatz für das Glen-Konzert in Frankfurt, zu dem ich eigentlich ja morgen Abend mit JO hätte gehen wollen, wäre sie nicht spontan nach England geflogen.

Oh Love

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Ich kann es nicht glauben, aber sowas von gar nicht. Was genau hat Green Day eigentlich für ein Problem? Sie können sich offensichtlich nicht entscheiden, ob sie mein Leben nun voll und ganz ruinieren oder es erst lebenswert machen wollen.
Momentan befinden sie sich jedenfalls zur Abwechslung mal wieder ziemlich eindeutig auf Lebensrettungskurs. Das hier ist die neue Single, Oh Love, die heute herauskam.

Höre sie an!

Ich kann nicht erwarten, mit Laura und JO und Robert dieses Werk zu besprechen. Mal schauen, ob Robert bis heute Abend auch beschlossen hat, es zu mögen. Bis jetzt findet er es noch „irgendwie strange“.

Aber naja. Ich dachte ja auch zuallererst, es wäre entsetzlich. Und nun, auf einmal, ist die alte Hyperness de siempre wieder da. Und ich bin sowas wie glücklich. Ich bin ganz verwirrt. Ich konnte zuerst dieses Gefühl gar nicht einordnen. Ich dachte schon, die Band hätte mal wieder ein Wunder vollbracht und mich auf einmal von Depressionen geheilt. Dann langsam habe ich gemerkt, dass das die gute alte – immer recht kurzlebige, aber umso packendere – GD-Hyperiosity war. Hätte ich nicht mit gerechnet, ich hatte eigentlich eher keine Lust auf neues Material von ihnen. Green Day ist halt.. Green Day.

Und daher weiß ich, dass da irgendwo weiter oben in meinem Bundesland zwei Leute heute zusammen in ihrer Wohnung das Lied anhören. Jetzt gerade vielleicht, oder heute abend, oder vor ein paar Stunden, auf jeden Fall kann ich mir sicher sein, dass sie irgendwann an diesem Tag das Gleiche gehört haben werden wie ich. So sicher war es nichtmal bei den Deutschland-WM-Spielen.

Und irgendwie ist es jetzt alles noch realer als vorher. Wie ist es möglich, das nicht mit ihnen zu teilen? Zusammen auszurasten, zu interpretieren, sich zu freuen? Und was für ein Parameterwechsel da bei mir im Kopf stattgefunden hat im letzten Dreivierteljahr, dass ich jetzt den Song höre und mein erster Gedanke ist, „ich muss gleich mal die Akkorde herausfinden, um es zu spielen“. Nicht „Ich kann nicht abwarten, bis ich meine Hälfte sehe, um es zusammen zu covern“. Da könnte ich ja auch lange warten. Und auch nicht „das ist nun also der erste GD-Song, den ich hundertprozentig niemals in meinem Leben mit Şahin covern werde.“ (Das fiel mir gerade vorhin erst auf.) Nichtmal „hätte ich nur meine Hälfte noch, so kann ich den Song nicht covern“. Dafür hat man sich ja Gitarrenstümpern beigebracht. Gerade jedenfalls rettet mich diese Entscheidung definitiv vor einem zerstörerischen depressiven Anfall.

(Und dazu die Frage, mit wem spielt er nun die neuen Songs? Mit wem? Hochschulband ist bestimmt nicht so regelmäßig jetzt in den Semesterferien, wenn überhaupt. Alleine? Er kann aber doch gar nicht singen. Zumindest denkt er das. Oder dachte es, bevor ich ihm über Jahre hinweg zugesetzt habe, dass er es doch versuchen soll. Er hat sich ja davor nichtmal getraut, einen Ton von sich zu geben. Jetzt singt er. (Oder tat es zumindest, als wir noch kommuniziert haben.) Nicht so wirklich gut zwar, und kaum hörbar, und er musste immer husten dabei und hatte gar keine Ahnung, wie man die Stimme so kontrolliert – aber immerhin. Und der Rest kommt mit der Übung. Befürchte ich. Ich könnte mich killen, dass ich ihm das Selbstbewusstsein noch gegeben habe, und gerade als es anfängt, Früchte zu tragen, werd‘ ich abgeschossen. Am Ende hab‘ ich noch dafür gesorgt, dass er nichtmal mehr eine Hälfte braucht. Applaus bitte für diesen grenzenlosen Fail.)

Aber davon mal abgesehen, GD ist zurück. Und umwerfend wie eh und je. Und vielleicht verzeihe ich ihnen ihren Teil des Schlamassels. Dafür müssten die drei Alben nun aber verdammt gut werden. Aber sie scheinen ja schon auf dem richtigen Weg zu sein. Also ja. Vielleicht verzeihe ich ihnen.

Yeah I want it but no I don´t need it..

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Tell me something sweet to get me by… (If It Means A Lot To You, A Day to Remember.)

vorhin die Aufnahme von Sahin und mir gehört und mir ist fast die Luft weggeblieben. -Nicht weil sie so perfekt wäre. Eher im Gegenteil. Der arme Sahin, der immer bei männlichen Parts und Zweitstimmen als Sänger herhalten muss! Und ich selber bin vielleicht wenn wir´s noch zehnmal aufnehmen so weit, dass ich auch wieder ordentlich singen kann und mir nicht mehr dieses übertriebene Glücksgefühl die Stimme so unkontrollierbar macht. -Meine Stimme hat dieses Problem; wenn ich mich zu sehr freue, wird sie unkontrollierbar. Oder wenn mir kalt ist. Oder wenn beides zusammentrifft, wie beim ersten Redundant Nimrods-Treffen. Die Aufnahmen waren auch.. andere Geschichte, andere Geschichte.

Aber ich meine, wie lange habe ich das Lied jeden Tag stundenlang gehört und mich davon motivieren lassen, wieder nach Hause zu wollen? (Costa Rica ist vieles, aber bestimmt nicht das Land der Welt, in dem Menschen, die Musik machen, in Abundanz an den Bäumen wachsen. Ebensowenig wie übrigens Klaviere.)

naja, wenn du willst, hier, hör´s dir an.

If It Means A Lot To You