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Und sie dreht sich und dreht sich und Weißwein macht stumpf gegen alle Abstrusitäten

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Basti kommt offenbar doch nicht. Zumindest hat er sich nicht mehr gemeldet, und es würde sich auch kaum lohnen, wenn er jetzt noch ankommt und morgen schon wieder wegfährt. Ich bin nicht sonderlich berührt davon, weil er sowas ja schon ein paarmal gemacht hat und man sich irgendwo ja doch an alles gewöhnt.

Dafür gehe ich Samstag ne Runde mit Mike im Wald spazieren; er hat mir diesen Vorschlag heute unterbreitet und wer bin ich, da nein zu sagen – Waldspaziergang, yay! Plus, der Mensch gibt einfach nicht auf. Ich habe gut daran getan, mit Becci zur Luula-Biernachtsfeier zu gehen, aus genau dem Grund. Wäre ich nicht hingegangen, hätte mich Mike vermutlich komplett abgeschrieben. So jedoch hatte ich heute von ihm die Whatsapp-Nachricht mit verspäteten Neujahrsgrüßen und besagter Waldspaziergangseinladung.

Ich hatte ja sogar überlegt gehabt, heute zum Luula zu gehen. Allerdings hatte ich mich bewusst nicht im Kalender für die Schicht eingetragen, um mir die Option des Verschlafens noch offenzuhalten, und siehe da, natürlich musste ich bis 12.38 schlafen und konnte die Unternehmung somit knicken. Okay, theoretisch hätte ich es geschafft, um eins loszukommen, aber der Stress.. – lieber doch nicht. Umso schlechter war mein Gewissen, als sich Mike gerade heute gemeldet hat.

Aber gut. Jetzt, wo Basti nicht da ist und ich nur noch in einer Stunde schnell zur Bäckerei muss, habe ich Aussichten auf einen Tagesrest, der genau so angenehm ereignislos sein wird wie der bisherige Teil. Okay, R kam wieder, den sie gestern mit fadenscheinigen Gründen seines Roboterersatzjobs beraubt haben; somit war dies heute sein letzter Arbeitstag dort und er kann sich erneut das ganze Theater geben, morgen zum Amt zockeln und sich nach neuen Optionen umgucken. Kann jemand glauben, was dieser Mensch für ein Pech hat.

Trotzdem. Mir selbst passiert heute nichts mehr.

Menschen, oh, Menschen.

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Basti sagt, Bektaş würde R nicht mögen, was schade wäre, weil ich Bektaş mag und R aber auch, weil nämlich R ein ganz über alle Maßen wunderbarer Mensch ist, den man mögen sollte. Natürlich ist mir klar, dass es nicht das Einfachste der Welt ist, R zu mögen, aber man sollte es zumindest einmal versucht haben.

Ich hab‘ ihm „ich liebe dich“ gesagt, irgendwann zwischen Donnerstag und Freitag gegen halb fünf, als er vom Contrast zurückkam, beziehungsweise von Emma, beziehungsweise vom Asylbewerberheim, weil ein Asylbewerber angeblich von einem Nazi auf die Fresse bekommen hatte und natürlich, R’s Leben eben, er irgendwie darin verwickelt worden war und am Ende eben um vier Uhr zurückkam, benebelt ohne Ende und mit einem monstermäßig schlechten Gewissen, dass es so spät geworden war. Das ist deshalb von Bedeutung, weil es tatsächlich das erste Mal war, dass ich es geschafft habe, diese Äußerung einem Menschen gegenüber zu machen. Andererseits, weil ich es in dem Moment, Selbstschutz hin oder her, wirklich so meinte. Wie dankbar ich dafür bin, dass ich diese Dimension des Lebens noch wachen Auges erblicken darf.

Nunja, wach ist relativ. Ich koche gerade noch Spargel ein, weshalb ich frühestens in acht Minuten das Licht ausmachen und schlafen kann, aber glaub mir, ich würde schon jetzt nichts lieber tun. Basti hängt da unten auf dem Boden an seinem Handy. Vorhin habe ich mit Simone geredet, was unglaublich guttat. Basti hat Wein geschenkt bekommen und mich, während Simone und ich am Reden waren, zuverlässig mit Nachschub providet. Und meine Gemütslage hat sich während des Wochenendes zunehmend erholt und ist wieder stabil, zum Glück auch. So schnell kann ich doch nicht den Ánimo verlieren, ezinezkoa da. Die belgische Sarah hat mir mit so erstaunlichen wie erfreulichen Berichten in Erinnerung gerufen, warum die Zeit mit ihr und Susmita eine meiner besten Erfahrungen war, die ich in dieser Stadt das Glück hatte machen zu dürfen. Und mein Spargel ist in drei Minuten fertig, was ziemlich gut ist, denn ich bin komatös und will einfach nur schlafen. Ade.

Erfolglos manipulativ, mal wieder.

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Okay. Kepa möchte nicht, dass der Luxmensch mitkommt. Damit hätte ich nicht gerechnet. Jetzt bin ich leicht schockiert bzw. sitze leicht angetrunken rum, heule ein bisschen rum und schreibe weiter mit ihm und fühle mich merkwürdig. Das jetzt, das ist aber meine Schuld, und meine Einbildung noch dazu. Ich muss mir mal nicht auf den Schlips getreten vorkommen; wer weiß, wie er sich vorkommt. Ich meine.. ich habe vergessen, was ich meine. Ich bin.. ich weiß nicht, was ich bin. Das ist doch mal wieder typisch; jetzt fühle ich mich volle Kanne vor den Kopf gestoßen und war doch eigentlich selber diejenige, die mit etwas ankam, das durchaus kopfstoßerisches Potenzial hatte. Aber das ja auch nur, weil ich vorher von ihm gestoßen wurde. Eigentlich eher verstoßen, nicht wahr. Scheiße, jetzt ist mein Wein leer. Das war noch nicht genug. Längst nicht. Noch allerlängst nicht.

Ich hab Robert angeschrieben, dass er mir mal helfen soll. Allein ihm das kurz zu berichten tat schon gut.

Oh, ich rede jetzt gleich mit ihm. Der laut eigener Aussage staubaffine Kepa hat das gemacht, was er am besten kann – sich aus dem Staub nämlich – und deswegen kann ich jetzt Robert vollheulen.

Und jetzt wirkt der Wein. Sehr fein, sehr fein.

Edit: Das kam heraus. Ich bin mal wieder einfach nur dankbar für mein Leben. Und für die Existenz von Robert. Einfach weil.

Und mir geht’s gut.

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Wein – maßvoll genossen – […] erfreut den Menschen zutiefst durch seine große Kraft und Wärme.

Sagte Hildegard von Bingen, nach der eine Straße in Oldesloe benannt ist. Zu Recht, muss ich sagen, allein für diesen weisen Ausspruch.

Mir ist warm.

Halbe Flasche und mir geht’s wunderbar. Ach, irgendwann werd‘ ich doch noch zur Hobbyalkoholikerin.
Als wäre ich das nicht längst. Und das Wunderbare ist, dadurch, dass ich mich trotzdem so selten nur betrinke, wirkt es so wunderbar. Wie gesagt, halbe Flasche und mir geht’s gut.

Ein bisschen habe ich mir diesen Dornfelder auch aufgemacht, um herauszufinden, wie es in meinem Inneren eigentlich aussieht. Ich meine, das ist meistens der Grund, aus dem ich mir Wein einverleibe.

Ich höre so viel Ken Zazpi gerade. Selektiv. Haizea, Irudi Biluztuak, Kantu batekin. Itxaropena, jetzt. Ich wünschte, ich würde die Euphorie wieder fühlen, die dieses Lied früher mal bei mir hervorgerufen hat. Aber vermutlich habe ich zu viel Wein getrunken dafür. Ich bin taub.

Nicht ganz. Ahots isila entzun…
Auf Souletin wäre das jetzt „entzün“. Falls jemand Lust hat, sich das mal anzuschauen oder anzuhören, gibt es diesen atemberaubend hippen xiberoanischen Radiosender namens Xiberoko Botza. Da klickst du rechts oben auf dieses über-goldige „entzün xüxenean“ und kannst hören, wie französische Basken reden.

Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, sich französische Basken anzuhören, wenn man keine Ahnung hat, wie sich das Standardbaskische anhört, aber whatever. Höre es einfach trotzdem. Es kann nur deinen Horizont erweitern. Ich saß am Wochenende mit Kepa da und habe mich kaum mehr eingekriegt, weil ich das einfach noch nie gehört hatte und nicht auf die Niedlichkeit dieses Dialektes klarkam. Und keine halbe Woche später hat es mir schon richtig was gebracht, immerhin konnte ich den Hern Kaiser mitten während meines Vortrages darauf hinweisen, dass man in Xiberoa das <r> wie im Französischen ausspricht, und zwar extrem so.

Jetzt bin ich endgültig überfordert, weil ich die ganze Zeit mit Basti über die Namibiaplanung schreibe und jetzt Caro wieder da ist und sagt, dass wir in 5 Minuten skypen können. Wuhu.
Außerdem hat mir R der Aktivist geschrieben, dem ich heute unfassbarerweise schon wieder im Bus begegnet bin. Dass es seinen Busgeist ja auch im Internet gebe. Ich würde ihm eigentlich gern zurückschreiben, aber bin wie bereits erwähnt gerade schon genug anderweitig mit Gesprächen ausgelastet.

Ich bin dann mal weg.

Schon wieder Weihnachten? Hilfe…

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Gleich geht’s also schon wieder hoch zu meinen Eltern. Ich freue mich wie eine Wahnsinnige auf die zwölf Stunden Zugfahrt.. nicht.. aber das wird auch überlebt werden. Wie überhaupt ja letzten Endes immer alles überlebt wird, bis man dann doch irgendwann den Löffel abgibt.

Gestern hatte ich meine alten Bandleute zum Essen hier – Sebi ist für ein Wochenende aus Frankfurt runtergekommen und zu dem Anlass ist sogar Chris aus seiner Versenkung aufgetaucht und hat sich mit ihm zusammen hier bei mir eingefunden. Es war schön. Ich habe zwar immer noch das Gefühl, dass Sebi und ich locker einen Award für die awkwardste Kumpelschaft aller Zeiten gewinnen könnten, aber da kann man offenbar einfach nichts machen. Wir sind einfach nie dazu gekommen, uns vernünftig aufeinander einzulassen. Ist wohl auch ganz gut so; der Mensch ist innendrin ein einziges Chaos. (Weil ich auch absolut diejenige bin, die sich das zu sagen erlauben kann, ich seh’s auch so.) Ich war fasziniert von seinen Erzählungen über seine Freundin, Lili, die einfach genau so zu sein scheint, wie ich vermutlich wäre, würde ich mich nicht der Außenwelt zuliebe verstellen. Umso beachtenswerter, dass er sie trotzdem erträgt.

Wir haben dann nach dem (köstlichen!) Essen noch ein bisschen Musik gemacht. Ich habe ihnen mein neues Lied vorgespielt, Esaidazu, und sie waren davon angemessen beeindruckt (immerhin scheint jeder Andere als der hoffnungslose Fall, für den es geschrieben wurde, mir für mein erstes Lied auf Euskera irgendeine Art Bewunderung entgegenzubringen. Was vielleicht daran liegt, dass sie alle nicht merken, dass es sprachlich grenzwertig ist). Sebi konnte es einfach nicht glauben und fragte mich, ob der Text auch irgendeine Bedeutung hätte. Das fanden dann alle sehr lustig. Hach ja.

Da fällt mir ein, ich habe dir bis heute nicht die aktuelle Version gezeigt, die ich gerade noch so aufgenommen hatte, bevor der Luxemburger kam. Jetzt aber.

Peruaner-Pedro war auch noch da und ich gab ihm und Sarah das Weihnachtsgeschenk, das ich ihnen Anfang der Woche noch spontan bestellt hatte – so Handschuhe für zwei, weißt du, wo einer der Handschuhe zu beiden Seiten eine Öffnung hat und man von jeder Seite eine Hand reinstecken kann. Ich musste es ihnen einfach schenken, auch wenn Sarah vor schlechtem Gewissen bald gestorben ist. Ich hatte es mir schon fast gedacht und habe mein Bestes gegeben, sie zu beruhigen. Ich hatte ja von ihnen auch nichts erwartet. Aber ich musste ihnen diese Handschuhe geben. Meine Mutter hat meinem Vater letztes Jahr solche geschenkt, daher kam ich darauf. (Das war auch lustig; ich rief sie an und sagte, hey, woher hattest du eigentlich diese Handschuhe, die du Papa geschenkt hast? Und sie antwortet knallhart, „aus dem Ikarus-Versand. Es gibt sie in schwarz und in rot, aber du musst dich beeilen, die schwarzen sind meistens ausverkauft. Sie haben 19,99 gekostet.“ Und ich war vollends verblüfft, weil ich von ihr überhaupt nicht gewohnt bin, dass sie sich an solche Details nach einem Jahr noch erinnert (anders als beispielsweise Susmita und ich, oder Laura, da wäre es mir weniger komisch vorgekommen) – bis sich herausstellte, dass der Katalog von genau dem besagten Versandhaus ihr gerade ins Haus geflattert war und sie ihre Erinnerung inzwischen aufgefrischt hatte.)

Wie herrlich. Ich hab‘ den Wein von gestern Abend eben leergemacht und es geht mir jetzt wunderbar gut. Viel besser als vorher; ich hatte den größten Teil des Tages Panik und bin nichtmal sicher, wieso. Reisefieber, vermutlich. Es ist schon merkwürdig, wie ich jedes Mal in Panik gerate, wenn ich eine Reise mache. Es ist ja nicht so, als hätte ich in diesem Leben noch nie eine Zugfahrt unternommen. Aber nunja, ich bin halt komisch. Damit muss ich leben.

Oh je. Habe ich dir von Kepas und meinem Fail erzählt? Ewww, ich will gar nicht dran denken. Im Endeffekt beläuft es sich darauf, dass er mit meiner Definition von Zuhause nicht vertraut ist und sich daraus ein horroriges Missverständnis ergeben hat, als dessen Konsequenz er jetzt bis zum vierten Januar bei seiner Familie hängt und ich Silvester noch eine Person weniger bei mir habe. Ich kann es nicht glauben – was für ein Riesenfail. Mir wird bald schwummerig, wenn ich nur dran denke. Ich hätte nicht im Traum dran gedacht, dass man „bei mir zu Hause“ irgendwie anders verstehen könnte als „an dem Ort, wo ich lebe“. Das ist ja bei mir allgemein das Problem. Spätestens seit meiner Heimatkrise letztes Jahr und vor allem seit meiner Rückkehr aus Vitoria bin ich hier einfach so fest verwurzelt, dass ich gern mal vergesse, dass der Rest der Welt mit Zuhause auch gern den Wohnhort ihrer Eltern betitelt.

Ich war ein wenig erschreckt, muss ich sagen, davon, wie er damit umging. In erster Linie klang es so, als hätte er Angst, dass ich mich gleich aus dem nächstbesten hochgelegenen Fenster stürze. Was an sich nicht verwunderlich ist; nachdem ich ihm eröffnet habe, dass es mir über längere Zeit nicht so großartig ging, kann ich mir denken, dass man so einer Person mit depressiver Vergangenheit und entsprechenden Tendenzen keine sonderliche Stabilität zutraut. Falls er allerdings wirklich dachte, dass mir das Ganze schlechte Laune bereiten könnte, wäre „geh dich jetzt nicht suizidieren“ vielleicht auch nicht gerade das gewesen, was er hätte von sich geben sollen. Also setzen wir uns auf die Liste „What to Teach your Kumpel Slash Stecher“: Dealing with Depressed People 101.

Es ist viel, viel, viel zu wenig Zeit bis fünf Uhr.

I don’t even wish for snow / This Sudden Urge to Escape

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Gawd, es ist so schön, heute Zeit zu haben. Das ist das Wunderbare; ich habe ja immerhin so etwas wie Freunde und ein Leben und sollte es eigentlich besser wissen als zu verzweifeln, wenn ein einzelner Mensch sich gerade nicht blicken lassen kann. Ich weiß ja nichtmal, ob er nicht eigentlich sogar gern gekommen wäre, gesetzt den Fall, er hätte nicht zum Unterricht nach Augsburg gemusst.

Das nach noch ein bisschen Wein und ich bin stolz auf mich; heute ist meine Gemütsverfassung um ein so beachtliches Stück besser, das glaube ich fast selbst nicht.

Jedenfalls: Jetzt habe ich mit Johanna geredet, mit Mama geredet, mit Trudi geredet. Kokosmakronen gebacken, die ersten Plätzchen diese Saison und das erste Anzeichen, dass so etwas wie weihnachtliche Stimmung letztendlich auch bei mir Einzug hält – heute in der Arbeit sah das noch anders aus; ich konnte fast nicht mehr, so sehr hat mich die Tatsache frustriert, dass Sarah über Stunden und noch mehr Stunden den Antenne-Bayern-Weihnachtssender laufen hatte und jedes Lied gefühlt dreimal vorkam. Und ich musste daran denken, wie ich vor ein paar Jahren aus dem Hamburger H&M auf der Mönckebergstraße geflüchtet bin, als „All I Want For Christmas Is You“ aus ihren Kaufhausboxen an meine geplagten Ohren waberte. Das war wohl 2011, wie sollte es anders sein. Und irgendwie war mir heute schon wieder nach Flüchten zumute. Wenn nur einfach mal irgendetwas einfach wäre.

Irgendwie hatte ich ja schon Pech bisher. Jeder Trottel wird irgendwann mal gerngehabt, gemocht, geliebt, bevor er zweiundzwanzig ist. Oder? Die haben so schön die Möglichkeit, sich daran zu gewöhnen. Und drehen dementsprechend nicht gleich durch, wenn es mal wieder vorkommt irgendwann. Ich dagegen habe es einfach schon komplett aufgegeben. Und jetzt vermurkse ich mir alles damit, dass ich es mir einfach nicht erklären kann und mir die ganze Zeit einrede, mir alles nur einzubilden und eigentlich auf meinen (erneuten) Untergang zuzusteuern. Fürchterlich, ich sag’s dir. Wie gut, dass ich es zumindest unbekannten Menschen und Bots in Form meines Blögchens mitteilen kann; irgendwo muss man diese dämlichen Geschichten ja abladen.

Vielleicht kann ich JO gleich mehr Euskera beibringen, wenn wir reden. Was wäre das wundervoll.

Hhhhhhngh…

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U-oh, was wird das denn schon wieder?

Ich habe eben wieder mit Sebastiaan dem Luxemburger geredet. Der will nämlich nächste Woche von Montag bis Freitag herkommen und sich bei den Ämtern nach dem Wie und Wo und Was seiner Möglichkeiten hier informieren. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, als wäre irgendwas nicht ganz richtig. Einfach in dem Sinne, dass ich ihm über Umwege von Kepa erzählt habe und er nicht sonderlich begeistert schien. Er war zu.. negativ überrascht irgendwie. Und er sagte „der Glückliche“, was schon wieder ausreicht, um mir ein schlechtes Gewissen zu machen, falls er irgendwie.. ach, keine Ahnung. Seit wann hab‘ ich Ahnung.

Natürlich freue ich mich auch irgendwie, weil er „der Glückliche“ sagte. Das gibt mir gute seelische Vorbereitung für morgen; vielleicht kann mich diese Art Bestätigung, dass ich keine reine Katastrophe bin, irgendwie über Wasser halten und verhindern, dass ich wieder durchdrehe und nur panisch in der Arbeit hocke und nichts geschafft kriege.

Okay, wie’s aussieht, werde ich eh nicht panisch in der Arbeit hocken, weil der liebe Kepa morgen in Augsburg lungert und eh nicht kommt.

Erschreckend lange musste ich gerade auf das „kommt“ starren, um herauszufinden, ob das nun zwei „m“ waren oder nicht – sag hallo zum lieben Dornfelder.

Der übrigens auch gerade dazu führt, dass ich fast heule, weil der Dämlack morgen nicht hier ist.

Okay, das geht so nicht.

In meinem Zustand ist das zu übersetzen mit „du bist mir vollkommen egal“.

Ich wusste es doch. Was auch sonst. Aber das wird bald wieder; ich werde jetzt nicht zwei Jahre lang hier hängen oder ähnliche Horrorgeschichten aus meiner Vergangenheit neu erleben, oh nein.

Oh nein, oh nein, wenn ich jetzt anfnage zu heulen, hör ich doch ewig und drei Tage nicht mehr auf und ich muss doch die paar Absätze noch zu Ende übersetzen. Das alles formatieren und Gian schicken. Und so Zeug. Heulen ist da kontraproduktiv.

Ich habe in letzter Zeit so oft das Wort „konterkarieren“ im Kopf. Frag mich nicht, wieso. Vielleicht ist es einfach gerade dabei, sich (spät, aber doch) einen Platz in meinem aktiven Wortschatz zu erkämpfen.

Ich habe heute Maialens Kurs geschwänzt, ich Böse.

Ich bin so unglaublich traurig.

Zu viel Wein von allen Seiten.

Das kann doch nicht angehen; man kann doch nicht einfach anfangen und dann eigentlich gar nicht wollen. Und dafür alles Mögliche kaputtmachen. Wie mich zum Beispiel, argh. Jetzt bin ich mal wieder ein Kollateralschaden. Von was diesmal? Von einem Zusammenprall seiner selbst mit seiner Planlosigkeit. Wie tragisch.

In vino veritas? In dem Fall bin ich ein Kürbiskopf.

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Was ich vermutlich eh bin, aber gestern wohl ganz besonders.
Den letzten Eintrag lesend:
Okay, Tippfehler vielleicht nicht, aber oha, was ist denn da in mich gefahren. Das klingt ja wie der blanke Neid. Natürlich will ich gar nicht erst bestreiten, dass Neid und Missgunst mich tatsächlich manchmal heimsuchen – mehr als vertretbar ist – aber.. So schlimm?

Dabei hänge ich gerade den zweiten freien Tag in Folge zu Hause und höre Ken Zazpi und bin nur am Grinsen, weil es so schön ist (Haizea! Keine Worte können der Schönheit von Haizea gerecht werden), und denke über das Leben nach und freue mich so tierisch über die Ruhe – mich würden keine zehn Pferde jetzt nach Andorra kriegen. Okay, vermutlich würde mich ein begeisterter und motivierender Mensch, der mir ein Flugticket schenkt und sagt, „lass uns jetzt nach Andorra gehen, ich kenn da jemanden, bei dem wir pennen können, und zeig dir alles und bring dir was Catalán bei, damit du dich verständigen kannst“ ohne Probleme jetzt nach Andorra kriegen, aber jeder weniger stichhaltige Versuch wäre fruchtlos. Außerdem bin ich ja eh verabredet und könnte gar nicht nach Andorra, außer, Sarah und Peruaner-Pedro wären (was nicht unwahrscheinlich wäre, zugegebenermaßen) die treibende Kraft hinter dem Projekt. Sprich, Kepa-Pedro ist sein turbulentes Treiben in allen möglichen Teilen der Welt durchaus neidlos zu gönnen. Und wäre es in jedem Fall.

Was sagt Ken Zazpi dazu? „Dena da polita, desberdina, begi aurreran ikusten ez duguna.“

fortabt

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Das ist doch nicht mehr lustig. „Ich hab Berri Txarrak hier gesehen, in Donosti spielen sie nochmal, Barnetegi ist wundederbar, ich bin schon medio euskalduna, ich geh nach Barcelona da, und nach Andorra am Freitag“, bla, bla, blub. Seh ich aus, als würde ich das wissen wollen? Oder vielleicht doch eher wie jemand, der auch schon etwas länger mal nach Andorra wollte, Berri Txarrak besser kennt, als es sonst je ein Deutscher tun wird, und eigentlich nicht übel Lust hätte, ein bisschen herumzukommen… was beschwere ich mich überhaupt. Ich nehm‘ mir demnächst eine Landkarte vor, rotiere sie wie zu Twister-Zeiten schön hin und her und zeige irgendwann mit meinem kleinen Finger drauf und plane meine nächste Reise – zu weichem Punkt auch immer. Oh, ich hoffe einfach jetzt schon, dass es keine Polarregion wird. Ich mag keine Kälte.

Ansonsten geht’s mir gut, ja. Ich hab bis halb eins geschlafen, bin aber irre müde. Eigentlich bin ich am Seriengucken, aber mein Internet will mal wieder nicht so wie ich. Deswegen habe ich offenbar alternativ angefangen, mich zu beschweren. Das macht ja mal sowas von Sinn. Jeg vil ikke fortælle dig det, men der suger. Eta mucho. Min drømmer forvirre mig, aber auch nicht sehr, you get used to everything, don’t you. Apparently, you do; eine knappe Flasche Wein und ich mache immer noch keine Tippfehler. Jeg føler mig fortabt. Just a bit. As always.

Fliegende Zeit, flüchtiger Kopf

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Ich fasse es nicht – wie schnell die Zeit fliegt! Gerade habe ich mit JO telefoniert, um die Details für das Against Me!-Konzert in Luxemburg abzuklären (zu dem mitzukommen ich mich einzig und allein aus dem Grund bereiterklärt habe, dass ich noch nie in Luxemburg war und JO seit ewig und drei Tagen nicht mehr gesehen habe), und sie halb nebenbei mal gefragt, wann sie eigentlich wiederkommt. Da sage sie, „am 22. Mai komme ich wieder“. Ich bin halb durchgedreht. Das sind weniger als drei Wochen. Sie kommt in drei Wochen wieder. Und dann habe ich sie gefragt, wie sie sich fühlt – ich erinnere mich ja an meinen Zustand kurz vor meiner Abreise aus Costa Rica. Sie sagte, sie fühlt sich wunderbar, und dass es ein gutes Ende ist. Sie habe jetzt wohl auch vom Herumreisen erstmal genug. Und sie freue sich darauf, Leute wiederzusehen. Ihre Freundin ist genau dann in Berlin, wenn sie wiederkommt, aber danach wird sie sie besuchen gehen, und Helena wollte auch kommen, und vielleicht fliegt sie noch nach England zu ihr, und wir fahren nach Luxemburg wegen des Konzertes, und natürlich kommt sie zu mir. Ende Juni nämlich, zum großen Flohmarkt. Wie ich mich auf einmal freue!

Abgesehen von der Luxemburg-Planung habe ich heute fast nichts gemacht. Naja, Ohrhänger habe ich in Massen produziert, aber das war’s auch schon. Die Ratten und Pflanzen versorgt, den Kompost umgerührt, Rachel bescheidgesagt, dass sie uns auch gerne mitteilen kann, wenn wir in ihren Augen etwas falsch machen, statt uns diese unheimlich schrecklichen, kindischen Beschwerdenotizzettel zu schreiben. Den Foodsharing-Flyer fertiggemacht und den Druckauftrag rausgeschickt. Mit Mama telefoniert, mit Robert und Becci geredet, köstliches Essen gegessen, wie immer. Ich habe fast kein Gemüse mehr – eigentlich wollte ich heute noch los und mir Nachschub holen, aber jetzt bin ich unmotiviert – der restliche Wein musste vernichtet werden; ich bin müde. (Und weise Alkoholikertendenzen auf, aber ich mach‘ mir keine Sorgen. Durch diese Phase geht jeder mal. Wenigstens eine Droge, die wirkt und mir den Kopf trübt, was gibt es Schöneres als so einen trüben, flüchtigen Kopf.)