Schlagwort-Archive: Vorsätze

Coming To (Once More)

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Ich bin wieder normal. Meine Güte, was waren das entsetzliche anderthalb Tage.

Jetzt sitze ich wieder in der Arbeit, um meinen spontanen Abgang gestern zu kompensieren, habe bisher zwei Touren übersetzt und freue mich unendlich über meine wiedererlangte Stabilität und gute Laune. Ich habe wieder einmal festgestellt, dass meine depressiven Anwandlungen den blanken Selbstzweifel darstellen und eigentlich ausschließlich in der mich ab und an überfallenden Paranoia begründet sind, nicht mehr gewollt zu werden, nicht genug zu sein. Schon wenn nur ein paar Minuten lang die so dringend benötigte Bestätigung ausbleibt. So ein Übermaß an Zuwendung, die ich immerzu brauche.

Ich sollte mich therapieren lassen, das kann man doch keinem Menschen antun, sowas.

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Kapital fürs Geldlos-Leben (oder: So schonmal nicht.)

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Ich war gerade dabei, mit mir selbst zu reden. Also, eigentlich war ich dabei, mir eine Unterlage aus der Schublade zu holen, auf die ich die Lernzettel-to-be für Neurolinguistik legen kann, aber dabei redete ich mit mir selbst und es äußerte sich spontan ein erschreckender Gedanke zum Nach-Hinten-Verschieben meiner Selbstversorgerpläne und der Recherche, die ich dafür betreiben muss. (Das Beratungsgespräch mit meinen Eltern am Wochenende war unerwartet konstruktiv und angenehm distanziert und führte uns zu der Einsicht, dass wir Idioten sind, wenn wir annehmen, es innerhalb von fünf Jahren so weit zu bringen, dass wir unser Projekt finanzieren können.)

„Umso mehr Zeit habe ich. Ich muss nur trotzdem jetzt anfangen, jetzt anfangen, jetzt anfangen, jetzt anfangen. Ich kann nicht mehr einfach die ganze Zeit nichts tun. Momentan bin ich von Beruf Tochter.“

Das ist ja nun wirklich widerlich. Meine Mutter würde dazu jetzt wieder sagen, das wäre meiner momentanen Lebensphase auch vollkommen angemessen. Ich bin allerdings der Meinung, dass, wenn ich schon Geld scheffeln muss, um am Ende meine Vision zu realisieren, ich genausogut schonmal damit anfangen kann. Ich werde also mehr arbeiten. Mindestens die 450€ im Monat bei Travelcoup ausschöpfen, allermindestens. R informierte mich neulich, dass ich zweimal im Jahr sogar auf das Doppelte kommen darf, das war mir zum Beispiel überhaupt nicht bekannt.

Meine Ausbildung muss ich dann jetzt auch zum ersten Mal im Leben danach ausrichten, dass sie mich für einen Beruf qualifiziert, der mir Geld einbringt. Literarische Übersetzerin sollte ich demnach zu werden nicht anstreben, wenn ich mein Grundstück noch in diesem Leben erwerben möchte.

Schrieb’s und driftete erstmal eine halbe Stunde in die Tiefen des Internets ab, um sich über so abschreckende Dinge wie Translatologie in Leipzig oder Fachübersetzen und mehrsprachige Kommunikation in Würzburg zu informieren. Es ist doch zu absurd, was sich da schon wieder für eine Fülle an Möglichkeiten auftut. Aber mir gefällt schon wieder beides. Leipzig wegen der Stadt – ich war bisher genau ein Mal da, für eine halbe Stunde in etwa, aber es hat einen wunderbaren Eindruck auf mich gemacht. R wäre begeistert und würde mir vermutlich den Hals umdrehen, aber was kann ich dafür, dass seine Eltern einen Steinwurf weit von Leipzig weg wohnen und er am liebsten seine sächsische Herkunft für immer verdrängen würde. Und in Würzburg lernt man nicht nur eine dritte Fremdsprache während des Masterstudiums, sondern hat zusätzlich Seminare zur Fremdsprachendidaktik, was meinen Neigungen sehr entgegenkommt.

Eieieieiei, was für ein furchtbares Dasein. Da werde ich auch nicht wirklich das Monstervermögen anhäufen, da kann ich mir die Seele aus dem Leib übersetzen und werde trotzdem nicht genug verdienen. Verdammt, ich bin einfach nicht der richtige Mensch zum Geldanhäufen. Wenn erstmal welches reinkäme, hätte ich kein Problem mehr. (Wenn ich nur alles so gut könnte wie sparen.) Aber das ist es nicht, ich bekomme erst gar keins. Scheiße, wieso braucht man denn aber auch so verdammt viel Geld, um am Ende geldlos zu leben.

Schlafengehensunfähig

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Das wird heute nichts mehr mit meinem LSD, ich seh’s doch kommen. Ich müsste es um 10 Uhr morgens nehmen, und so, wie ich es mal wieder schaffe, ins Bett zu gehen, wache ich vor 12 schonmal definitiv nicht auf. 11, allerfrühestens.

Vielleicht sollte ich es doch nochmal mit New Year’s resolutions probieren (die ich an sich seit Jahren boykottiere). Es gibt so viel, an dem ich arbeiten muss, und meine Motivation ist über große Teile der Zeit so wenig präsent. Zum Beispiel sollte ich dringendst etwas an meiner Egal-Haltung feilen. Auf der einen Seite ist die nämlich so ausgeprägt, dass sie mir mittlerweile schon wirklich Sorgen bereitet; im Bezug auf andere Dinge wiederum könnte ich wirklich ein Stückchen mehr Egal im Leben gebrauchen. Gerechte Verteilung ist alles. Die Frage ist, wie man es anstellt, dass einem Sachen mit einem Mal entweder mehr oder eben weniger egal sind.

Ich reviewe in letzter Zeit verstärkt meine Vergangenheit. Sicher, das mache ich immer mal wieder ganz gerne, stückchenweise, aber momentan noch mehr als üblich. Was da an Sachen zu Tage kommt. Wie gut, dass sich meine nostalgische Ader dank der medi-induzierten Egal-Haltung langsam, aber sicher in den Hintergrund hat verdrängen lassen. Momentan zumindest macht sie mir keine großen Schwierigkeiten.

Und jetzt werde ich langsam richtig müde.

Final Deadline

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Heute ist die Einsendefrist für die ERASMUS-Unterlagen – ich habe gerade zur Vorsicht der Frau nochmal geschrieben und meine Unterlagen nochmal drangehängt, falls da vor zwei Wochen etwas danebengegangen sein sollte.
Außerdem habe ich meinem eventuellen zukünftigen Mitbewohner in Vitoria nochmal geschrieben; der hatte ja gesagt, er würde mir Fotos von der Wohnung und alles schicken, und hat sich dann überhaupt nicht mehr gemeldet.
Aber er klang so vertrauenswürdig und zuverlässig. Ich mache mir wahrscheinlich einfach zu viele Gedanken. Aber trotzdem; ganz ruhig bin ich erst, wenn ich ihm meine Kaution überwiesen habe und somit ein bindendes Glied zwischen mir und dieser Wohnung besteht.

Ich muss mal schauen, dass ich heute wieder früher ins Bett komme; gestern habe ich bis nach zwei Uhr geschlafen und konnte dann den restlichen Tag über auch nicht wirklich viel mit mir anfangen. Ich habe Muffins gebacken, aufgeräumt, Vokabeln gemacht, meinen Stoffbeutel repariert, meinen Essig-to-be umgefüllt und den neuen Song halbwegs gut hinbekommen, aber immer noch nicht ansatzweise alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte.

Irgendwie sieht das so aus, als wäre ich total produktiv gewesen. War aber gar nicht so; ich habe eigentlich die ganze Zeit nur ziellos herumgelungert und musste mich wahnsinnig zu jeder einzelnen Handlung überwinden. Außer zum Spielen natürlich; ich probiere jeden Tag ein paar Minuten an dem Song herum und freue mich jedes Mal, wenn sich ein kleines Bisschen wieder an seinen vorgesehenen Platz fügt.

Am Abend war ich bei Lena; wir haben zusammen gekocht und gegessen – ich habe Kartoffeln und Mangold mitgenommen, und eine Paprika, deren Zeit aber schon vorüber war, wie ich beim Schnibbeln feststellen musste. Sebi war auch da, hat „Maşallah!“ bei meinem Anblick gesagt, als er zur Tür reinkam (ich musste mich erst überzeugen lassen, dass ich nicht gerade übel beleidigt worden war, aber er meinte, es wäre ein Ausdruck positiv konnotierter Überraschung), und hat mir gesagt, ich solle ihm beibringen, wie man „intuitiv und intelligent“ ein Instrument spielt.

Der Arme, es muss hart sein, mit Sarah und mir in einer Band zu sein. Sprich, mit zwei Individuen, die aus irgendeinem Grunde diese Gabe bei der Geburt erhalten haben und mit weniger privilegierten Menschen vielleicht nicht so geduldig sind, wie sie es verdient hätten. Andererseits, hach Mensch, wenn du eine Band hast, solltest du eigentlich auch dieses Gefühl für Musik mitbringen. Aber ich weiß ja selber, wie das ist – ich habe es ja auch nicht in dem Grad, zu dem ich es mir wünschen würde.

Argh, ich will nicht weg hier.

New Day’s Resolutions

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Und schon ist der Dienstag wieder rum. Das war ja mal ein entspannter Tag; ich habe mir so viel erlaubt wie schon seit Langem nicht mehr. Zuerst war ich ja nicht bei Syntax, und dann habe ich am restlichen Tag auch nicht mehr wirklich Sachen gemacht. Keine schrecklichen Sachen zumindest; alles, was ich gemacht habe, war schön, oder zumindest nicht schlimm.

Bei der Post war ich, um Mamas Paket abzuschicken. Im Kaufland war ich, um Löffelbiscuits zu holen. Beim Stoffwechsel an der Uni war ich, um mein eines Top, welches ich damals mit JO und Laura zusammen im Rotes-Kreuz-Laden für 1 Euro gekauft hatte, gegen ein schönes flatteriges weißes Teil auszutauschen. Lenas Oma habe ich eine Karte gemacht und geschrieben und abgeschickt, um mich für das Akkordeon zu bedanken.

(Ich weiß, ich erwähnte noch nicht. Da war einmal im Leben die Tatsache, dass Lenas Eltern sie alle fünf Minuten hier unten besuchen, für mich von Vorteil – in Form des wunderbaren, tonnenschweren weißen Mitbringsels, das für mich dabeiwar diesmal, anders gesagt, das Akkordeon von Lenas verstorbenem Opa, welches ihre Oma mir einfach so überlassen hat! Das ist doch wohl wirklich mal eine Dankeskarte wert.)

Erdbeertiramisù habe ich gemacht. Meine Pflanzen habe ich betüttelt. Einiges an Küchenzeug habe ich gemacht, wozu ich Ewigkeiten lang nicht kam vorher – Gemüse, das den Kühlschrank blockiert hat, endlich waschen und schnibbeln und einfrieren und all diese Geschichten. Ofenkartoffeln und-tomaten habe ich auch gleich noch gemacht, wenn ich schon dabeiwar, den Kühlschrank von all den containerten Schätzen leerzuräumen. Chaosbegrenzung in meinem Zimmer betrieben. Die Foodsharing-Anmeldung. Sarahs Bachelorarbeit habe ich angefangen Korrektur zu lesen, gerade vorhin. (Das wird mehr Arbeit, als ich erwartet hatte. Aber gut, natürlich mache ich es trotzdem gerne.) Vokabeln gelernt und eingetragen. Einen ganzen Tag lang geschwelgt in wunderbarer Nicht-Arbeit. Mir Gedanken gemacht, dass, sollte ich durch irgendeinen fatalen Gendefekt irgendeines Menschen, der dessen Urteilsvermögen irreversibel beeinträchtigt und ihn aus diesem Grunde dazu bewegt, sich mit mir paaren zu wollen, einmal Kinder haben, ich aber so etwas von hundertprozentig gerne Stay-Home Mom sein will. Mich mit Tiramisù halb überfressen. (Jap, sowas geht.) Und sonst nichts getan.

Deshalb habe ich mir vorhin schon überlegt, dass heute mein Programm aber wieder anders aussehen muss. Heute lebe ich nicht noch einmal ohne To-Do List in den Tag hinein, Himmels Willen, wo kommen wir denn da hin mitten in der Pre-Klausuren-Phase.

Also, morgen wird
• Syntax gelesen.
• Die Zwischenmieterkandidatin so von den Socken gerissen, dass sie am liebsten gleich hier einziehen will und mir problemlos die drei Monatsmieten, die ich von ihr brauche, um sie einziehen lassen zu können, im Voraus zahlt.
• weiter an der LyC-Präsentation gearbeitet.
• Sofie eingetrichtert, dass die Töne in „Wenn ich ein Vöglein wär“ nicht alle gleich lang sind.
• weiter fleißig an Sarahs BA-Thesis gearbeitet (und sich weiter ein bisschen über ihre so überraschend spärlichen formulatorischen Fähigkeiten gewundert).
• Mein Zimmer so aufgeräumt, dass die Zwischenmieterkandidatin es auch tatsächlich betreten kann und dabei auf dem Boden steht, nicht auf irgendwelchen Blöcken, Unikram, Kabeln, Tüten voll Wäsche oder Instrumenten.
• Mit Vokbeln wie gehabt weitergemacht – inzwischen sehe ich den tragischen Verlust meiner um die 2000 Türkischvokabeln, die ich momentan dabei bin, alle von vorne in Anki einzutragen, gar nicht mehr als so eine große Tragödie an, immerhin kann ich sie so beim Wiedereintragen alle noch einmal auffrischen, und die, die ich jetzt vergesse einzutragen, kommen mir ja trotzdem noch bekannt vor, wenn sie mir irgendwo über den Weg laufen.

Und weil ich mich auf das alles (naja, oder zumindest einen kleinen Teil davon) schon so sehr freue, mache ich mal lieber das Licht aus.

Little by Little

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Wieso werden eigentlich meine Einträge immer so lang? Kaum zu glauben, dass meine gesamte Schullaufbahn durch meine Klausuren nicht ein einziges Mal länger waren als fünf Seiten. (Genauergesagt war die eine, einzige fünfseitige Klausur mein Geschichte-Abi, und was meinst du, wie ungläubig ich auf diese vielen Seiten beschriebenen Papieres gestarrt habe und mich gefragt habe, wo um alles in der Welt diese ganzen Wörter herkamen.)

Gestern war jedenfalls weird. Die Therapeutin hat mir „gedroht“, wenn man es denn so nennen will, mich an einen Psychiater zu überweisen, damit ich Medikamente bekomme. Das hat mich doch ein wenig schockiert. Ironisch, eigentlich, wenn ich bedenke, dass vor elf, zehn, neun, acht, sieben Monaten alles, was ich wollte, war, irgendwie an Antidepressiva zu kommen. (Und, logischerweise – aber NEIN, gar nicht anfangen damit – gestern war der letzte Tag, an dem ich mir erlaubt habe, erbärmlich zu sein. Jetzt nicht mehr. Hörst du? Ab jetzt nicht mehr, soweit es sich vermeiden lässt. Und falls der Mensch mir jetzt nochmal antwortet, sollte ich wahrscheinlich am besten einfach nicht zurückantworten, außer es ist etwas vollkommen Spektakuläres.)

Wieder zu Hause, habe ich mich ans Backen gemacht und seit ziemlich Langem mal wieder Campari-Muffins produziert, dabei zum ersten Mal das Amaral-Doppelalbum Gato Negro/ Dragón Rojo angehört, welches ich mir zusammen mit iUNO!, einem Conchita- und einem El Canto del Loco-Album in Barcelona geholt hatte, und dadurch auf angenehme Art den Tag an mir vorbeiziehen lassen. Sarah und eine belgische Freundin von ihr waren auch da, haben jede einen Muffin gegessen und mich dazu gebracht, ihnen was auf der Gitarre vorzuspielen. Weil ich gestern schon herausgefunden hatte, dass Sarah Little Talks kennt, habe ich das Lied ausgesucht, sodass sie schön mitmachen konnte.

Später rief mich Lena an, die heute (naja, gestern) ihre letzte Klausur fürs SoSe geschrieben hat, ob ich rüberkommen wollte, zusammen abendessen. Nicht schlecht, weil ich eh nicht so wirklich wusste, was ich essen sollte. Ich war heute zwar beim Kaufland, habe aber nur Feigensalatzutaten und den Rest für die Muffins geholt. So begab es sich, dass ich genau wie vor einem Jahr den Abend des 9.10. bei Lena verbrachte, diesmal mit ein bisschen weniger verzweifelter Laune. Morgen (naja, heute) fährt sie für eine Woche ihren Freund in Paris besuchen. Sie war leicht aufgedreht dank der Aussicht auf eine Woche Urlaub mit Philipp und dem Wissen um die soeben überstandene Methodikklausur, es war fast schon ansteckend. Und als ich zurückkam, war Laura noch da und wollte mich mit allen Mitteln davon überzeugen, Donnerstag morgen um 5am einen gewissen Anruf für sie zu tätigen. Naja. ich weiß ja noch nicht so recht. Es hätte so seine guten und seine weniger guten Seiten, nech. Wir werden sehen.

So wäre also der böse Neunte auch schon wieder überstanden. Wir sind dem Sommeranfang wieder ein Stück näher.

Sweet Sweet Home.

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Zurück, pünktlich zu Billy Talent morgen. Lass uns die letzten drei Wochen einfach überschlagen, zum Wohle Aller und vor allem meiner selbst. (Oh, Laura kann sich glücklich schätzen, der gesamten sich jährenden -von mir so dramatisch betitelten- Letzten Woche und mit ihr all den „Heute vor einem Jahr“-Schwanks entgangen zu sein, die vermutlich mit ihrem elenden Gehämmere, wäre ich denn hiergewesen, meinen Kopf soweit malträtiert hätten, dass ich ihnen am Ende noch erlaubt hätte, diesen in verbaler Form zu verlassen, zur Qual der Anwesenden. Neein, diese Jahreszeit sagt mir nicht zu. Sie sagt mir wirklich nicht zu.)
Wenn ich auch allerdings kurz erwähnen muss, dass mir Catalunya sehr gefallen hat und ich vor dem Urlaub einen schönen, obwohl sehr kurzen, Aufenthalt bei JO hatte inklusive OMAM-Konzert, welches ebenfalls sehr schön war. Natürlich. Wie nicht.

Die Heimreise heute (naja, gestern) war ganz in Ordnung. Kam mir gar nicht mal so strapaziös vor wie sonst, dabei musste ich entsetzlich früh aufstehen und zusätzlich gab es noch Komplikationen mit der Bahn (natürlich. Wann nicht.), sodass ich am Ende eine Stunde später als vorgesehen in meiner geliebten Heimat wieder ankam. Durch den unplanmäßigen Aufenthalt am Karlsruher Hbf kam ich sogar zwischendurch noch ein bisschen zum Gitarrespielen. Meine im Laufe der dreiwöchigen Abstinenz-Tortur fast vollständig enthornhauteten Finger machen es erstaunlich gut mit, sogar auf Strawberry, wofür ich ihnen von Herzen dankbar bin. Nie wieder lasse ich meine Gitarre drei Wochen lang außer Reichweite, ich sag’s dir.

Meine erste Aktion nach der Ankunft hier war, Lena wegen morgen anzurufen und mich zum Skypen zu verabreden. Geplant war in einer Viertelstunde – so lange braucht der Bus vom Bahnhof zu mir nach Hause – dann kam mir aber die Begegnung mit der ersten neuen Mitbewohnerinnen dazwischen (Sarah heißt sie, eine belgische Erasmusstudentin, scheint nett, bestimmt eine würdige Nachfolgerin für Emilie).

Ich habe Dead Silence nun halbwegs verinnerlicht. Im Flieger hab‘ ich es gehört, Hin- und Rückweg gleichermaßen; vorher im Bus hier in der Stadt; im Auto auf der Fahrt von Roses nach Barcelona; im Zug heute von oben hierher. Kein Album habe ich bisher zu so großen Teilen in Verkehrsmitteln gehört. Immer, wenn es ging, auch mit Booklet. Das wird schön morgen, Billy Talent mal wieder zu sehen. Es ist schon so lange her; das letzte Mal war in Hamburg am 17.11.09 – unfassbar, wenn ich so darüber nachdenke. Lassen wir es doch am besten.

Jedenfalls bin ich sehr, sehr froh, wieder zu Hause zu sein. Ich habe zwar das Gefühl, jetzt muss wieder aufgepasst werden, nicht in irgendwas Depressives wieder reinzufallen, aber zumindest morgen Abend ist ja noch warmer Wind da. Der Auftrieb gibt, meine ich. Zum Fliegen.

Ach was, einen Mixer!

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Ich bin furchtbar, ich weiß. Aber ich kriege einfach Sachen nicht aus meinem Kopf heraus. In der Hinsicht nämlich, dass sie ihn in keiner Richtung verlassen können, weder nach innen noch nach außen. Und dann tendiere ich noch dazu, Leuten – ohne es eigentlich zu wollen – übel zu nehmen, dass sie in besagten Kopf nicht reinschauen können und besagte Sachen, die drinnen hämmern und schreien wie nichts Gutes, nicht durch die nichts davon signalisierende äußere Hülle erahnen.

Siehe JO heute Nachmittag. „Wie geht’s dir?“, sagte sie.

„ES SIND JETZT ACHT MONATE UND EIN HALBER TAG UND WAS IST EIGENTLICH MIT MIR LOS, ES GING MIR DOCH RIGHTIG GUT ZWISCHENZEITLICH, ABER IRGENDWIE WAR DAS NICHT SO PERMANENT UND ES KOMMT IMMER WIEDER UND WENN ICH WENIGSTENS IRGENDWANN EIN RICHTIGES ENDE BEKOMMEN HÄTTE; HAST DU ÜBERHAUPT EINE AHNUNG, WIE GRAUSAM DAS IST, KEIN ORDENTLICHES ENDE BEKOMMEN ZU HABEN, HEUTE MORGEN HABE ICH WIEDER ÜBERLEGT, DASS ICH IMMER NOCH „AUF EIS“ BIN EIGENTLICH UND WIE UNGLAUBLICH DAS IST UND OB MAN WIRKLICH EINFACH SO DAHERGEHEN KANN UND LEUTE AUFS EIS LEGEN UND DANN VERGESSEN? LETZTENS IN DER UNI HABE ICH EINEN MENSCH GESEHEN MIT SO DUNKLEN CHAOTISCHEN ZUSAMMENGEBUNDENEN HAAREN; DA HABE ICH ERST GEMERKT, WIE GUT ICH ES HABE, DASS MAN SO AUSSEHENDEN LEUTEN NICHT SO OFT BEGEGNET, UND DIESER TYP VON WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER KANN JA AUCH NICHT ÜBERALL SEIN… MAN SAGT MIR, ICH SOLL VERGESSEN, DANN SOLLTE MAN MIR EVENTUELL AUCH EINE ANLEITUNG DAZUGEBEN, DENN SONST WIRD DAS NICHTS – MAN HAT MIR GESAGT, „SOMETHING WILL HAPPEN“, ABER PASSIERT IST BIS HEUTE NICHTS UND ICH HABE IMMER NOCH KEIN ENDE BEKOMMEN, ICH HABE IMMER NOCH KEIN WORT DER ENTSCHEIDUNG BEKOMMEN, ICH MUSS EIN VERDAMMT WERTLOSER MENSCH GEWESEN SEIN, DASS MAN SOWAS MIT MIR MACHT, ODER ES IST EUCH ALLEN EINFACH NICHT KLAR, WAS AUS PURER FEIGHEIT AUF EIS GELEGT UND DANACH VERGESSEN WERDEN EINEM EIGENTLICH ABVERLANGT […]“

„Ich hab mir nen Mixer gekauft!“

-Lügen will man ja auch nicht.
Sie fand die Information sehr interessant und wir fingen an, über unsere Mixer zu reden.
Dann haben wir Spanisch gemacht, ich habe ihr das Indefinido wieder beigebracht (wie zuletzt vor acht Monaten und zwei Wochen in den Fleiner Weinbergen, wonach sie es so lange vernachlässigte, dass sie es wieder vergaß – ich sage ihr seitdem schon immer, wenn eine Indefinido-Form irgendwo vorkommt, „du wusstest es mal! Denk immer an die Weinberge“ – komisch, dass sie sich trotzdem nicht erinnert; bei mir hilft’s jedenfalls. Als wäre es vor fünf Minuten gewesen, sehe ich uns in der unfassbaren Hitze auf den Weinbergen herumlaufen. Aber das gehört eigentlich schon wieder zu dem Teil, der nur im Kopf herumhämmert), wir haben’s ein bisschen geübt und dann konnte sie’s, wie das so ist. Ich habe meinen Kopf mit meiner Wasserflasche gehauen, um das Gehämmere darin ruhig zu stellen. Es tat weh und hat geholfen.

Mein Käsekuchen wird morgen gebacken, länger lasse ich mich davon nicht mehr abhalten, selbst wenn im Kühlschrank morgen immer noch nicht genug Platz sein sollte, um ihn aufzubewahren. Meine Güte, seit Donnerstag wollte ich ihn machen. Dabei ist das mal eine Sache, die ich nicht mit Absicht prokrastiniere. Im Gegegsatz zu – ach du Scheiße, jeder Menge Unizeug. Das Semester ist ja bald schon wieder zu Ende. Nachher arbeite ich! Falls ich motiviert genug bin. Oha, komm schon, Motivation, du wirst gebraucht!

Entwurf vom 30. August – how overly intriguing.

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Sorry – aber das In-den-Griff-Kriegen muss noch bis morgen warten.

Was wünschte ich nur, ich könnte die Schrift hier verwenden. So wie ich es immer mache, wenn ich das Gefühl habe, in für die Öffentlichkeit bestimmten Einträgen etwas unterbrin

Das ist doch eigentlich keine schlechte Idee, ich gebe mir noch diese eine Nacht – save tonight… and fight the break of dawn, come tomorrow… tomorrow I´ll be gone. Dann werde ich – obwohl ich so müde bin – es mir gleich hier bequem machen und Once anschauen. Und denken, denken, denken.. Und ab morgen nehme ich es richtig in Angriff.

Uff.

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OK, mit Caro ist alles in Ordnung und anscheinend funktioniert alles wieder, Beziehung inklusive. Ich bekomme dann jetzt ganz schnell mein eigenes Problem in den Griff, mache mich nicht mehr weiter vor mir selbst zum Affen und ändere ganz schnell irgendwas Grundlegendes an meinem Leben, damit so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommen muss. Dazu gehört, mehr Leute kennenzulernen. Ich muss mal rausfinden, was ich eigentlich will, und wenn das geschafft ist, wo ich das am besten herbekomme. Bisher habe ich das Gefühl, dass die Liste von erstaunlicher emotionaler Unreife zeugt: Musik machen, Geld, Zeit, Liebe. Darauf gründet sich meine gesamte gigantische Frustration. So kompliziert hört es sich doch gar nicht an. Mein Problem dabei ist eigentlich, dass man für jeden der Punkte etwas tun müsste. Ich glaube, die Mehrheit aller menschlichen Probleme rührt genau daher.