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Frisch und fröhlich in den Tag – ich hasse Träume.

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Also, um dich zu informieren, wie mein Tag heute so anfing:
Er tat dies etwas ungeplant um ca zwanzig nach sechs; da hatte ich das Privileg, aufzuwachen und den katastrophalsten Heulkrampf der Geschichte zu schieben, da ich einen von diesen „alles in Ordnung“-Träumen gehabt hatte, mit dem kleinen Unterschied, dass mir diesmal ganz offensichtlich dabei nicht klar war, dass es ein Traum war, im Gegensatz zu sonst. Im einen Moment sitze ich da also mit Sahin in meinem Zimmer, er ist zu mir gekommen, wir reden Sachen durch und auch wenn ich noch superskeptisch und geschockt dasitze und fast gar nichts sage – als wir erstmal anfangen zu reden, ist es wie immer und wir sagen schon wieder synchron das Gleiche und es ist alles so einfach und ich bin nach drei Minuten schon wieder glücklicher als in den gesamten vergangenen fünf Monaten (naja, fünf Monate minus zwei Tage, aber eigentlich kann man sagen, das Drama fing ja am Donnerstag schon an, als Caro mir die Freundschaft kündigte, nicht erst am Sonntag, als alles offiziell zum Drama wurde, also kann man schon von fünf kompletten Monaten reden). So ein Glücksgefühl, ich hatte fast vergessen, dass es sowas gibt. Und ich hatte definitiv vergessen, wie sich sowas anfühlt.

Ja, und dann auf einmal halte ich anscheinend das Gefühl nicht mehr aus, zu viel Glück oder so, falls das möglich ist, und wache auf und stelle innerhalb einer Millisekunde fest, oh. Moment. Shit. Das war nicht real. Ich habe geträumt. Er wird niemals wieder zu mir kommen. Weder physisch noch sonstwie. Nichtmal durchs Telefon. Nichtmal durch ein Wort der Annäherung.

Und während das noch so auf mich einwirkt, kommt so ein komisches Geräusch von irgendwoher, und ich denke nur noch so, oha, die Therapeutin wäre begeistert, sie wollte doch, dass ich versuche, die Verzweiflung/Panik in Geräusche zu übersetzen. Und siehe da, ich kann nicht mehr aufhören. Nach zehn Minuten kommt jemand rein, und zwar mein Vater, der anscheinend zuerst gedacht hatte, ich würde singen. Er sagte dann, nachdem ich mich halbwegs eingekriegt hatte, er würde nicht eher zur Arbeit fahren, als bis ich ihm erzählt hätte, was los ist. Ich sagte ihm, nichts, ich hab nur was geträumt. Er hat nicht lockergelassen und sagte, er wäre zwar nur mein Vater, aber nicht so dumm, wie ich denken würde. „Oder auf eine andere Art dumm.“

Ich hatte aber nicht die leiseste Absicht, ihm zu erzählen, was los ist. Er weiß zwar, dass irgendwas ist, und versucht auch schon seit Weihnachten aus mir rauszuquetschen, wieso ich die Rescue-Tropfen nehme, aber er ist einfach mal der am wenigsten hilfreiche Mensch, den ich mir in der ganzen Geschichte als Bezugsperson vorstellen könnte, what with seiner Vorgeschichte in dieser Familie und allem, also sagte ich ihm nur wiederholt, er könnte mich ja nicht zwingen und sollte lieber zur Arbeit gehen. Irgendwann sah er es ein und ging runter. Ich schlief wieder ein und träumte mir nochmal den größten Scheiß zusammen, aber harmlos, denn ich glaube, es kam nichtmal jemand Reales drin vor. Außer Araceli, die umziehen wollte und der dabei ein Einkaufswagen kaputtging. „Ay vea, ahora se rompió el carrito“

Oh warte, Sahin kam doch drin vor, aber er hat nur mit lebensgefährlichen Pfeilen um sich geschmissen, ohne sich drum zu kümmern, dass da gerade ein Mensch im Weg stand. Ich weiß sogar, wie die Pfeile in meinen Kopf kamen, nämlich aus dem zweiten Sherlock, den ich gestern zwecks Recherche für die Gemüsehändlerfanfic, die ich im Begriff bin zu schreiben, angeschaut hatte. Darin kommt eine Konstruktion aus China vor, die aus einer Waagschale, einem Sandsack an einem Seil und einem Stein an der anderen Seite des Seils, und einem tödlichen massiven Metallpfeil besteht, der, wenn der Stein durch Aufritzen des Sandsacks auf der Waagschale aufsetzt, durch einen so ausgelösten Mechanismus nach vorne geschossen wird. Vorzugsweise in Richtung einer dort an einen Stuhl oder anderen Gegenstand gefesselten Person. Sahin hatte also welche von diesen Pfeilen und schmiss sie sinnlos durch die Gegend. Einmal sogar kilometerweit, in Richtung eines dicken Menschen, der mit dem Rücken zu ihm dabeiwar, in einen Swimmingpool zu tauchen. Wäre der Mensch nicht gerade eingetaucht, als der Pfeil kam, wär’s das fürs Erste gewesen mit ihm.

So sieht also die Rache meines Hirns dafür aus, dass man einmal nen Tag lang annimmt, man hätte Chancen auf Besserung. Weil ich gestern so gut wie gar nicht dran gedacht hatte, halbe Stunde im Ganzen vielleicht. Ja, herrlich. Fail..

Am Allerbesten war dann natürlich mein Vater, der mir meinte mitteilen zu müssen, dass meine Mutter und ich die einzigen Menschen wären, die ihm wirklich was bedeuten. Da sagte ich, „wieso genau meinst du, das würde mir helfen? Du sagst ja nur, dass du im Prinzip ohne Freunde auskommst“ und er meinte was von wegen, Freunde wären auf einer anderen Ebene bedeutungsvoll für ihn und er wäre der Ansicht, dass Freunde nie so viel Bedeutung haben könnten. Genau das wollte ich natürlich hören, speziell nach der Ursache des ganzen Heuldisasters. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass er durchs Leben zockelt und es ihm nichtmal was ausmacht, keine Freunde zu haben. Deshalb war ich so disposable. Mir wird schlecht.

Und jetzt auch noch The Whole Story. JAAA, liebe CD, ich seh’s auch so. Kannst du nicht kooperativ sein und diese Art Song einfach von alleine überspringen?

Waberig.

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Oma&Opa sind jetzt auf dem Weg in die Stadt; sie wollen ein bisschen einkaufen und ich habe das HAG fertiggemacht und ihnen mitgegeben. Ich habe einen Karton gefunden, in den das Gerät und alles Zubehör so unglaublich perfekt reinpasst, ich war richtig geflasht von diesem Karton.
Habe es unten verpackt und dabei die Kommentare meiner Oma versucht zu ignorieren:
„Ach, ein Zettel mit lieben Grüßen kommt nicht rein, ihr telefoniert ja eh ständig“
-Mmh.

Wie kann es so schwierig sein, einen Namen und eine Anschrift auf ein Stück Papier zu schreiben.

Ich saß noch auf der Treppe und sie haben sich fertiggemacht und sind rausgegangen, und ich war so komisch tot innendrin und habe ihr belangloses Gelaber gehört und dachte, nein, geht nicht weg, lasst mich nicht alleine hier.

Zwanzig Minuten und ich muss los.
Wenn ich jetzt aufstehe, bin ich dann immer noch so waberig?

Welten tauschen

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Sowas irritiert mich ja immer. Habe gerade das Radio angemacht – passiert nicht oft, dass ich Radio höre, unten habe ich ja nichtmal eins, also wenn dann nur manchmal hier bei meinen Eltern. Das Lied, was dann bald anfing zu spielen, habe ich zuerst nicht beachtet. Ich bin es gewohnt, mich in der Welt des Radios nicht mehr auszukennen, aber nach ein paar Sekunden fiel mir auf, dass ich das Lied von irgendwoher kannte. Dann ging es ans Überlegen. Eine Unendlichkeit lang dachte ich schon, ich würde nicht drauf kommen, dann fiel mir aber ein, dass Yara mir das Lied vor Urzeiten (naja, halbes Jahr vielleicht) mal gezeigt hatte: Ich saß genau hier mit dem Computer auf der Bettdecke, und sie hat mir den Link geschickt (zum offiziellen Video, das jetzt schon nicht mehr verfügbar ist, stelle ich fest):

 

 

Ja, so war das alles. Dann hat jetzt gerade Look Around angefangen, vom neuen (naja, halbes Jahr vielleicht) RHCP-Album, weshalb ich dann doch mal lieber wieder ausgemacht habe und jetzt gerade mal meine Tröpfchen suche.. da. Gut. Naja, nicht wirklich. Ich könnte diesen Mensch so umbringen. (Als wenn.)

In Look Around ist im Booklet ein Typo.

Ich habe damals das Album gehört und dabei Miracolis mit dieser köstlichen Käse-Kräuter-Soße gegessen [Hilfe, bis ich mich mal entschieden habe, ob ich Sauce oder Soße schreiben will, aber seien wir konsequent, wenn wir’s schon deutsch aussprechen, kann man es genausogut schriftlich weiter verunstalten]. Die CD gehört eigentlich meiner Mutter, aber ich bezweifele, dass sie je gemerkt hat, dass ich aus Versehen Käse-Kräuter-Soße aufs Booklet gespritzt habe. Ganz wenig nur und ich hab’s auch sofort wieder weggemacht. Mir war an dem Tag einfach die Soße zu dünnflüssig geworden. Deshalb hatte ich auch genug für zwei Tage, was dazu führte, dass ich am nächsten Tag schon wieder Miracolis mit Käse-Kräuter-Soße essend und RHCP hörend am Tisch saß, was wiederum dazu führte, dass nunmehr Miracoli-Käse-Kräuter-Soße auf immer mit dem neuen RHCP-Album in Verbindung sein wird und ICH KANN NICHT MEHR, WARUM BIN ICH IHM EGAL?

Hast du jemals jemanden vergessen? Ich meine komplett? Wie geht denn das, warum geht sowas, warum macht man sowas und vor allem ich will auch!?! Es geht nicht in meinen Kopf rein, du kannst doch nicht einfach.. wenn du.. du kannst doch nicht an einem Tag da liegen und sagen „sowas vergisst man nicht“ und zwei Wochen später werd ich einfach mal ausradiert? Man muss doch nichtmal so gut befreundet sein mit jemandem, um der Person nicht diese Hölle zu wünschen? Aber was mit mir passiert, ist dem Mensch einfach nur egal? Von einem Tag auf den anderen? Ich war überhaupt nichts wert? Nicht mal ein „Tut mir leid“? Nichtmal ein leisestes Anzeichen des Bedauerns? Ein „Ich find’s schade, dass es so gekommen ist“, vielleicht? Nichtmal das? Sag mir bitte, dass das nicht normal ist, sag mir, dass das nicht jeder macht, wenn das nämlich normal ist, will ich hier weg. Ist es nicht normal, Menschen zu schätzen, mit denen man freiwillig Momente seines Lebens geteilt hat, selbst wenn sie nur kurz waren oder wenige – von „sowas“ gar nicht erst zu reden? Ist es nicht normal, sich an die Menschen zu erinnern? Ich denke an Menschen. Ich vergesse sie nicht. Ich denke heute noch an Leute, mit denen ich vielleicht drei Wörter gewechselt habe. Ich denke an Leute, mit denen ich nichtmal geredet habe. Wenn ich mich gezwungen sehe – ganz hypothetisch, weil meine Programmierung sowas eigentlich nicht vorsieht – jemanden aus meiner Existenz zu löschen, und ich weiß auch noch, dass das der Person irre wehtut, dann bricht mir das doch halb das Herz. Dann sage ich doch zumindest, dass es mir leid tut. Dann versuche ich doch zumindest, das für die Person einfacher zu machen. Dann sage ich ihr doch zumindest, woran sie eigentlich ist. Dann versuche ich doch, sie irgendwie so unzerstückelt wie möglich zurückzulassen. Dann denk ich mir doch nicht, so, jetzt is‘ ja eh egal, lass lieber ganz kaputtmachen. Wenn die Person vor meinen Augen zusammenklappt und ich weiß sogar, warum, und auf dem Boden hockt und von Tausenden von Leuten begafft wird, die mich fragen, „ist alles OK mit deiner Freundin?“, bleib ich dann vor ihr stehen und sage „das ist nicht meine Freundin, aber ich denk ja“? ICH GLAUBE NICHT. Ich schreibe Leuten keine Nachrichten mit „Also ich jedenfalls habe ihr klargemacht, dass unsere Freundschaft trotzdem bestehen bleibt“ und sage dann nichtmal bescheid, wenn mir langsam dämmert, dass das mit Komplikationen verbunden sein könnte und mir das nicht so in den Kram passt. Ist das denn nicht normal? IST DAS NICHT NORMAL? Wenn das nämlich, was der Mensch da gemacht hat, normal ist und gesellschaftlich akzeptiert und wenn es hier so funktioniert, dass man keine Daseinsberechtigung hat als dummes naives Menschchen, das denkt, Freunde wären füreinander da und alles, dann würde ich wirklich gerne Welten tauschen.

Ich möchte in die Welt, wo Mama hingeht, wenn sie weg ist, da ist es ehrlich und rein und es bleibt nichts übrig bis auf den allerinnersten Kern. Da ist es so, wie wir alle sein sollten. Ich möchte dahin. Wirklich. In eine isolierte Zone mit nur Menschen, die in der gleichen Welt sind. Es sollten so viele Menschen wie möglich dorthin kommen. Die müsste man vom Rest aber zu hundert Prozent abdichten, sonst hätten wir nichtmal eine eintägige Überlebenschance.

The Used.

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(Und ja, ich habe einen Schaden. Meine Familie fällt auseinander, meine Mutter fällt in Wachkomazustände, ich selber falle in wer weiß was für depressive Zustände – leider bei vollem Bewusstsein -, und noch dazu war ich gestern auf einem wirklich überraschend überragenden Konzert -, aber natürlich, mein Eintrag soll The Used zum Thema haben.)

Das Wissen um The Used kam zu mir im späten Frühling/ frühen Sommer? des Jahres 2007, als ich im Zuge meiner Erleuchtung durch Gerard Way und des daraus resultierenden My Chem-Fanatismus bei Youtube herumlungerte und auf die „A Day in the Lives of My Chem“-Videos stieß – und in einem davon wurde The Bird And the Worm als Hintergrundmusik verwendet (was einer der Gründe sein dürfte, dass die Videos heute nicht mehr verfügbar sind, leider).

(Die Erstellerin dieser Videos hat auch im gleichen Stil die My Chem Cookies- Videos fabriziert, welche kurioserweise noch funktionieren.)

Und ein paar Tage später war ich mal wieder bei Saturn und hatte plötzlich das Album in der Hand, Lies for the Liars. Nun kannte ich ja praktisch nichts von der Band außer den paar Sekunden aus The Bird And the Worm. Statt hinzugehen und probezuhören, machte ich es wie immer und nahm es einfach so mit. Es wurde das prägende Album für die Zeit vor dem Umzug nach Kopenhagen, später dann zusammen mit Green Day’s Sushi (aka 1,039SOSH – aber mein Name dafür ist Sushi auf Grund genau dieser Abkürzung).

Mein zweites The Used-Album war ihr allererstes, The Used. Ich holte es mir mehr als ein Jahr später, ich glaube kurz vor den Herbstferien 2008. Das ist das Album, das ich später – wie auch immer ich das fertigbringen konnte – vergaß, auf meinen Computer zu machen, und somit auf meinen neuen MP3, sodass ich es nicht in Costa Rica dabeihatte und es immer noch die entferntesten Erinnerungen von damals in sich gespeichert hat – ich höre es gerade und komme mir vor wie zurückkatapultiert.

Mein drittes Album, ihr zweites – In Love and Death – enttäuschte mich zuerst so sehr, dass ich es nach dem ersten Mal Durchhören fast auf immer ins Regal zurückverbannt hätte. Zum Glück war ich schlauer und hörte es noch ein paarmal, woraufhin es mein absolutes All-Time Favorite Album der Welt wurde und heute noch die krassesten Assoziationen mit der Tintenwelt-Trilogie hervorruft, die ich damals gerade re-las. (Damit und mit Kaktus-Läkerol.)

Bleibt Artwork. Artwork war das erste Album, das sie herausbrachten, als ich sie schon kannte. Und trotzdem schafften sie es irgendwie, diese Tatsache vor mir zu verheimlichen, sodass ich es eines Tages, ein paar Wochen nach seiner Release, durch Zufall bei Saturn fand.
Artwork nun ist so unübertroffen das Werk aller Werke, ich weiß nichtmal, was ich dazu sagen soll. Das kann man nichtmal beschreiben. Das muss gefühlt werden.

Überhaupt habe ich gerade den Eindruck, dass ich noch nichtmal richtig angefangen habe, obwohl der Eintrag schon wieder so lang ist. Das Gute ist, dass ich hier gerade mal keinen Regeln unterworfen bin und theoretisch so viel schreiben könnte, wie ich gerade lustig bin. Vielleicht packe ich die Beschreibung, wieso ich nun The Used überhaupt so liebe, doch besser trotzdem in einen anderen Eintrag, irgendwann mal.

Bruchbude I call home

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Unfassbarerweise funktioniert unsere Herdplatte wieder. In dem Sinne, dass nicht mehr wie gestern jedes Mal, wenn jemand sie anmacht, die Sicherung für die gesamte Wohnung rausfliegt. Wie gut, dass ich den Hausmeister nicht erreicht habe vorhin.

Andererseits hätten wir einen Hausmeisterbesuch trotzdem noch ganz gut gebrauchen können. Über Ivas und meinem chronisch verstopften Abfluss in der Dusche hängt ein Schild, das besagt, bei verstopftem Abfluss bitte direkt den Hausmeister zu kontaktieren und keinen Rohrreiniger reinzukippen. Mein Heizungsdrehknopf ist auch nicht erst seit gestern kaputt. (Keine Ahnung, seit wann der kaputt ist, das geht jedenfalls auf einen Zeitpunkt vor meinem Einzug zurück.) Und wenn wir dabei schon sind, die Steckdose neben meinem Keyboard hängt mindestens genausolange schon wenig vertrauenerweckend aus der Wand. Das Licht unserer Dunstabzugshaube hat keiner von uns je zu Gesicht bekommen; die Lampe war auch schon nicht mehr funktionstüchtig, bevor irgendjemand von uns hier wohnte. Und gerade hat Emilie mich darauf aufmerksam gemacht, dass die eine von unseren Flurlampen auch nicht funktioniert; ich hatte bis dato diese Lampe nichtmal bemerkt. (Kein Wunder auch, wenn sie nie anging.) Und dann wäre da noch die kaputte Waschmaschine im Waschraum. Gehört zwar nicht zur Wohnung, aber vervollständigt trotzdem wunderbar das spezielle Flair.

Naja, aber was soll’s, so dramatisch sind die Probleme ja nicht und alles in allem sollte ich über mein Loch wohl nicht so meckern. Immerhin mag ich mein Zimmer mittlerweile richtig gerne (momentan ist es auch noch aufgeräumt, das verstärkt den Effekt!) und allgemein könnte man hier wirklich gut leben. Eventuell wäre es dafür vonnöten, dass sich die Bewohner ein wenig besser untereinander verstehen (ich sage nur Iva). Aber wie wir alle wissen (wenigstens eine Lektion, die das Leben einem verlässlich verinnerlicht), was nicht sein kann, kann nicht sein.

Zweifel

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Irgendwie ist es alles nicht so, wie es sein sollte. Ich habe ja früher schon festgestellt, in einem dieser zahlreichen prophetischen Einträge, dass ich zu sehr am Unmöglichen klebe und das, was ich habe und haben kann, zu wenig schätze. Langsam muss es doch mal gut sein. Ich kann mich ja kaum an die guten Zeiten erinnern. Es ist einfach diese Riesenlücke, die da nicht sein sollte, und wenn ich vorher die meisten Menschen in meinem Leben vernachlässigt habe, weil ich der Meinung war, in Anderen genug zu haben, so vernachlässige ich sie nun aus Frust, weil sie mir nicht das geben können, was ich geglaubt hatte von diesen Anderen zu bekommen. Und weil ich mich weigere, Menschen als Lückenfüller zu missbrauchen. Und es ist immer noch das gleiche ewige Hin und Her; im einen Moment bin ich unendlich dankbar und fühle mich gesegnet von der Existenz dieser Menschen, und dann im nächsten werde ich wieder paranoid und verzweifelt und vertraue nichts und niemandem mehr. Man hat ja gesehen, wohin zu viel Vertrauen so führt. Nicht dass ich nicht früher schon misstrauisch genug gewesen wäre. Mein Kreis des Vertrauens belief sich ja im Grunde immer auf meine Familie und meine engsten Freunde. Nachdem mir zuerst die Illusion einer Familie abhandenkam und nichtmal ein halbes Jahr später so ziemlich der gesamte Rest, hat es sich langsam ausvertraut, schätze ich. Aber dazu nun fällt mir ein Textchen ein, das ich letztes Jahr noch irgendwann aufgeschrieben hatte – ich suche mal, kleinen Moment.

Hier. Am 7. Dezember war’s. Lustig, wie anscheinend wirklich die gleichen Gedankenmuster immer und immer wieder im Kreis rotieren bei mir.

And now I feel like I don´t know anyone in this world, as if I never knew anyone, as if no one ever knew me no matter how much I opened myself up to them, no matter how much I offered my insides up for them to see, I feel like I don´t know anyone, not even my own family, not even my friends or who is left of them. I feel like I will never know anyone, like the world is shutting windows as soon as I come into sight.

-What is a friend? It is a person you erringly chose to trust, at times with your own life, but who can deceive you any time, it is someone who can decide to take off and leave at any given moment, whenever they feel like it, they can leave you and they will leave you, just like they have left me and just like others will leave me at some point in the future.

-What is trust? It is an irrational sensation that can and will be broken carelessly, shattered into millions of splinters that will hurt you and grow into your hands should you ever try and reassemble them to build a new trust, rapidly realizing the sheer impossibility to build a trust from the remainders of the old one that has been shattered; instead, one day not too far away you will probably find, to your immense surprise, that out of nowhere another trust has found its way into your sheltered inner place where all your feelings are kept; and it will be so beautiful and outstandingly solid that you could never imagine the same horrid thing happening again; yet it will; this is trust.

Ehrlich gesagt glaube ich aber, hätte ich meine momentanen Freunde nicht, wäre ich gar nicht mehr so wirklich am Leben zu diesem Zeitpunkt. Irgendwann muss ich soweit wieder normal werden, dass ich ihnen das alles irgendwie vergelten kann. Sehr leicht fiel mir das noch nie, zu sehen, was getan werden muss/kann, um jemandem zu helfen. Aber ich bin mehr als bereit, es alles zu tun, sobald mir verständlich gemacht wird, dass und wie ich gebraucht werde. Ich will mich schnell mal wieder irgendwie regenerieren, um dafür die Energie aufzubringen.

Weihnachten, so fröhlich wie möglich

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Was für ein Emo-Titel. Aber ich schätze mal, by this time müsste eh jedem klarsein, wie ich am Emotum hänge. -Ich bin Freitag hier bei meinen Eltern angekommen und habe an den darauffolgenden Tagen zusammen mit ihnen Weihnachten verbracht – „gefeiert“ being diesmal wirklich nicht so passend, aber immerhin so friedvoll, besinnlich und besonnen wie es einer Familie bestehend aus einem mit Verständnis für die Gefühle Anderer nur sehr dürftig ausgestatteten Mann und zwei nervlichen Wracks mit Anpassungsstörungen nur irgendwie möglich sein konnte. Im Endeffekt haben wir es doch wirklich ziemlich gut hingekriegt. Oder zumindest der Bescherungsteil lief einwandfrei. Wie wir uns jedes Jahr wieder zusammenklauben für die Bescherung. Als wäre dieser eine Teil an Weihnachten so elementar für das Weiterbestehen des Familienkonzeptes, dass ein Nichtfunktionieren dessen zu endgültigem Versagen führen könnte. -Komischer Satz; ich habe manchmal das Gefühl, meine Sätze werden zu kompliziert und ich sollte sie löschen und umformulieren. Andererseits hatte ich schon immer das Gefühl, ich müsste aufpassen, nicht zu kompliziert zu sein in allen Formen der sprachlichen Kommunikation, guck, jetzt schon wieder, wer würde denn sowas sagen. Aber was soll ich denn machen; ich degradiere mich und meinen eigenen Sprach- und Schreibstil einen Großteil der Zeit, nur um nicht merkwürdig angeguckt zu werden, irgendwann muss das doch mal ein Ende haben. Jeder kann doch reden und schreiben, wie er will. (Zumindest im Rahmen der Regeln.)

Wovon hat mich dieser merkwürdige Exkurs jetzt wieder abgelenkt? Oh, Weihnachten. Weihnachten war OK. Ziemlich beachtlich sogar im Grunde, wie gesagt. Mittelschweres Disaster am Vormittag des ersten Weihnachtstages – war das gestern? Tatsache – es war zu erwarten; mir wurde relativ schnell klar, als ich ankam, dass hier nicht gerade alles „bestens“ läuft, wie ich fast schon geneigt gewesen war anzunehmen. Abgesehen von der Geschichte mit dem Kater natürlich. Aber nein, aber nein, so läuft es nunmal nicht. Mir war klar, dass das keine heile Welt sein würde, in die ich hier zurückkam. Bloß diese Welt ist doch wieder nochmal ein Stück kaputter als gedacht. Mir macht das weniger aus als vorher. Es ist fast, als würde ich mich mit dem Kopf voraus in diese Probleme stürzen, die ja nicht meine eigenen sind eigentlich – aber hier kommt die Gefühlstaubheit zurück, mit der ich früher oft befallen war hier, wenn es darum ging, diese kaputte Welt zu betrachten.

Ich werde immer konfuser, oder, ich glaube, ich lasse es erstmal. Morgen werden Lena und ich mit unseren Familien essen gehen; es gibt da dieses marokkanische Restaurant, wohin wir Lena vor Jahren mal mitgenommen hatten, und sie war so beeindruckt – es ist aber auch schön, Le Marrakech heißt es und es ist gleichzeitig ein Restaurant und ein orientalisches Möbelhaus mit den wundervollsten Lampen und Fliesen und Accessoires und was man sich nur vorstellen kann; situiert in einer alten Fabrikhalle, stell dir nur vor, wie dieser riesige Raum vollhängt mit farbenprächtigsten marokkanischen Lampen und Spiegeln, oh, ich freue mich schon, mal wieder hinzukommen. Jedenfalls wollte Lena ewig schon, dass ihre Eltern es auch mal kennenlernen, also haben wir uns für morgen verabredet. Da fällt mir ein, angeblich sollen auch Teile des letzten Tatorts auf dem Gelände des Le Marrakech gedreht worden sein, aber wir haben den Film zusammen geguckt und es nicht bemerkt. Genausowenig wie übrigens Nicole, die als Statistin dabei mitgemacht hatte und eine Türkin darstellen sollte, die vor einem Gebäude rumsteht.. ist ja nun auch egal, wir haben sie jedenfalls nicht gesehen; ich muss sie mal fragen, ob sie sich selber vielleicht gefunden hat.

Naja, so ist das alles.

alles in der Schwebe

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Ich weiß zwar, dass es nichts mehr werden kann, aber noch ist alles möglich. Von meiner Seite aus. Vielleicht die letzte Nacht. Das kommt darauf an, ob er noch reagiert. Die Korrespondenz wurde eh immer abstruser. Ich habe meiner letzten Nachricht, nachdem dann erstmal wieder sechs Stunden keine Antwort mehr kam, noch eine hinzugefügt, die besagt, dass ich morgen gerne mal reden würde, bevor ich zu meinen Eltern fahre. Um diese Sachen, die ich erledigen möchte, noch in diesem Jahr zu beenden.

Das heißt, vorausgesetzt den Fall, darauf reagiert er noch – ich glaube es nicht, aber gut, alles ist möglich & nothing happens the way you plan it – eventuell jetzt meine letzte Nacht auf ZMA.

Das heißt dann wohl AFL ab morgen. Ich sehe da wirklich keine andere Möglichkeit mehr. Ich sehe da keine andere Entwicklung. Ich sehe da bei ihm keine Kooperationsbereitschaft. Ich sehe da bei ihm gar nichts. Keine Menschlichkeit. Die Psychotherapeutin hatte Recht. Wie mich das betrübt. Ich komme mir vor, als würde mein Brustkorb von innen zerfressen.

Dann AFL? Vielleicht ist das für mich besser. Bis ich das akzeptiere, dauert es dann nochmal ein Weilchen. Mir wird so schlecht, wenn ich mich den Erinnerungen aussetze. Und dann immer die Frage, war das überhaupt echt? Und jetzt immer wieder die Suche nach der Menschlichkeit, und ich kann sie gar nirgendwo sehen. Ich habe jetzt anscheinend auch mal am eigenen Leibe erfahren, wie es ist, verblendet zu sein. Nur wie weh das tut, weißt du, diese ganzen Stunden, wenn ich zurücksehe, ist da keine Menschlichkeit; da ist einfach nur dieser unfassbar unreife kleine Bengel, der immerzu das macht, was er will. 100 Prozent. Ohne Rücksicht auf Verluste. Er hat das alles nie getan, weil er geben wollte. Wie mir einfach das alles jetzt erst klarwird. Er hat sich ja nur genommen, ich meine, ich bin selbst schuld, ich habe ja bereitwillig genug alles von mir vor ihm ausgebreitet, die ganze Innenwelt nach außen gestülpt, meine ganze verdammte Innenwelt, immer zu dem Grad, zu dem ich dachte, ich würde seine eigene sehen.

Was war das dann, das er mir gezeigt hat? Wovon jetzt nichts mehr übrig ist? Weil er sich in ein kaltes unbekanntes Wesen verwandelt hat, das mich vergessen hat und dafür gerade mal ne Woche brauchte – was war vorher in dem Wesen, und vorallem was habe ich darin gesehen? Wenn ich mich wenigstens erinnern könnte. Ich weiß aber nichts mehr; ich weiß nur noch, dass ich mein halbes Leben dafür geopfert hätte, noch ein paar Stunden länger halb betrunken auf diesem Sofa zu liegen. Und vermutlich mein gesamtes Leben für noch ein bisschen Zeit an diesem Morgen des 2. Oktobers in der Kälte. Könnte man nur zurück. Oh könnte man nur irgendwie zurück. Zurück und dann die Zeit anhalten.

Ich werd wohl auch nie erfahren, was er eigentlich gedacht hat in den ganzen Stunden. Und wo ich mir dieses Verbundenheitsgefühl hererfunden habe. Ich werde dann vermutlich auch nie erfahren, welcher merkwürdige Prozess in seinem Hirn ihn dazu bewegt, Sachen zu sagen, Sachen wie „sowas vergisst man nicht“.

„Ich hoffe inständig, dass wir so lange es geht beste Freunde bleiben.“

Sehr lange ging es dann ja jezt nicht mehr, wie´s aussieht. Und wie du gekämpft hast für die ach so tolle, besondere, großartige Freundschaft, es ist beeindruckend. Auf ZMA wird man geschoben, unbefristet. Dann bekommt man zwei Ladungen mit Facebook-Nachrichten, die „wie geht es dir? Was macht die Musik?“ zum Inhalt haben, und das alles nachdem einem schriftlich bestätigt wurde, „also ich jedenfalls habe ihr klargemacht, dass unsere Freundschaft trotzdem bestehen bleibt.“

Ich hasse Lügner. Ich hasse sie so sehr; sie machen die Welt zu der unverlässlichen Hölle, die sie ist. WIE KONNTEST DU?

Wie er Ritual abgesetzt hat. Vor Monaten – keine halbe Woche nachdem er es Ritu genannt hat in einer Nachricht, so wie ich es immer gemacht habe – Wie kann man so grausam sein? Mir auf die letzte Minute noch mein Wort stehlen? Und Gowai hat er geschrieben in einer dieser letzten Nachrichten, „ach Gowai“ – schön, was genau willst du damit bezwecken? Das ist ebenfalls mein Wort, und du bist der Mensch, der mich komplett zerstört hat, du hast nicht noch mein Wort zu verwenden, als würdest du mich noch im Entferntesten kennen.

Er weiß nichts von mir. Er ist eine fremde Person ohne Menschlichkeit. Oder stell dir vor, er wüsste doch etwas; stell dir vor, er weiß tatsächlich, wie es mir geht. (Wie? Wenn nichtmal die Menschen, mit denen ich darüber rede, es auch nur erahnen.) Dann sag mir, wie ich aushalten soll, dass es ihm egal ist.

Aber wie soll ich es überhaupt aushalten. Wenn ich endlich verstehen könnte, wie es mir egal sein soll, dass ich ihm egal bin. Wenn ich halt einfach den Zer-, den Wegfall der Freundschaft nachvollziehen könnte. Ich hoffe, falls es nachher ein Gespräch gibt, hilft mir dieses dabei. Aber ich bezweifele es stark. Ich hasse es, ihm schon wieder die Kontrolle zu überlassen. Nur anders geht es gerade nicht. Denn ich bin immer noch diejenige, die gesprungen kommt. Wie immer.

Trauriges Fazit: Es ist alles ohne Hoffnung. Und es ist 2.17 Uhr und ich hoffe, diese Nacht kann ich vor 4 einschlafen.

Morgen dann.

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Ich weiß nicht, ob ich es erwähnte, aber ich schreib dann morgen hin. Ich hab die Nachricht auch schon fertig, ist ja nicht so lang. Alles geplant. Abschicken um 7.24 abends, dann sind´s drei Wochen wieder gewesen. (Ja, ich glaube, den Teil erwähnte ich.)

Wenn man sich nur vorstellen könnte, diese ungeheure Anstrengung, diese drei Wochen zu warten. Und jede Sekunde mehr warten. Und worauf? Auf diesen Moment morgen, an dem ich mal wieder freiwillig einen Teil meiner Würde verliere und ihm von mir aus wieder schreibe. Nur damit ich „endlich“ schreiben kann: Another 3 weeks gone without a sign. Das wird er ja wohl noch verstehen. Der Zettelsong. Aber nun hier nichts über den Zettelsong.

Aber das war wirklich alles, was mir geholfen hat, diese drei Wochen auszuhalten: Dass dann die Zeile zum Einsatz kommt. Vermutlich das letzte Produkt unserer Zusammenarbeit, das er je zu Gesicht bekommen wird.

Am Allerironischsten wäre es noch, wenn er mir jetzt morgen Früh wieder schreibt und die Sache zunichte macht. Was nicht passieren wird, da muss ich mir mal keine „Sorgen“ machen.

Morgen dann schreibe ich. Irgendwann wird er mir antworten. Das wird er. Vielleicht nen Tag später erst. Wie sich das anhört. „nen Tag“ alleine. Als wären das nicht Millionen von Sekunden, die man irgendwie überstehen muss, um am Ende festzustellen: oh, nein, er hat immer noch nicht drauf reagiert.

Wann genau ist diese Freundschaft zerfallen und in ein todunglückliches, depressives Liebesdrama ausgewuchert? Ich sage es dir: Seit ER es zu einem gemacht hat. ICH war perfekt OK, wie es war. Ja gut, nicht ganz. Aber doch schon noch ziemlich bedeutend mehr OK als JETZT. All das, was danach kam, ging von mir nicht aus.

Ich kann mich ja schon kaum mehr an ihn erinnern. Das ist ja das Abartige. Ich bin so gut im Verdrängen; ich denke fast nie an die Zeit vorher. Es ist nur noch die Leere da, nur noch der Verlust, auch wenn ich nicht mehr weiß, von was eigentlich. Warum genau heule ich alle drei Minuten von vorne los, warum genau hört das nicht auf, wenn ich nichtmal mehr weiß, was ich eigentlich verloren habe?

Und wie soll das dann werden, wenn ich irgendwann das Gespräch bekomme, das ich haben muss, und es offiziell wird? Wie genau soll ich das denn überhaupt anstellen, herauszufinden, wie egal ich ihm bin? If only I could know, if only I could know, if only I could know and really start to forget. Ich habe niemanden mehr zum Reden drüber, außer meinem AG und neuerdings meiner Psychotherapeutin. Morgen nächster Termin. Diesmal freue ich mich wirklich drauf und denke, dass es großen Sinn hat, dass ich hingehe. Letzte Woche um diese Zeit war gerade so eine merkwürdige Phase von Egal-Haltung, sodass ich schon fast dachte, ich wäre wieder OK – auf einmal! Aber nein, das Ganze hielt in etwa drei Tage. Jetzt gerade habe ich Kopfschmerzen und brennende Augen vom Heulen. -Ich bin aber auch bekloppt; warum genau dachte ich, es hätte Zweck, mir seit langer Zeit mal wieder die volle Kanone Augenmakeup draufzuknallen? Nur weil ich nicht wirklich in Heulstimmung war heute Früh? Hach ja, Däng Däng Däng.

Was ich dir aber Erfreuliches erzählen kann, ist, dass Laura und JO, meine beiden lieben Rest-RNs, mich nun por fijo (ja, ganz ohne dreisprachiges Chaos wäre es doch langweilig hier) über Silvester bei meinen Eltern besuchen!!

Was ich noch erzählen könnte, ist, dass zwischendurch mein Kater noch todkrank war und es ihm jetzt wieder besser geht. Kommt hier nun ein wenig weniger dramatisch rüber, als es war. Wäre das Ding jetzt gestorben, ich will wirklich nicht wissen, was dann mit Mama passiert wäre. Ich will es einfach mal wirklich nicht wissen.

Vergessen und vergessen werden

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Nein, ob du´s glaubst oder nicht, ich habe es geschafft und lebe tatsächlich noch. Wenn man das Leben nennen kann, was ich hier betreibe. Es tut mir leid; ich weiß zwar, dass ich genau null regelmäßige (vermutlich null allgemeine) Leser habe – who´d want auch to put up with my stupid thoughts & feelings & everything, and then the endless times of silence in between.

Trotzdem tut es mir leid. Weil immer, wenn ich herkomme, mir bewusst wird, dass es so gut tut, seine Gedanken immer und immer wieder zu ordnen. Und wenn ich das schon auf tausendfache Weise tue; mit dem AG, bei Macrocarp, und nicht zuletzt einfach in mir drin. Es ist doch immer wieder anders. Vermutlich weil ich das Ordnen eh nicht so wirklich hinbekomme. Vermutlich weil ich zu dramatisch bin und selbstmitleidig und depressiv veranlagt.

Ich wollte diesen Link mit dir teilen, darüber bin ich gerade gestumblet – ich stumble viel in letzter Zeit, manchmal auch bei StumbleUpon. Ha. Ha. Ha. Ich weiß.
http://www.stumbleupon.com/su/4ElkEj/www.mayomo.com/103219-what-it-takes-to-change-someones-life/

..Ja. Sonst nicht viel Neues. Hatte/ habe heute mal wieder einen sehr whinigen Tag, bin ständig kurz vorm Heulen, bzw am Heulen, wenn mir dann noch sowas unter die Augen kommt wie das Video von da oben.

Dachte zwischenzeitlich, es wäre permanent besser geworden; habe angefangen zu akzeptieren. Habe keine Nachricht seit nunmehr wieder mal knapp drei Wochen. (Vor knapp drei Wochen war es ein Tag lang Hin- und Hergeschreibe bei Facebook; praktisch genau das Gleiche wie zwei Wochen davor schonmal (nach drei Wochen Nichts wiederum davor)).
Offiziell immer noch ZMA. (meine Bezeichnung für diese Hölle; entstammt seinem Ausdruck „zuerst mal Abstand“ von der Zugfahrt. Die Zugfahrt, davon weißt du ja nichts, aber die gab es.)

Für mich ist eigentlich klar, dass ich vergessen wurde. Ganz schön rapide at that, für etwas, wovon er ein paar Tage vor alldem noch sagte, „sowas vergisst man nicht.“ -Und siehe da, er hat´s doch ziemlich problemlos geschafft. Ohne irgendwelche Einschränkungen. Schreibt mir zweimal in zwei Monaten bei Facebook, sending me into hysterics while in fact not even then we were actually communicating. Es waren ja inhaltslosere Gespräche – wenn man es denn so nennen mag – als ich je freiwillig mit irgendjemandem hatte. Way to go für jemanden, der supposedly Smalltalk genauso verabscheut wie ich.

Damit komme ich nicht klar, oh nein, das kann nicht sein. Er HAT damals vom Erhalten der Freundschaft gesprochen, vom Nicht-Aufgeben (auf meinen Impuls hin); er hat nur leider keine Ahnung, wie man sowas macht. Ich würde ihm ja helfen. Oder sollte ich sagen, ich hätte ihm ja geholfen. Für mein Leben gerne, im wahrsten Sinne des Ausdrucks, hätte ich das getan. Nur dazu hätte man es mir erlauben müssen. Dazu hätte man irgendwo menschliche Kompetenzen benötigt. Sowas hat der Mensch nicht. Der geht durchs Leben und alles muss ihm genauso zufliegen, wie er´s haben will, sodass er den Mund aufmachen kann und sich die gebratenen Tofutäubchen in den Mund fliegen lassen kann, anders packt er es gar nicht. Ich hab nen Song drüber geschrieben. (Ha. Nicht nur einen. Aber der, den ich meine, da geht es genau um den Punkt. Never one to make much of an effort und so weiter.)

Weißt du, últimamente war ich sehr intensiv auf der Suche nach neuen Möglichkeiten der Selbstverwirklichung. Rebound auf der kompletten Lebensschiene sozusagen. Ich hab Menschen gesucht, mit denen ich Musik machen kann. Auf eine Anzeige hab ich genatwortet, da wollte einer ne Band gründen, hab mich mit dem getroffen und versucht und alles, hat nicht ideal funktioniert – keine Überschneidung, ich meine keine, der Musikgeschmäcker. Dienstag jetzt treffe ich mich mit jemanden, die auf meine eigene Anzeige reagiert hat. Auch Sängerin, 15 Jahre Gospelworkshop-Erfahrung, blew away my self-confidence just by including that fact in the response she sent me. Aber ich werde mich trotzdem mit ihr treffen. Erstens habe ich nicht viel Auswahl (es hat sich noch jemand gemeldet, ein Gitarrist, aber er hat dann nicht mehr zurückgeschrieben – sehr merkwürdig, ich hätte eigentlich gedacht, dass meine letzte Antwortnachricht gar nicht so schlimm war, und sein Musikgeschmack war nichtmal schlecht – aber wenn er meint.. ich find´s schade. Aber naja.), und außerdem – ich versuche, meine Komplexe nicht mehr ständig in den Weg geraten zu lassen, bevor ich überhaupt Sachen ausprobiere. Erstmal versuchen. Weißt du, genau wie die Geschichte mit der Freundschaft. Ich kann es nicht fassen, wie Menschen einfach aufgeben und nichtmal versuchen. Nichts versuchen. (Das wäre dann der andere Song, den ich fertighabe, der Absurde Song, interessante Geschichte, aber eine vollkommen andere.)

Ich suche auch, leider bislang komplett erfolglos, im Internet nach – wie soll man sagen.. erfüllenden Dingen? Ich habe Songwriting- und Musikforen durchsucht nach interessanten Communities; ich habe gestumblet wie nichts Gutes; ich habe ..ach, alles Mögliche hab ich versucht. aber heute kam mir die Erkenntnis, dass man sowas wohl nicht findet, solange man danach sucht. Siehe die Redundant Nimrods damals. Wäre mir ja auch nicht im Leben eingefallen, danach zu suchen. (Und eventuell, ganz vielleicht nur, wäre es besser gewesen, ich hätte sie gar nicht erst gefunden. Man sieht ja, wohin sie mich gebracht haben im Endeffekt.)

Und dann dieses immerwährende Mitteilungsbedürfnis. Ich kann ja ukaum eine halbe Stunde leben ohne zwischendrin diesen abartigen Drang, dem Mensch irgendeinen von diesen hochdramatischen Gedanken, die pausenlos bei mir rumschwirren, mitzuteilen. Natürlich kann ich das nicht. Das habe ich auch auf der Zugfahrt gesagt; es kann nie mehr irgendetwas von mir ausgehen. Es geht einfach nicht. Ich bin raus. Vielleicht, hätte ich so gedacht, vielleicht nach einiger Zeit, wenn ich gemerkt habe, es wird nicht mehr irgendwie alles interpretiert, was ich mache oder tue; wenn es so weit überhaupt gekommen wäre. Aber nein, er lässt es ja einfach mal komplett fallen. Scheiß auf ZMA. ZMA hab ich nur zugestimmt, weil ich noch mitten im Schock war und noch keinen Plan von nichts hatte und einfach noch nicht verstanden hatte, was eigentlich loswar. ZMA ist einfach nur für ihn mal wieder die perfekte Möglichkeit, alles nach seinem Willen laufen zu lassen und zu regeln; nicht dass es da viel zu regeln gäbe; es ist ja auch die perfekte Möglichkeit für ihn, so wie es nun von statten gegangen ist, mich einfach mal klammheimlich zu vergessen und es mir vermutlich bis an mein Lebensende nicht mitzuteilen, aus Bequemlichkeit, während ich jeden verfluchten Tag hier sitze und vermutlich mit neunzig Jahren noch alle drei Sekunden mein Facebook checke, einfach weil ich ja noch keinen Entschluss mitgeteilt bekommen habe und der ZMA immer noch ZMA ist und nicht etwa AFL (meine beliebte Darstellung dessen, wozu sich das hier entwickelt hat, wie gesagt ohne mein konkretes In-Kenntnis-gesetzt-werden, nämlich Abstand for Life. AFL.). Soviel also zu meinem hypothetischen Zustand in siebzig Jahren.

Falls ich es soweit kommen lasse und nicht eventuell doch vorher mal von meiner langsam wiederkehrenden Würde und meinem sehr langsam wiederkehrenden Stolz und Bewusstsein meiner Wertigkeit, zumindest als Mensch behandelt zu werden, Gebrauch mache und ihn dazu bringe, dem Ganzen ein Ende zu setzen. Und da ich das vorhabe – mich NICHT siebzig Jahre lang manipulieren und kontrollieren zu lassen von diesem sozialen, menschlichen und freundschaftlichen Totalversager, der sich einbildet, mich – Achtung, die Baumparabel, ich liebe sie und sie ist sehr carefully ausgearbeitet – einfach mal an den Haaren an einen 30 Meter hohen Ast zu knoten und mir auch noch das Einverständnis dazu abzuringen, indem er mir keine andere Wahl lässt – dann drei Wochen verschwinden zu können, um daraufhin kurz vorbeizuschauen, mich zu fragen, WIE ES MIR GEHT UND WAS ICH DA OBEN EIGENTLICH SO MACHE, sich dann meine Antwort anhört (Aussicht ist gut, trinken tu ich Regenwasser, essen tu ich Blätter), dann wieder abzuhauen, nach zwei Wochen nochmal zu erscheinen, mich zu fragen, wie es mit den Blättern so aussieht, wie die eigentlich genau schmecken, und ob ich mich gut eingelebt hab – und oha, dann frage ich, wie es denn mit den Aussichten so steht, dass ich da jemals wieder runtergeholt werde, aber achtung, pass auf hier, da sagt der Mensch, „Runterholen? Wieso runterholen, ich wollt nur mal vorbeischauen“ und haut wieder ab. —- wer hier noch mitkommt, das alles war eigentlich ein Nebensatz und sollte so weitergehen: …, DESHALB (da ich das vorhabe) habe ich mir gedacht, wenn es jetzt Dienstag wieder drei Wochen sind, schreibe ich EIN MAL hin, aber EIN MAL NUR, HÖRST DU, und zwar nur, dass es wieder drei Wochen waren (ich werde dazu den Text benutzen, den ich umgeschrieben habe irgendwann vor Wochen, den umgeschriebenen Zetteltext) und eventuell eine leicht bissige Bemerkung, wie es so mit dem Erhalt der Freundschaft aussieht, da ich wirklich das Gefühl habe, diese Behandlung toleriert sogar meine Würdelosigkeit nicht mehr, mit dem Resultat, dass ich meine Würde schon irgendwo wiedererlangt habe und nicht mehr einsehe, mir das alles überhaupt gefallen zu lassen. Aber nichts Dramatisches werde ich schreiben und gar nichts mehr sonst, weil es ja nunmal so ist, dass er mich vergessen hat und somit bin ich in seinem Kopf ja nicht mehr drin enthalten, das hat zur Folge, dass alles, was mir schon dramatisch erscheint, ihm vorkommen müsste wie irgendwas Übertriebenes aus einer anderen Welt und nicht im Geringsten nachvollziehbar. Ich weiß doch, wie das ist, wenn someone just cares so much more about something than you do and they go on and on about the subject and you really don´t give a fuck and they get like really emotional and stuff and won´t leave you alone… I do not want to end up like this. I somehow already did, but by all means werde ich mich NICHT dem Mensch gegenüber so benehmen; das ist ein No-Go. He knows I care. He does not. So that´s about it. Sicher WÜRDE ich ihm gerne dreitausend Wörter pro Minute an den Kopf knallen. Aber das würde nichts besser machen. I´m still, and I know it´s pretty unbelievable, trying to get out of this with the least possible amount of damage done. Oh, ja, ich hab´s fast vergessen, ich bin psychisch zusammengeklappt und bin jetzt in psychotherapeutischer Behandlung und alles, aber ich denke trotzdem noch, ich könnte bewirken, dass irgendwas besser ausgeht, als es tun würde, würde ich mich anders verhalten. Ich denke tatsächlich immer noch, dass irgendwas von dem Ganzen von mir und meinem Verhalten beeinflusst werden kann. (Oder hätte können. Wenn du ahnen könntest, wie sich die „was-wäre-gewesen-wenn“-Würmer durch meinen Kopf fressen und mich zu Tode quälen und alles.) Irgendwas ist doch ziemlich falsch mit mir.

Uff. Das war jetzt viel Schreiben in vergleichsweise wenig Zeit und mit vermutlich überdurchschnittlich vielen Typos. Dafür bitte ich um Entschuldigung.

Jetzt habe ich über mein restliches Leben gar nichts erwähnt (außerhalb der „Scheinwelt“). 
Da wäre: Weihnachten. Donnerstag geht es schon hoch zu meinen Eltern. 
Da wäre: Silvester. Ich bekomme Besuch von dem einzigen Grund, warum ich auf meine recién kollabierte Redundant Nimrods-Lebensepoche weiterhin dankbar zurückblicke, nämlich Laura und JO. (Laura ist eh so ein Thema; sie ist schon einer der Gründe, warum ich auf die Geschehnisse mit diesen anderen Menschen, die meine besten Freunde waren, oder von denen ich es annahm, nicht hundert Prozent mit blutigem Herzen zurückblicke: es öffnen sich immer neue Türen. Wäre das nicht passiert,  hätte ich in hundert Jahren so viel mit Laura nicht zu tun gehabt jetzt lately. Ich will nicht sagen, dass ich sie als Ersatz ansehe. Sie ist kein Rebound-Mensch. Sie ist einfach nur da und ich bin froh, dass ich das auch mal gemerkt habe.)

Heute gab es hier den ersten Schneefall. Mein erster Schnee seit knapp zwei Jahren. Whuhuu. Es war mir eigentlich ziemlich egal. Nur lustig, weil ich gerade mit meinen Eltern geooVoot habe (was ooVoon ist, wissen wir ja bereits^^) und Papa meinte aus heiterem Himmel, ob es bei uns schon schneien würde. Da gucke ich aus dem Fenster und sehe urplötzlich diesen abartigen Schneesturm vor meinem Fenster. Ich hatte es nicht bemerkt vorher. Es hatte auch noch nicht geschneit, als ich am Schreibtisch saß und meine Weihnachtskarten schrieb. Sachen gibt´s.

Gut, das muss reichen. Entschuldige auch das Sprachenchaos. Man hat manchmal einfach nicht so den Nerv für Selbstkontrolle.