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q

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Das „q“ sollte nicht in die Titelzeile hinein, aber wo es schonmal da ist, lasse ich es einfach mal in Ruhe dort stehen. Tut ja keinem weh.

Eigentlich habe ich den Computer nur in Betrieb genommen, um nach Ohrhängern mit Federn zu googlen, um Inspiration zu finden und anschließend umzusetzen. Ich habe zwei Kartons voller phantastischer Federn und mache immer mal wieder Ohrhänger damit, aber eben immer nach dem gleichen Schema, so wie ich überhaupt dazu tendiere, meine Ohrhänger immer nach dem gleichen Schema anzufertigen. Eyepin, Perlen, vielleicht noch ein hängendes Ding unten dran. Optional halt die Quetschkalotte mit Federn.

Es ist so sonnig draußen, dass ich gerne noch weniger Stoff am Leibe tragen würde als das Kleid, das ich anhabe, aber Patrick ist im rosa Zimmer und ich möchte nicht reingehen, um mir Sachen zu holen. Patrick hat sich gestern Abend mit dem weltekligsten Mirabellenschnaps abgeschossen und unheimlich genervt, während R und ich mit Kat und Daniel Carcassonne spielten. Ich bin es nicht gewohnt, dass andere Leute betrunken sind, während ich es nicht bin, aber ich hatte am wenigsten von dem Schnaps getrunken, weil er so unfassbar widerlich ist, und ich darf das sagen, ich habe ihn schließlich selbst containert. Ich muss zugeben, dass ich gut verstehen kann, warum dieser Schnaps in einer Mülltonne aufzufinden war.

Ich habe zwei von Bastis Pilzpralinen gegessen und hoffe, dass sie irgendwann eine Wirkung zeigen. Gestern habe ich es mit einer einzelnen versucht und wurde bitterlich enttäuscht – es hat sich nichts gezeigt, so gar nichts. Nun habe ich noch eine Praline übrig und weiß gar nicht so recht, was ich damit denn noch anfangen soll, wenn die darin enthaltene Dosis offenbar viel zu gering ist, um überhaupt einen Effekt zu haben. Ich habe außerdem einen Rest des fürchterlichen Mirabellenschnapses getrunken, der in einem Glas auf dem Tisch stand, ein trauriger Überrest von gestern Abend, denn wenn ich etwas noch schlimmer finde als diesen Mirabellenschnaps, ist es die Verschwendung von Schnaps, also habe ich die drei geschmacksverwirrten Fruchtfliegen rausgefischt und den Schnaps getrunken.

Jetzt aber schnell nach Federohrhängern suchen und zurück nach draußen. Der Sommer ist eh schon viel zu kurz.

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Schon halb neun und nichts getan.

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Es ist schwer, zu entscheiden, was ich tun soll – bloggen, aufs Klo gehen, Caro anschreiben, ob sie Zeit hat zu reden, Abendessen machen. Irgendwann sollte alles noch untergebracht werden heute, in diesem meinem ersten arbeitsfreien Tag seit Wochen.

Ich kann gar nicht glauben, wie vollkommen meine Untätigkeit heute war. Hier hänge ich also auf R’s Bett, im Schlafzeug, aus dem ich den ganzen Tag nicht rauskam, nachdem ich dessen erste Hälfte eh verschlafen hatte. Um zwölf schlafen hat dann doch nicht so hingehauen. Ich war so froh, es endlich wieder fertiggebracht zu haben, mich an den Computer zu schwingen und dann noch mein Blögchen aufzurufen, dass ich bestimmt drei Stunden lang mich nicht dazu durchringen konnte, die Seite wieder zu verlassen. Ich habe wieder mal mein halbes Leben durchgelesen gestern Nacht.

Oh, wie mir das gefehlt hat. Ich kann gar nicht glauben, dass es nur ein Monat war, den ich bloglos verbringen musste. Andererseits, was soll man machen, wenn man nicht riskieren will, dass Trudi, die dieses schöne Plätzchen des Internets irgendwann mal erstalkt hat, sich an meinem Umziehchaos erfreut und trotz konsequenter Abwesenheit alles mitbekommt, das im trauten Heim so vor sich geht. Nun, da sie eh im Bilde ist, kann mir das natürlich auch wieder egal sein. Zum Glück auch. Nach dem Treffen mit dem Verwalter gestern meinte sie dann, nochmal mit einem unvergleichlichen Aufgebot an Dreistigkeit beweisen zu müssen, dass sie auch wirklich genau der erbärmliche Mensch ist, als den ich sie letztendlich kennenlernen durfte, wenn nicht nochmal ein Stück erbärmlicher, aber wen wundert’s. Dieses Fass hat ganz offensichtlich bei der Frau keinen Boden. Wie sagte R so zutreffend zu ihrem Auftritt gestern: „In einem Punkt hat sie Recht. Du kannst ein ziemlicher Dickkopf sein.“ Und über meine halbherzigen Proteste hinweg: „Aber andererseits muss man sich schon verdammt viel rausnehmen, um dich gegen sich aufzubringen.“

Nunja. Ihr scheint es noch nicht genug zu sein, mich aus meiner Wohnung herausgeekelt zu haben; da müssen schon noch ein paar mehr verzweifelte Schikaneversuche herhalten – wenn das nicht mal von Charakter zeugt. Oh well.

Dieser eine faule Tag war mir jetzt aber auch wieder genug. R verkündete mir heute aus Heidelberg die frohe Botschaft, einen Lagerraum für unsere (größtenteils meine) Besitztümer klargemacht zu haben; dafür misten er und Arne zeitnah noch einen Keller aus. Schande, dass ich nicht dabei sein kann – als gäbe es etwas Schöneres, als im Gegenzug für ein bisschen Lagerfläche anderer Leute Gerümpel organisieren zu dürfen. (Das Schlimme an dieser Aussage ist wohl, wenn ich das von außen mal so betrachte, das absolute Fehlen jeglicher Ironie.) Ich werde derweil dafür sorgen, dass in der Wohnung schonmal alles zum Streichen fertig ist und der Kleiderschrank abgebaut und in Bastis Wohnung verschleppt werden kann. Außerdem wird das Band-Equipment, das noch bei mir im Keller steht, auf irgendeine Art und Weise da herausgeschafft werden müssen, und auch wenn ich jetzt in Heidelberg schonmal einen Platz für mein Zeug haben sollte, bin ich mir nicht ganz schlüssig, ob die riesigen Boxen und das monströse Mischpult wirklich darunter sein sollten. Uff. Entscheidungen.

Hecklichtlos

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Als kurzer Umriss der Situation kann die Nachricht an Susmita dienen, die ich immerhin imstandewar zu schreiben:

[…] Yes, I’m back. I also have no electricity, thanks to Trudi, and am beyond stressed out about my entire living situation. Also, I’m happy to report survival of my very first almost-break up today, which was almost certainly due to my absolute lack of nerves at this point. […]

Heute geht es mir besser. Und heute ist R der Mensch, den ich brauche. Heute hat er unzählinge Dinge wieder gutgemacht, die in der Vergangenheit durch ihr simples Wegfallen mich unzählige Male zur Verzweiflung getrieben haben. Heute kann ich auch Laura beruhigen, und noch wichtiger, heute bin ich selbst wieder ein bisschen beruhigt. Es hat sich über den Tag hinweg eingependelt, nachdem R’s Arbeiten unterbrochen wurde, weil Arne sich eine Pizza holen wollte, und er die Pause dazu genutzt hat, mich unter die Lebenden zurückzubefördern. Und während wir es in anstrengender Gemeinschaftsarbeit fertigbekommen haben, mich in die Küche zu bugsieren und dort etwas Warmes zu essen zuzubereiten, und als er währenddessen seinen Notizblock mit seinen Ideen zur Lösung meiner Wohnsituation zukritzelte. Und als mich meine Muter anrief, um mir anzubieten, mir einen Job in der Schweiz zu vermitteln, und ich tatsächlich das Gefühl bekam, er wäre wirklich nicht begeistert, würde ich das Angebot annehmen. Alles noch beeindruckender, wenn man bedenkt, dass 24 Stunden zuvor wir bereits mitten in diesem unschönen Almost-Break-Up-Szenario steckten, das sich nur umso tiefer seinen Weg in meine Knochen gebahnt hat, weil von der schützenden Außenschicht eben schon zuvor nicht mehr sonderlich viel vorhanden war.

Ich werde mich mal mental darauf vorbereiten, aus dem Haus zu gehen. Hätte ich heute Früh kaum für möglich gehalten. Allein die Vorstellung, ugh. Nun aber habe ich R angeboten, ihm flyern zu helfen, und werde dies aber augenscheinlich doch nicht tun, weil es für mich noch Dinge zu Hause zu tun gibt, die ich in der Zeit erledigen kann. („Zu Hause“ alleine. Wunderbares Zuhause, dieses Nest voller Skorpione. R wird bei der Lektüre dieses Blogeintrages sich irgendwann daran zurückerinnern, wie ich heute resigniert zu ihm sagte, „ich will mich in dieses Skorpionsnest nicht mehr reinsetzen“, woraufhin er dann alles daransetzte, mir meine Lebensgeister wieder einzupflanzen. Das war eine Tat, mit der man sich rühmen kann.)

Distantzi denak lehertu hitz neurtuekin

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Also, erstmal: Yours truly hat es geschafft, sich ihre BA-Thesis um 0.2 Notenpunkte schlechter zu lesen, als sie tatsächlich ist – was sagt es über die Fachkompetenz einer Linguistin aus, wenn diese eine 1.1er-BA-Thesis schreibt, dies aber erst mehrere Tage verspätet in der Lage ist zu erkennen?

Also, Correction: Thesis-Ergebnis: eins Komma eins. Es wird nur immer absurder.

Ich hänge auf R’s Bett, während er ein paar Schritte von mir entfernt am Schreibtisch arbeitet, übertöne seine Musik, die er dabei hört, und sein gelegentliches Fluchen mit Argiak, höre dementsprechend gerade ein ohrenbetäubendes Itxaropena und fühle mich erstaunlicherweise weniger sinnlos-suizidal als vor ein paar Minuten. Es hat geholfen, Kepa meinen Lesekompetenz-Fail mitzuteilen und endlich die Soundfunktion dieses merkwürdig eingestellten Windows-PCs ausfindigzumachen, an dem ich gerade sitze.

Wie ich das sehe, gestaltet sich die Situation folgendermaßen: Ich habe keinen Nachmieter für Frau Personifizierte Erbärmlichkeit, da der Verwalter nach dieser unerfreulichen Erfahrug niemanden mehr ohne Bürgschaft in die Wohnung lässt und Basti somit keine Chance hat. R wiederum will ja ums Verrecken nach Heidelberg ziehen und entscheidet sich alle drei Minuten zwischen „Würde gerne mit dir zusammen wohnen“ (und somit „schere mich irgendwo doch auch im Hinblick auf meine Zukunft einen Dreck um dich“) und „Lohnt sich nicht, ich bin eh bald hier weg vom Fenster“ („um dich, wie von dir zu Recht befürchtet, meinen politischen Ambitionen zu opfern“).

Leider kann ich ihn verstehen, denn in dem Punkt sind wir gleich. Augenscheinlich haben wir uns beide bereits früher in einer Situation befunden, in der wir unser Seelenheil auf die ein oder andere Weise dem Wohlbefinden anderer Personen untergeordnet haben, und daufhin beschlossen, dass, bei aller Liebe, man sich selbst immer noch am Nächsten stehen sollte. Während ich Probleme mit der Umsetzung dieser Erkenntnis habe, scheint er sie bis zur Perfektion verinnerlicht zu haben, wie sich allein darin zeigt, dass er Arnes und sein Projekt über alles Andere stellt und dabei statt der von mir dieser Stelle an den Tag gelegten „Ich schmeiß alles um, wenn du willst, solang es für mich irgendwie noch vertretbar ist“-Mentalität eben doch eher ein „Ich mach das jetzt; was du daraus machst, ist dir überlassen“-Verhalten zeigt. Keine Ahnung, ob das gut gemeint ist, nach dem Motto, „ich will dir ja nicht dein Leben vorschreiben“. Knowing me, wirst du dich in jedem Fall nicht wundern, dass mir das in erster Linie ein Gefühl von „ist mir im Grunde egal, ich brauch dich jedenfalls nicht unbedingt um mich rum“ vermittelt, was wiederum in Anbetracht der Gesamtsituation in einer dramatischen Überreaktion à la „ich klimper einmal mit den Augen und bin von meinem kompletten Umfeld verlassen“ bzw. dem üblichen „Scheiße, ich hab nichts und niemanden und bin allen und jedem egal“ kulminiert.

Nunja. Noch ne Stunde, dann zur Tafel.

Dönerwetter.

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Okay, ich bin tatsächlich ziemlich erleichtert, dass Laura meine Paranoia, sie könnte sich mit R derart gut verstehen, dass eine Art Caro-Aspi-Sackratten-Drama daraus hätte entstehen können, endgültig und überzeugend zerschlagen hat. Wenn man von dieser Seite draufschaut, ist die Aussicht nämlich tatsächlich nicht sonderlich verlockend. Aber das ist sie im Grunde ja definitiv von keiner Seite.

Abgesehen davon: Meine Festplatte hat nach einer selbstverschuldeten unsanften Landung auf dem Parkettboden meiner Eltern den Geist aufgegeben, ich habe somit alles an darauf befindlichen Daten verloren und mich juckt’s noch kaum, muss der Schock sein und die Tatsache, dass ich genug Anderes um die Ohren habe (die gute Trudi lässt nichts mehr von sich hören, hat somit meine letzte versuchte Rettungsaktion in Form einer vorgefertigten Kündigung plus dem Vorschlag, ihr ihre Möbel gegen den Erlass aller Schulden bei mir abzunehmen nicht in Anspruch genommen und wird zeitnah – not unlike the previously mentioned landing of my late hard drive – unsanft aus ihrer ehemaligen Wohnung fliegen, alles, weil sie zu feige ist, sich den Konsequenzen ihres ekelhaften Verhaltens zu stellen, und sich dabei nochmal um einiges ekelhafter verhält, als ich es je für möglich gehalten hätte).

Da war es eine ziemlich glückliche Fügung, dass meine Eltern sich ob meines erfolgreich abgeschlossenen Studiums fast unverhältnismäßig großzügig gezeigt und mir eine solche Unsumme an Zahlungsmittel haben zukommen lassen, dass ich nicht nur meinen kompletten Urlaub wieder drinhabe, sondern dazu noch das verbleibende Geld für eine neue Festplatte ausgeben kann. Glück muss man haben. Fast schon schade, dass meine (Ex-)Mitbewohnerin sich als über alle Maßen erbärmliche Ausgeburt exorbitanter Feigheit erwiesen hat, sonst hätte man sich beinahe überlegen können, ihr mit diesem unerwarteten Geschenk ein bisschen unter die Arme zu greifen.

Hm. Hoffentlich habe ich Strom, bis mich Becci am 13. besuchen kommt. Das wäre ungünstig sonst. Aber es muss sich jetzt ja eigentlich innerhalb von ein paar Tagen klären, anders überleben wir das auch alle nicht mehr. Allein vom Nervenkostüm her nicht. Mir ist inzwischen ein Magengeschwür gewachsen, ich bin mir ziemlich sicher.

Oh well. Erstmal warten, bis R mit seiner TeKo fertig ist, und dann mit dem bereits kaltgestellten Sektchen ein wenig die schönen Nachrichten der bald vergangenen Woche feiern. Ich bin ein fertig studierter Mensch, das muss man auch erstmal schaffen.

When unbelievabilities accumulate…

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Ach, das ist doch alles weird. Mein Leben war so ruhig in der letzten Zeit. Jetzt kommt zwischen dem Trudi-Drama (sie weigert sich beharrlich, mich anzurufen, und zahlt den Strom vermutlich am Sanktnimmerleinstag, sodass der Verwalter und ich sie jetzt augenscheinlich in Gemeinschaftsarbeit mit rechtlichen Maßnahmen aus der Wohnung befördern müssen) noch eine Turbulenz dazu, allerdings in die andere Richtung: Eine positive Nachricht.

Eine sehr positive, wenn man bedenkt, dass es das Letzte ist, mit dem ich gerechnet hätte. Da gehe ich vorhin nichtsahnend und grottig gestimmt in mein Unimailkonto, um Trudi die vom Verwalter geforderte Vorlage für ihre Kündigung zu schicken, als mir auf einmal eine Mail vom Plank ins Auge sticht – er hat mir die Bewertung und das Ergebnis meiner Bachelorarbeit geschickt. 1,3. Eins drei, ich habe meine Bachelorarbeit mit eins drei bestanden. Und wie ich gelobt wurde. Der Mann ist eine Koryphäe, der ich selbst dann noch Respekt entgegengebracht hätte, hätte er meine Thesis wie eigentlich erwartet in der Luft zerrissen. Stattdessen schreibt er mir „Weiter so“ – er, der Meister der Ein-Wort-E-Mails. Das bedeutet mir unendlich viel mehr, als hätte ich diese Anerkennung von einem anspruchslosen bzw. weniger rigoros bewertenden Dozenten erhalten.

Heute Abend gehe ich zu meinen Eltern; R hat zwar ob der Nachricht meines bestandenen BAs sogar angeboten, seine Contrast-Schicht zu canceln, um mit mir zu feiern, aber das holen wir dann morgen nach. Oh, du hast ja keine Ahnung, wie mir dieser Mensch gerade hilft. So hatte ich mir das vorgestellt, damals, als ich noch kaum Vertrauen hatte. Als das Nervenbündel, das ich gerade nunmal bin, habe ich ihm mitten in der Nacht gestern noch ein Drama geliefert, was dann in der Offenbarung meiner letzten verbleibenden großen Angst endete, er würde mich irgendwann der Politik opfern. (You know something’s wrong when the first verse of Frank Turner’s „Substitute“ is an exact projection of what you suspect to know will happen at one point or another.) Irgendwie habe ich das Gefühl, er wird immer lieber zu mir, je mehr ich ihm mich zu verstehen gebe. Oh, welch eine Lebensaufgabe. Aber auch da habe ich gestern wieder ein riesiges Stück geschafft. Ich glaube, es ist inzwischen nicht einmal mehr sehr viel übrig.

Und Kepa, wohl meine wertvollste Connection in (unter vielen anderen) dieser Hinsicht, begutachtet momentan meinen Mietvertrag. Und der Verwalter ist so ein guter Mensch. Ich liebe meine Menschen.

Morgen back‘ ich… schon wieder!

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Ich glaube, dieses Wochenende wird es mal Zeit für ein Kucheneinkochexperiment. Vermutlich eher morgen als heute; es sieht so aus, als würde ich den heutigen Tag vollständig im Bett verbringen. Mit ein bisschen Glück läuft man auch Hannes morgen nicht mehr in der Wohnung über den Weg, ein absoluter Pluspunkt für küchenlastige Unternehmungen wie die soeben geplante. Wenn R nicht hier ist, vermeide ich es eben doch auf Teufel komm raus, mich dem auszusetzen. Ich bin eingesperrt. Zum Glück aber dort, wo ich eh am liebsten bin.

Tipp an alle Gefährdeten: Pass auf, mit wem du zusammenziehst. Wohnungsfusion mit Menschen, deren On-Off-Partner dir allein durch seine Anwesenheit den Tag versaut, tunlichst vermeiden.

Ein Rezept habe ich schon ausgesucht. Es ist eins ohne Mehl, was ich ziemlich grandios finde, da ich mich momentan in der einzigartigen Lage befinde, zwar eine Menge Eier zu besitzen, aber kein Mehl mehr. Also mache ich morgen Schokokuchen ohne Mehl. Im Glas. Das wird toll. Spätestens wenn mich Papa am Nachmittag besucht, werde ich mich dazu ja wohl durchringen können. Und der Himmel ist blau. endlich wieder.

Ich komme mir vor wie in alten Zeiten. Letzte Woche der Käsekuchen und das überdekadente Tiramisù, von dem ich gerade den letzten Rest vertilgt habe, dann die Camparimuffins von meinem Geburtstag und jetzt auch noch Glaskuchen. Susmita wäre stolz auf mich.

Was auch ganz wunderbar ist: Ich habe diese Woche zum ersten Mal seit Ewigkeiten Müsli gefrühstückt. So richtig. Mein Lieblingsmüsli (naja, mein irdisches Lieblingsmüsli; wenn ich mein Himmlisches Lieblingsmüsli von Seitenbacher mit Schokoladehalbkugln containere, bleibt wahrscheinlich mein Herz stehen), das Schokomüsli von Vitalis. Davon habe ich an Bastis Geburtstag diesen Sommer eine unglaubliche Anzahl unglaublich riesiger Packungen gefunden. Und jetzt habe ich endlich Milch, richtige, frische Milch, und habe schon zwei Mal wieder zum Frühstück mein Lieblingsmüsli gegessen und bin darüber sehr, sehr erfreut.

Es kommt Rauch von draußen rein. Der Spalt in der Tür wurde mir zum Verhängnis.

Jetzt ist die Tür zu und der Rauch mit mir zusammen eingesperrt.

Ich bin ein bisschen ziellos, weil ich so viel tun könnte. Ich habe mir das Ende von Negua joan da ta auf einen Zettel geschrieben, damit ich endlich die Reihenfolge der Zeilen ordentlich hinbekomme, und mir vorgenommen, es mal aufzunehmen, solange ich alleine hier bin. When I See You hatte ich mir auch die Tage schonmal vorgeknöpft, das wollte ich ebenfalls bis Mittwoch endlich mal schaffen. Allerdings hängt das auch davon ab, ob Trudi mal aus dem Haus geht in der Zwischenzeit; sie hat gerade Besuch und produziert somit einerseits unwillkommene Störgeräusche, andererseits kann ich ihr und Alex auch nicht zumuten, mit anhören zu müssen, wie ich die gleiche Spur dreißig Mal hintereinander spiele, bis es endlich was wird. Und ungehemmt singen kann ich eh nicht, solange jemand im Haus ist. Tjoa. Man wird sehen. Erstmal wird morgen gebacken.

Salat für das gute Gewissen

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Eigentlich sollte ich eher am BA-Schreiben sein. Die gähnende Leere hier seit drei Tagen macht mir aber so zu schaffen, dass ich kurz einen kleinen Salat aus Informationen über die seit Donnerstag vergangene Zeit (kon-)servieren werde, um mich danach wieder ruhiger meinem tragischen Schicksal ergeben zu können.

Also. Basti war hier übers Wochenende, was ziemlich grandios war. Ich habe am Freitag kurzzeitig alle verbleibende Toleranz verloren und bin so dermaßen durchgedreht, dass ich fest überzeugt war, Trudi würde mir den Krieg erklären. Ich habe zu viel Alkohol konsumiert, was in sehr, sehr viel Spaß und letzten Endes einem weiteren Heul- sowie erstmals einem Kotzdisaster in Bastis Gegenwart endete. Meine Eltern waren am Tag drauf hier und haben mir mein altes Bett gebracht. Es war ein Chaos und ich war restalkoholinduzierterweise kaum in der Lage, meinen Kopf schnell von einer Seite zur anderen zu bewegen. Typisch, dass der zweite (Alkohol-)Kater meines Lebens an so einem Tag auftauchen muss. Er leistet dem ersten seiner Art, welcher mich am Tag meines Einzugs ins Wohnheim geplagt hat – 2.10.2011 war’s – in der Kategorie „ungünstiges Timing“ nun langersehnte Gesellschaft.

Am Abend des gleichen Tags habe ich es ein Mal mehr geschafft, mich mit meiner Mutter so in die Haare zu kriegen, dass ich wahrscheinlich die unangenehmen Konsequenzen nicht einmal erahnen kann. Nachdem ich ihr nämlich sagte, ich könne keine Minute mehr in dieser Wohnung bleiben und sie möge Basti und mich doch bitte bei unseren Bemühungen, eine WG-geeignete Wohnung zu finden, mit ihrem diesbezüglich unvergleichlichen Talent unter die Arme greifen, ergab es sich irgendwie aus dem weiteren Gespräch, dass sie meine Pläne für die nähere Zukunft wissen wollte und ich ihr sagte, ich hätte einen Plan, für den ich allerdings ihr Feedback aufgrund ihrer bekanntermaßen wenig unterstützenden Art nicht gebrauchen könne. Daraufhin war das Gespräch mit einem ihrer geliebten filmreifen Abgänge dann auch beendet.

Ich war in dem Moment selbst nicht ganz bei mir, weil mir soeben von R eröffnet worden war, dass er keine Absichten hegt, mit Basti und mir, oder eben ohne Basti, eine WG zu gründen, sondern vielmehr in einem halben Jahr hier wegzuziehen gedenkt, da das die Arbeit (aus Gründen, die mir bisher nicht erläutert wurden) erfordert. Ich für meinen Teil hätte nun aber ziemlich gerne mit R und Basti in einer WG gewohnt und war demzufolge enttäuscht. Ich habe bis jetzt keine Ahnung, ob mich die Tatsache mehr enttäuscht hat, dass ich ganz sicher nicht mit R und Basti zusammenziehen werde, oder vielleicht eher diejenige, dass mein Freund es für selbstverständlich erklärt, mich ohne viele Worte in einem Kaff sitzen zu lassen, in dem er zuvor erklärt hatte vorzugsweise ein Leben lang bleiben zu wollen, während ich mich bereits gedanklich von meinem Lebenstraum und all seinen Variationen und Plänen B bis M allermindestens verabschiedet hatte, um ihm entgegenzukommen. Oder aber (und das Bittere ist, davon wäre im Zweifel auszugehen) es für selbstverständlich erklärt, ohne viele Worte davon auszugehen, dass ich ihm irgendwohin hinterherzockele, wo ich vollkommen ohne jeden und ohne alles da sitze und mein Leben neu aufbauen kann, während er in seiner Traumarbeit aufblüht und ich ihn mein Lebtag nicht mehr ohne Computer vorm Gesicht oder Telefon am Ohr zu sehen bekomme. Aber oh, ich solle meine Pläne doch vorerst nicht an ihm ausrichten.

Moment mal, mir wird gerade erst bewusst, was für eine Monstrosität da eigentlich vorliegt. Ich hätte fast Lust, mich in meine Küche zu begeben und R darüber in Kenntnis zu setzen, allerdings ist er am Arbeiten und wird demzufolge von mir nicht behelligt.

Dafür, dass er vorhat, mich in einem halben Jahr kaltblütig zurückzulassen, gibt er sich allerdings schon wieder ziemlich viel Mühe. Nachdem ich meinen Unmut über die Gesamtsituation geäußert habe, hat er schon wieder eine so beachtliche Wendung vollzogen, dass ich aus dem Staunen gar nicht mehr herauskomme. Funktioniert das auch, wenn ich anmerke, dass es doch nett wäre, mich zu konsultieren, statt zu konfrontieren, bevor man Umzugspläne festlegt, und seien sie noch so vage? Und wenn ja – what’s keeping me?

Ich habe momentan sehr gute Laune. Also, hm, sehr gut im Sinne von, ich laufe nicht mit den verschleierten Augen, der lebensgefährlichen Einbildungskraft und der selbstzentrierten Wahrnehmung meiner Mutter durch die Welt und erspare mir damit eine Menge Probleme. R hilft mit, das ist schonmal Balsam für meine Seele. Und Trudi hat so etwas wie saubergemacht am Sonntag. Vielleicht habe ich das meinem Ausraster zu verdanken, vielleicht aber auch nicht. Mein Gemütszustand hat sich jedenfalls massiv beruhigt, als ich festgestellt habe, dass ich doch noch gemocht werde und es somit keinen akuten Grund gibt, mich hier aus dem Staub zu machen. Auf jeden Fall haben sich meine Um- und Innenwelt zusammengetan und sorgen für ein stressfreieres Dasein.

Morgen Nachmittag Elli. Übermorgen Abend Probe. Jetzt Bachelorarbeit. Es ist doch gut, eigentlich, dass der einkommenslose R nicht andauernd gelangweilt hier herumhängt und etwas mit mir unternehmen möchte, sonst würde ich ja noch weniger hier vorankommen, als es eh schon der Fall ist. Kepa hat auch schon wieder gefragt, wie’s mir geht, nur antworten werde ich ihm jetzt nicht, sonst hält er mich (sei er auch so motivierend, wie es nur irgend geht) nur zu erfolgreich weiter vom Schreiben ab.

Ich habe momentan den Verdacht, dass es am Ende viel zu wenig Wörter werden. Oh könnte ich nur diese Arbeit so heruntertippen wie manche von meinen sinnfreien Blogeinträgen.

Eichhörnchendiät

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Oh, jetzt bin ich wieder glücklich. Es ging ganz einfach eigentlich; es reichte aus, um 9.04 aufzuwachen und festzustellen, dass R immer noch da war, obwohl wir ausgemacht hatten, um halb neun zu frühstücken. Und nicht nur das; er hat seinen Boss-to-be von den üblichen zehn auf elf Uhr vertröstet, um noch länger im Bett bleiben und danach noch frühstücken zu können. (Ich habe ihm die Erlaubnis eingeräumt, seine TeKo und sonstige Arbeit heute hier zu verrichten, um das gemeinsame Frühstück zu ermöglichen. So gefällt mir das, ein kleines Stück gegenseitigen Entgegenkommens und die Welt sieht so viel schöner aus.)

Also hat das Reden geholfen. Ich war schon immer der Meinung, dass Reden hilft, nur hapert es bei mir immer so furchtbar an der Umsetzung. Dabei ist die Erfolgsrate wirklich nicht unbedingt niedrig.

Ooh, jetzt bin ich noch glücklicher. R verkündete mir soeben, dass sein Parteitreffendingensbumsgedöns dieses Wochenende nichts wird, sodass er mir erhalten bleiben wird und nicht nur mithelfen kann, mein Bett morgen auseinanderzubauen (um es meinen Eltern mitzugeben, die mir ihrerseits mein altes Bett aus Oldesloe-Zeiten vorbeibringen und uns so sage und schreibe zwanzig Zentimeter mehr Bettraum bescheren), sondern auch Basti nicht verpasst, welcher aus Ulm runterkommt, um das einjährige Jubiläum seiner erstmaligen Ankunft hier mit einer Party zu würdigen.

Basti werde ich heute Abend erstmal fragen, ob er Lust hat, auf Ivos Geburtstag zu gehen. In dem Fall würde ich nämlich auch hingehen, nachdem ich letztes Jahr zu dieser Gelegenheit schon todkrank im Bett lag und Basti mit Trudi und Hannes alleine gehen musste. Und wie das endete, weiß man ja. (Okay, du nicht, aber lass dir gesagt sein – am Ende des Abends lagen wir zu zweit als Vollinvaliden in meinem Zimmer.) Nicht dass mein Mitkommen garantieren würde, dass das Gleiche nicht dieses Jahr wieder passiert. Aber ach, man wird sehen.

Hui, was hab‘ ich gute Laune.

Vorhin platzte Waltraut hier rein und verlangte nach mir. Der Armen wird Trudis und meine kombinierte Rücksichtslosigkeit langsam, aber sicher zu viel; ich bin froh, dass sie tatsächlich mal die Eingeweide zeigt, sich diesbezüglich aufzuregen. Dann weiß man wenigstens, woran man ist. Trudis und mein festgelegter Termin zum Streiten ist auch dieses Wochenende; ich bin mal gespannt, ob wir ihn tatsächlich wahrnehmen. Und Waltraut habe ich (nachdem ich sie zurückangemeckert hatte, weil ich für das, was sie heute zu bemängeln hatte, absolut nichts konnte und ganz bestimmt nicht diejenige war, die ihr eine Dreiviertelflasche Rotwein aus dem Keller weggetrunken hat) mit der Versicherung beruhigt, dass ich es immer begrüße, wenn man mir seine Probleme offen kommuniziert, auch wenn (oder gerade weil) ich damit selbst meine immensen Schwierigkeiten habe. Im Zuge des Gesprächs habe ich ihr außerdem eine 10-Kilo-Dose eingelegte Mirabellen geschenkt und von ihr eine Ladung leere Einmachgläser sowie ein zur Abwechslung tatsächlich wunderschönes Seidentuch mit chinesischem Aufdruck bekommen – so knallbunt, dass meine Haare dagegen wie ein Glühwürmchen in der Sonne verblassen. (Und das muss ein Stück Stoff erstmal schaffen.) Alles in allem also ein ganz guter Deal für ein bisschen Beschwichtigungsarbeit.

Basti hat so Recht, wie er immer sagt, Kommunikation ist das Allerwichtigste. Was für eine Tragödie, dass ich in dem Bereich noch so viel zu lernen habe. Aber gut, man lernt. Once again: Challenge accepted.