Schlagwort-Archive: Überlegungen

Observations from the Daily Life of a Socially Challenged Person

Standard

Hi, ich bin die Aspi und ich hab‘ Social Anxiety.

Falls du zufällig ebenfalls Social Anxiety hast, wirst du nachvollziehen können, was ich gleich schreibe. Falls nicht, read and learn.

Obschon ich in den letzten paar Jährchen extrem dazugelernt habe und gravierende Meilensteine erreichen konnte, die früher unfassbar weit weg schienen, ist es auch heute noch eine Herausforderung für mich, zum Beispiel einen der Vorträge zu besuchen, die R organisiert. Ich tue das trotzdem gelegentlich, aus den einfachen Gründen, dass 1) mich die Themen interessieren, 2) ich dazulernen möchte und 3) ich die Vortragenden und Organisatoren unterstützen möchte, indem ich durch meine Anwesenheit den Raum (noch) ein kleines bisschen voller mache.

Heute ging es relativ leicht, aber ich hätte weitaus besser sein können.

Herausforderung 1: Ankommen. Ich war mit dem Fahrrad da, fand die Location ziemlich zügig und musste nur den Eingang ausfindig machen. Da ich es hasse, planlos zu wirken (oh nein, alle Anderen sehen, dass ich keine Ahnung habe – Weltuntergang!), zockelte ich gemütlich mit meinem mitgebrachten Energy (ich war hundemüde und wäre vorher beim Arbeiten schon fast eingeschlafen) ums Eck herum und wieder zurück, erspähte unterwegs R’s Fahrrad (was mich schonmal beruhigte) und lachte dem enthusiastischen Italiener entgegen, der neben der benachbarten Pizzeria stand und mich, gute Laune versprühend, auf Italienisch mit irgendwelchen fröhlichen Worten bedachte, während sein Kumpel mit einem Wasserschlauch die Straße vor seinem Lokal berieselte.

Es standen zwei Menschen da herum, die aussahen, als hätten sie dasselbe Ziel wie ich, aber natürlich war das kein Grund, sie anzusprechen, sondern verleitete mich nur dazu, meine ‚Ich hab voll alles im Griff‘-Maske weiter aufzubauschen und voller Zielstrebigkeit auf den einzigen Hauseingang zuzugehen.

Ich hatte Glück. Im Hauseingang stand ein junger Mensch, den ich als denjenigen zu erkennen glaubte, dem R bei der Vortrags-Orga unter die Arme gegriffen hatte. Aus meinem gefaketen Selbstbewusstsein (welches durchaus überzeugend wirkt) heraus war es ganz einfach, ihn anzusprechen und in Erfahrung zu bringen, dass diese Tür mich zum richtigen Ort führen würde. Und wenn ich erst einmal in Schwung bin, läuft auch alles Andere, sodass ich (gerade gegenüber diesem schüchternen Fünfzehnjährigen) mit ein paar lockeren Worten mein Fortbestehen als unerkannter Interaktions-Fail sichern und den Raum betreten konnte. (Sobald ich mich einmal dazu zwinge, eine Interaktion in Angriff zu nehmen, tue ich dies mit einer so epischen schauspielerischen Glanzleistung, dass Jonas vermutlich jetzt denkt, ich sei die selbstsicherste Person unter der Sonne.)

‚Herausforderung‘ sagte ich besonders deshalb, weil ich zu diesen Veranstaltungen allein hingehe. R ist, wie ich mittlerweile weiß, immer äußerst beschäftigt damit, alles Andere zu managen, und sagt höchstens mal kurz hallo. Dann sitze ich da rum und beobachte, wie alle sich unterhalten. Natürlich eröffnet sich mir nicht die Möglichkeit, selbst ein Gespräch mit einem anderen Anwesenden zu führen, denn wenn du dir nichts Schlimmeres vorstellen kannst, als (zumal unbekannten) Leuten in die Augen zu gucken, könntest du genau so gut einen Tarnumhang tragen: niemand spricht dich an. Heute hatte ich mein Buch vergessen, was doof war, denn so musste ich darauf zurückgreifen, stumpf auf dem Handy zu spielen, bis es anfing.

Ich blieb auch nach dem Vortrag noch sitzen, weil ich auf die anschließende Diskussion gespannt war. Es gab eine kurze Pause, in deren Verlauf die Menschen wieder redeten, rausgingen, sich was zu trinken holten etc. Ich saß halt da. Dann wurde diskutiert – oder sowas Ähnliches; ich habe bisher kaum je erlebt, dass nach Vorträgen dieser Art in eine Diskussion mal richtig Schwung gekommen wäre. Dann hatte niemand mehr etwas zu sagen. Außer mir, natürlich, aber da der Raum gerammelt voll war und meine Fähigkeit, in Gruppen einen Ton von mir zu geben, sich bei mehr als vier-fünf-sechs bereits stark erschöpft, behielt ich meinen Senf wie üblich für mich.

Wir waren mehrfach dazu angehalten worden, noch dazubleiben und auf die Leute von der Antifaschistischen Initiative zu warten, aber ich musste nach Hause, da von meinem aktuellen Auftrag noch viel zu viele Seiten übrig sind und ich mir morgen nicht den Stress geben möchte. Außerdem hat mein Welde-Bier (die Deckel dieser Marke sind so konstruiert, dass sie dir Antworten auf Ja-Nein-Fragen geben, die du vor dem Öffnen stellst) mir heute Nachmittag verkündet, ich würde den Auftrag ohne Zeitdruck fertig bekommen, und damit diese Prophezeiung sich erfüllen kann, muss ich halt tatsächlich heute noch was dafür tun. Jedenfalls quetschte ich mich in Richtung Tür; dort stand auch R, dem ich bescheidgab, dass ich nach Hause fahren würde, um zu arbeiten, während zeitgleich eine der Referentinnen ihn rief. Er wünschte mir viel Erfolg und widmete sich Michelle.

Die letzte kleine Herausforderung bestand darin, mich vom Veranstaltungsort zu entfernen: es standen diverse der Leute von drinnen davor, die ich zwar alle nicht kannte, was mir aber dennoch signalisierte, dass man irgendwie anerkennen musste, dass man gerade anderthalb Stunden zusammen im gleichen Raum gehockt hatte. Also verabschiedete ich mich mit einem kurzen Handheben, während ich wegfuhr.

Das sind nun natürlich alles nur ganz kleine Dinge und nichts davon hat mir wirklich Probleme oder extrem unangenehme Gefühle bereitet, aber ich fand es mal interessant, aufzudröseln, wie viel Denkarbeit und/oder Awkwardness in solchen Situationen stecken kann, die zumindest solche Menschen, die weder gesichtsblind noch autistisch veranlagt noch introvertiert noch anderweitig sozial beeinträchtigt sind, tagtäglich als absolute Selbstverständlichkeit erleben – ohne auch nur einen bewussten Gedanken darauf verwenden zu müssen, das eigene Verhalten und das Anderer auszuwerten.

Falls jemanden interessiert, was ich gern zur Diskussion beigetragen hätte: eine der Referentinnen hat über die Sarotti-Debatte gesprochen, die sich darum dreht, ob ein gewisses Mannheimer Kino das ‚Mohren‘-Logo (welches bis 2004 Markenzeichen der Firma war, bis die Farbe des abgebildeten Menschen von schwarz zu golden geändert wurde) durch das aktuelle Logo ersetzen soll – weil der ‚Mohr‘ ja rassistisch ist. Sie war voll und ganz dafür. Ich nicht, aus diversen Gründen. Aber niemand im Raum hat sich meiner Ansicht entsprechend geäußert, weshalb ich das theoretisch schon gern übernommen hätte. Ich find’s echt schade, weil mir meine Meinung tatsächlich wertvoll erscheint und ich mir gewünscht hätte, der Referentin diese mitteilen zu können. Aber nicht in dem Rahmen, nicht mit meiner Gruppenphobie.

Dazu kommt, dass ich es mit dem Argumentieren nicht so habe. Für mich fühlen sich Dinge richtig oder falsch an, und entsprechend handele ich, aber wenn es darum geht, fundiert zu argumentieren, bin ich raus. Die Idee, ob fundiert oder nicht, ist die folgende:

Ein Logo umzufärben bringt im Endeffekt nichts, aber auch gar nichts. Keine einzige Person of Color wird dadurch in der Gesellschaft bessergestellt. Niemand bekommt mehr zu essen, fairere Arbeitsbedingungen, eine Wohnung, mehr Geld. Im besten Fall halten ein paar Schreihälse die Klappe, die sich vorher auf den Schlips getreten fühlten, und suchen sich eventuell mal wieder andere Baustellen, an denen sie tatsächlich Menschen helfen können (das hätte ich nicht unbedingt so gesagt; sie war schon während des Vortrags sehr emotional aufgeladen und das wäre nicht, aber auch gar nicht gut angekommen. Es ist natürlich auch verständlich, dass dem so ist, aber trotzdem ist es eine Tatsache, dass bei niemandem die Klappen schneller runtergehen, der sich angegriffen oder beleidigt fühlt – beides war relativ eindeutig bei ihr der Fall). Das Einzige, was du damit bewirkst, ist, dass dem denkenden Konsumenten die Möglichkeit genommen wird, anhand der Symbolik auf dem Logo festzustellen: okay, das will ich nicht unterstützen. So hat sich schon 2004 Sarotti mit dem Goldwashing des Logos letztendlich einfach nur zu mehr und zufriedeneren Kunden verholfen. Die Unternehmensmentalität und -geschichte (ich habe heute gelernt, dass die Firma dreißig Jahre lang durch einen Nazi und Kriegsverbrecher geleitet wurde) hat sich dadurch ganz sicher nicht geändert – nur sieht man die jetzt nicht mehr so deutlich. Als glühende Verfechterin der absoluten Transparenz (der zugunsten ich nicht nur zu rassistischer Symbolik, sondern auch zu Geschichten wie Datenschutz, Geheimnissen, Privatsphäre eher kontroverse Positionen vertrete) geht mir das wesentlich mehr gegen den Strich als das Ignorieren der Befindlichkeiten, die jemanden dazu bewegen können, so vehement das Verschwinden des schwarzen Logos zu fordern, von Seiten der Kinobetreiber – selbst kombiniert mit der Tatsache, dass diese ziemlich eindeutig nicht das Gleiche im Sinn haben wie ich, indem sie das alte Logo hängenlassen. Der Ansatz sollte, finde ich, einfach darin bestehen, die Konsumenten wissen zu lassen, was hinter dem Logo steckt. Das sollte abschreckend genug wirken. Und wenn nicht, ist das ein Zeichen für die Abgestumpftheit und Ignoranz der konsumierenden Bevölkerung, womit das Entfernen des Logos dann vollends als nutzlos enttarnt wäre.

So, jetzt habe ich es ganz glorreich geschafft, bisher nicht ein Wort zu korrigieren, und eben kam R zur Tür herein. Ooh je.

Werbeanzeigen

Richtiger Kaffee

Standard

Oh, diese Phrasen, die man einmal hört und dann ein Leben lang nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Jeden Morgen beim Kaffeemachen. „El agua tiene que estar hirviendo.“ Das war Marta aus dem CRLP, die mit den Kollegen über die Kunst des richtigen Kaffees redete, während der Chorreador seine tägliche Arbeit verrichtete.

Jedes Mal beim Ausleeren von Flüssigkeit aus einem Behältnis. „No puedes ordeñar a un cartón de leche.“ Araceli in Málaga, die mich dabei beobachtete, wie ich noch den letzten Rest Milch aus der Packung zu schütteln versuchte – eine Angewohnheit, die ich bis dato nicht abgelegt habe.

Jedes Mal beim Blick auf die letzten Herbst containerten Zierpflanzen auf meiner Terrasse. „Kann man Stacheldra essen?“ Yannick, während wir die leicht verstümmelte Aufschrift auf den Töpfchen zu entziffern versuchten.

So vieles entzieht sich mittlerweile meiner Erinnerung, über weiten Teilen meiner Vergangenheit liegt dichter Nebel, mein Gedächtnis hat sich irgendwann zum Streik entschlossen oder lässt mich einfach nicht mehr teilhaben an allem, das es aufbewahrt. Und dazwischen diese random Schnipsel, die sich einfach eingebrannt haben.

Ich ziehe immer häufiger in Erwägung, die Medis herunterzudosieren, auch wenn ich mich davor fürchte, was unter dem Schleier liegt, und davor, wie es sich auf meine Funktionalität auswirken könnte. Aber ich kann es nicht ab, wie alles vorbeizieht, ohne wirklich zu mir durchzudringen. Ich kann nur diese Woche nicht damit anfangen, weil mein Therapietermin heute ausfiel und ich den Beistand der Therapeutin benötige.

Ich habe neulich ein Interview mit Bert McCracken gelesen, in dem unter Anderem darüber berichtet wird, wie einer seiner besten Freunde sich umbrachte, nachdem er eine Woche lang seine Medikamente nicht genommen hatte. Davor habe ich auch Angst. Aber ich halte mich für fähig genug, das zu vermeiden. Ich muss einfach dafür sorgen, dass noch Medis im Haus sind, sodass man zur Not direkt wieder damit anfangen kann. Und mit Leuten reden, um die eigene Wahrnehmung geradezurücken. Das ist das Allerwichtigste. Dazu muss man sich auch zwingen, wenn man gar keinen Sinn darin sieht. Gerade dann.

Aber genug davon. Ich muss arbeiten und Becci ruft mich irgendwann an, um unseren Urlaub zu besprechen, bzw. ob dieser stattfindet. Ich hoffe so halb, dass wir uns dagegen entscheiden, denn die Aussicht auf eine Reise überfordert mich und ich würde im Grunde gern daheim bleiben, sehen, wie sich meine Keimlinge entwickeln und ob sich demnächst eventuell doch mal sowas wie Frühlingswetter hier einstellt. Die zwei-drei warmen Tage vor einer gefühlten Ewigkeit waren trügerisch und habe nur dazu geführt, dass ich einen Teil der Pflanzen zu früh rausgestellt habe, welche im darauffolgenden Regeninferno teils von umfallenden Obelisken erschlagen und teils überwässert wurden. Oh, meine arme Paprika. Oh, meine arme Kurkuma.

Aber ich ziehe neue Zinnien, Wunderblumen, blühende Sträucher aus Martinique und Tomaten sowie ein paar Chilis heran, nicht weil ich unbedingt Chilis brauche (mein Vorrat reicht schon bis in die Unendlichkeit), sondern weil sie einfach so hübsch sind und irgendjemandem bestimmt eine Freude bereiten, wenn ich sie dann ernte. Und wer weiß – falls ich tatsächlich mal in die glückliche Lage komme, ein Gewächshaus um meine Behausung herum bauen zu können, können all diese Pflanzen dort einziehen.

Es ist tatsächlich ein Ding, Häuser im Gewächshaus. Ich habe dies R gegenüber bereits als mein neues Lebensziel deklariert und – welch angenehme Überraschung – er sagte, er würde liebend gern mit mir in ein Gewächshaus ziehen. Natürlich sagte er dies auch damals über mein Selbstversorgerprojekt, was ich ihm sogleich vorhielt, aber er entgegnete, dies sei ein realistischeres Ziel. Plus, es kommt mit so vielen Vorteilen: Heizkostenminimierung, effiziente Ausschöpfung aller Ressourcen inklusive Regenwasser und sogar Komposttoilette, wenn man es richtig macht. Solch ein Ding zu planen wäre ein Traum, darin würde ich aufgehen.

Nun rede ich erstmal mit Becci.

Morning Musings

Standard

Es ist lustig, um sieben Uhr wachzuwerden. Ich habe heute selbst nicht damit gerechnet, dass ich wirklich aufstehe – die Alternative, sich mit der Nichtverfügbarkeit von Aufträgen herauszureden und einfach weiterzuschlafen, wie vorgestern praktiziert, schien nicht gerade wenig verlockend. Aber irgendetwas ist in mich gefahren und ich habe es geschafft, mich den arimanischen Fängen zu entziehen.

(Kleiner Exkurs: Meine Mutter, jahrzehntelange Schülerin der Antroposophie, hat zumindest weit genug auf mich abgefärbt, dass ich die mir damals wie heute noch zu großen Teilen abstrus – und zu nicht geringen lächerlich – anmutenden Lehren augenscheinlich zur bildlichen Darstellung innerer Konflikte missbrauche; dem Dämon Ariman, seines Zeichens Verkörperung aller Disziplinlosigkeit, Sucht, des Mangels an Selbstbeherrschung, bin ich von jeher verfallen, so sehr sogar, dass der von der anderen Seite Besitz anstrebende Luzifer wenig Macht über mich hat und sein lockender Ruf, Anderen zu schaden und böswillig zu handeln, zumeist nicht besser bei mir ankommt, als es australisches Radio täte. Falls es jemanden interessiert – es hat, anthroposophisch gesehen, überhaupt keinen Wert, wenn im Tauziehen um den menschlichen Charakter einer der beiden Dämonen verliert und der andere leichtes Spiel hat; das Gleichgewicht, die Mitte muss man erzielen, damit sie beide gleich stark ziehen und keiner dich bekommt.)

Jedenfalls: Es ist lustig. Ich bekomme Facetten des Tages mit, die mir normalerweise verborgen bleiben – R’s Aufstehen und die kleinen Prozesse, die ablaufen, bevor er zur Arbeit fährt; das Erscheinen der Sonne hinterm Haus. Während ich vor mich hinarbeite oder auf Aufträge warte, habe ich Gelegenheit, mir über den vor mir liegenden Tag Gedanken zu machen, was zu tun ist, was ansteht; und most importantly verleiht mir dieser Zustand halb unfreiwilliger Wachheit Zugriff auf Fähigkeiten, die ich ansonsten kaum mehr zu haben glaube. Die Bereitschaft, Dinge in Angriff zu nehmen, ist eine. Spontane Anflüge von Begeisterung und sogar der Wunsch nach Interaktion mit allen möglichen Menschen eine andere. Und irgendwie sogar eine Art Vertrauen in mich selbst – wenn ich es schaffe, um sieben Uhr aufzustehen und mich an die Arbeit zu setzen, besteht vielleicht ja sogar noch Hoffnung für mich als Mensch; eventuell bin ich in der Lage, in dieser Gesellschaft zu funktionieren. Man weiß es nicht, aber es könnte sein.

Das also schwirrt mir im Kopf herum, nachdem ich ein paar Tage etwas vollbracht habe, das die Mehrheit der Menschen jeden Tag gewohnheitsmäßig und ohne viel Murren zu tun im Stande ist. Oh well. Wäre ich die Mehrheit der Menschen, hätte die Menschheit auf der einen und ich auf der anderen Seite einen Haufen Probleme weniger.

Illegales Mobiliar

Standard

Ich frage mich gerade, wie das Leben wohl wäre, würde man sich einfach aus Prinzip an Regeln halten. Nachdem mir ein Mensch geschrieben hat, dass es ihm verboten sei, Dinge vom Sperrmüll mitzunehmen, und mir daraufhin von weit her aus dem Land hinter dem Verdrängungshorizont die Feststellung entgegenwaberte, dass es ja tatsächlich theoretisch nicht erlaubt ist. Wie abgedreht. Mein halber Haushalt besteht demzufolge aus illegalen Möbeln.

Ich meine, ich bin jetzt auch niemand, der auf Teufel komm raus Regeln bricht. Ich suche mir einfach gerne diejenigen raus, die ich für sinnvoll halte. Und da sich das im Prinzip auf alles beläuft, was verhindert, dass jemand zu Schaden kommt oder in seiner Freiheit unnötig eingeschränkt wird, fällt das merkwürdige Sperrmüllverbot eher nicht darunter. Genauer gesagt: so gar nicht.

„His hopes may be false, but his happiness is real.“

Standard

Es dürfte ja allgemein bekannt sein, dass ich (wie wohl ein Großteil der Menschheit) gelegentlich über Leute nachdenke, mit denen mein Kontakt auf einschneidende Weise abgebrochen ist, man könnte sagen, eines unnatürlichen Todes starb. Spezifisch: solche, die mir wichtig waren und/oder sind. Zum Glück gibt es derer nicht viele. Es sind drei Stück, aber das reicht ja auch schon. Wirklich, das reicht.

Heute ist es Laura. Sie betrat mein Leben zu einem Punkt, als es mir schlechter nicht hätte gehen können, und verließ es zu einem Punkt, an dem, hätte man die beiden Punkte direkt aneinandergehalten, wohl jeder von uns Schwierigkeiten gehabt hätte, sich selbst noch wiederzuerkennen, geschweige denn den jeweils Anderen. Worüber ich konkret gerade nachgedacht habe, ist folgende Analyse meines eigenen Zustandes nach Jahren der Knochenarbeit und Rückfälle:

  • Ich bin stolz auf mich.
  • Jeglicher Selbsthass ist verschwunden.
  • Ich werde gelegentlich abnormal lethargisch, bin von den kleinsten Dingen überfordert, heule ohne Grund, heule mit Grund, komme mit meinen Aufgaben nicht hinterher, habe Angst wie eh und je, Erwartungen nicht entsprechen zu können, prokrastiniere ohne Ende, bin faul, bin unsozial, entziehe mich allem und jedem, sterbe fast vor Weltschmerz, fühle mich „detatched“ und allein, schlafe zu viel, kurzum, ich lasse mich von Depression und einem absurden Mangel an Disziplin in Abgründe ziehen. ABER ICH VERZEIHE MIR DAS.
  • Ich habe Erfolg dabei, mich selbst zu verbessern.
  • Ich fühle mich wohl mit mir selbst und manchmal sogar mit Anderen.
  • Ich habe eine Identität. Ich weiß, wer ich bin. Ich weiß, wie ich bin. Ich bin froh, so zu sein, wie ich bin.
  • Ich kenne die meisten meiner Fehler und arbeite daran. Und ich kann zumeist gut damit leben.

Was das Ganze nun mit Laura zu tun hat: Die Ursache für diese absurden Fortschritte der letzten Jahre liegen genau dort, wo sich die radikalsten Unterschiede zwischen uns herauskristallisiert und verfestigt haben. Wirklich entfalten konnte ich mich erst durch meinen immer ausgeprägteren Hang zum Hippie- und Ökotum, meine Anstrengungen im Bezug auf alles Nachhaltige, das Containern, das Recyclen, das Selbstmachen. Passte ihr nicht. Ich bin zu einem gewissen Punkt überzeugt, dass ihr kommentarloser Kontaktabbruch neben anderen Knackpunkten auch der Tatsache geschuldet war, dass ihr für alles, worauf sich meine Identität aufbaut und was mich zu einem funktionierenden Individuum macht, jegliches Verständnis fehlte. Sie hat eine Entwicklung in einer gänzlich anderen Richtung vollzogen, wobei noch Parallelen vorhanden sind: wir haben beide graduell unseren sozialen Wirkungskreis vergrößert; sie verfügt ebenso wie ich heute über eine Vielzahl Bekanntschaften und guter Freunde, wir wurden versierter in sozialen Situationen und haben uns ein Leben erkämpft, das die Bezeichnung tatsächlich verdient. Nur sie eben anders, hochgradig verkopft, intellektuell, Verstand wie Sprache messerscharf und ebenso präzise. Und was mir bis heute Kopfzerbrechen erweitert, ist die Frage nach der Effizienz ihrer Methode. So sehr es mich verstört hat, als wir noch geredet haben, aus jedem Wort die kaum verhohlene Verachtung herauszuhören – was sie an mir verachtete, hat mich erst befähigt, mich selbst zu akzeptieren und einen Sinn in meinem Dasein zu sehen. Sie machte mir aber nicht den Eindruck, dass es bei ihr ebenso funktionieren würde.

Sie hat mich vor ein paar Monaten mal über Whatsapp angerufen, vermutlich unabsichtlich. Ich war natürlich nicht da – Menschen, die mich tatsächlich erreichen wollen, können von meiner berüchtigten Handy-Überhör-Fähigkeit ein Lied singen. Ich hatte ihre Nummer nicht mehr eingespeichert (neues Handy) und konnte bei meinen Gesichtserkennungstalenten nicht erkennen, ob es wirklich sie war. Das musste mir Wochen später erst Becci bestätigen, die aus irgendeinem Grund, im Gegesatz zu mir, Lauras Whatsapp-Bild mal gesehen hatte. Ein Mensch in einem Wald aus leeren Flaschen und Müll. Wie man sich ihre Wohnung halt ihren Beschreibungen zufolge so vorstellt. Ich hoffe inständig, dass es in ihrem Kopf nicht noch immer genauso aussieht.

18 Liter Rhinozerus

Standard

So. Produktiv ist zwar was Anderes, aber ich habe immerhin

  • das Formular für die Verzichtserklärung an meinen alten Handyanbieter geschickt
  • die Bestellung für meinen Handyvertrag ein zweites Mal ausgeführt, nachdem die erste schon zu lange her war und inzwischen ohne mein Zutun wieder storniert wurde
  • einen Dörrautomat voller Rosinen-to-be im Bad laufen
  • eine Monster-Massenbestellung Rhino’s Energy Drink für R getätigt (nach erneuter gründlicher Recherche über dessen Inhaltsstoffe, bis ich zu dem Schluss kam, dass er auch definitiv vegan ist) – jetzt muss ich nicht mehr mit ansehen, wie er sein Geld für  unökologische 250-ml-Dosen Red Bull zum Fenster rausschmeißt
  • ein Poster und zwei Hanf-Raumduft-Anhänger zu Free your Stuff gestellt.

Deshalb verleibe ich mir den Red Bull aus R’s Arbeitsvorrat mit halbwegs erträglichem Gewissen ein (plus, ich habe ihn vorher gefragt) und harre der Dinge, die da nun noch kommen. Eine Sache muss ich noch für die Uni erledigen – wollte ich seit Tagen tun, aber meine Güte, es ist so überflüssig.

R hat sich wieder hochdiszipliniert um sein Papierchaos gekümmert, wie er es seit Wochen an freien Tagen zu tun pflegt – zehn Jahre Messiedasein ist er am Aufarbeiten; ich bin unsagbar froh darüber und mache mir gleichzeitig so meine Gedanken über diese neue Rollenverteilung, die sich hier so ergeben hat. Es ist ungewohnt und ein wenig besorgniserregend, um halb zwölf Uhr aufzustehen und einen seit Stunden aktiv seinen Kram sortiert habenden R anzutreffen, der einem verkündet, alle grundlegenden Bestandteile für ein leckeres Frühstück seien vorbereitet in der Küche vorzufinden. Kaffeewasser sei warm, meine Tasse schon mit allen Zutaten gefüllt neben der Mikrowelle und er würde mir nur noch die Schichtarbeit überlassen.

Also schichtete ich Tomaten, Salat, Gurken, Salami und Rührei auf Brote und fertig war das Frühstück. Wir waren gestern zusammen containern, und ein Glück war ich nicht allein, die Ausbeute war wieder derart übertrieben, dass wir schon zu zweit bedauerlich viel zurücklassen mussten. Aber unsere kombinierten Kapazitäten reichten immerhin aus für drei enorme Eimer Sahnesauce mit Äpfeln und Zwiebeln, Kartoffel- und Nudelsalat sowie acht 1-l-Packungen „Schlemmer-Rührei“, eine Tüte geraspelten Rotkohl und etliche Minipackungen Sojasahne. So muss das laufen; ich bin entzückt.

Oder sollte entzückt sein; zu unverfälschten emotionalen Reaktionen sehe ich mich medi-induziert wieder mal nicht in der Lage. Ich bin am Überlegen, einen Absetzversuch mit begleitender Therapie zu starten. Überweisung und zwei Empfehlungen für taugliche Therapeutinnen hätte ich ja sogar bereits. Hm. Ich werde nochmal drüber nachdenken.

Jetzt noch eine Runde zocken. Wieso auch nicht.

Neulich am See… (Because why the hell not.)

Standard

Wenn man bedenkt, dass ich in Heulkrämpfe ausbreche, sobald jemand in meiner Gegenwart das Wort „Poly“ auch nur in den Mund nimmt (wobei „Polyester“ noch halbwegs zu verkraften ist, „Monopoly“ dagegen schon immer unangenehme Konnotationen weckt und ich jedes Mal zu Gowai bete, dass niemand das Wort an sich aufschreibt, wenn die vier Buchstaben in entsprechender Kombination bei Boggle auftauchen)… mag es vielleicht absurd anmuten, dass ich vor etwa zwei Tagen meinen Freund bat, mich zu verkuppeln.

Dazu sollte allerdings gesagt sein, dass ich nicht davon ausgehe, tatsächlich verkuppelt zu werden. Ich bin nicht gerade leicht zu verkuppeln; nicht dass es oft Menschen versucht hätten (und das eine Mal, dass es doch versucht wurde, war es zugegebenermaßen nicht das Abwegigste, das man hätte tun können – an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Susmita für den Versuch), aber man kennt ja sich und seine… wie heißt das… Schrullen. Genau. Das war’s.

Die Idee kam eigentlich sehr spontan und hatte vor allem den Hintergrund, dass ich gerne wissen würde, was für Kandidaten mir R zu Verkupplungszwecken so vorführen würde. Es würde schlichtweg an ein Wunder grenzen, wenn er es tatsächlich schafft. Andererseits sehe ich seinen Bemühungen (die, so, wie er sich darüber gefreut hat, ganz sicher irgendwann mal anlaufen werden) in dem Wissen, dass für mich dabei zunächst nichts auf dem Spiel steht, mit Neugierde entgegen. Ich bin monoamor; ich habe es schon dreißigtausendmal erwähnt, aber es muss ein weiteres Mal sein: Selbst meine Celebrity-Crushes verliefen in all ihrer übertriebenen Heftigkeit auf dem Zeitstrahl linear. Ich bin so gebaut. Mein Hirn ist nicht auf Abwechslung gepolt, nicht im Geringsten; mein Bedürfnis ist nicht das nach der Ausfüllung möglichst vieler Andockstellen, sondern die vollkommene, hundertprozentig sichere Verbindung mit einer. Ich bin mir demnach bewusst, dass eine erfolgreiche Verkupplung ohne Wenn und Aber dafür sorgen würde, dass meine Zuneigung zu (oder sagen wir, emotionale Abhängigkeit von) R ein schlagartiges Ende fände. Muss ja. Allein aus Selbstschutzgründen, da er sogleich verlauten ließ, dass aus einem Verkuppeltwerden meiner letztendlich die Öffnung der Beziehung zu beiden Seiten zu folgen habe. Und da, aller hypothetischen Bereitschaft zum Trotz, ich einen Punkt in meiner Entwicklung, an welchem ich eine solche Situation nervlich toleriere, in diesem Leben nicht mehr erreiche, werde ich die Gefahrenquelle fallenlassen wie eine heiße Kartoffel.

Aber wie erwähnt – ich bin nicht der Meinung, dass es geschehen wird. Kann nicht. Passt in meine Matrix nicht. Auch wenn ich mir sicher bin, dass, was hier den Eindruck einer Abwehrhaltung hervorrufen könnte, mich nicht davon abhalten sollte, etwaigen Ereignissen diesbezüglich offen in die Augen zu blicken.

Noizbait ulertua sentitu zugatik

Standard

Habe ich mal erwähnt, dass dieses Lied… zutrifft?

Ja, habe ich. Ich weiß.

Baina ikasi dut heziz-hezi
Ezinetan itotzen naizela.

(Google Translate – ich mache mir immer mal wieder den Spaß, meine fremdsprachlichen Ergüsse dort einzugeben, einfach um zu sehen, was passieren würde, täte dies irgendeiner meiner aufmerksamen Leser mir gleich – sagt dazu übrigens: „Aber ich lernte erzogen erzogen: Ich kann nicht ertrinken.“ Und verunglimpflicht so die tatsächliche Nachricht der beiden Zeilen – „Aber mit Unmengen an Disziplin habe ich gelernt, dass ich in Unmöglichkeiten ertrinke“ – bis hin zur völligen Unkenntlichkeit. Wie man das von Gogle Translate eben nicht anders gewohnt ist.)

Kepa warf heute, inspiriert durch Heinrich Bölls Irisches Tagebuch, die Frage auf, mit was für Vehikeln der Mensch wohl so vom Dock der Geburt bis in die Schiffsbrüchigkeit über die Weltmeere zockelt. Bevor wir letztendlich beschlossen, dass ich auf dieser Müllfilterkonstruktion wohnen würde, die demnächst gebaut werden soll, wo ich als Müllmonster jeden verschlinge, der mich nicht mit Alkohol oder anderen Rauschmitteln besticht, visualisierte ich mein Fortbewegungsmittel auf seine Frage hin wie folgt.

Unfertig, bunt zusammengeflickt aus allen möglichen kleinen Gegenständen, beständig erweiterbar, notdürftig gestopft an den Stellen, an denen ich mir meine Manie nicht leisten kann, mit dem Reparieren zu warten, bis das perfekte Stück Plunder angetrieben kommt, wie ich es sonst so halte. Steuerlos und mit vielfarbigen Segeln an so windschiefen Masten, dass jeder Andere Angst hätte, sich drunterzustellen, ich aber nicht, weil sie schon immer so waren und trotzdem funktionieren.
Das war schonmal ein guter Anfang. Ich müsste mir nochmal Gedanken machen, um mir mein Traumschiff zu Ende zu konstruieren. Die Frage ist eigentlich echt nicht übel, obwohl er mich in einem der raren Momente erwischt hat, in denen ich zu tiefgründigen Überlegungen eigentlich gar nicht aufgelegt war. Ich gebe weiter: „Wie sieht dein Schiff/floating Gegenstand aus?“ Seriously, give it some thought.

Menschliches Wegsein, unmenschliches Dasein. Oder sowas.

Standard

Im Zuge der Verwirrung von neulich rief ich mir in Erinnerung, was mir Kepa damals sagte. „Du brauchst jemanden, der immer da ist.“ Er hatte so Recht. Ich hatte keine Ahnung, wie Recht er hatte. Noch so ein unheimlicher Fall von „knows-me-better-than-I-know-myself“. (Gut, Kepatxos Indianername wäre hiermit dann auch schonmal offiziell established.)

So richtig wurde mir das eigentlich erst klar, als es Laura nochmal so präzise für mich zusammenfasste. Auch wenn ich ihr daraufhin erstmal erwiderte, dass mir beim Gedanken an R’s und Kepas Issues einfach zwei gleich rapide in die Höhe schnellende Balken in den Sinn kommen, wie sie im Fernsehen benutzt werden, um eine Statistik zu visualisieren. „Whuuuup! Und da sprengen sie die 100-Prozent-Marke!“ Laura war verwirrt, weil sie nicht wusste, dass R ebenfalls mit seinen ganz eigenen Issues zu kämpfen hat. Als wäre das überraschend; was will ich mit einem Mensch ohne Issues. Falls es so etwas tatsächlich gibt – ich habe meine Zweifel.

Wobei ich ja immer noch (mehr noch als zuvor sogar) der Überzeugung bin, dass körperliche Anwesenheit mit Dasein nicht das Geringste zu tun hat, aber das ist ja auch nichts Neues. So sue me, von manchen Überzeugungen bekommst du mich so schnell nicht weg, vor allem, wenn du mir R vor die Nase setzt, den man praktisch mit beiden Armen umfangen kann und der trotzdem erfolgreich die Gewissheit vermittelt, dass er gedanklich in irgendwelchen Sphären am anderen Ende des Horizonts verweilt, wo es zu allem Überfluss auch noch beileibe nicht so verlockend aussieht, dass man das unbesiegbare Bedürfnis verspürt, sich ebenfalls dort hinzubegeben. Wie gesagt. Ich bleibe nach wie vor dabei, dass mir ein physisch entfernter, aber gedanklich präsenter Mensch um Welten lieber ist als das genaue Gegenteil.

R derweil kam eben aus der Kneipe wieder und ist mächtig stolz auf sich, es an einem Freitagabend schon vor drei Uhr nach Hause geschafft zu haben. Ich bin nur noch wach, weil ich eben mit Caro geschrieben habe und mir dann dachte, komm, dann schaffst du auch noch eine kleine Bloggle-Abhandlung über ein random Thema. Da natürlich aber, wie immer, dieser Blog die faszinierende Eigenschaft hat, mich genau darüber reflektieren zu lassen, was zum Zeitpunkt des letzten Eintrags in meinem Kopf vorging, landete ich eben genau hier.

Und weil mir vor Müdigkeit bald die Augen aus dem Kopf fallen, gehe ich jetzt schlafen.

Hypothesen und Vorhaben

Standard

Oh Shit, mir wird immer noch schlecht, wenn ich das Bild von da unten sehe.

Abgesehen davon: Ich habe mir mal wieder Gedanken gemacht (zu viele davon, um ehrlich zu sein), was passieren würde, wenn ich mal schwanger werde. Ich überlege mir das ab und an und komme je nach Stimmungslage zu unterschiedlichsten Ergebnissen. Das positivste unter ihnen habe ich eindeutig heute erreicht, als ich mir auf einmal dachte, hey, es wäre doch eigentlich wirklich zu überleben. Zumindest zeitpunkttechnisch. Ich bekomme mein Studium fertig, ich bin psychisch ganz gut drauf, meine Eltern leben in der Nähe. Meine Großeltern leben noch (und würden sich, wenn auch über alle Maßen schockiert, ganz sicher ’ne Packung Kekse freuen). Ich hab‘ Unterstützung von meiner Familie und finanzielle Rücklagen auf der anderen Seite. Und ich habe genug Vertrauen in R, um anzunehmen, dass er sich trotz seiner erklärten Abneigung gegen die Vorstellung, sich zu reproduzieren, nicht so ohne Weiteres aus dem Staub machen würde.

So viel dazu. Ich bin heute eh super stabil, früh aufgewacht und schon produktiv gewesen – nach einer Woche Untätigkeit habe ich tatsächlich wieder mal ein bisschen was BA-mäßiges gearbeitet und immerhin ein paar Absätzchen zustandegebracht. Gleich geht’s Essen retten (allein – Jana hat abgesagt, weil ihr Sohn Fieber hat) und heute Abend kommt Sarah zum Proben. R ist auch auf dem Rückweg und wird so ungefähr gleichzeitig mit Sarah hier eintrudeln. Er rief gestern Abend noch an und berichtete nebulös von irgendwelchen Pseudodramen, die sich bei ihm in der Familie abgespielt hätten; ich schätze mal, nichts zu Dramatisches. Eher so in Richtung „das Übliche“, wie ich es von meinen Eltern auch nicht anders kenne.

Jetzt gehe ich mich umziehen. Der Rest des Tages wartet.