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Wirklich… zu viel Zeit.

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Seit sehr Langem musste ich gerade erstmals wieder an den absurden Zufall denken, dass die Person, deren Internetpräsenz mich damals dazu bewogen hat, mir einen blog.de-Blog zuzulegen, sich Jahre später als jemand herausstellen sollte, mit dem der Ukumensch über dieselbe Plattform einen regen Kontakt pflegte.

Vielleicht komme ich darauf, weil ich soeben spontan (aber nicht wirklich; ich habe neulich im Bus hierher schon einen ganz winzigen Versuch unternommen) der nicht minder absurden Tätigkeit nachging, den Ukumenschen erfolglos in den Weiten des Internets zu stalken. Das passiert, wenn du zu gut verdrängst. Weder erinnere ich mich an den Namen seines damaligen Blogs (wohingegen mir das dazugehörige gewollt-möchtegern-Hipsterfoto mit der Mütze bei mehr oder minder angestrengtem Nachdenken tatsächlich wieder ins Gedächtnis kam) noch an den fancy englisch-französisch-verwirrten Alter-Ego-Fakenamen (Henry.. etwas), den er auf Onlineplattformen so anzunehmen pflegte. Was bitter ist, weil ich damals tatsächlich sein Facebookprofil mal gefunden hatte, ich weiß es genau.

Ich weiß aber auch, dass mir der Name auf der Zunge liegt, dass blog.de (sag bloß) seit Jahren nicht mehr besteht, dass ich so oder so keine Ahnung habe, ob der Blog (oder der Mensch) danach mal umgezogen ist, und dass – wenn alle Stricke reißen – durchaus auch die Möglichkeit bestünde, ihm einfach bei Skype zu schreiben, wäre denn die Absicht hinter den Ganzen überhaupt, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Aber das war es gar nicht, viel lieber umgeb ich mich mit undefinierten Schatten und dem typischen solche Momente begleitenden Chaos aus bodenloser Nostalgie, altem Selbstmitleid und neuem Selbstrespekt, Selbsterkenntnis und dem Mangel daran, Zweifeln und Gewissheit und einer Prise aus dem unerschöpflichen Vorrat des ebenso schwammigen wie intensiven Wunsches, irgendwie in der Vergangenheit Dinge anders gemacht zu haben. Das ist das, was mich umtreibt. Konkret kann ja jeder. Gegenwart, wie lahm.

Meine Gegenwart gestaltet sich aktuell so: Ich befinde mich in der Wohnung meiner Eltern, welche sich wiederum im Urlaub befinden. Ich bin demzufolge alleine und dafür zuständig, dass die Balkonbepflanzung überlebt. Zu diesem Zwecke bin ich vorgestern also hierher gereist und habe nun Sehr. Viel. Zeit. – und Sehr. Wenig. zu Tun. Bisher habe ich gearbeitet, Musik gemacht, gegessen und gegammelt. Was soll man in einer fremden Wohnung auch sonst machen.

R derweil hat sich eine potenzielle Ausbildungsstelle an Land gezogen, bei der er heute zum Vorstellungsgespräch geladen war. Sein derzeitiger Chef war von der Aussicht, ihn ein Jahr früher als geplant zu verlieren, so überaus entsetzt, dass er ihm den Himmel auf Erden im Betrieb versprochen hat, falls er es sich anders überlegt. Das sieht also in jedem Fall gut aus.

So. Nun bin ich einfach mal froh, dass ich den Fluch brechen konnte, der sich vor mein Schreiben geschoben hat, seitdem ich mit der Pflanzenbestimmung nicht mehr hinterherkam (du hast keine fünf Pflanzen fertig? Dann denk gar nicht erst dran.) – jetzt bin ich eindeutig nicht mehr in Reichweite meines Balkons und somit jeglicher selbstauferlegter Pflanzenbestimmungspflicht fürs Erste enthoben.

Und was alles Andere an selbstauferlegten Komplikationen meines Daseins angeht – um die kümmern wir uns irgendwann auch noch. Aber nicht mehr heute.

Kommando zurück!

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So. Nachdem ich gestern Abend wieder einmal feststellen durfte, dass ich den Anforderungen dieses meines menschlichen Daseins nicht mehr auch nur im Geringsten gewachsen bin, sobald sie über das ganz Rudimentäre hinausgehen, verabschiede ich mich ein Mal mehr von der Illusion einer vollständig geheilten Existenz. Ebenso von der Idee, mit der Uni dieses Semester fertigzuwerden. Das ist eine Erleichterung. Nach Aufgeben fühlt es sich nicht an; ich glaube eher, mich mit dieser Entscheidung einen Schritt weiter in die Richtung hin entwickelt zu haben, in die ich eigentlich möchte. Raus aus der Matrix, raus mit mir.

Ich hatte ein unschönes Gespräch mit meiner Mutter, welche sich weniger an der Tatsache stört, dass ich nun beschlossen habe, meine Thesis im Oktober erst zu schreiben (dafür aber gründlich vorbereitet und ohne zusätzliche Uni-Belastungen), als (wie war es anders zu erwarten) an der ihr zugegebenermaßen geringfügig taktlos mit den Worten „Ich mach‘ keinen Master, das kannst du dir abschminken“ eröffneten Änderung an meiner Lebensplanung, die nunmehr den Fokus darauf legt, mich in der ökologischen Agrikultur zurechtzufinden statt in der literarischen Übersetzung.

Sie schafft es so zuverlässig, meiner kompletten Überzeugung die Grundsubstanz zu rauben, dass ich mich jedes Mal aufs Neue frage, warum ich überhaupt mit ihr über irgendetwas von Belang zu sprechen noch das Bedürfnis hege. Statt ihre Bedenken sachlich zu äußern, befindet die Frau es für notwendig, mich in meiner Gesamtheit so platt zu machen, dass ich ein ganzes Leben lang daran zu knabbern haben werde, mich von ihrer Stimme in meinem Kopf zu befreien, um eventuell irgendwann doch wieder annehmen zu können, dass ich es in meiner Welt, mit meiner Vision, auf meine Art zu etwas bringen werde. Etwas, das ich auch selbst tatsächlich will.

Ich bin heute Nacht um vier Uhr aufgewacht und konnte ewig nicht mehr einschlafen. Das passiert mir ungefähr einmal in drei Jahren. Wobei es, wenn ich mich richtig erinnere, heute Früh vor allem darum ging, dass ich mir Horrorszenarien ausmalte für den Fall, ich wäre schwanger. (Ich habe zwar momentan die krassesten PMS diesseits der Schmerzensgrenze, aber werde das blutige Elend dieses Mal wahrscheinlich trotzdem mit einem solchen Enthusiasmus empfangen, dass es schon bald annehmen müssen wird, sich in der Adresse geirrt zu haben.)

So, zum Abschluss noch ein gewohnt-absurdes schriftliches Ukumenschgespräch – neuerdings, exhileratingly, frei jeden Gefühls des Zermatschtwerdens – und dann ab ins Bett.

Schön. Schön, schön, schön, schön, schön. Wirklich schön.

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Hypermotivationserfüllter Tag heute. Eine Seltenheit momentan, aber ich habe es tatsächlich hinbekommen, mich um halb zwölf aus dem Bett zu schwingen und einem produktiven, glücklichen Tag einen verhältnismäßig zeitigen Anfang zu bescheren. Basti hatte hier gepennt und verschaffte mir die perfekte Motivation für ein richtig schönes, ausführliches Frühstück – etwas, wofür ich alleine niemals mehr Zeit aufwenden würde. Trudi kam und setzte sich dazu. Sie ist nicht wiederzuerkennen momentan; ich sehe schlagartig ein, dass von dem Menschen, den ich damals im Wohnheim kennengelernt hatte, zwischenzeitlich wirklich und wahrhaftig nichts mehr übrigwar und es nicht zwangsläufig an einer gestörten, verzerrten oder veränderten Wahrnehmung meinerseits gelegen haben muss, dass ich so lange das Gefühl hatte, mit einer völlig fremden Person zusammenzuleben. Nein, es gibt sie wirklich, die alte Trudi. Ich bin so glücklich über jeden Schnipsel, den ich momentan von ihrer mir so unglaublich lieben altbekannten Persönlichkeit wieder aufschnappe. Das bringt mich dann hoffentlich durch Zeiten, in denen sie sich wieder hinter etwas verschanzt, das mit meiner wunderbaren Freundin von noch vor einem Jahr so reichlich wenig gemeinsam hat. Und in denen ich das Gefühl habe, selbst zu einer eigentlich ziemlich ekligen Ausgabe meiner selbst zu mutieren, die aus dem kompletten Mangel an Verständnis resultiert, den ich der „anderen“ Trudi gegenüber an den Tag lege.

Basti hat ein Regalbrett für mich in der Küche angebracht und meine Lebensqualität damit verbessert.
Ich habe die weltbewegende, alles verändernde Entdeckung gemacht, dass das Metall-Flaschenhalterding, das ich einst vor Waltraut aus der Restmülltonne gerettet hatte, genau in die Lücke zwischen Kühlschrank und dem anderen Schrank passt und sich dort nicht nur ganz hervorragend als Halter für Geschirrtücher, sondern noch dazu als einzigartig blendend funktionierendes Anti-Geräusch-Mittel gegen die ewig nervenzermürbenden Vibrationsattacken des Kühlschranks eignet. Ich habe bestimmt fünf Minuten deriliös vor Glück „herrlich, herrlich, das Leben ist so herrlich“ vor mich hin ausgerufen.

Ich habe auch Neurolinguistik gelernt, oder zumindest konnte ich meine Mutter dazu bewegen, sich eine Stunde lang von mir die Vorlesungsmaterialien auseinandernehmen zu lassen, wodurch Mensch ja bekanntlich auch lernt. Ich besonders; mir ist es fast unmöglich, für mich alleine zu lernen. So wie es mir vom Prinzip her meistens unmöglich ist, überhaupt irgendetwas für mich alleine zu tun. Ich werde erst wirklich effizient, wenn mir jemand zur Seite steht, sei es durch bloße Anwesenheit oder sogar aktives Involvement. Ich bin bekloppt, ya lo sé. Badakit.

Nun habe ich soeben dem Ukumenschen auf eine Nachricht geantwortet, die den Tag endgültig zu etwas Besonderem gemacht hat. Das Leben verblüfft mich immer wieder; es tut einfach nie, was man erwartet. Ich liebe es, wenn sich mein selbstschutzbedingter Pessimismus in Bezug auf mir wichtige Personen als grundlegend unberechtigt herausstellt. Das ist so selten der Fall, aber es ist jedes Mal wie eine kleine Erleuchtung.

Jetzt ist Basti mit Abendessen angekommen. Er hat ein halbes Festmahl aus der Arbeit gerettet und mich vorhin extra angerufen, damit wir nur ja nicht zu Abend essen, bevor er kommt. Eine Seele von einem Menschen.

Tippen im Halbschlaf.

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Ich dreh noch durch irgendwann. Nein, keine Frage, mir geht’s ausgezeichnet. (Und ich habe so viel zu berichten, dass es mir schon davor graust, das alles verschriftlichen zu müssen.) Aber ach, verdammt seist du, Ukumensch. Ich erkläre später; jetzt rede ich mit Caro. Endlich. Endlich.

So. Whoa, das war überfällig. Warum also soll der Ukumensch verdammt sein, nur weil mir durch mein zufälliges Erscheinen auf der Plattform hier, nachdem er gerade zufällig einen Eintrag rausgehauen hatte, dem ich demzufolge in der Vorschau auf der Startseite zwangsläufig begegnen musste, sein immerwährendes Existieren direkt neben mir, virtuell gesehen, auf eine zu konkrete Weise in Erinnerung gerufen wurde? Ich weiß es selbst nicht mehr; ich weiß nur, dass ich heute Muffins backe, mit uralten Eierlikör-Pralinés, die mir Thomas geschenkt hat. Andere Geschichte, herrliche Geschichte.

Neulich in Oldesloe habe ich Johanna die beunruhigend zahlreichen Parallelen aufgezählt, die ich binnen kürzester Zeit zwischen R und dem Ukumenschen festgestellt hatte. Es waren derer so viele, dass ich eine halbe Zugfahrt von Hamburg nach Oldesloe damit verbracht habe und selbst am Morgen danach mir immer noch mehr einfielen. Es hat praktisch nicht mehr aufgehört. Wohl die am stärksten ausgeprägte Ähnlichkeit wird sein, wie sie beide – Opfer ihrer ewig überreflektierenden, in allen Lebensbereichen dominanten Köpfe – verschiedenste ihrer Eigenschaften für ganz einzigartig und speziell halten und stolz der Welt verkünden, welche sich dann angemessen beeindruckt zeigt. Whoa, so toll bist du?? Und wenig später kommt man nach genauerem Überlegen zu der Erkenntnis, dass das eben Gehörte eigentlich den meisten Menschen eigen ist, mit dem Unterschied, dass für gewöhnlich niemand auf die Idee kommt, darüber nachzudenken, und folglich vermutlich einfach besagte Eigenschaft an sich oder Anderen nicht einmal bewusst wahrnimmt.

Doch, ich denke beizeiten über so etwas nach. Genau wie darüber, dass ich dem Ukumenschen noch fünf Euro schulde, was mir ein schlechtes Gewissen bereitet, oder darüber, dass mein ganzes Leben heute nicht das wäre, was es ist, wäre ich nie Şahin über den Weg gelaufen. Ich hätte dann auch ganz sicher nicht gerade ein paar Stunden mit Caro geredet. Merkwürdig.

Ich muss eigentlich schlafen, und das ziemlich dringend; um 10.20 treffe ich mich mit dem Kaiser und bespreche meine BA-Thesis, also sollte ich zu dem Zeitpunkt wach sein und mich vorzugsweise im Kaiser’schen Büro befinden. Lass mich aber noch kurz erwähnen – es wird wirklich Zeit – dass mir R den Vorschlag unterbreitet hat, die Beziehung einseitig zu öffnen, damit ich für mich herausfinden kann, dass Poly toll ist – was sich so ziemlich genau mit der einzigen Möglichkeit deckt, die ich für die abstruse Konstellation, die diese Beziehung darstellt, letztendlich gesehen hätte. Er sagte, er kann auch drei-vier Jahre warten. Er scheint wirklich Vertrauen zu haben, dass ich es irgendwann begreife und dann auch noch umsetze. Ich wünschte, ich könnte mit demselben Optimismus da herangehen. Aber die Hauptsache ist, ich kann wieder leben, so richtig ohne das omnipräsente Gewicht auf meinen Schultern, das in den letzten Wochen schon wieder ganz gut dabeiwar, mich in Richtung Boden zu zwingen. Überraschenderweise war Sarah bisher diejenige, die sich am meisten mit mir zu freuen schien; ihre Reaktion war weitaus enthusiastischer, als ich in Hinblick auf unser momentan schon recht distanziertes Verhältnis erwartet hätte. Ich bin nicht sicher, ob der Mangel an Begeisterung bei den Anderen darauf zurückzuführen ist, dass sie es von vornherein für selbstverständlich halten, dass er seine Prinzipien so voll und ganz in den Wind geschmissen hat, um mich behalten zu können. Oder darauf, dass ihnen die Tragweite nie klar war. Vielleicht ist es auch eigentlich nicht so interessant, wie es für mich von innen heraus aussieht. Und ich tippe schon wieder, ohne denken zu können, im Halbschlaf. Ich sollte Zähne putzen gehen und mich schlafen legen. Bastis Wecker klingelt um zehn vor acht. Der pennt aber auch schon seit Stunden, der Glückliche.

Anflüge (oder: Zustände im Konflikt).

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Sanskrit. Morgen. Nicht gut.

Natürlich nichts mehr gemacht gestern.

Ich fühle mich hin- und hergerissen zwischen zwei Extremen.

Eines ist dieses hier.

Das andere ist dieses.

Bueltatzen kennst du schon, sofern du mich kennst. Führt kaum ein Weg dran vorbei, weil Bueltatzen für mich die Welt bedeutet. Ich werde mir jetzt die Mühe machen, es zu übersetzen. Das habe ich nämlich bislang tunlichst unterlassen, so wie ich es ja generell an mir habe, meinen geschätzten Lesern Schrägstrich Bots eine unzumutbare Menge an Dingen zuzumuten, die sie ohne (die natürlich nie gegebene) Erklärung kaum in der Lage sein können zu verstehen.

I want to see the world, but from your bed
I want to see the world.
The song on your lips that you can’t forget
I want to be that song.

And where have you been hiding until now?
In all these years too long, never showing up?
Hold me by the hand, tight, I beg you
It’s dark and I don’t know the way back.

I want to be the sea in your storm
I want to be the sea.
The way home, only under your feet
I want to be the way.

And where have you been hiding until now?
In all these years too long, never showing up?
Hold me by the hand, tight, I beg you
It’s dark and I don’t know the way back.
I don’t know the way back.

I want to see the world, but from your bed
I want to see the world
from the watchtower of your words
The song on your lips that you can’t forget
I want to be that song.

And where have you been hiding until now?
In all these years too long, never showing up?
Hold me by the hand, tight, I beg you
It’s dark and I don’t know the way back.
I don’t know the way back.
I don’t know the way back.

Demnach war es umso ironischer, dass mir der Ukumensch (hallo, Ukumensch. Es ist über alle Maßen beeindruckend, dass du dir ein gesamtes Jahr lang meine fast-täglichen Schwallungen an Lebensschnipseln angetan oder aber nach dieser ganzen Zeit mal wieder random vorbeigeschaut hast. But, then, das deckt sich mit dem Inhalt eines unserer ersten Telefonate, in dem du mir deine Sicht auf Verbundenheit dargelegt hast. Es war trotzdem unerwartet, eine schöne Überraschung) neulich in Bezug auf R und Schutzmauern schrieb, den Weg zurück würde ich ja kennen.

Ich muss bei dem Lied öfter mal an Hänsel und Gretel denken.

Zustand eins – Mariñelaren Zai – dagegen sieht folgendermaßen aus.

The carpenter had a daughter,
the most beautiful in the village
Two men wanted to conquer her heart

What is it, what is it, my daughter?
– I’m in love with the sailor, father.
But don’t you understand it’s impossible?
You’re meant to be with the young lord.

She was then all longing for her forbidden love
-The young lord is coming to ask for your hand,
the sailor is going to Ireland.

So it was, the forced wedding
There were no rich people there
And everyone was dancing, everyone was happy
Forgetting about social differences

What is it, what is it, my daughter?
– I’m in love with the sailor, father.
But don’t you understand that’s impossible?
You’re the young lord’s wife.

Still to this day we can see
this daughter at the window
Waiting, waiting for the sailor
She has her hopes on the sea.

Und dann natürlich das passende Kepa-Zitat dazu.
„Um Himmels Willen, nicht warten.“

Und R. „Es kann sein, dass ich in meiner letzten Woche in Konstanz von Lena-Anflügen geplagt werde; nicht persönlich nehmen.“

Und ich. „Passt.“
Natürlich passt es nicht. Bei aller Liebe zur Transparenz ist es, du wirst mir sicher zustimmen, nicht ganz einfach, die Exfreundinnen-Anflüge deines Freundes mit Würde und Verständnis hinzunehmen. Wie gut, dass ich lange genug Therapieerfahrung mit Caro und Şahin gesammelt habe, um das unschöne bis widerwärtige Gefühl, das heute genau wie damals bei solchen Bemerkungen aufkommt, klassifizieren und im Schach halten zu können.

Irgendwo sind wir doch alle kaputt. Traurig, aber wahr.

No Exception Pt. 2

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Ich bin ja immer mehr am Verzweifeln, weil mir die Motivation fehlt, meine Songs gescheit aufzunehmen.
Natürlich fehlt mir außer der Motivation auch das nötige Know-How, aber dank meiner mittlerweile wieder gesenkten Ansprüche an mich selbst ist das nicht das primäre Problem.

Offenbar gehe ich jetzt deshalb dazu über, Aufnahmen zu Youtube zu laden, die mehr zufällig entstanden sind als irgendwas sonst, roh, verstimmt, live, rauschend, spontan.. ohne großartige Qualitätsansprüche. Aber trotzdem gut, irgendwie. Gerade habe ich das Textvideo für No Exception fertiggestellt, das ging schnell und hat Spaß gemacht, und das Ganze mit einer Aufnahme unterlegt, die ich neulich gemacht habe, in einem seltenen Anfall von Gut-singen-können und Motivation, Dinge aufzunehmen.

Mir ist ja mittlerweile aufgefallen, dass ich einige meiner Lieder wirklich gut finde. Destinations zum Beispiel, Summer, Reality Can Wait. Und noch etliche, die du nicht kennen kannst, weil sie bisher nur in meiner eigenen Welt existieren. Our 100%, Book of Life, Mango Trees, Traveler, Strawberry Picker, Sometimes it’s Hard to Open your Hand.. Ziemlich viele sogar. Ich bin nicht übel eigentlich im Schreiben, wirklich nicht. Ich muss nur an der Umsetzung arbeiten.

Gerade stelle ich fest, dass ich erstaunlich viele der oben genannten Lieder dem Ukumensch zu verdanken habe. Ukumensch, ach, Ukumensch. Es tut mir leid; ich war völlig zerstört und musste einfach nur flüchten. Es kam mir nicht in den Sinn, du könntest dir vorkommen, als würdest du fallengelassen werden. Aus meiner Perspektive hattest du es dir so vollkommen selbst zuzuschreiben; du hast es so sehr drauf ankommen lassen, das ich mir nicht einmal vorgestellt habe, es könnte dir trotzdem nicht gefallen. Aber ich bin mir recht sicher, dass, being yourself, du meine Flucht ganz gut verkraftet hast. Und immerhin bleibt dir das Wissen, mal wieder jemanden fürs Leben geprägt zu haben. Das kannst du gut.

Feuerwerk (aber irgendwie mehr Autounfall).

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[Fast hätte ich es vergessen. Trotz der relativen Sicherheit, dass dieser Absatz überflüssig ist wie ein Kropf, besser Vorsicht als Nachsicht – Kepatto, ich würd‘ dich bitten, diesen Eintrag zu überspringen. Ich bin zu übermüdet für die Welt und werde jetzt von dem mir deinerseits eingeräumten Recht Gebrauch machen, über dich zu lästern. Oder so.]

Ich hab‘ vorhin also Folgendes erfahren: Ich bin ein Feuerwerk. Und ein Autounfall. Und irgendwann in einer fernen Vergangenheit ist jemand regelmäßig im Angesicht meiner Art zu sein und zu leben erstarrt. Und er hat aber akzeptiert, dass ich ihn „wegwerfe“. Die Person, von der verlassen zu werden er nicht einfach akzeptiert, die wird er lieben.

Wie genau Caro auf einmal dazu kam, den Blog des Ukumenschen zu stalken, habe ich schon jetzt wieder verdrängt. Aber dass sie es getan hat, hat mir zu Wissen verholfen, das ich vermutlich sonst im Leben nicht bekommen hätte.

Ich bin wirklich sehr anders als sie. Ich hätte es nicht in dreitausend Jahren ausgehalten, seinen Blog weiterzulesen. Ich hab‘ nach dem 15. Dezember nicht ein Mal mehr draufgeguckt, nicht ein Mal. Doch, ein Mal. Irgendwann später, zufällig. Es ging, soweit ich mich erinnere, um jemanden, von der verlassen zu werden er augenscheinlich schon ohne das tatsächliche Eintreten besagten Szenarios weniger kampflos akzeptiert hätte.

Es ist eigentlich ganz lustig, weil es genau das war, was ich unbewusst wohl verstanden habe damals. Weshalb es so furchtbar war, dass er es einfach akzeptiert hat. „Mit fallengelassenen Waffen“, und irgendwas von einer roten Linie labernd, die ich überschritten hätte. Ich hätte so gern gehabt, dass er es nicht einfach akzeptiert. Ich scheine aber eben wohl doch mehr Autounfall gewesen zu sein als Feuerwerk. Was wohl nicht gereicht hat – ich bin bis heute ratlos. Und ich war es immer, immer, wenn ich anfing, darüber nachzudenken, wie man jemanden so faszinieren und ihm gleichzeitig nicht den leisesten Anflug von Gegenwehr wertsein kann, wenn man ihn wegwirft. Oder in meinem Fall, mit einem Hechtsprung der verzweifelten Sorte sich selbst aus der Schusslinie wirft, aus seiner nämlich.

Gut gemacht, wirklich. Weil es noch nicht reicht, dass mir jemand, der sich selbst nichtmal ein Zehntel des ukumenschlichen Zerstörungspotenzials auch nur zutraut (und mir einst sagte, er sei ukulelisch gesehen ein Vollspaten), die widersprüchlichsten aller Signale gibt und sich dabei als so vollkommen unerwartet fähig erweist, einen im Saft der eigenen Spekulationen schmoren zu lassen.. muss sich natürlich auch noch die sorgfältig verdrängte Enttäuschung über das kampflose Aufgeben dieses unergründlichen Menschen wieder melden. Warum hätte er nicht vorschlagen können, dran zu arbeiten. Warum war ich das schon wieder nicht wert. So viel Arbeit, wie ich jede Sekunde meines wachen Lebens aufbringe, so wenig davon scheine ich dem Rest der Welt wert zu sein. So ein Feuerwerk bin ich dann nämlich doch nicht. Vielleicht bin ich einfach zu unspektakulär. An ein Feuerwerk stellt man ja schon wieder ganz andere Ansprüche als an so ein kleines Leuchtchen. Ich wäre zufriedener damit gewesen, ein kleines Leuchtchen zu sein, so wie ich es annahm. So versage ich schon wieder dabei, irgendwelchen unrealistischen Erwartungen und Ansprüchen nachzukommen, von denen ich nicht einmal eine Idee habe, wie sie überhaupt entstanden sind.

Das ist nun bei Weitem das Nächste, das ich an übermäßig selbstmitleidige Attacken bzw. dementsprechende Einträge seit gefühlten Ewigkeiten herankomme – wen wundert’s, es ist der Ukumensch involviert; offenbar hat er seine so charakteristische Wirkung bis heute nicht verloren.

Ukumensch, was hätte ich denn anders machen können.

Kepa, willst du mir nicht vielleicht einfach mal mitteilen, ob ich mit dir auf das nächste Disaster der gleichen Art zusteuere, ob sich am Ende rausstellt, ja nee, du bist schon ganz in Ordnung, aber so in Ordnung dann doch wieder nicht – ich brauch‘ deine Zuneigung nicht, auch wenn ich ab und an so tue, als brächte ich dir selbst welche entgegen. Um alles in der Welt, dann lass es doch einfach gut sein. Was ist daran denn besser als vorher, als wenigstens niemandes Seelenheil auf dem Spiel stand. Ich hab‘ so eine Angst. Wenn er kein Problem damit hatte, es mit Sarah abzuziehen, wird es.. Hör auf. Was ist denn in dich gefahren. Jammern kannst du, wenn es soweit ist. Himmels Willen.

Meine Güte, ist das furchtbar.

Summer Pt. 2

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Meine Demo ist fertig.

Nunja, obwohl, was heißt fertig. Nichts ist je fertig. Und vor allem dank der latent (danke, Laura, jetzt fange ich auch damit an) penetranten ukumenschlichen Stimme in meinem Kopf, die mir vor lauter Perfektionsanspruch bald den Verstand raubt, ist es anstrengend, mit irgendetwas zufrieden zu sein, das nicht so klingt, wie ich es haben will. Also müsste ich theoretisch mit allem unzufrieden sein. Das ist aber Schwachsinn, daher freue ich mich einfach mal, ein Liedchen zusammengebaut zu haben, das zumindest meinen Durchschnittswert um Längen übersteigt.

Überhaupt seit so langer Zeit mal wieder ein Liedchen zusammengebaut zu haben. Meine Güte, wann war denn Reality – das muss ewig her sein, da war ich bei Simone in Rostock und es war kalt. Jetzt ist es wieder kalt – ich habe einen ganzen Sommer lang gelebt, ohne irgendetwas zusammenzubauen. Daran war nicht nur die besagte motivationskillende Stimme Schuld, sondern in erster Linie das ganze Leben, das ich zu schaffen hatte. Wie gut, dass ich langsam zur Ruhe komme.

Und wie passend für das Lied, dass es wieder kalt wird. Wie äußerst passend.

Ich mache dann heute Abend das Textvideo – falls ich Zeit dafür habe. Aber ich werde Zeit haben; Freitag habe ich frei und kann dementsprechend schlafen gehen, wann immer ich möchte. Oder eben nicht schlafen gehen.

Und, wuhu, es war so schön gestern bei Sofie. Ich bringe ihr jetzt den Entertainer bei – die vereinfachte Version, die ich selbst zu Zeiten gespielt habe, als meine Hände noch nicht einmal groß genug waren, um eine Oktave zu greifen. Ich liebe es, wie ich meine ganzen alten Stücke durch sie wieder lerne. Und wie einfach es jetzt geht. Und dafür dann noch Geld bekommen. Oh, es ist doch alles herrlich.

Idazten.

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Schriftliche Kommunikation ist das Fürchterlichste, was man sich vorstellen kann. Klar ist sie nebenbei auch lebenswichtig und absolut essenziell für das menschliche Dasein, aber trotzdem. Ugh. Gerade im Zeitalter des Internets bin ich mir fast sicher, dass eine unfassbare Anzahl an Missverständnissen und allgemeiner Fehlkommunikation über dieses Medium auftreten. Sicher sind diese meistens dank der rasenden Geschwindigkeit, mit der das alles heutzutage so vonstattengeht, auch schnell wieder behoben, aber was, wenn nicht?

Wie gern würde ich einfach alles Geschriebene einmal ausgesprochen hören, damit alles an (eben nicht) mitschwingenden Subtilitäten mir dazu vermittelt wird. Gerade der Tonfall ist doch so immens wichtig. Mir vor allem; ich brauche ihn, um bestätigt zu bekommen, dass das, was ich da gerade (eben nicht) zu hören bekommen habe, nicht so böse gemeint ist, wie ich es im Zweifel auffasse.
Unsichere Menschen sind keine geborenen Chatter. Wir behelfen uns mit Emoticons, um unsere Intention auch ganz sicher so glasklar rüberzubringen, wie es nur irgend möglich ist. Würde der Rest der Welt das auch tun, hätten wir ein Problem weniger.

Jetzt werde ich gerade ganz entsetzlich müde. Dabei habe ich nicht die geringste Lust zu schlafen; am liebsten würde ich mir die Nacht um die Ohren schlagen, dabei Ken Zazpi hören und Zea Mays und Berri Txarrak, und all die anderen Sachen, die ich noch gerne machen würde, könnte ich dadurch gleich schon vergessen, weil mir in Anbetracht der übernatürlichen Musik niemals genug Konzentration dafür bleiben würde.

Das kommt nun also davon, dass ich morgen zu JO fahre. Das letzte Mal, dass ich bei ihr war, habe ich Olatuz Olatu gehört – so oft, dass es kaum mehr aus meinem Kopf verschwinden wollte und zusammen mit dem ebenfalls zu der Zeit dort angesiedelten Hey Jude eine recht interessante Kombi ergab. Und als ich eben darüber nachdachte, dass ich ja morgen zu JO fahre, kam mir natürlich Ken Zazpi in den Sinn, wie auch nicht.

Und was nicht noch alles. „Morgen fahr‘ ich nach Frankfurt, und übermorgen fahr‘ ich nach Luxembourg“, sagte ich vorhin, als Sebi und Sarah und ich einen nächsten Termin für die Bandprobe festmachen wollten. „Was machst du in Frankfurt?“, fragte Sebi. „Bei Uki?“

Vielleicht nicht. Vielleicht eher bei JO, die ich übrigens alle Nase lang mal dort besuche. Was um alles in der Welt habe ich verkehrt gemacht, dass nach der ganzen Zeit jeder, der hört, wo ich hinfahre, mit dem Ukumensch ankommt. Außerdem habe ich irgendwann mal geträumt, beim Ukumensch vor dem Haus rumzulungern und dann zu ihm hoch zu flüchten, weil irgendein Asi-Kind neben mir Hip Hop anmacht, und mordserstaunt zu sein, dass er mich seiner Kein-Spontanbesuch-Policy zum Trotz überhaupt reinlässt.

Wecker ist gestellt auf halb acht. Ich weiß nicht, wie ich das überleben soll. Ich habe mir aber auch schon jetzt so halbwegs vorgenommen, nicht zu Sentence Processing zu gehen, in erster Linie weil ich wieder das Paper nicht gelesen habe und es langsam unangenehm wird, in einer Gruppe von 5-6 Leuten immer diejenige zu sein, die nie Kursmaterialien dabei- oder sich tatsächlich mal vorbereitet hat. Außerdem werde ich eh erst zu Euskera wach. Ich freue mich jetzt schon wieder drauf. Was für ein Lebenselexier dieser Kurs ist.

Aber jetzt bin ich so geschlaucht, dass mir die Tastatur vor den Augen verschwimmt und ich das Gefühl habe, gleich ins Koma zu fallen. In dem Sinne: GNOM.

Imkreisschreiben.

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Whoa. Ich komme von See gerade, wo ich mit Susmita und Trudi einen schönen Abend hatte. Ich liebe es hier. Du schnappst dir eine Flasche Sekt und eine Flasche Wein und zwei liebe Menschen und ein paar Snacks und hast alle Schönheit des Lebens direkt vor deiner Nase.

Scream and Shout läuft mal wieder in meinem Kopf.

Morgen kommt Caro her, mit ihrer Freundin aus Portugal. Wenn alles gutgeht, machen wir etwas zusammen mit Ilhan, der aus irgendeinem Grund auch hier ist, und Trudi und Susmita. Sarah ist weg, sonst hätte ich die auch noch dazubeordert.

Ich mache so viele Tippfehler gerade; ich höre jetzt einfach auf, darauf zu achten.

Das ist jetzt unheimlich; ich habe gerade Pedro erzählt, dass ich in FFM bin demnächst, und er fragte, „bei Mr. Uku?“ Nein, vielleicht nicht. Vielleicht eher bei JO, mit der ich zu Against Me! nach Luxembourg gehe. Aber gerade gestern noch habe ich überlegt, dass der Mensch an sich wirklich ein nostalgisch veranlagtes Ding ist; ich bin ja bis heute jedes Mal überzeugt, etwas ganz Grandioses in den Wind geschmissen zu haben, wenn ich das Zeug höre, das wir produziert haben. Und dann muss ich mich zu Tode bemühen, mir den ganzen Krampf drumherum im Gedächtnis wieder lebendigzumachen, das ganze Einfach-Nicht-Genugsein.

Ich meine, Scheiße, ich habe etwas ganz Grandioses in den Wind geschmissen, ich musste mir halt nur überlegen, ob mir nicht mein gesunder Geistezustand vielleicht wichtiger ist. Falls ich den jemals erreiche. Jedenfalls bin ich so auf einem wesentlich erfolgversprechenderen Weg, als wenn ich mich mit dem ganzen Einfach-Nicht-Genugsein herumplage. Herrlich, dass.. keine Ahnung, was ich schreiben wollte. Ich mutte nur kurz klären, dass Pedro sich von Türkisch, aber nicht von Russisch gequält fühlt, und habe indessen vergessen, was ich wollte hier. Mein Zustand ist selig-betrunken. Ich kam nach Hause mit einem Glitzerstreifen in den Haaren, über den Trudi und Susmita lang und breit diskutiert hatten, ob er jetzt Pisse enthält oder nicht. Natürlich tat er es nicht. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher.

Ach, ach, ach, ich schreib‘ so gern mit Kepatto. Jetzt hat er sich beschwert, dass er nichts versteht, wenn ich ihm auf Türkisch schreibe, obwohl alles, was ich ihm geschrieben habe, war, dass ich nichts verstehe, wenn er mir auf Latein schreibt.

Inzwischen lasse ich mich als Blaue Waffel bezeichnen und habe endlich den Text von letztem Mai gefunden, den ich in dem entsetzlichen Ort geschrieben habe, wo Vegetarier wie Menschen fünfter Klasse verköstigt werden. Hm. Gut zu sehen, dass ich inzwischen doch noch ein bisschen was gelernt habe.

Wie’s aussieht, sehe ich morgen Ilhan wieder. Das war lange her. Ich bin unglaublich gespannt. Caro kommt ja.. Ich hab gerade keinen Plan, ob ich das nicht eingangs schonmal erwähnt hatte.

Vielleicht sollte ich dann jetzt mal aufhören, wenn ich schon – eventuell – im Kreis schreibe, ohne es auch nur zu merken.

GNOM.

(Niemand sollte jemals erfahren, wie viele Anläufe ich gebraucht habe, um das zu tippen. OH JE.)

Google niemals Blaue Waffel.