Schlagwort-Archive: Türkisch

Keeping Up

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Alles geschafft! Ich bin zwar mit der Syntax-Hausaufgabe noch nicht ganz fertig, aber das mache ich morgen – in der Zeit kann ich Lisa wegen der Klammerverben fragen – warum ist Deutsch auch so bescheuert und nimmt alles Mögliche an Satzbausteinen mit seinen dämlichen zweigeteilten Verben in die Zange, wie soll man den da einen gescheiten Baum zusammenbekommen. Ich bin ja froh, dass ich es halbwegs fürs Englische hinbekomme.

Aber immerhin war ich heute schon zwei Mal in der Uni. Wenn auch beide Male zu spät, aber was soll’s, letzten Endes wird es doch eh jedes Mal wieder so werden, dass ich diejenige bin, die sich zehn Minuten nach Seminarbeginn schuldbewusst das Gesicht verziehend einen Platz zwischen den Kommilitonen sucht. Wenn ich nur alles so perfektioniert hätte wie dieses schuldbewusste Gesicht. Übung macht wirklich den Meister.

Außerdem habe ich es zu der Haushaltsauflösung geschafft. Ausbeutentechnisch war es weniger sensationell als meine letzte, aber ich habe mich noch ein wenig mit dem Typen unterhalten, der die Aktion da gemanagt hat – er war einfach so unfassbar freundlich und sympathisch und hat mit jedem, der kam, einzeln geredet und ich habe einfach jetzt noch ein fröhliches Gefühl, wenn ich an die paar Minuten denke, so schön war das. Mir fällt jetzt erst auf, dass er perfekt zu Tobi und Phillip und Raphael und den anderen geldfreien Foodsavern passen würde; er brachte auch dieses Leuchten mit.

Bei der Tafel gab es unendlich viel abzuholen, daher kam ich zu spät zu Türkisch. Aber da ich bereits drei Türkischkurse mit Hasan Bey hinter mir hatte, wusste ich genau, dass es auf 10 Minuten früher oder später bei ihm nicht ankommt. Und richtig – ich duckte mich herein, schuldbewusstes Gesicht und ein leises „Merhaba… Affedersiniz“ inklusive (was so ziemlich alles zusammenfasst, was nach einem Jahr Pause von meinen nie sonderlich ausgeprägten Türkischkenntnissen noch übrig war) und wuselte nach hinten auf einen freien Platz und stellte fest, dass bislang genau drei Sachen an der Tafel standen. „Ne var ne yok?“, „İyilik“ und noch irgendein kleines Förmelchen. Da waren sie ja weit gekommen in der Viertelstunde Türkisch IV.

Eine Reise durch vollstgestopfte Busse und ein neues 50€€-Studi-Ticket für dieses Semester später war ich dann auch mal wieder zu Hause, machte mir was zu essen und mich selbst an die Syntaxaufgaben, dann rief mich Sarah an und auf einmal ist es elf Uhr – Hilfe, ich muss ins Bett, wie soll ich denn sonst morgen den Bus um 7.51 erwischen? Wie grausam das Leben doch sein kann.

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Flüüüüügel.

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Mein erster richtiger Tag hier. Ich habe gar nicht mal so lange geschlafen, bin dann ohne Frühstück in die Stadt gezockelt und habe mich mit dem Gröbsten vom Gröbsten an Nahrungsmitteln eingedeckt, nachdem ich nach einer eindeutig zu langen Zeit ziellosen Herumwanderns (vor allem wenn man bedenkt, dass ich im Mai dieses Jahres schonmal hierwar) einen Supermarkt ausfindig gemacht hatte. (In dem ich auch tatsächlich im Mai bereits gewesen war.)

Warmes Essen, nach drei Tagen ein Luxus.

Und warmes Wetter; nach der Erfahrung im Mai (die sich auf Dauersintflut belief und mich dazu bewegte, dieses Mal einen Koffer voller Wintersachen und wenig Rest hierherzutransportieren) ein wirkliches Wunder.

Sebi schreibt, er hat mein Kündigungsschreiben für Atanas seinem türkischen Kumpel weitergeleitet. Nun wird also auf die Antwort gewartet. Ich werde ihm Zeit bis zum 10. geben, statt wie geplant bis zum 5., so viel Menschlichkeit muss sein.

Caro hat vor ein paar Wochen ihre Türkischstudien wieder aufgenommen, nach knapp zwei Jahren. Wie absurd. Sie ist wieder voll motiviert und philosophiert nun manchmal mit mir über die Beschaffenheit der türkischen Sprache. Ob ich will oder nicht, es entfacht doch mehr oder weniger unterschwellig wieder ein Konkurrenzdenken. Ich kümmer mich drum. Wenigstens ist es nicht mehr so dramatisch schlimm wie damals.

Wir hatten letztens eine Unterhaltung – vorgestern war’s – darüber, was es für die eigene Identität bedeutet, die Muttersprache seiner Eltern nicht richtig zu beherrschen. Natürlich auch auf Şahin bezogen. Wie nicht.
Sachen, die mir logisch erschienen, waren ihr wohl vorher völlig unverständlich. So hätte sie das noch nie betrachtet.
Ich habe sie leicht sarkastisch gefragt, ob es noch irgendetwas gibt, das ich ihr erläutern sollte.
Şahin 101.
Warum nicht noch einen Tick absurder.
Nach all der Zeit.

Und Sarah ist – unglaublich, aber wahr – hochenthusiastisch im Baskischlernen begriffen. Wieso auch immer – çok bilgisizim.
Wie herrlich, dass es ihr gut geht.

Da wären wir..

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KO. Aber sowas von. Vorhin nach Hause gekommen, noch schnell Kartoffeln und Möhrchen in die Pfanne gehauen und Not-OP an der halbverschimmelten Riesenzwiebel vom Türkenladen durchgeführt, um die essbaren Teile zu retten und zu verwerten. Das war der allerallerangenehmste Teil meines gesamten Tages.

Immerhin habe ich jetzt die Präsentation überstanden, die Türkischklausur geschrieben, die letzte Sitzung Syntax hinter mir. (Sie hat eine halbe Stunde länger gemacht, um uns auch die allerletzte Frage noch ausführlich zu beantworten; ich muss sagen, davor habe ich schon Hochachtung.) Direkt im Anschluss – immer noch mit nichts zu essen im Bauch, seit dem Frühstück um halb zwölf, bestehend aus Joghurt, Smarties (die eigentlich ja für den Joghurt bestimmt waren) und einem Muffin – habe ich mich noch halbwegs spontan mit Rini getroffen, um zusammen die Semantik-Probeklausur durchzuarbeiten. Es ging überraschend gut. Und zwischendurch habe ich noch die aktuellen Ereignisse aus ihrem sozialen Leben (um es vorsichtig auszudrücken und nichts zu sagen, womit sie nicht einverstanden wäre) erzählt bekommen. Alles äußerst spannend. Menschen haben doch immer wieder faszinierende Geschichten zu erzählen.

Und dann war es auch schon nach neun Uhr, meine Augen taten weh, mein Kopf war nicht mehr aufnahme- und noch weniger denkfähig und trotzdem bin ich froh, dass ich so einen produktiven Tag hatte.

Morgen gibt’s dann das letzte Syntax-Tutorium vor der Klausur, dann ein paar Stündchen Pause, dann die Baskischklausur, dann wieder ein bisschen Pause, dann ein Treffen mit der Band, um unsere Küchenkonzertpläne für Mitte des Monats zu diskutieren. Eigentlich war ich ja dafür, es auf die Zeit nach meiner Rückkehr aus dem Baskenland zu verschieben – mit dem ganzen Stress, den wir alle gerade haben – außer Sebi natürlich, der chillt hart sein Leben und freut sich seines Vom-ERASMUS-Semester-wiedergekommen-sein-und-nichts-zu-tun-habens. Aber nachdem sich langsam herauskristallisiert hat, dass unser aller längerfristiges Verbleiben in dieser Stadt ja doch eher im Ungewissen schwebt.. Oh nein, gar nicht darüber nachdenken. Ich habe mich nach Türkisch heute kurz in der Uni mit Sarah gertoffen, die genauso deprimiert wie ich von dieser Tatsache war, und mit ihr eine Weile einfach nur betrübt herumgesessen. Aber jedenfalls muss das Konzertchen jetzt sein, und deswegen kommen meine Bandmenschen auch alle morgen zu mir und wir bereden das Ganze. Und danach bin ich wohl im Theater, um Lisas Stück anzuschauen. Schollendrang heißt es und stellt wohl genau die Frage, deren Antwort mir im Laufe des letzten Jahres so viel klarer wurde, als mir eigentlich lieb ist: Was ist Heimat?
Oh, ich bin gespannt.

Jetzt geht’s los..

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Morgen hab‘ ich Lenguas y Culturas-Präsentation. Ist ja auch alles schön rechtzeitig fertiggeworden, hab sie gerade einmal probegestümpert und hach ja, das wird schon werden. Irgendwie bekomm ich die halbe Stunde schon rum. Und es sind ja größtenteils eh nur Musikbeispiele, zum Glück.

Direkt danach dann die Türksichklausur, da mach ich mir jetzt auch nicht den Riesenkopf drum, außer vielleicht weil ich Angst habe, diesmal keine 1,0 zu schaffen und damit mich selbst und den lieben Dozenten zu enttäuschen.

Und danach kommt schon die letzte Syntax-Sitzung vor der Klausur. Da sieht es mit dem Panikschieben schon etwas anders aus.
Um das nochmal zu verdeutlichen: AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHH.

Ich bin heute eine geschlagene Viertelseite weitergekommen mit meiner Hausarbeit. Somit wäre Seite 1 von 10 schon geschafft. Oh je.
Dafür habe ich heute und gestern unfassbar viel Syntax gelesen und bin jetzt fast auf dem Stand, wo ich letzte Woche zur Vorlesung hätte sein sollen, sprich, nur noch ein halbes Kapitel im Verzug, und wir machen ja morgen nichts Neues mehr. Yay, es besteht Hoffnung. Darauf, dass ich bis zur Klausur noch mit Kapitel 7 fertigwerde, wohlgemerkt, nicht auf ein Bestehen derselben meinerseits, da muss ich wohl noch ein bisschen ranklotzen, die eine Woche, die mir dafür bleibt. Und Dienstag früh im Tutorium nochmal versuchen, den letzten Rest nützlicher Informationen aufzuschnappen.

Gut, dass ich nichtmal angefangen habe, für Semantik zu lernen.
Na, anderthalb Wochen hab‘ ich ja noch bis zur Klausur.

Oh Gowai.

Türkisch III, bist du dabei?

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Eben hat mich unser Türkischdozent vom Dönerladen nach Hause gefahren.

Lustig, wie man jemanden in zwei Stunden besser kennenlernen kann als in zwei Semestern Sprachkurs. Ich kam eine halbe Stunde zu spät beim Dönerladen an und hatte ehrlich gesagt schon mit dem Gedanken gespielt, gar nicht hinzugehen – zum Glück habe ich es doch getan, denn es war total schön und eine gemütliche kleine Runde; außer dem Dozent waren acht Leute aus dem Kurs da, wir haben uns vollgestopft, über aller Mögliche geredet, Gazoz aufs Haus getrunken und am Ende noch Rabatt auf unser Essen bekommen. Und Hasan Bey hat uns noch jedem einen Tee spendiert.

Auf dem kurzen Weg, den ich mit ihm im Auto zurückgelegt habe, habe ich ihn gefragt, was man denn tun könnte, damit ein Türkisch III-Kurs bei uns an der Uni gehalten werden kann. Die Mittel sind ja so knapp angeblich. Er meinte, dass wohl auch einiges an Politik dahintersteckt, und wir haben eine kurze Diskussion über die Schwachsinnigkeit davon, Leuten das Türkischlernen nicht zu ermöglichen, geführt. Ich habe wiederholt gesagt, ich würde versuchen, irgendwie zu erreichen, dass sie uns den Kurs erlauben – eigentlich sollte ich gleich morgen mit dem Zuständigen da mal reden, bevor mich die Motivation wieder verlässt. Aber dafür muss ich noch ein paar bessere Argumente vorbereiten. Und dafür sollte ich mir eigentlich jetzt keine Zeit nehmen, sondern so viel Phonologie wie nur irgend möglich noch verinnerlichen, um die bisher doch so erfolgreich überstandene Klausurenphase morgen nicht mit Trübsal in den Augen und hängendem Kopf abzuschließen.

Oh, und offensichtlich habe ich in Türkisch die beste Klausur geschrieben. Wie man diese Klausur nicht gut schreiben konnte, ist mir zwar ein Rätsel, aber natürlich habe ich mich trotzdem über die Verkündung sehr gefreut. Umsomehr hoffe ich auf ein Zustandekommen von Türkisch III.

Zeit, Schlaf, çiğdem

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Wunderwunderschöne spontane und improvisierte Mojito Night mit atemberaubenden Zitaten für die Ewigkeit und einer einmaligen Mitbewohnerkonstellation, die nur noch einen guten Monat weiter bestehen wird. Tragisch…

Dann Reden mit Caro, das erste Mal nun auch, während sie nicht alleine zu Hause war. Sie wollte ja zuerst nicht. Und. Außerdem. Äähm.

[00:49:36] Caro: ich hock jetzt hier im schlafzimmer und könnt dich anrufen aber irgendwie ist das komisch 😀 ich hab ihm gesagt, dass ich mit dir rede.

[00:49:43] Caro: damit er net reinplatzt

[00:49:45] Aimee: Dann ist doch alles gut 😀

[00:50:43] Caro: ich soll nen gruß sagen. dödöfftsch

[00:50:59] Aimee: Richtig, dödöfftsch.

[00:51:14] Caro: können wir lieber bissl schreiben? iwie ist das sehr komisch :/

Fällt dir was auf? Şahin hat indirekt mit mir geredet. Whey, einmal bitte Applaus für meine Indifferenz. (Gestern Nacht, als er mich wieder mal gnadenlos ignoriert hat, während er im Flur im Haus meiner Eltern auf der Gitarre vor sich hinklimperte, habe ich mich aber auch sehr gut geschlagen, muss ich dazu sagen. Es ist trotzdem besorgniserregend, dass ich nicht aufhöre, solch krankes Zeug zu träumen.)

Sie meinte aber, es hätte ihn gefreut, dass wir reden. Was immer das heißen soll. Wahrscheinlich gar nichts.

Ironischerweise war es gerade gestern Nachmittag beim Vokabelneintragen, dass mir ein sehr überraschendes Wort über den Weg lief, nämlich çiğdem, Herbstzeitlose. Hätte ich gewusst, dass ich das Wort schon seit Anfang des letzten Semesters in meiner Türkischmappe mit mir herumschleppe. Ein paar Wochen früher und ich hätte mal wieder auf dem Boden gehockt und meiner alten Freundin, der Tüte, wortlose Horrorgeschichten ins Ohr gehechelt.

Ich glaube fast, die Erfindung/ Entdeckung/ Benennung der Droge habe ich auch auf irgendeiner Aufnahme. Die vom 15.9.? Möglich, ich weiß es nicht genau. Herbstzeitlos. Herbstschlaflos. Herbstschlaflos.
Herbstschlaflos.
Zeitlos. Schlaflos. Schlaf. Zeit…

Und immer immer wieder..

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Ich kann nicht glauben, dass es schon so spät ist.

Habe heute viel gekocht – für drei Tage im Voraus -, wodurch wahrscheinlich die Zeit so verflogen ist, und außerdem drei Stunden lang mit Keyla und Roberto geredet – das erste Mal seit Monaten.
Und es ist genau wie jedes Mal. Ich denke mir schon wieder, dass ich es langsam doch begreifen müsste: Ich habe nichts zu befürchten – sie haben mich nicht vergessen – nichtmal Dylan macht Anstalten, mich zu vergessen – ich bin ihnen immer noch wichtig – es sind ganz tolle Menschen und Key ganz besonders – und ich kann mit ihnen reden. Auch wenn mein Spanisch nicht das Allerallerperfekteste ist – nie war und jetzt erst recht nicht mehr, ohne die ganze Übung, die ich haben könnte, würde ich nicht aus all den Befürchtungen und paranoiden Vorstellungen immer wieder monatelang vermeiden, mit ihnen in Kontakt zu treten.

Und jetzt mit den Tropfen schaffe ich es sogar langsam, selbst in der fremden Sprache mehr von dem nach außen hin zu kommunizieren, was ich so denke. Einfach mal sagen, was ich denke, nicht immer stundenlang darüber noch nachdenken. Selbst wenn ich mal Fehler mache. Das konnte ich nie. Ich habe ja bis zum Ende kaum einen wirklich ungezwungenen Satz mit irgendeinem meiner dortigen Familienmitglieder gewechselt, ausgenommen Dylan und Roberto, einfach weil ich immerzu noch am Rumformulieren war und am Wörtersuchen, und dabei geht so viel von der Menschlichkeit verloren, wirklich, ich wundere mich, dass sie mich überhaupt so gemocht haben, dass sie mich immer noch als Teil der Familie sehen und ich jetzt endlich noch die Chance bekomme, es besser zu machen.

Mein Türkischvokabellernpegel steigt momentan in den Himmel; morgen sind um die 80 Wortwiederholungen fällig und ich muss immer noch die Hälfte von dem Song übersetzen, den Sebi geschickt hat, damit ich ihn mir bis zur nächsten Probe anschaue. Es ist so eine „frenzy“ gerade bei mir. Ich mache ja sonst nichts, vernachlässige Unizeug generell zu Gunsten von Filmen und Skypen und Gammeln, aber Mangel an Motivation fürs Vokabelnlernen kann mir niemand vorwerfen.

Heute war ich eh so produktiv, mit dem ganzen Kochen und zwischendrin war ich noch Pfandsachen wegbringen und ich habe schon Geschenke eingepackt, und, ich meine, ich habe mich überredet, mit meinen Ticos zu reden, als Roberto mich angeschrieben hat. Und ich habe mir für morgen Nachmittag einen Zeckenimpfungstermin gemacht – telefonisch, worauf ich ganz stolz bin – und bin somit genau nach Plan jetzt im Dezember mit der letzten Impfung durch.

Jetzt rede ich schnell noch mit Simone, um unsere Pläne für nächsten Sommer zu besprechen.. Gut, dass ich so ein bisschen manisch bin heute, da hält die Tatkraft noch der Müdigkeit die Waage. Aber dann gehe ich schlafen, whoa, meine Augen tun weh und ich habe letzte Nacht wieder zu wenig geschlafen.

tekrar

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– ein schönes türkisches Wort.

Jetzt bin ich wieder wach. Hyper geradezu. Verwirrt. Ich bin so verwirrt.
Oh nein, jetzt geht das wieder los. Wirklich? Ich will nicht. (Nichts wirklich Schlimmes, nur halt Verwirrendes.)

Aber lassen wir das. Schreibe gerade mit Caro, die mir berichtet, was ihr Hals so macht (aus dem sie sich letztens eine Cyste hat rausoperieren lassen und der ihr nun Schmerzen bereitet), und mit Robert, der mir nichts wirklich Interessantes berichtet, mir aber heute Nachmittag den Gefallen getan hat, mich um viertel nach drei Uhr wachzuklingeln, damit ich nicht wieder den ganzen Nachmittag verschlafe.

Eigentlich wollte ich ja arbeiten heute. Für die Uni, meine ich, aber dann war ich wieder zu fertig und habe nichts mehr geschafft, außer Türkisch. Irgendwann werde ich dafür bitter bezahlen, ich sag’s dir.

Ach was, jetzt fragt sie, ob wir reden wollen. Na gut, dann werd ich mal telefonieren gehen.

We Will Change Reality.

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Obwohl ich schon wieder so elendig müde bin, habe ich bisher den ganzen Tag lang sinnvolle Sachen gemacht: Duschen, Rohrreiniger in den halbverstopften Abfluss kippen, Uni, Einkaufen, fluffige Eischnee-Pfannkuchen, Abwasch, Gitarre stümpern, Baskischvokabeln, ein paar awesome Gläser auf einer Facebook-Verschenk-Page abräumen, Animal Instinct-Zweitstimme für die nächste Bandprobe üben und auf dem ausgedruckten Text markieren, Türkischvokabeln, die siebte Türkischlektion von diesem wunderbaren Mensch mit der herrlichen Stimme bei Youtube.

Und tada, es ist nach fünf Uhr. Wow. Zeit fliegt.

JO antwortet mir nicht bei ooVoo. Genauer gesagt seit geraumer Zeit nicht mehr. Ich nehme mal an, dass es an ooVoo liegt, weil ooVoo gerne mal so Spackungen hat und ich mir keiner Sache bewust bin, die JO dazu veranlassen könnte, mich absichtlich zu ignorieren. Wobei natürlich, unter den gegebenen paranoiden Umständen, ich mir trotzdem nicht hundert pro sicher bin. Aber ich gehe schon davon aus, dass sie mir vorher den Grund mitgeteilt hätte. Außerdem ist sie wirklich nicht der Typ für sowas. Außer sie hätte auf einmal beschlossen, dass ich irgendeiner Art von Beachtung nicht würdig bin, und dafür müsste ich schon etwas ziemlich Schwerwiegendes angerichtet haben. Ich habe aber nunmal gar nichts angerichtet und deswegen bin ich einfach nur etwas sauer auf das nachrichtenübermittlungsunfreudige ooVoo.

So viel dazu. Ich kann außerdem mitteilen, dass der Schnee hier inzwischen wieder weg ist, ich bis jetzt eine Packung Yogi-Schokotee, ein gläsernes Windlicht, einen zusammensetzbaren Bilderrahmen und bunt gestreifte Büroklammern in meinem Adventskalender hatte, Sarah jetzt gerade nach Hause kommt und ich ihr dementsprechend wohl gleich ein bisschen Spanisch beibringen werde – oh, nein, es war doch Susmita. Hm. Na gut. – und Animal Instinct ein wundervolles Lied ist. Um es im Original zu hören, nehme ich sogar in Kauf, dass das Textvideo dazu von einem User namens BigFanOfTokioHotel erstellt wurde.

Und es geht los – Klausuren die Erste.

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Himmels Willen, ich bin so sehr am Prokrastinieren, ich mache schon Sachen, die ich seit ewig und drei Tagen vorhatte und immer wieder vor mir hergeschoben habe. Oder ziehe es zumindest in Erwägung. Wie beispielsweise nach einem Rezept für Tiramisù zu suchen. Oooooh. Wenn ich nicht ganz doll aufpasse, sitze ich gleich im Bus in Richtung Supermarkt und mit einer genauen Liste aller mir fehlenden Zutaten im Kopf und dem Vorhaben, Tiramisù zu machen. Weil ich auch so viel Zeit habe, genau.

Das Problem ist, ich habe gerade Türkisch geschrieben – die erste Klausur von acht. Und es war so leicht. Es war so herrlich leicht und es war nur ein einziges Blättchen. Es half mir vor allem 1) die Tatsache, dass ich davor noch einmal im Querdurchlauf durch die Mappe geblättert hatte (allein dadurch wusste ich, dass beklemek „warten“ und „trinken“ içmek heißt, und die Yor-Präsens-Konjugation bei Verben mit Vokal am Stammende wäre sonst auch nicht mehr so präsent gewesen bei mir), 2) die Tatsache, dass ich schon beim Türkischlernen war, als die Redundant Nimrods damals auf phpbb3 umgezogen sind (buraya yazın, der einzige Grund, aus dem ich noch wusste, dass „schreiben“ yazmak heißt) und 3) die Tatsache, dass aus irgendeinem Grund der Satz Seni çok seviyorum mir gut im Gedächtnis geblieben ist, seitdem ich ihn am Anfang des Semesters im Kurs aufgeschnappt hatte.

Man sollte kaum meinen, dass die paar Sachen, die ich damals alleine gelernt habe, nicht nur während des ganzen Kurses nicht aufgehört haben, mir als Vorwissen zu nützen, sondern mir jetzt sogar noch bei der Klausur geholfen haben. Wie viel habe ich damals denn bitte gelernt? Es war doch gar nicht so lange. Ende Mai habe ich glaube ich angefangen – wann genau, könnte ich im CR-Büchlein nachlesen, aber man könnte es auch lassen. Nachdem ich wieder in Deutschland war, wollte Caro auf einmal auch mitmachen, dann waren wir für eine Weile mehr oder weniger diszipliniert jeden Abend um neun Uhr dabei.. aber dann hatte sie ja ab Ende August irgendwann doch keinen Bock mehr und sehr viel länger habe ich auch alleine nicht weitergemacht. Nach Oktober dann sowieso erstmal nicht mehr. Unglaublich. Was diese komischen chemischen Prozesse im Kopf eines Menschen alles anstellen können.

Was sich gerade mal wieder bestätigt – ich will Tiramisù..! Weißt du was, morgen nach dem SHE-Tutorial gehe ich einkaufen, dann mache ich welches. Und bis dahin lerne ich diszipliniert. Deal?
Na das kann ja was werden.