Schlagwort-Archive: Spekulationen

Neulich am See… (Because why the hell not.)

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Wenn man bedenkt, dass ich in Heulkrämpfe ausbreche, sobald jemand in meiner Gegenwart das Wort „Poly“ auch nur in den Mund nimmt (wobei „Polyester“ noch halbwegs zu verkraften ist, „Monopoly“ dagegen schon immer unangenehme Konnotationen weckt und ich jedes Mal zu Gowai bete, dass niemand das Wort an sich aufschreibt, wenn die vier Buchstaben in entsprechender Kombination bei Boggle auftauchen)… mag es vielleicht absurd anmuten, dass ich vor etwa zwei Tagen meinen Freund bat, mich zu verkuppeln.

Dazu sollte allerdings gesagt sein, dass ich nicht davon ausgehe, tatsächlich verkuppelt zu werden. Ich bin nicht gerade leicht zu verkuppeln; nicht dass es oft Menschen versucht hätten (und das eine Mal, dass es doch versucht wurde, war es zugegebenermaßen nicht das Abwegigste, das man hätte tun können – an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Susmita für den Versuch), aber man kennt ja sich und seine… wie heißt das… Schrullen. Genau. Das war’s.

Die Idee kam eigentlich sehr spontan und hatte vor allem den Hintergrund, dass ich gerne wissen würde, was für Kandidaten mir R zu Verkupplungszwecken so vorführen würde. Es würde schlichtweg an ein Wunder grenzen, wenn er es tatsächlich schafft. Andererseits sehe ich seinen Bemühungen (die, so, wie er sich darüber gefreut hat, ganz sicher irgendwann mal anlaufen werden) in dem Wissen, dass für mich dabei zunächst nichts auf dem Spiel steht, mit Neugierde entgegen. Ich bin monoamor; ich habe es schon dreißigtausendmal erwähnt, aber es muss ein weiteres Mal sein: Selbst meine Celebrity-Crushes verliefen in all ihrer übertriebenen Heftigkeit auf dem Zeitstrahl linear. Ich bin so gebaut. Mein Hirn ist nicht auf Abwechslung gepolt, nicht im Geringsten; mein Bedürfnis ist nicht das nach der Ausfüllung möglichst vieler Andockstellen, sondern die vollkommene, hundertprozentig sichere Verbindung mit einer. Ich bin mir demnach bewusst, dass eine erfolgreiche Verkupplung ohne Wenn und Aber dafür sorgen würde, dass meine Zuneigung zu (oder sagen wir, emotionale Abhängigkeit von) R ein schlagartiges Ende fände. Muss ja. Allein aus Selbstschutzgründen, da er sogleich verlauten ließ, dass aus einem Verkuppeltwerden meiner letztendlich die Öffnung der Beziehung zu beiden Seiten zu folgen habe. Und da, aller hypothetischen Bereitschaft zum Trotz, ich einen Punkt in meiner Entwicklung, an welchem ich eine solche Situation nervlich toleriere, in diesem Leben nicht mehr erreiche, werde ich die Gefahrenquelle fallenlassen wie eine heiße Kartoffel.

Aber wie erwähnt – ich bin nicht der Meinung, dass es geschehen wird. Kann nicht. Passt in meine Matrix nicht. Auch wenn ich mir sicher bin, dass, was hier den Eindruck einer Abwehrhaltung hervorrufen könnte, mich nicht davon abhalten sollte, etwaigen Ereignissen diesbezüglich offen in die Augen zu blicken.

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System Failure

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Jetzt bin ich auch erkältet. Verdammt, ich hab‘ mich erstmals bei R angesteckt, das bedeutet nichts Gutes für den Genpool unserer hypothetischen Kinder.

Ich werde jetzt BA schreiben. Muss ja.

Schau mal.

Hypothesen und Vorhaben

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Oh Shit, mir wird immer noch schlecht, wenn ich das Bild von da unten sehe.

Abgesehen davon: Ich habe mir mal wieder Gedanken gemacht (zu viele davon, um ehrlich zu sein), was passieren würde, wenn ich mal schwanger werde. Ich überlege mir das ab und an und komme je nach Stimmungslage zu unterschiedlichsten Ergebnissen. Das positivste unter ihnen habe ich eindeutig heute erreicht, als ich mir auf einmal dachte, hey, es wäre doch eigentlich wirklich zu überleben. Zumindest zeitpunkttechnisch. Ich bekomme mein Studium fertig, ich bin psychisch ganz gut drauf, meine Eltern leben in der Nähe. Meine Großeltern leben noch (und würden sich, wenn auch über alle Maßen schockiert, ganz sicher ’ne Packung Kekse freuen). Ich hab‘ Unterstützung von meiner Familie und finanzielle Rücklagen auf der anderen Seite. Und ich habe genug Vertrauen in R, um anzunehmen, dass er sich trotz seiner erklärten Abneigung gegen die Vorstellung, sich zu reproduzieren, nicht so ohne Weiteres aus dem Staub machen würde.

So viel dazu. Ich bin heute eh super stabil, früh aufgewacht und schon produktiv gewesen – nach einer Woche Untätigkeit habe ich tatsächlich wieder mal ein bisschen was BA-mäßiges gearbeitet und immerhin ein paar Absätzchen zustandegebracht. Gleich geht’s Essen retten (allein – Jana hat abgesagt, weil ihr Sohn Fieber hat) und heute Abend kommt Sarah zum Proben. R ist auch auf dem Rückweg und wird so ungefähr gleichzeitig mit Sarah hier eintrudeln. Er rief gestern Abend noch an und berichtete nebulös von irgendwelchen Pseudodramen, die sich bei ihm in der Familie abgespielt hätten; ich schätze mal, nichts zu Dramatisches. Eher so in Richtung „das Übliche“, wie ich es von meinen Eltern auch nicht anders kenne.

Jetzt gehe ich mich umziehen. Der Rest des Tages wartet.

Wanda.

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„Egunak oraindik ez du argitu baina… oskarbi dago zerua.“

Nein, andersherum. Egunak argitu du orain baina hodeitsu dago zerua. Hodeitsu dago egun osoa.

Ich bin müde, und das ist noch leicht untertrieben. Aber natürlich kann ich jetzt nicht schlafen, sonst bin ich ja tot, wenn ich nachher zu Lisa fahre. Und danach ist Probe mit Sarah und Moritz, also vorerst keine Chance auf Erholung von den Strapazen der letzten Nacht.

Kepa hat mich angerufen, während ich in der Uni war. Wenn ich nur wüsste, was er wollte. Nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich gerade in Euskera sitze, hat er sich geweigert, es mir mitzuteilen. Er würde es dann später nochmal versuchen, sagte er. Ich habe ihn zurückgerufen, als ich rauskam, aber er ging nicht ran. Er macht mich noch vollkommen fertig macht mich dieser Mensch.

Ich schlafe jetzt einfach trotzdem. Sei ich auch nachher tot. Containern muss ich auch noch; meine Eltern kommen morgen für ihren zweiwöchentlichen Großeinkauf in die Stadt, ganz nach Schweizer Manier, und natürlich möchte ich ihnen so viel es geht davon abnehmen. Dafür nehme ich sogar in Kauf, nach der Probe nochmal loszutingeltangeln, obwohl ich bis dahin wahrscheinlich komatös bin.

Kepa schrieb mir eben, er wäre jetzt auf der Arbeit und würde mich später anrufen. Ich bin vollkommen verwirrt. Warum will er mich jetzt unbedingt anrufen, was ist denn los? Er ruft mich nie an, außer es ist etwas Dringendes. Organisatorisches meistens. Oder aber um mir zu sagen, dass ihm ich nicht über Facebook die drogendealerischen Tätigkeiten meines Hundes mitteilen soll. (Und daraus resultierte dann unser einziges, dafür aber vierstündiges Skypegespräch. Ich bin also mehr als froh, es doch getan zu haben.)

Na wunderbar. Jetzt habe ich es tatsächlich geschafft und bin nunmehr paranoid, dass es was Fürchterliches ist und etwas mit Namibia zu tun hat, oder aber mit mir, oder noch schlimmer, mit Beidem, der absolute Super-GAU.
Worst Case Scenario? Lass mich überlegen. Er hat wirklich irgendwas Unentschuldbares daran gefunden, wie ich den Luxmensch in unsere Reise einschleusen wollte. Oder allgemein irgendwelche negativen Gefühle mir gegenüber. Verachtung? Oder er ist sauer? Selbst die allerharmloseste Genervtheit wäre genug, um mich fertigzumachen. Allerschlimmstenfalls wäre er darauf aus, mich zu verletzen. Natürlich ist dem nicht so, zumindest wäre das niemals sein vordergründiges Ziel. Aber was weiß ich denn, ob es nicht zwangsläufige Konsequenz aus dem ist, das er mir zu sagen hat. Ach, keine Ahnung, ich habe einfach nur eine schwammige, undefinierte Panik, er könnte mich aus dem Fenster schmeißen.

Haha, weißt du, am Ende ist es irgendwas total Stumpfes wie.. Aber mir fällt nichts ein, nichts Stumpfes, weswegen er mich anrufen sollte. Die ganze Zeit nicht bei Facebook antworten und dann auf einmal anrufen. ARGH.

Mein Kopf ist unglaublich platt, habe ich das Gefühl, nach den drei Stunden Euskera. Heute war wirklich hart. Hart, aber gut, natürlich. Daniel hat ein paarmal im Hika mit mir geredet (was Sinn macht, weil wir ja dabeisind, ihn durchzunehmen, den Hika). Ich wäre fast geschmolzen. Irgendwas ist sehr, sehr verkehrt mit mir. Das darf man gar keinem erzählen, was ich für einen merkwürdigen Hika-Fetisch habe. Wie gut, dass kaum ein Mensch die Kunst des Hika beherrscht, sonst wäre ich leichte Beute für jeden, der mich in irgendeiner Weise instrumentalisieren möchte.
Ich weiß, wer niemals erfahren darf, was es mit mir und dem Hika auf sich hat, Basti nämlich. Der würde auf der Stelle alles stehen und liegen lassen und sich daran machen, den verdammten Hika zu lernen – und er würde es schaffen – und dann würde er zeit seines Lebens nur noch Hika mit mir reden und ich müsste zusehen, wie ich es fertigbringe, nicht vollkommen wehrlos zu werden ob der Wirkung der Wörter. Es reicht ja schon, dass er anfängt, seine Facebooknachrichten mit simplen (aber nichtsdestotrotz effektiven) Wörtern auf Euskera zu versetzen. Verdammt sei mein Faible für diese Sprache, es sei verdammt. Ich komme mir wirklich vor wie.. hier. Schau. Language fetish at its best – wohl auf ewig eine meiner lebensdefinierendsten Szenen.

Whatever happened to the "right to know".

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Was für ein Chaos. Ich habe eine Stunde lang vergeblich nach meiner allerletzten Notration belgischer Gebrannte Mandeln-Schokolade gesucht, dabei die gesamte Küche von oben bis unten umgekrempelt und saß am Ende geschlaucht und resigniert mit einer zweiten Schüssel Suppe und Keyboard-Alex am Tisch (der auch eine Schüssel Suppe hatte; so viel zum Thema, ich hätte heute genug gemacht, um mich eine Woche lang davon zu ernähren). Ich kann es einfach nicht glauben. Wo ist meine Schokolade hin, ich habe sie so lange so diszipliniert aufbewahrt.

Ich würde gern dem Kepa-Pedro schreiben, wie seine Klausur heute war. Er hat fünf Stück diese Woche, eine an jedem Tag. Was es überhaupt für eine war. Ob es eine von den beiden war, für die zu lernen er sich noch vorgenommen hatte, wenn schon die anderen drei aus dem nie existenten Lernplan gestrichen wurden. Machen allerdings kann ich das nicht, der heiligen Anti-Spam-Regel sei Dank. Was dazu führt, dass ich rumhänge und komplett durchdrehe, weil alles unkommentiert ist und unverbindlich und ungeklärt und mein Kopf mir die schrecklichsten aller Dinge sagt. Ich schlage mich eigentlich noch ganz wacker bisher, werde weder von Komplexen noch random Heulkrämpfen geplagt, noch bilde ich mir ein, der ganzen Welt egal zu sein. Das muss auch mal lobend erwähnt werden und stellt definitiv einen Fortschritt dar (oder beweist mir einfach ein Mal mehr, dass die Medis Wunder wirken). Andererseits frage ich mich, ob Kepa-Pedro entgegen allem, was ich in dieser Welt je für möglich gehalten hätte, ein Player allererster Klasse ist und mich so grund- wie ahnungslos in furchtbare Verwirrung gestürzt hat. Irgendwie sträubt sich mir bald schon die Wirbelsäule ob dieser Unterstellung, aber ich habe keine Ahnung, was ich sonst annehmen soll. Das stellt dieses gewaltige Nichtvorhandensein von Kommunikation mit mir an. Warum kann nicht ein Mal irgendwas einfach einfach sein, warum. ARGH.

Und was ist überhaupt los, ich hatte so wunderbare Laune vorhin. Heute gab’s Campus-Tüten an der Uni, ich hab‘ mir gleich zwei Stück ergattert und bin hocherfreut über die wunderbare Ausbeute. Dazu kommt, dass mich Gian, mein einer Chef, heute Mittag anrief und wissen wollte, ob ich Kapazität für einen Übersetzerjob außerhalb der Arbeit hätte. Ich habe meinen ersten fucking eigenen Auftrag! Wenn du ahnen könntest, wie hyper ich heute an der Bushaltestelle vor mich hingejubelt habe.

Nach dem Gespräch mit Gian war ich kurz zu Hause, dann schnell bei der Tafel, dann wieder zu Hause, dann wieder in der Uni – Hasan Bey hat uns wieder Kürbis aus seinem Garten mitgebracht; diesmal habe ich auch etwas genommen und die Hälfte davon gleich im Anschluss mit Kartoffeln, Chili, Zwiebel und Ingwer zu Suppe verarbeitet. Sowohl Trudi als auch Hannes, Alex und ich mochten sie, dementsprechend ist sie jetzt weg (statt, wie eigentlich vorgesehen, portionsweise abgefüllt und eingefroren). Macht aber auch nichts; mit den Vorräten von Trudis Eltern herrscht hier wirklich momentan nicht gerade Nahrungsmangel.

Und, noch ein Grund für gute Laune (auch wenn es mich fast schon wieder dazu bringt, Kepa zuspammen zu wollen) – Sarah hat mir Samstag nach unserer Tortenproduktion einen Becher Schlagsahne dagelassen, somit kann ich mir Irish Coffee machen. Darauf warte ich, seitdem ich irgendwann vor bestimmt einem halben Jahr diese vier Stück Irish-Coffee-Mischungen von der Tafel gerettet habe (ja, wirklich. Sie dürfen keinen Alkohol verkaufen, deshalb kamen die geradewegs zu Foodsharing). Endlich!

Ich fasse es nicht; ich glaub‘, mein links-unterer Weisheitszahn kommt raus. Scheiße, vielleicht sollte ich doch mal wieder zum Zahnarzt?

Wie schlimm das ist. Wieso bin ich eigentlich immer diejenige, die dahockt und zu viel denkt – Patiens – und der Agens tummelt sich quietschvergnügt in der Weltgeschichte, tut und lässt, was er will, und haut Klausuren aus dem Ärmel. Er wird sich wunderbar dabei konzentrieren können, was ich verstörend finde, aber beneidenswert. Irgendwann bin ich auch mal so, vielleicht. Ob es erstrebenswert ist oder nicht, ich will auch.

Sonnenresistenz

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Das ist quasi schon über-ironisch, wie ich Şahins Geburtstag mit Panik in der Arbeit verbracht habe, weil es mir plötzlich in den Sinn kam, es könnte vielleicht awkward werden, einen Monat mit einem Mensch im namibischen Nichts zu verbringen, den ich einerseits ganz gut und andererseits doch wieder kaum kenne und aber in jedem Fall genug mag, um mir Sorgen darüber zu machen, was er von mir hält. (Was wiederum eine leichte Untertreibung ist, aber als Einziges für das Problem relevant.) Wie immer bei solchen Gelegenheiten (und je mehr ich mich mit der Planung beschäftige) überlege ich mir irgendwann, was für Seiten von mir zum Vorschein kommen, wenn ich mich solch einer ungewohnten Situation aussetze, und ob die Seiten schrecklich sind und dazu führen können, dass meine zweite Haut zu transparent wird. Das wäre doch fürchterlich; ich kann es nicht gebrauchen, das man sieht, wie wenig lebensfähig ich mir eigentlich vorkomme.

Andererseits ist das Ganze absurd, denn auf Transparenz bin ich doch immer so bedacht.

Ich muss Sonnencreme mit nach Namibia nehmen, Massen davon, gar keine Frage. Dann bleibt schon alles an Haut intakt.

In vino veritas? In dem Fall bin ich ein Kürbiskopf.

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Was ich vermutlich eh bin, aber gestern wohl ganz besonders.
Den letzten Eintrag lesend:
Okay, Tippfehler vielleicht nicht, aber oha, was ist denn da in mich gefahren. Das klingt ja wie der blanke Neid. Natürlich will ich gar nicht erst bestreiten, dass Neid und Missgunst mich tatsächlich manchmal heimsuchen – mehr als vertretbar ist – aber.. So schlimm?

Dabei hänge ich gerade den zweiten freien Tag in Folge zu Hause und höre Ken Zazpi und bin nur am Grinsen, weil es so schön ist (Haizea! Keine Worte können der Schönheit von Haizea gerecht werden), und denke über das Leben nach und freue mich so tierisch über die Ruhe – mich würden keine zehn Pferde jetzt nach Andorra kriegen. Okay, vermutlich würde mich ein begeisterter und motivierender Mensch, der mir ein Flugticket schenkt und sagt, „lass uns jetzt nach Andorra gehen, ich kenn da jemanden, bei dem wir pennen können, und zeig dir alles und bring dir was Catalán bei, damit du dich verständigen kannst“ ohne Probleme jetzt nach Andorra kriegen, aber jeder weniger stichhaltige Versuch wäre fruchtlos. Außerdem bin ich ja eh verabredet und könnte gar nicht nach Andorra, außer, Sarah und Peruaner-Pedro wären (was nicht unwahrscheinlich wäre, zugegebenermaßen) die treibende Kraft hinter dem Projekt. Sprich, Kepa-Pedro ist sein turbulentes Treiben in allen möglichen Teilen der Welt durchaus neidlos zu gönnen. Und wäre es in jedem Fall.

Was sagt Ken Zazpi dazu? „Dena da polita, desberdina, begi aurreran ikusten ez duguna.“

Nire Lurrari

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Euria izan nahi dut, baina…
ur tanta bat naiz.

Ich spamme einfach mal hier. Besser als anderswo.

Dieses Lied hatten wir noch nicht, auch wenn dir, selbst andernfalls, es wahrscheinlich recht egal wäre. Du weißt nicht, was du verpasst. Du weißt es einfach nicht.

Dieses Lied nun, Nire Lurrari, ist ganz wunderbar mehrdimensional. Oder könnte es zumindest sein; dafür wären ein paar Euskera-Kenntnisse hilfreich. Die fehlen mir, also kann ich nur spekulieren, ob es zumindest unter Herbeiziehen von künstlerischer Freiheit nicht möglich wäre. Nire Lurrari, „a mi tierra“, aber doch irgendwo auch „a mi mundo“. Oder nicht? Es wäre so wunderbar. Selbst wenn ich die ganze andere Bedeutungsebene nur da hineinhalluziniere, ist es wunderbar. Dafür ist Kunst doch da. Ein bisschen von sich selbst legt man doch immer hinein, wenn man versucht, etwas zu verstehen. Ich halluziniere mir einfach eine völlig reine, ideale zweite Bedeutungsebene in das Lied hinein und schwelge dann in seiner Genialität. Ja, dann… wäre es ergreifend. Ist es. Innocence in the ear of the beholder. Oder eher Kitsch in the eye of the beholder, aber meine Güte, ich liebe Kitsch. Ich bin Kitsch.

Ehrlich gesagt habe ich in Ken Zazpi so unfassbar viel Vertrauen, dass ich sogar fast annehme, sie könnten es alles genau so meinen, genau wie ich es haben möchte.

Und dann geht’s aber los. Dann ist jedes einzelne Wort einfach nur wert- und wundervoll, und das Lied eins meiner (zuerst unterschätzten, aber bald in ihrer vollen Pracht wahrgenommenen) Zweiter-Blick-Favoriten des Albums. Wie praktisch der ganze Rest des Albums, ausgenommen die Erster-Blick-Favoriten, Noizbait und Itxaropena. Und ausgenommen Irailaren 14a, dem ich bis heute noch nicht so viel Ehrfurcht entgegenbringe wie dem Rest von Argiak. Vielleicht, weil ich einfach nicht verstehe, worauf es sich bezieht.

Shit, ich hab‘ Hunger. Das nur als random Zwischenbemerkung.

Schlafen? Einen Versuch ist es wert. Wecker klingelt in vier Stunden.

Amestuz… Amestuz.

Oh, wie schön es ist.

Böse Pflanzen, wenig Zeit und der Kampf gegen die Wüste.

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Sebis BA-Thesis überfordert mich. Nicht wirklich natürlich, aber da ich die ganze Zeit hier praktisch nicht an den Computer kam, werde ich jetzt in Belgien das Vergnügen haben, sie zu ende zu korrigieren. Was tut man nicht alles für seinen unmusikalischen, ahnungslosen Kumpel, dem man nur trotzdem ganz zufällig einen nicht unwesentlichen Teil seines heutigen wunderbaren Daseins verdankt. Ich glaube, wenn ich Sebi nicht mein halbes Leben zu verdanken hätte, hätte ich ihn nicht nur mittlerweile aus seiner eigenen Band mit einem riesigen frustrierten Arschtritt und der Unterstützung der anderen beiden Mitglieder herausbefördert, sondern würde auch ganz bestimmt nicht seit Wochen jede freie Minute damit verbringen, seine MUS-Patienten und ihre Reaktion auf Schmerzsignale im Vergleich zu gesunden.. jetzt hätte ich um ein Haar „Patienten“ geschrieben, ich bin wirklich nicht mehr so ganz bei der Sache – hoffentlich hat sich die schlaflose Verwirrtheit nicht auf die Qualität meiner Korrekturarbeit ausgewirkt – zu gesunden Leuten jedenfalls fehlerausrottenderweise zu analysieren. Immerhin bin ich jetzt mit dem ersten großen Punkt der Diskussion fertiggeworden und habe somit nur noch den zweiten Punkt und dann den allerletzten Teil vor mir und werde das hoffentlich innerhalb der nächsten paar Tage schaffen.

Was mich halb wahnsinnig macht, ist, dass meine Eltern im Zuge der Renovierungsarbeiten hier oben das Wasser haben abdrehen lassen – offenbar ist die Leitung so voller Schadstoffe, dass der Mangel eines regelmäßigen Wasserdurchflusses sie zu gefährlich gemacht hat – und ich demzufolge auf der ganzen Etage keinen Zugang mehr zu Leitungswasser habe. Das ist tödlich, zumindest jetzt gerade, wo ich einen unmenschlichen Durst habe und aber keine Lust, mich noch deshalb nach unten zu schleppen. Ich werde es aber tun, weil ich sonst diese Nacht nicht überlebe. So, wie ich gestern noch im Garten ein paar Stunden lang gegen den Vormarsch des ekligen gelb-grünen Bodendeckers gekämpft habe, der im Laufe des vergangenen Jahrzehnts schleichend und größtenteils unbemerkt die halbe Terrasse in Beschlag genommen hatte (und ich musste trotzdem noch meine Eltern überzeugen, dass es an der Zeit war, dem Einhalt zu gebieten – und bekam über Stunden den Ohrwurm von Seymours energischem Anfall von Zerstörungswut gegen Ende des Kleinen Horrorladens nicht mehr aus dem Kopf, „You’ve got no alternative, Seymour, old boy – Though it means you’ll be broke again and unemployed – It’s the only solution, it can’t be avoided, the vegetable must be destroyed!!“), so trotze ich nun durch reine Bewegung der Ausbreitung dieser (temperaturmäßig in ewiger Nacht verharrenden) häuslichen Sahara.

„But then… there’s… Audrey, lovely Audrey…
If life were tawdry and impov’rished as before…
She might not like me, she might not want me…
Without my plant, she might not love me
anymore.“

Wie abartig es doch ist, hab‘ ich wieder mal gedacht gestern, wie er das Schicksal der ganzen Welt in der Hand hat und seine Liebe zu dieser einen, einzelnen Person so machtvoll ist, dass er jedem Wissen und Gewissen zuwiderhandelt, um sie nicht zu verlieren. Diese eine Stelle finde ich sogar in der deutschen Version einen Tick besser – „Doch halt – was wird dann bloß aus Audrey? Wenn’s wieder so wie damals würd, es träf‘ sie schwer. Sie wird enttäuscht sein, sie wird verzweifeln… Ohne die Pflanze liebt sie mich vielleicht nicht mehr“. Einfach weil wir da noch durch das „es träf‘ sie schwer“ ein bisschen die Komponente drinhaben, dass er tatsächlich auch an ihr Wohlergehen denkt und nicht nur aus reinem Egoismus die Pflanze nicht umbringt, sondern eben auch, weil er wirklich nicht möchte, dass es Audrey wieder schlechter geht. Auch wenn immer noch ihr eventuelles Verschmähen seiner früheren, skid-row-geprägten Form den Ausschlag gibt, natürlich. Man ist ja nunmal menschlich. Ich bin immer so sehr auf der Seite von Charakteren, die von den „default settings“ her wirklich gute Menschen sind und nur durch eben solche Umstände in Konflikte mit sich selbst geraten, denen zufolge sie Dinge unternehmen, die für den Rest der Welt nicht gerade förderlich sind (siehe auch mein ewiger Seelenbruder, Judas in Jesus Christ Superstar – wie ich da auch einfach jedes Mal wieder anfange, nachzudenken, und immer zu den gleichen Erkenntnissen komme – je nach Laune mal dramatischer, mal gemäßigter).

Das war nun ein bisschen Horrorladenphilosophie, während ich eigentlich ja runtergehen, trinken, wieder hochkommen und schlafen wollte, da ich in ein paar Stunden schon das Land verlassen werde. Ich freu mich auf Belgien, auf Sarah und Hanne und alle anderen Menschen, die ich sehen werde, und ganz besonders auf meinen Ausflug zum belgischen Carrefour und den damit verbundenen Erwerb von Tonnen Gebrannte-Mandeln-Schokolade und Spekulatius-Jenever. Ich glaube, es ist ganz gut, dass ich 1) eine große Tasche dorthin mitnehme und 2) ab April wieder arbeite.

If you’re happy and you know it…

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Ich klatsche. Ganz laut und deutlich.
Ich kann mich gar nicht erinnern, je geklatscht zu haben. Ich meine, ich muss früher geklatscht haben. Wenn man das Lied lernt, wann lernt man diese Lieder, im Kindergarten, oder noch früher? Aber erwarte doch auch von einem Kindergartenkind nicht, dass es sich über den Inhalt seiner Englischlernlieder Gedanken macht. Wenn da ein Erwachsener sagt, „und dann müsst ihr klatschen“, dann klatschst du. Mit vier Jahren macht man alles Mögliche, ohne dabei viel zu denken, glaube ich.
Jedenfalls klatsche ich. Laut und deutlich.

Auch wenn gerade alles so ein bisschen in sich zusammensackt. Wie es zu erwarten war; ich hatte mich nicht darauf eingestellt, von letztem Samstag an bis in alle Ewigkeit hocheuphorisch durch die Gegend zu schweben. Aber diese eine schwebende Woche war mir vergönnt, dafür bin ich dankbar genug, und es werden auch weitere schwebende Wochen folgen.

Gerade bin ich schlapp. Das ist ungünstig; ich gehe in einer Stunde schon los zum Treffen meiner Foodsharing-Gruppe. Weniger als eine Stunde. Uff. Energy ruft meinen Namen. Oder ich seinen?

Mein Computer ist tot. Was ironisch ist; ich sitze an meinem Computer. Und ich blogge, und alles. Aber er ist tot. Ein USB-Stick mit nichtinstallierbarem Betriebssystem hält ihn künstlich an kurzzeitigem Leben.

[Kepa, falls dich aus unerfindlichen Gründen nochmal etwas hierhergeführt haben sollte, guck für die nächsten zwei Absätze kurz weg.

(Ich glaube zumindest in Erinnerung zu haben, dass er für Lästereien eine Warnung und einen Weglesebefehl haben wollte.)]

Ich bin verwirrt, weil Sarah mit Pedro unterwegs ist und ich eigentlich heute früh noch dabeiwar, sie zu bemitleiden, da sie seit meinem vielleicht etwas voreiligen erfolglosen Verkupplungsversuch eine in dem Maße (wie ich annahm) nicht erwiderte Zuneigung zu ihm entwickelt hat und ich in gleichem Maße (da mir so Situationen von irgendwoher als welche von relativ unangenehmer Sorte bekannt sind) ein schlechtes Gewissen. Aber, öh. Was nicht ist, kann ja noch werden?
Möp.

Was bin ich froh, dass es draußen kalt ist; so bin ich in der Lage, meine Terrasse zum begehbaren Kühlschrank umzufunktionieren, und habe nach dem Gelage gestern drinnen in der Küche keinen unbezwingbaren Platzmangel.

Es gibt sehr, sehr viele Sachen, über die ich glücklich bin momentan – wahrscheinlich so viele, dass es schon wieder langweilig ist hier bei mir, alles so dramalos und gut gelaunt. (Mach dir keine Sorgen, das ändert sich schon früh genug, spätestens Mitte März, da bin ich bei meinen Eltern oben.)

Ach Ubuntu, warum weigerst du dich, dich installieren zu lassen.

Anais Nin hat mir Erkenntnisse beschert. Sie schreibt:

„A fit of anger and only the surface erupted, leaving the deep flowing body of the dream intact.“

Das schicke ich raus an alle Menschen, die ihr Menschsein erst (oder einfach besser) unter dem Einfluss von Psychopharmaka entfalten können. Um einmal den Uneinsichtigen erklären zu können, warum. Mein Grund ist das. Das kannte ich gar nicht, vorher. Das muss ihnen erstmal klarwerden, dass Leute nicht alle automatisch so sind. Sie halten es wahrscheinlich für selbstverständlich. Und dann muss man ihnen sagen, jeder verdient doch genau das. Nicht „A fit of something and the whole thing blew through the roof.“

WLAN. Welch Luxus. Danke, Gowai, für die Existenz einer nicht nur richtig netten, sondern zudem routerbesitzenden neuen Mitbewohnerin.