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Gewissensfrei

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Mir geht es wesentlich besser, seitdem ich diese Praktikumsbewerbung abgeschickt habe. Ich tue jeden Tag etwas Schönes. Gestern und vorgestern habe ich neue Ohrhänger produziert, stundenlang, und dabei in der Sonne gesessen und (im Falle der ersten Session) später dann in der Dämmerung und mich von Mosquitos attackieren lassen, während ich fluchtartig meine Perlen- und Werkzeughaufen zusammensammelte und nach drinnen verschwand.

Außerdem ermöglicht mir die Abwesenheit (fast) jedes schlechten Gewissens bezüglich anderer Dinge, die ich prokrastiniere, überhaupt erst wieder so viel mehr Tätigkeiten wirklich auszuführen. Es ist tatsächlich der Fall: Ich bin beim Prokrastinieren immerzu von meinem Gewissen geplagt. Helfen tut da nichts als die Flucht in die Gegenrichtung: Verdrängung durch Zocken oder Schlafen. Wirklich etwas Anderes zu tun kann ich mir nicht erlauben, solange noch irgendetwas Anderes ansteht, und sei es die absurdeste Kleinigkeit. Dinge, die mir guttun, dürfen natürlich nicht auch nur im Ansatz vollzogen werden, bevor die zu erledigende Aufgabe abgehakt ist. Diese wiederum zeigt sich störrisch und wird immer unerledigbarer. Ich fühle mich schlecht und muss verdrängen.

Jetzt mache ich Sachen. So gewissensfrei war ich zuletzt nach dem Bachelor, als ich wohl zum ersten Mal im Leben wirklich nichts, aber auch gar nichts zu tun gezwungen war. Nichts lag vor mir, auf das ich mich hätte vorbereiten müssen. Nichts lag hinter mir, das ich noch hätte nachbereiten müssen. Es war ein Segen. Schade nur, dass das Ganze genau zwei Wochen anhielt, bis auch schon das Trudi-induzierte Stromdesaster hereinbrach und das mehrmonatige Dauertief des Grauens mit sich brachte. Auf einmal war da gar nichts mehr zu tun außer Warten. Das ist immer das Beste. Wissen, dass du zwar so ungefähr die Welt verbockt hast, aber nichts geraderücken kannst, weil das traurige Endresultat deines Verbockens eben in vergangenen Fehleinschätzungen begründet ist und du mit den dadurch in Effekt getretenen Faktoren nichts, aber auch gar nichts zu tun hast und somit nichts, aber auch gar nichts dafür tun kannst, dass das solcherart Verbockte wieder geradegerückt wird. Also Warten. Da hatte Laura schon Recht, Warten ist furchtbar. Da griffen dann auch die altbewährten Methoden der Verdrängung. Zocken und Schlafen. Vor allem Letzteres.

Jetzt also, jetzt tue ich Dinge. Alles, was ich will. Ich lese über Pflanzen und schaue Filme mit R und verbringe Stunden auf der Terrasse und kenne jede Kellerassel da draußen beim Namen und bewerbe mich bei Nachhilfeorganisationen und mache mir nichtmal mehr Sorgen um meine Finanzen, weil (auch, wenn es nett gewesen wäre, am Ende noch ein bisschen von dem Angesparten übrig zu haben) ich auf jeden Fall genug habe, um über dieses nächste Jahr noch zu kommen, und dann, im Falle, ich kann mit der Ausbildung beginnen, auf jeden Fall wieder regelmäßig (und bei Weitem) genug zum Leben bekomme. Ich nutze meine Kamera (was auch darin begründet sein mag, dass mein Handy wahrscheinlich immer noch bei Basti liegt) und mache Musik und habe zum ersten Mal seit über zwei Jahren Impulse für neue Melodien, die ich verwirklichen kann. Bevor ich schlafen gehe, lese ich noch ein paar Seiten – jetzt, wo ich so selten aus dem Haus komme momentan (und wenn, dann meistens in Begleitung), habe ich ja nicht die Möglichkeit, im Bus zu lesen.

Ich habe mal wieder etwas über Facebook verschenkt – einen Bund Estragon und die dazugehörige Pflanze nämlich – und damit zwei netten Leuten eine Freude machen können. Ich habe mich dazu durchgerungen, den Karton mit faulen Eiern aus dem Keller zu entfernen (und glaub mir, es war nötig). Ich nehme kaum Alkohol zu mir, außer der halben Flasche von Beccis Bratapfellikör über die letzten Abende verteilt. Das freut mich immens, vor allem aber auch, dass ich es der generellen Abwesenheit von Bier in unserem Haushalt zu verdanken habe, seitdem sich R eines Tages entschlossen hat, sein täglich Bier durch alkoholfreies zu ersetzen.

Patrick geht demnächst an seinen alten Wohnort zurück und lässt uns somit in absehbarer Zeit wieder zu unserem eingespielten Zweieinhalb-Personen-Haushalt zusammenschrumpfen. Ich kann es kaum erwarten. Auch wenn Patrick nicht ganz so schlimm ist wie Arne letztes Jahr, werde ich ungeheuer erleichtert sein, wenn ich das rosa Zimmer wieder uneingeschränkt nutzen kann. Immerhin steht mein Kleiderschrank dadrin und noch ein paar andere lebenswichtige Dinge. Und da es mir höchst zuwider ist, in das Zimmer reinzugehen, solange jemand darin schläft, zockt oder sich sonstwie aufhält, fühle ich mich von Teilen meines Zuhauses auf fast so unangenehme Weise abgeschnitten wie damals durch Trudis Stromfail. (Kleiner Unterschied: Mehrmals am Tag verlässt Patrick das Zimmer, wenn auch nicht gerade so häufig, wie es mir lieb wäre, und ich kann schnell reinhuschen und mir Sachen holen und andere Dinge hineinbringen. So halte ich in meinen Klamotten eine ganz akzeptable Ordnung und komme immerhin irgendwann am Tag dazu, mich umzuziehen.)

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Kaffeereste

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Ich verstehe bis heute nicht, warum zwischen den Strömungen „Carpe diem“ und „Memento mori“ so eine harte Abgrenzung betrieben wird. Eines funktioniert doch nicht ohne das andere, beziehungsweise verliert jeden Sinn. Meiner Meinung nach sollte man sie eher so yin-und-yang-mäßig gegenüberstellen. Aber was weiß ich schon. Mein Semester LitWiss damals an der Hamburger Uni hat mir ja allerhöchstens dazu verholfen, danach mit Bestimmtheit sagen zu können, dass ich LitWiss im Großen und Ganzen für kompletten Schwachsinn halte. Da kann man ja gleich sagen, es würde Sinn machen, im Kunstunterricht Noten zu verteilen. Auf der gleichen Ebene bewegen sich die Literaturwissenschaften.

Ich hatte damals eine ziemlich gute Klausur geschrieben. Im Kurs das ganze Semester über kein Wort von mir gegeben und mir meine Erkenntnisse über das wunderbare „Mientras por competir con tu cabello“ von Luís de Góngora lieber für die Klausur aufbewahrt, was mir auch unverzüglich ein überraschtes „TOLL!“ daneben auf dem Klausurpapier einbrachte. Natürlich, denn nichts ist einfacher als eine LitWiss-Klausur, nachdem du ein ganzes Semester Zeit hattest, um herauszufinden, wie dein Dozent das Gedicht gerne genau interpretiert lesen würde. Viel mit eigenem Denken zu tun muss das nicht haben (ich hatte Glück, dass meine Einsicht ihn und mich gleichermaßen fasziniert hat); Hauptsache, man weiß, was sie hören wollen, und liefert das dann ab.

Eigentlich hatte ich nicht über Góngora nachgedacht, sondern über meinen Vater. Mir ist gestern schon aufgefallen, dass ich ja seit einigen Jahren sehr gern Kaffee trinke; das haben wir nun also gemeinsam. Was gestern konkret meine Aufmerksamkeit auf sich zog, war die Beobachtung, dass, wenn ich mir meine leere Kaffeetasse unter die Nase halte und den Geruch des letzten verbliebenen Tropfens Kaffee inhaliere, ich mich unweigerlich an meine Kindheit erinnere, als derselbe Geruch nach dem Frühstück der leeren Tasse meines Vaters entströmte. Ich mochte Kaffee damals noch nicht; weder geschmacklich noch geruchlich sagte er mir zu.

Auf jeden Fall dachte ich mir dann eben: Wenn mein Vater mal tot ist, wird mir dieser Geruch ganz fürchterlich wehtun. Und dann konnte ich Mama verstehen, die immer moniert, dass wir kaum je auf die Idee kommen, uns gegenseitig anzurufen.

Ende vom Lied: Ich sollte öfter mit meinem Vater reden.

Feige? Nee, Gemüse.

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„I go then multiplied by“, sagte R soeben zu mir, bevor er sich aufmachte, seinen gruselig gewählten Worten die entsprechenden Taten folgen zu lassen. Sein Kumpel Patrick, der gerade bei uns wohnt, kam daraufhin ins Wohnzimmer und fragte mich nach R’s Verbleib, worauf ich antwortete: „Keine Ahnung. Er hat es vorhin gesagt, aber ich hab’s vergessen.“ Patrick darauf: „Space wahrscheinlich.“ Ich: „Nee, Space ist mittwochs.“ Er: „Es ist Mittwoch.“

So viel dazu. Meiner immensen Verpeiltheit zum Trotz (und obwohl ich die letzten Tage mehr gezockt habe, als in einem gesamten Jahr vernünftig wäre) habe ich heute Dinge geschafft bekommen, auf die ich sehr stolz bin. Darunter:

Ich habe Omas und Opas Anruf entgegengenommen und mit ihnen über Dinge wie Papas Kündigung und meinen immer weiter Form annehmenden Plan zum Karrierewechsel gesprochen, gerade über Letzteres sehr ausgiebig und überraschend erfolgbringend. Anders als meine Eltern, welche beide von meinem Bedürfnis, diesem Irrenhaus Uni schnellstmöglich zugunsten einer Ausbildung im Gemüsebau zu entfliehen, kein Stück angetan sind, haben mir meine Großeltern tatsächlich über Verständnis noch hinausgehend wirklich Unterstützung entgegengebracht bekommen und ich bin einmal mehr verwundert und begeistert zugleich darüber, dass man mir und meinen abstrusen Machenschaften ausgerechnet aus dieser Ecke so viel Offenheit und Vertrauen zuteilwerden lässt.

Ich habe also mit Oma und Opa lang und breit meine Beweggründe und Vorstellungen auseinandergenommen und konnte sie beide einzeln nach einer Zeit von der Richtig- und Notwendigkeit dieses Vorhabens überzeugen. Sowohl meiner Mutter als auch meinem Vater haben diese guten Seelen in dem Bereich also in etwa die Welt voraus. Die Anzahl der mich verstehenden Menschen ist somit an einem Tag um das Dreifache angestiegen – davor war Becci (Zitat: „Jetzt bin ich wieder heilfroh, dass ich meine Mutter habe, die immer zu mir gesagt hat, Hauptsache, du bist glücklich.“) weit und breit die Einzige.

Ich habe weiterhin versucht, bei der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfahrung zu bringen, ob sie Praktika im Gemüsebau anbieten. Leider (just my luck) habe ich mich umsonst zu diesem Anruf überwunden, denn die entsprechende Kontaktperson war heute nicht da, wo sie hätte sein sollen – also habe ich die gleiche Prozedur morgen um zwölf nochmal vor mir. Aber immerhin; ich bin extrem glücklich, es überhaupt versucht zu haben.

Und ich habe der Person geantwortet, mit der ich vor ein paar Tagen bei Facebook geschrieben hatte bezüglich eines Fernsehbeitrags zum Thema Sparen. Sie wollte in einer Gruppe, in der ich Co-Admin bin, nach Teilnehmern suchen und hat mich netterweise vorher um Erlaubnis gebeten, die Anfrage dort posten zu dürfen. Davon war ich dann so positiv überrascht (als würden Leute nicht permanent den letzten Schrott überall posten, wo es ihnen grad beliebt), dass ich spontan angeboten habe, selbst dort mitzumachen. Sie hat mir sofort geantwortet und direkt am nächsten Tag auch versucht, mich anzurufen, da war ich dann allerdings schon wieder gar nicht kommunikativ aufgelegt und habe die Arme erstmal ignoriert. Aber jetzt, jetzt geht das alles wieder. Wir haben dann kurz telefoniert, sie hat mir das Konzept erklärt und mich ein bisschen über meine Motivation ausgefragt sowie mich aufgefordert, mit R zusammen ein kleines Video über Whatsapp zu schicken, in dem wir uns vorstellen und ein bisschen was zu unseren Sparmethoden erklären. Das macht mich nervös, weil ich 1) ein ziemlich kamerascheuer Mensch bin und 2) mir bewusst ist, dass R darauf so ungefähr nicht den geringsten Bock hat, aber er muss da durch – immerhin hat er mich noch dazu motiviert, das Angebot anzunehmen. („Ja, machen wir’s halt, das ist so’n Once-in-a-lifetime-Ding, nachher ärgern wir uns, dass wir’s nicht gemacht haben.“)

Was noch? Ich habe meinen Terrassengarten Pflänzchen für Pflänzchen abfotografiert und Mama über Whatsapp geschickt, jedes der Fotos noch mit einem Kommentar versehen. Einerseits, weil ich den halben Sommer darauf gewartet habe, dass meine Pflanzen endlich präsentabel genug aussehen, um mit ihrem tropischen Wucherwald mitzuhalten, der sich bei ihr über vier Balkone erstreckt, und andererseits, um sanft darauf hinzuarbeiten, dass sie eventuell doch noch einsieht, dass eine Tätigkeit wie das Gemüsegärtnern vielleicht doch nicht das Allerverkehrteste für mich ist, auch wenn das bedeutet, dass ich ihren ersehnten Master – ohne den meine bisherigen Abschlüsse offenbar in ihren Augen allesamt wertlos sind – vorerst nicht erreiche.

Die Bilanz: Ich habe jetzt schon mehr Eigeninitiative für diese Ausbildung an den Tag gelegt als für meine gesamte universitäre Laufbahn zuvor, wenn man mal davon absieht, dass ich mich für den Master hier zumindest aus eigenem Antrieb beworben und eingeschrieben habe. Aber eigentlich auch hauptsächlich deswegen, weil mir so, wie meine Mutter auf mich einwirkte, gar nicht auch nur in den Sinn kam, es zu wagen, mit einem BA-Abschluss nach Jobs zu suchen. Aber es war auch gut so; ich hätte mich mein Leben lang gefragt, ob ich es nicht doch mit dem Übersetzungs-Master hätte versuchen sollen. Nur hat sich nun eben herausgestellt, was mir eigentlich schon ewig hätte klar sein sollen, dass nämlich das, was ich hier gerade tue (oder nicht tue, trifft es besser), mich zur systematischen Selbstzerstörung geradezu zwingt. Es mag ein Traum sein, dieses Studentenleben, aber wenn ich nicht bald, am liebsten auf der Stelle, von irgendwoher einen strukturierten Alltag bekomme, mit Bewegung und körperlicher Betätigung und ohne pseudointellektuelles Gehabe und Deadlines für Dinge, die keinen Sinn haben und niemandem etwas bringen – nichtmal den Dozenten, die den Wisch dann lesen dürfen – sorry, Mensch, ich kann nicht mehr. Ich muss irgendetwas finden, das mich zwingt, aus dem Bett zu kommen. Folglich: Eine Tätigkeit, bei der es tatsächlich irgendjemanden juckt, ob ich da bin oder nicht, und bei der ich am Ende des Tages feststellen kann, hey, ich habe heute etwas geschafft und etwas bewirkt. Ich brauche die praktische Arbeit. Alles an mir schreit nach praktischer Arbeit. Und nach etwas, das mich davon abhält, in antriebsloser Starre zu versauern. Das ist so viel mehr als ein Studienabbruch oder eine Studienpause. Das ist ein Selbstrettungsversuch.

Da fehlen noch jede Menge Aspekte, aber diese erste Annäherung an den Sachverhalt musste erstmal raus. Am Ende mag es eine Schnapsidee sein. Und? Ich mag Schnaps.

In-Konsequenzen

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Plan für heute:

Unisachen machen (Harslem 1 Seite, Griese Probeklausur & Mail, Nespral 2 Einträge beenden & Mail, obwohl ich Letzteres vergessen hatte zu notieren); Großhandel / Ausflug zur GiveBox; 50 Sachen aufräumen; 1 Wäsche; buntes Kleid nähen (wirklich); Mixer-Deckel präparieren; duschen & epilieren.

Realität:

Schlafen bis elf; gemütlich frühstücken (süßer Hefezopf mit Mandeln, mit Butter und Dulce de leche bestrichen, dazu Instant-Cappuchino) und dabei lesen; gestern gerettetes Essen versorgen (ich hatte gestern nur zwei von drei Taschen geschafft); Küchenarbeit (auch wenn man davon nichts sieht – es ist immer noch / schon wieder das reinste Chaos); Großhandel (es dauerte ewig und drei Tage, dort anzukommen, da wegen des Rollstuhlmarathons, der heute stattfand, die halbe Stadt lahmgelegt war und der Bus natürlich auch im Stau stand); Rückweg vom Großhandel (ich hatte dreißig Kilo eingelegte Champignons 3. Wahl zu schleppen – mein Rücken und auch der Rest von mir fand’s nicht lustig, aber ich hatte keine Wahl, denn es mussten drei Eimer sein. Einer hätte sich nun wirklich nicht gelohnt, zwei hätten mir einen leeren Rucksack und zwei überladene Seitentaschen beschert, also dreimal 10 Kilo. Unterwegs machte ich noch Bekanntschaft mit einem harmlosen Irren aus dem nahegelegenen Altersheim, der gerade an der Bushaltestelle, wo ich umsteigen musste, dabei war, einen selbstgemachten Salat zu verdrücken und dem ich Champignons anbot. Im Gegenzug kann ich nun wann immer ich möchte im Kräutergarten des Altersheims meine Vorräte aufstocken. Dafür habe ich gern in Kauf genommen, dass der Eimer nach dem Entfernen der Schutzfolie natürlich nicht mehr dicht war und meine ganze Ikea-Tasche mit Pilzwasser volllief und sich auch noch auf den Platz im Bus entleerte, den ich mit meiner Fracht beladen hatte); mit schmerzendem Rücken die eine Wäsche in die Maschine werfen und den Weg nach unten für Keller-Erledigungen nutzen; mit schmerzendem Rücken Nudelsalat produzieren und dabei mit Mama telefonieren (ich weiß jetzt schon nicht mehr, ob wir es diesmal geschafft haben, in Frieden auseinanderzugehen, tendiere aber überraschenderweise zu Ja); mit schmerzendem Rücken Champignons aus dem angebrochenen Eimer (sofern nicht für den Nudelsalat verwendet) in ein Arsenal von Gläsern füllen und einkochen und dabei Ken Zazpis Livealbum Gelditu Denbora hören; mit schmerzendem Rücken Katzenklo saubermachen und Müll rausbringen; mich mit schmerzendem Rücken und meiner während der Aktivitäten in der Küche geöffneten Flasche Bier (der letzten im Hause) aufs Sofa pflanzen; Facebook-Posts lesen und dabei über Transgender-Menschen nachdenken und bedauern, keinen persönlich zu kennen (ja, in dem nunmehr durch Bier und eine Cola-Limoncello induzierten Zustand fast anfangen zu heulen, weil ich es so sehr bedauere, niemanden zu kennen, der mir erzählen könnte, wie es ist, transgender zu sein, und somit aus meiner immensen Unfähigkeit, dies nachzufühlen, keinen Ausweg zu sehen); diese ganzen Umwege und Planabweichungen schriftlich festhalten.

Die Probeklausur muss ich allerdings noch machen, wirklich, weil heute Deadline ist und mich das leise Gefühl beschleicht, dieses Semester schon genug in der Pfeife rauchen zu können – ich muss es nicht noch überstrapazieren und auch noch aus dem Kurs fliegen, in dem einem das Bestehen wirklich hinterhergeschmissen wird.

Fun Fact: Die Klausur bei Harslem, zu der ich mich in der ersten Woche meiner hyperemesischen Horrorexistenz noch geschleppt hatte (ich werde es noch ausführlich schildern, ich muss es noch ausführlich schildern, denn so absurd sind Klausuren nicht alle Tage) wurde, wie ich gestern erfuhr, eine 1,0. Ich war so hysterisch, ich habe mich zehn Minuten lang nicht beruhigen können. Ich mag meine Fähigkeit, unter Höllenqualen noch 1,0-Klausuren zustandezubringen. Ich mag sie wirklich.

Hear whatever you want to hear…

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Das funktionierte ja mal wieder blendend.

Ich versuchte, wie ich das in Abständen so tue, aus meiner Mutter herauszuquetschen, was eigentlich mein Vater so verdient. Meine Eltern haben sich von jeher geweigert, mit mir über ihre Finanzen zu sprechen; ich finde es affig und zu einem gewissen Grad, vor allem rückblickend betrachtet, auch schädigend und war einmal mehr dabei, meiner Mutter dies zu erklären. Wir hatten es durch die „Frag zehn deiner Freunde, ob die wissen, was ihre Eltern verdienen“-Phase geschafft, die „Weiß R, was sein Vater verdient?“-Frage war auch geklärt („natürlich, soll ich ihn fragen?“), das typische „Über Geld spricht man nicht“-Argument war entkräftet (Mama, das ist in deinem Kopf so, Himmelherrgowai nochmal, du hast in den USA gelebt, es muss dir doch begreiflich gemacht werden können, dass das keine universell gültige Norm ist, es ist nur in deinem Kopf so) und erst, als die „Was hast du überhaupt von dem Wissen“-Phase erreicht war, sind die Dinge unverhofft zu einem Gespräch der Sorte Gefühlt jedes zweite Gespräch zwischen mir und meiner Mutter eskaliert.

Mama: „Was hast du überhaupt von dem Wissen? Was bringt dir das?“

Ich: „Was bringt mir das? Was bringt es mir, zu wissen, was für ein Wetter bei euch ist; was bringt es mir, zu wissen, welche Scheißpflanzen auf deinem Balkon wachsen – es bringt mir gar nichts, es interessiert mich, ganz einfach!“

Mama: „…Okay, das wurde gerade abgespeichert unter „In Zukunft keine Informationen mehr geben.“

Ich: „Weil du bis zu „es interessiert mich“ nicht gekommen bist, sondern schon vorher entschieden hast, dich beleidigt in die Ecke zu verziehen. Ich habe gesagt…“

Mama: „Du hast Scheißpflanzen gesagt, das reicht mir schon.“

Ich: „Ich habe gesagt, was bringt es mir, zu wissen, welche Scheißpflanzen…“

Mama: „Du hast gesagt…“

Ich: „Hör mir doch einfach ZU! Ich habe gesagt: „Es bringt mir nichts, zu wissen, welche Scheißpflanzen…“

Mama: „Ich hör dir gerne zu, wenn du…“

Ich (Nachbarschaft durch die offene Balkontür zusammenschreiend): „VERDAMMT NOCHMAL, HALT DIE KLAPPE! ICH HABE GESAGT…“

Handy: *Auflegegeräusch*

Weder habe ich erfahren, was mein Vater so verdient – solange er denn den Job noch hat, das sieht ja eh ganz hervorragend aus momentan bei ihm – , noch kam ich dazu, meiner Mutter mitzuteilen, dass ich R’s Oma zugesagt habe, auf ihrem Geburtstag zu erscheinen, was mich vor das Problem stellt, dass ich ihr nicht auf dem Konstanzer Flohmarkt helfen kommen kann. Der ist nämlich nicht, wie bis vor sehr Kurzem angenommen, am 28., sondern am 24. Juni, also genau am Tag nach dem Geburtstag von R’s Oma. Also kann ich mir aussuchen, ob ich mir einen riesigen, absurden Stress mache und von Sachsen nach Konstanz an einem Wochenende tingele, meine Mutter ein weiteres Mal dazu bringe, mich in Grund und Boden zu beleidigen, oder R’s Mutter es tatsächlich antue, die Essensbestellung für die Feier nochmal umorganisieren zu müssen, und R’s Oma absage. Dabei habe ich eigentlich Lust auf ein Waldheim-Wochenende. Es gibt Alkohol, das Wetter wird wunderbar sein und wir können mit den lustigen Nachbarn und deren Krüppelhund Dapsi im Garten sitzen. Dagegen spricht nur, dass ich meiner Mutter mein Wort gegeben hatte, ihr beim stressigsten Wochenende des Jahres etwas Arbeit abzunehmen, um nicht zu sagen, einen ganzen Haufen Arbeit. Statt dass ich dies mit ihr nun hätte diskutieren können, musste sie natürlich ihre Kunst, mich absichtlich falsch zu verstehen, wieder zur Perfektion ausüben und ich bin nicht schlauer als vorher und noch dazu etwas geknickt. Denn trotz allem hatten Gespräche zwischen uns in letzter Zeit seltener ein Ende dieser Art gefunden und ich hatte mich leider Gowais an den trügerischen Frieden gewöhnt.

Whatever. Ich habe das eklige Gefühl aktiv bekämpft und so lange für morgen an dem neuen Text herumübersetzt, bis es fast verflogen war. Ich bin nämlich jetzt diszipliniert und mache Dinge. Sogar mit dem Terminologieprojekt bin ich auf dem neuesten Stand und habe Juan vorhin alle drei meiner fertigen Einträge geschickt. Das ist ein verdammt gutes Gefühl.

Und in einer Stunde gehe ich zum zweiten Mal beim Riesen-Rewe Essen abholen und freue mich extrem darauf. Diesmal werde ich nicht zwanzig Minuten lang in brütender Hitze um den Häuserblock hecheln und den verdammten Lieferanteneingang suchen und fast verzweifeln, oh nein, diesmal weiß ich bescheid. Herrlich.

Endlich Regen, welch ein Segen.

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Es gewittert, will aber nicht richtig regnen. Ich hoffe sehr, dass es bald anfängt, damit meine Gießwasservorräte wieder aufgestockt werden – gestern musste ich schon komplett auf Leitungswasser zurückgreifen.

Wobei… Langsam scheint es endlich anzufangen. Dann sollte ich das Gleiche tun; ich habe ein Referat vorzubereiten und eindeutig zu wenig Lust darauf.

Okay, ich werde jetzt auf die Terrasse gehen und zusätzlich zu den bereits aufgestellten Eimern noch weitere hinstellen – schaden kann’s nicht und ich brauche wirklich dringend das Wasser – , dann R im rosa Zimmer einen Besuch abstatten (der hat sich heute krankschreiben lassen, weil ihn, genau wie mich, Beccis Erkältung dann doch nicht so schnell wie gedacht aus ihren schleimigen Klauen lassen will), und dann mache ich das Referat. Es ist ja nicht, als hätte ich eine Wahl – der Vortrag ist morgen.

Every Day is a Fail Day

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Was für ein typischer Tag. Ich gehe in die Uni, wo ich erstmal dem Dozenten über den Weg laufe, für dessen Terminologieprojekt ich mit zwei Einträgen im Rückstand letzten Mittwoch dem Gruppentreffen ferngeblieben war – yes, genau dem Menschen wollte ich begegnen. Nicht. Aber da Juan ein sehr, sehr guter Mensch ist (was den einzigen Grund darstellt, aus dem ich mich freiwillig in sein Projekt begeben habe, kombiniert mit den grottigen Alternativen), wurde das Gespräch nicht zu einem der Sorte Standpauke, sondern fand auf Augenhöhe statt und ließ mich mit dem Gefühl zurück, es gut schaffen zu können, sofern ich mich mal am Riemen reiße.

Solchermaßen beglückt tuckerte ich weiter in den Seminarraum des Kurses, den ich besuchen wollte, nur um mir gewahr zu werden, dass ich die Einzige war. Ich hatte extra noch den Unterrichtsplan konsultiert, auf dem für heute definitiv kein Ausfall vermerkt war, aber wenigstens macht es jetzt Sinn, dass keine Lektüre für heute hochgeladen worden war. Die ich pflichtbewusst gestern noch ausdrucken und lesen wollte, bis ich dann sah: Es gab keine. Hm.

Ich war auch um zehn nach Kursanfang noch die Einzige. Also ging ich Katzenfutter holen. Neben dem Tierbedarfsladen ist ein riesiger türkischer Supermarkt, wo man theoretisch auch super containern kann, allerdings schließt der natürlich auch erst, wenn der Katzenfutterladen schon zu hat. Zudem ist das Ganze ewig weit weg von mir daheim, sodass ich nie dort containern gehe.

Jetzt hatte ich mir aber vor Kurzem vorgenommen, es einfach mit dem Containern mal tagsüber zu wagen, sodass man es doch mit dem Katzenfutterholen verbinden kann. Also ging ich frohen Mutes am Supermarkt vorbei und warf von Weitem einen Blick auf die Beladungszone. Wo selbstverständlich gerade Dinge verladen wurden. Ich machte kehrt und holte Katzenfutter, mit dem Vorhaben, es im Anschluss nochmal zu versuchen. Ich kam aus dem Laden, machte ein-zwei Schritte in Richtung des Türkenmarktes und sah meinen Bus in die Gegenrichtung. Angesichts des tiefgefrorenen Fleisches in meinem Besitz entschied ich mich dann doch spontan zum Rennen und erwischte gerade noch so besagten Bus, hatte dann auch beim Umsteigen Glück – der nächste Bus hatte fünf Minuten Verspätung, was es mir ermöglichte, das Fleisch relativ gekühlt zu Hause zu verstauen.

Dann musste natürlich schnell das Material für das Terminologieprojekt an Juan gesendet werden. Ich musste den zweiten Begriff noch fertig machen und verkünstelte mich daran nochmal eine Stunde, dann war es endlich geschafft. Nicht davon zu reden, dass ich meinen allerersten Begriff zur Hälfte nochmal machen darf, weil die Version, die ich letztendlich erarbeitet hatte, durch meine unermessliche Intelligenz mit dem zweiten Begriff überschrieben und unter demselben Namen gespeichert wurde. Das hat mich gestern hart fertiggemacht, vor allem, weil der „Tatentschluss“ derjenige Terminus war, an dem zu arbeiten ich mich über Wochen nur mit der allergrößten Willenskraft zwingen konnte, und dann gehe ich und überschreibe einfach die Endversion. Natürlich. R kommentierte das Desaster lapidar mit „Das wäre mir heute auch fast passiert“ und überließ mich meinem Schicksal. Anteilnahme ist etwas, das man ihm noch beibringen könnte.

Ein kleiner Terrassenrundgang, das letzte Beypazarı – stilvoll zelebriert mit Veilchensirup und einer entsprechenden Nachricht an Becci – dann fiel mir auf, dass meine Wohnung aussah wie Sau, also wurden fünfzig Sachen aufgeräumt und einmal gründlich durchgesaugt. Ich hatte zwar nicht im Entferntesten Lust drauf und bin umso glücklicher, es trotzdem so gründlich gemacht zu haben.

Dann endlich wieder sitzen, mit einer Schüssel des köstlichsten Gratins, das ich jemals fabriziert habe (dürfte an der Menge des verwendeten Käses liegen; Becci und ich haben letztes Wochenende nach dem Flohmarkt noch beim Großhandel vorbeigeschaut und dort den ultimativen Gouda-Fang gemacht), und mit der Katze zusammen auf der Couch die Beine ausstrecken. Fünf Uhr. Mir war selbstredend entfallen, dass ich mich mit JO zum Skypen verabredet hatte. Die wartete indes seit einer Stunde und vertröstete mich dann auf nachher, da sie jetzt erstmal mit ihrem Kumpel in Mexico redet.

Auch gut. Ich könnte mich bis dahin noch ein bisschen auf der Terrasse herumtreiben. Tue ich das doch.

I’m free… well, nearly.

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Was für ein Schock. Ich habe mich nach der Uni mit Barbara im Café verquatscht und kam viel zu spät nach Hause, weil ich der Meinung war, dieser komische Ablesetermin sei erst um halb drei; er war aber um eins und ich hatte wirklich Glück, dass die Ablesemenschen dann doch erst bis zu unserer Wohnung vorgedrungen waren, nachdem ich wieder daheim war und ihnen schon in aller Panik einen Zettel auf den im Flur gelagerten Werkzeugkasten gelegt hatte.

Jetzt habe ich also Semesterferien. Unfassbar. Morgen ist erstmal das ADTR-Konzert in Offenbach, übermorgen feiere ich Geburtstag nach, nächste Woche hat R komplett frei und danach sollte ich mich an die Seminararbeit machen. Sieht so aus, als würde ich mich diese Ferien nicht wirklich langweilen.

Die ersten Teile meiner Ausbeute sind am Eintrudeln; ich habe schon eine wunderschöne leichte Blumen-Pumphose, ein herrlich asymmetrisches Gothic-Oberteil und einen hervorragend dazu passenden tülligen Rock dazu in die Familie meiner Klamotten aufnehmen dürfen. Außerdem kamen heute die SIM-Karten für mein neues Handy. Es wird, es wird – und ab dem 15. habe ich dann sogar meine Nummer wieder.

Hm. Keine Ahnung, was ich jetzt tun soll. Ich habe so viele Möglichkeiten.

Progress: 1 von 4.

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Erste Klausur der Woche ist durch; Eileen und Jana diskutieren noch den letzten Satz, werden aber auch gleich fertig sein. Glanzleistung war’s nicht, schätze ich, aber immerhin fehlen diesmal keine halben Sätze. Ich habe mir nach der Abgabe nochmal aufs Oberflächlichste die Stewart-Materialien zu Gemüte geführt und fühle mich auf die gleich folgende Klausur nicht mehr vorbereitet als zuvor. Egal.

At last…

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2017. Ich tue, was ich am besten kann: Irgendwie durchkommen. Mit minimalem Aufwand.

Es ist Klausurenphase. Stilvoll eingeleitet gleich am Montag nach den Ferien durch einen Wecker-Fail meinerseits, dank welchem ich die Take-Home-Klausur aus dem Montags-Spanischkurs sehr verstört mit einer Stunde Verspätung zu bearbeiten anfing (was mir am Ende immerhin trotzdem eine 1,5 einbrachte, aber auch nur, weil er extrem zerstreut gewesen sein muss beim Korrigieren und einen Typo sowie einen ganzen fehlenden Satzteil übersehen hat).

Weiter im Text mit den am gleichen sowie am darauffolgenden Tag stattfindenden Zusammenkünften mit der sich endlich über Facebook kenntlich gemacht habenden Kommilitonin aus Fachliche Kompetenz, mit der zusammen ich das Referat über Softwarelokalisierung vorbereitet und mich (seit Langem mal wieder) ausführlich über das Musikmachen unterhalten habe. Sie ist nicht mein Typ von Kollaborateur, ganz sicher nicht – Gospelchor-Mitglied, Pferdefan, Kirchengängerin und ziemlich uncharismatisch – aber ich war immerhin froh genug über diese erste Verbindung musikalischer Natur in dieser Stadt, um einen Vorschlag, mal gemeinsam etwas zu machen, relativ dankbar anzunehmen. Etwas Konkretes haben wir eh nicht geplant und es wird sich vermutlich nicht so ergeben, aber einfach um das Gefühl der Möglichkeit willen habe ich es getan. Und sie häkelt gern. Und sie spielt nach Gehör. Das ist immerhin etwas.

Das Referat dann hätten wir heute halten sollen (ich war bis zum Dienstag letzter Woche, an dem ich meinen Teil fertiggestellt habe, ja noch der festen Überzeugung, unser Termin wäre am 11., also letzte Woche – warum sonst hätte ich zwei Tage hintereinander Referatssessions angezettelt?!), allerdings brauchte David so lange für seins – die Dozentin war hin und weg von seiner Präsentation und hat ihn praktisch genötigt, die ganze Sitzung damit auszufüllen; verständlich, wenn man bedenkt, dass sie ansonsten nur amateurhafte Geschichten zu hören bekommt und dieser sehr von sich überzeugte und trotzdem sympathische Mann nach seiner Laufbahn als Videospieltester und -übersetzer da doch mehr zu sagen hatte) -, dass wir kurzerhand auf nächsten Mittwoch „vertröstet“ wurden. Das heißt, ich muss nächste Woche schon wieder zu dem Kurs gehen. Acht Uhr dreißig, das ist doch keine Uhrzeit. Nicht für mich jedenfalls. Aber mir sind ja mittlerweile selbst die Zehn-Uhr-Kurse wieder zu früh geworden.

Heute kam ich zum Acht-Uhr-Kurs zwanzig Minuten zu früh, nachdem ich verplant hatte, dass wir erst um halb neun anfangen, und extra einen Bus früher genommen hatte, um „rechtzeitig“ um viertel nach da zu sein. Außer David war niemand dort und ich dachte schon fast, ich könnte gleich wieder nach Hause. Bis dann die Anderen eintrudelten und ich aufgeklärt wurde, dass ich einfach dieses Jahr noch verpeilter zu sein scheine als bisher.

Mein Plan für morgen sieht so aus, dass ich nicht zum Spanischkurs gehe, außer natürlich, es tritt der unwahrscheinliche Fall ein, dass ich die Monsterübersetzung, die wir machen sollten, im Kurs davor schaffe. Sonst müsste ich sie nämlich jetzt machen, und ich möchte nicht.

Ich werde schlampig mit den Medis und nehme sie zu unregelmäßigen Uhrzeiten, mal morgens, mal abends; das verursacht mir Kopfschmerzen und zeitweise Entzugserscheinungen über den Tag. Ich sollte sie mir wieder aufs Bett legen und immer ein Glas Wasser da oben haben.

Seit gestern bin ich stolze Besitzerin eines funktionierenden Multifunktionsgerätes und noch stolzere Verschenkerin des defekten, das wir davor hatten. Unfassbar, wie viele Menschen dieses kaputte Gerät haben wollten, bei dem nur noch der Scanner funktionierte. Aber immerhin waren funkelnagelneu gekaufte Patronen und ein ebenso neues Druckerkabel mit Netzteil dabei, also hat der Mensch, der es dann gestern Abend holen kam, definitiv einen guten Fang gemacht.

Und ich kann endlich wieder drucken. Erstmals seit ziemlich genau einem Jahr, nein, zwei Jahren. Es ist tatsächlich zwei Jahre her, seitdem ich in meinen Geburtstag hinein mit dem Drucker gekämpft und irgendwann resigniert auf Trudis Drucker zurückgegriffen habe, um die Unterlagen für die „Sprachkontakt und Sprachwandel im Baskenland“-Klausur zu materialisieren, zu der ich letztlich eine halbe Stunde zu spät kam, weil der Schnee in den Fahrplänen des ÖPNV ein heilloses Durcheinander angerichtet hatte. Am Zähringer stand und Collapse gehört habe. Oh memories.

Jetzt ist R zu Hause, bereitet sich von Becci mitgenommene gerettete Maultaschen zu und erzählt von seinem Arbeitstag. Ich habe die Klausur für Fachübersetzung in etwas weniger als eine Stunde bearbeitet – es war sehr leicht und ich bin glücklich -, sodass ich nun unbekümmert dem restlichen Abend entgegensehe. Oh angenehmes Leben.